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NOTE
Podcast: Raumzeit
Episode: RZ121 EarthCARE
Publishing Date: 2024-03-25T19:05:12+01:00
Podcast URL: https://raumzeit-podcast.de
Episode URL: https://raumzeit-podcast.de/2024/03/25/rz121-earthcare/

00:00:35.950 --> 00:00:40.710
<v Tim Pritlove>Hallo und herzlich willkommen zu Raumzeit, dem Podcast über Raumfahrt und andere.

00:00:40.710 --> 00:00:42.270
<v Tim Pritlove>Kosmische Angelegenheiten.

00:00:42.350 --> 00:00:46.370
<v Tim Pritlove>Mein Name ist Tim Pritlove und ich begrüße alle zur 121.

00:00:47.070 --> 00:00:52.630
<v Tim Pritlove>Ausgabe von Raumzeit. Und ja, heute bin ich mal wieder unterwegs und der Weg

00:00:52.630 --> 00:00:57.430
<v Tim Pritlove>hat mich ins gute alte Darmstadt geführt, da wo alles hier schon mal begann.

00:00:57.910 --> 00:01:04.870
<v Tim Pritlove>Und das bedeutet, ich bin am ESOC, dem Europäischen Raumfahrtkontrollzentrum,

00:01:04.870 --> 00:01:09.110
<v Tim Pritlove>da, wo die Satelliten gesteuert werden und andere verrückte Sachen passieren.

00:01:09.569 --> 00:01:15.270
<v Tim Pritlove>Und heute geht es um eine Mission mit dem schönen Namen EarthCare.

00:01:15.670 --> 00:01:19.270
<v Tim Pritlove>Das heißt, man kümmert sich jetzt mal ein bisschen um die Erde, wurde ja auch mal Zeit.

00:01:19.709 --> 00:01:25.190
<v Tim Pritlove>Und begrüße dafür heute gleich zwei Gesprächspartner, nämlich auf der einen

00:01:25.190 --> 00:01:27.190
<v Tim Pritlove>Seite den Björn Frommknecht. Hallo Björn.

00:01:27.349 --> 00:01:27.709
<v Björn Frommknecht>Hallo.

00:01:28.090 --> 00:01:30.410
<v Tim Pritlove>Und den Thorsten, Thorsten Fehr. Hallo.

00:01:30.510 --> 00:01:30.670
<v Thorsten Fehr>Hallo.

00:01:30.790 --> 00:01:36.390
<v Tim Pritlove>Herzlich willkommen bei Raumzeit. Genau, heute machen wir es mal im Doppel,

00:01:36.430 --> 00:01:43.110
<v Tim Pritlove>denn ihr seid beide bei EarthCare mit im Programm, habt aber so ein bisschen

00:01:43.110 --> 00:01:44.970
<v Tim Pritlove>unterschiedliche Ausrichtungen.

00:01:45.010 --> 00:01:49.970
<v Tim Pritlove>Du Björn bist Missionsleiter, also Chef vom Ganzen kann man sagen, oder? oder?

00:01:50.910 --> 00:01:55.350
<v Björn Frommknecht>Könnte man so sagen, ja. Also meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen,

00:01:55.390 --> 00:02:00.130
<v Björn Frommknecht>dass alle ihren Job gut machen können und dass wir das meiste aus der Mission rausholen können.

00:02:00.530 --> 00:02:03.790
<v Björn Frommknecht>Und ich darf mich dann auch zum Beispiel um ein bisschen mehr administrative

00:02:03.790 --> 00:02:08.590
<v Björn Frommknecht>Tätigkeiten kümmern, während die spannende Wissenschaft dann zum Beispiel vom Thorsten betreut wird.

00:02:08.750 --> 00:02:12.910
<v Tim Pritlove>Wie schön, genau. Und du bist Missionswissenschaftler, wie man so schön sagt.

00:02:13.850 --> 00:02:14.949
<v Tim Pritlove>Bestimmt auch nicht der Einzige.

00:02:15.730 --> 00:02:19.470
<v Thorsten Fehr>In dem Fall bin ich der Einzige auf der ESA-Seite, wo wir noch später zukommen

00:02:19.470 --> 00:02:22.790
<v Thorsten Fehr>werden. Es gibt natürlich auch noch unsere Partneragentur, wir machen es ja

00:02:22.790 --> 00:02:25.830
<v Thorsten Fehr>nicht alleine, wir machen es in dem Fall zusammen mit unseren japanischen Kollegen.

00:02:26.110 --> 00:02:29.889
<v Thorsten Fehr>Da gibt es auch noch einen Missionswissenschaftler, der dann auf der japanischen

00:02:29.889 --> 00:02:31.550
<v Thorsten Fehr>Seite die Wissenschaft koordiniert.

00:02:33.270 --> 00:02:38.449
<v Tim Pritlove>Genau. Kommen wir doch vielleicht erstmal zu euch, fangen wir mal mit dir an, Björn.

00:02:39.850 --> 00:02:45.370
<v Tim Pritlove>Wann hast du denn angefangen das erste Mal in die Sterne zu schauen und warum Raumfahrt?

00:02:45.370 --> 00:02:49.350
<v Björn Frommknecht>Ja, also ich habe eigentlich eine relativ bodenständige Ausbildung gemacht.

00:02:49.430 --> 00:02:51.610
<v Björn Frommknecht>Ich bin Geodät, also Vermessung der Erde.

00:02:51.830 --> 00:02:57.130
<v Björn Frommknecht>Ich habe in München studiert, an der TU München und bin da aber relativ schnell

00:02:57.130 --> 00:03:01.669
<v Björn Frommknecht>in Kontakt mit Satelliten gekommen, weil wir Satelliten-Geodäsie gemacht haben.

00:03:01.770 --> 00:03:03.770
<v Björn Frommknecht>Also die Vermessung der Erde mit Satelliten.

00:03:04.630 --> 00:03:09.889
<v Björn Frommknecht>Habe da dann auch promoviert und bin dann in Kontakt mit der ESA gekommen über

00:03:09.889 --> 00:03:12.830
<v Björn Frommknecht>die Schwerefeld-Mission Goce, Ghosts.

00:03:13.790 --> 00:03:18.050
<v Björn Frommknecht>Und da haben wir angefangen. Unser Institut war quasi unter Vertrag von einer

00:03:18.050 --> 00:03:22.910
<v Björn Frommknecht>italienischen Softwarefirma. So bin ich da reingerutscht, bin nach Italien gekommen, nach Esrin.

00:03:23.820 --> 00:03:27.020
<v Björn Frommknecht>Und das hat mir dann so gut gefallen, dass ich dann da geblieben bin und habe

00:03:27.020 --> 00:03:32.400
<v Björn Frommknecht>dann eigentlich auf allen wissenschaftlichen Erdbeobachtungsmissionen der ESA gearbeitet.

00:03:32.500 --> 00:03:38.700
<v Björn Frommknecht>Das war GOCE, Cryosat, SWARM, EOLOS, ALTIOS und so weiter, bis ich dann jetzt

00:03:38.700 --> 00:03:41.320
<v Björn Frommknecht>endlich bei EarthCare gelandet bin.

00:03:41.980 --> 00:03:45.580
<v Tim Pritlove>Ja, GOCE war hier auch schon mal ein Thema. Raumzeit Nummer 40,

00:03:45.900 --> 00:03:52.340
<v Tim Pritlove>da war ich 2012, ich glaube in München an der Universität, und habe mit Rainer

00:03:52.340 --> 00:03:54.320
<v Tim Pritlove>Rummel über das Projekt gesprochen.

00:03:55.160 --> 00:03:56.540
<v Björn Frommknecht>Genau, das war mein Professor.

00:03:56.920 --> 00:03:57.200
<v Tim Pritlove>Ja, ja.

00:03:58.620 --> 00:03:59.820
<v Björn Frommknecht>Gibt es da die Verbindung, ja?

00:04:00.080 --> 00:04:01.680
<v Tim Pritlove>Genau, die Kartoffel.

00:04:02.340 --> 00:04:05.460
<v Björn Frommknecht>Genau, die berühmte Kartoffel des Geoid, genau.

00:04:07.380 --> 00:04:08.780
<v Tim Pritlove>Und wie war es denn bei dir, Thorsten?

00:04:09.140 --> 00:04:11.660
<v Thorsten Fehr>Ich habe einen sehr ungradlinigen Weg zu ESA gefunden.

00:04:11.980 --> 00:04:12.680
<v Tim Pritlove>Das ist interessant.

00:04:12.900 --> 00:04:15.540
<v Thorsten Fehr>Ja, ich habe erst Physik studiert, wollte unbedingt ans CERN gehen.

00:04:15.620 --> 00:04:17.860
<v Thorsten Fehr>Das war immer mein Traum, Hochenergiefysik zu betreiben.

00:04:17.860 --> 00:04:22.120
<v Thorsten Fehr>War auch am CERN und bin dann allerdings eher in die theoretische Physik gekommen,

00:04:22.920 --> 00:04:26.440
<v Thorsten Fehr>wollte dann medizinische Physik machen, habe an einem Universitätsklinikum in

00:04:26.440 --> 00:04:31.080
<v Thorsten Fehr>München gearbeitet und wollte dann promovieren in dem Bereich,

00:04:31.279 --> 00:04:36.360
<v Thorsten Fehr>hat versucht mich zu bewerben und wollte mich als Test beim DLR bewerben.

00:04:36.360 --> 00:04:38.480
<v Thorsten Fehr>Das war so gar nicht mal das Ziel, dass ich dort arbeiten wollte.

00:04:38.680 --> 00:04:43.820
<v Thorsten Fehr>Und dann ist meine Bewerbung falsch gelaufen und die ist dann im Institut für

00:04:43.820 --> 00:04:47.320
<v Thorsten Fehr>Physik der Atmosphäre gelandet. Die hatten eine Promotion für Gewitter,

00:04:47.380 --> 00:04:50.640
<v Thorsten Fehr>für Wolken, für Stickoxide und das fand ich dann so spannend,

00:04:50.700 --> 00:04:51.899
<v Thorsten Fehr>dass ich gesagt habe, das mache ich gerne.

00:04:52.020 --> 00:04:55.440
<v Thorsten Fehr>Dann war ich erst am DLR, am Physik der Atmosphäre in Oberpaffenhofen,

00:04:55.540 --> 00:05:01.140
<v Thorsten Fehr>habe dann dort primär Wolkenphysik gemacht, bis ich dann die Möglichkeit hatte

00:05:01.140 --> 00:05:03.960
<v Thorsten Fehr>vom DLR zur ESA sekundiert zu werden.

00:05:03.960 --> 00:05:06.880
<v Thorsten Fehr>Das heißt, die haben mich die Möglichkeit gegeben, dafür zwei Jahre hinzukommen

00:05:06.880 --> 00:05:12.520
<v Thorsten Fehr>und bin dann auch in Estrin gelandet und habe dann primär auf Envisat gearbeitet.

00:05:12.680 --> 00:05:15.899
<v Thorsten Fehr>Also Envisat ist, glaube ich, immer noch der größte Abbeobachtungssatellit,

00:05:15.940 --> 00:05:20.339
<v Thorsten Fehr>den wir jemals gebaut haben, zumindest in Europa mit zehn verschiedenen Instrumenten.

00:05:20.560 --> 00:05:22.040
<v Tim Pritlove>Der VW-Bus in Space.

00:05:22.200 --> 00:05:25.480
<v Thorsten Fehr>Der VW-Bus in Space. Ich glaube sogar deutlich größer als ein VW-Bus im Schluss.

00:05:25.480 --> 00:05:29.940
<v Thorsten Fehr>Und habe dann da primär die atmosphärischen Instrumente behandelt.

00:05:29.940 --> 00:05:33.800
<v Thorsten Fehr>Das war GOMOS, MIPAS und da war auch ein deutscher Beitrag bei Skiamaki dabei.

00:05:34.120 --> 00:05:38.580
<v Thorsten Fehr>Und bin dann dort Qualitätsmanager gewesen, das sagt man so,

00:05:38.660 --> 00:05:40.480
<v Thorsten Fehr>aber auch da schon die Wissenschaft mitbetrieben.

00:05:40.720 --> 00:05:46.399
<v Thorsten Fehr>Und bin dann von Esrin nach Estik gewechselt, habe dann Kampagnen gemacht und

00:05:46.399 --> 00:05:50.500
<v Thorsten Fehr>bin dann später als Missionswissenschaftler für EarthCare auch dazugekommen.

00:05:51.180 --> 00:05:56.720
<v Tim Pritlove>Esrin hat ja einen ziemlichen Schwerpunkt auf diesen Erdbeobachtungsmissionen, kann man sagen.

00:05:58.910 --> 00:05:59.910
<v Tim Pritlove>Das ist schon so ein Fokus.

00:06:00.010 --> 00:06:07.370
<v Björn Frommknecht>Das Zentrum für die Missionsleitung der Erdbeobachtungsmissionen der ESA.

00:06:07.690 --> 00:06:12.550
<v Björn Frommknecht>Das andere Zentrum wäre ESAC, das wäre dann für die Weltraummissionen.

00:06:12.570 --> 00:06:16.290
<v Björn Frommknecht>Aber für die Erdbeobachtungsmissionen ist das Zentrum in Esrin.

00:06:16.450 --> 00:06:19.570
<v Björn Frommknecht>Und genau deswegen sitzen die Missionmanager auch da.

00:06:20.110 --> 00:06:23.590
<v Thorsten Fehr>Und dann zusätzlich natürlich in Estek, wo die ganzen Missionen auch gebaut werden.

00:06:23.750 --> 00:06:29.050
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir sind wirklich europäisch aufgestellt. Wir haben das Erdbeobachtungszentrum

00:06:29.050 --> 00:06:34.550
<v Thorsten Fehr>in Esrin in Italien, aber gebaut oder entwickelt werden die Missionen in den

00:06:34.550 --> 00:06:35.690
<v Thorsten Fehr>Niederlanden, in ASTEC.

00:06:35.830 --> 00:06:39.230
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir sind also wirklich ganz gut hier in Europa auch verteilt.

00:06:40.950 --> 00:06:45.790
<v Tim Pritlove>So, jetzt kommen wir zu EarthCare. Also wenn ich das richtig sehe,

00:06:45.930 --> 00:06:53.450
<v Tim Pritlove>ist EarthCare ein Projekt im Rahmen der sogenannten Earth Explorer Missions,

00:06:53.450 --> 00:06:57.370
<v Tim Pritlove>die wiederum zu diesem Living Planet Programm der ESA gehören.

00:06:57.370 --> 00:07:03.850
<v Tim Pritlove>Also es ist ja ohnehin so, dass die ESA sehr stark im Bereich Erdbeobachtung

00:07:03.850 --> 00:07:06.090
<v Tim Pritlove>ist generell und ich würde sagen auch führend eigentlich.

00:07:06.350 --> 00:07:10.750
<v Tim Pritlove>Also die, glaube ich, mit Abstand meisten Erdbeobachtungsmissionen sind letzten

00:07:10.750 --> 00:07:12.250
<v Tim Pritlove>Endes von der ESA initiiert.

00:07:12.250 --> 00:07:17.950
<v Tim Pritlove>NASA hat nach wie vor die Nase vorn, wenn es um Mars und einige andere Dinge geht,

00:07:18.050 --> 00:07:23.530
<v Tim Pritlove>aber das ist ja definitiv eine europäische Domäne und es sind auch schon so

00:07:23.530 --> 00:07:27.430
<v Tim Pritlove>viele verschiedene Missionen, dass ja dann man fast schon gar nicht mehr auseinanderhalten kann,

00:07:27.550 --> 00:07:29.810
<v Tim Pritlove>wer da jetzt eigentlich wo drauf schaut.

00:07:29.810 --> 00:07:32.470
<v Tim Pritlove>Daraus leitet sich ja im Prinzip dann auch gleich wieder die Frage ab,

00:07:32.550 --> 00:07:37.010
<v Tim Pritlove>also wozu brauchst du dann hier diese Mission?

00:07:37.290 --> 00:07:40.070
<v Tim Pritlove>Vielleicht können wir mal so ein bisschen in diese Vorgeschichte einsteigen.

00:07:40.210 --> 00:07:46.970
<v Tim Pritlove>Was war eigentlich jetzt erstmal der initiale Treiber, also die Uridee für diese Mission?

00:07:47.090 --> 00:07:53.250
<v Tim Pritlove>Was sollte sozusagen grob erstmal als Ziel erreicht werden und wie ist es dann gelaufen?

00:07:54.330 --> 00:07:57.250
<v Thorsten Fehr>Du hattest ja schon vorhin erwähnt, dass wir, was die Erdbewerber angeht,

00:07:57.290 --> 00:07:59.170
<v Thorsten Fehr>so mitführend sind auch global.

00:07:59.370 --> 00:08:01.930
<v Thorsten Fehr>Und eine dieser Elemente, die wir haben, sind eben diese Earth Explorers.

00:08:01.970 --> 00:08:06.250
<v Thorsten Fehr>Und die Earth Explorers sind ganz klar da, um wissenschaftliche Fragen zu beantworten.

00:08:06.270 --> 00:08:09.310
<v Thorsten Fehr>Wir haben auch noch andere Elemente, das ist Copernicus, was wir zusammen mit

00:08:09.310 --> 00:08:13.130
<v Thorsten Fehr>der Europäischen Kommission machen, ist für Services auch ein sehr erfolgreiches Projekt.

00:08:13.210 --> 00:08:16.990
<v Thorsten Fehr>Wir haben noch die meteorologischen Systeme, die wir ganz spezifisch für die

00:08:16.990 --> 00:08:19.710
<v Thorsten Fehr>Wettervorhersage zum Beispiel auch entwickeln.

00:08:20.070 --> 00:08:23.190
<v Thorsten Fehr>Aber gerade die Earth Explorers sind dazu da, um wirklich wissenschaftliche

00:08:23.190 --> 00:08:25.690
<v Thorsten Fehr>Fragen, sagen, fundamentale wissenschaftliche Fragen zu beantworten.

00:08:26.030 --> 00:08:29.710
<v Thorsten Fehr>Und bei Earthcare hat sich schon in den 90er Jahren die Frage gestellt,

00:08:29.850 --> 00:08:33.830
<v Thorsten Fehr>wie beeinflussen eigentlich Wolken und Aerosole, das sind diese kleinen Teilchen,

00:08:33.870 --> 00:08:38.210
<v Thorsten Fehr>die in der Luft fliegen, das kann Dunst sein, das kann Staub sein,

00:08:38.410 --> 00:08:42.510
<v Thorsten Fehr>das kann kleine Salzpartikel sein, wie beeinflussen die das Klima?

00:08:42.590 --> 00:08:44.809
<v Thorsten Fehr>Das war so eine Fragestellung, die sich schon damals gestellt hatte.

00:08:45.010 --> 00:08:46.010
<v Tim Pritlove>Oder Vulkanasche.

00:08:46.250 --> 00:08:47.590
<v Thorsten Fehr>Oder Vulkanasche zum Beispiel.

00:08:48.809 --> 00:08:52.990
<v Tim Pritlove>Genau. Ich hatte auch schon mal hier eine Sendung gemacht zur Atmosphäre,

00:08:52.990 --> 00:08:56.450
<v Tim Pritlove>wo natürlich die Aerosole auch eine große Rolle gespielt hat.

00:08:56.530 --> 00:09:01.770
<v Tim Pritlove>Damals mit Bernadette Weinzierl, die zu den Wissenschaftlerinnen gehörte,

00:09:01.809 --> 00:09:07.510
<v Tim Pritlove>die damals den unaussprechlichen isländischen Vulkan und die Auswirkungen davon untersucht haben.

00:09:07.809 --> 00:09:08.610
<v Thorsten Fehr>Ah ja, Eyjafjallajökull.

00:09:09.750 --> 00:09:12.309
<v Tim Pritlove>War das jetzt auch richtig oder war das nur so getan? Ich glaube,

00:09:12.390 --> 00:09:13.470
<v Tim Pritlove>es war einigermaßen okay.

00:09:15.190 --> 00:09:18.630
<v Thorsten Fehr>Bernadette ist jemand, mit der ich auch im Institut war.

00:09:18.870 --> 00:09:22.049
<v Tim Pritlove>Ah ja, okay, alles klar. Ja, genau.

00:09:22.190 --> 00:09:26.230
<v Tim Pritlove>Also Aerosole spielen eine große Rolle und Wolken spielen eine große Rolle,

00:09:26.309 --> 00:09:27.610
<v Tim Pritlove>das ist ja vollkommen klar.

00:09:27.970 --> 00:09:31.590
<v Tim Pritlove>Aber was weiß man denn dann noch nicht? Also ich meine, was ist sozusagen jetzt

00:09:31.590 --> 00:09:34.590
<v Tim Pritlove>der Trigger, dass man sagt, okay, jetzt brauchst du ja auch nochmal eine neue Mission?

00:09:35.110 --> 00:09:38.530
<v Thorsten Fehr>Also wir alle kennen natürlich Wolken und Wolken ist das, was uns ja auch ständig umgibt.

00:09:38.610 --> 00:09:42.190
<v Thorsten Fehr>Wenn wir an den Himmel schauen, meistens, so in meinem Fall in Holland,

00:09:42.429 --> 00:09:45.330
<v Thorsten Fehr>da sehen wir ständig Wolken, meistens regnet es auch aus denen.

00:09:45.510 --> 00:09:49.850
<v Thorsten Fehr>Das heißt, im Prinzip sind Wolken etwas, was wir eigentlich kennen und die Physik

00:09:49.850 --> 00:09:51.190
<v Thorsten Fehr>der Wolken ist auch etwas, was wir kennen.

00:09:51.600 --> 00:09:55.179
<v Thorsten Fehr>Schon über Jahrzehnte, Jahrhunderte auch schon uns genau anschauen.

00:09:55.559 --> 00:10:00.140
<v Thorsten Fehr>Aber eine Sache, die nie ganz klar war, ist, wie beeinflussen Wolken auch das Klima?

00:10:00.480 --> 00:10:03.840
<v Thorsten Fehr>Wir wissen ja zum Beispiel, dass Treibhausgase einen sehr deutlichen Einfluss

00:10:03.840 --> 00:10:05.920
<v Thorsten Fehr>haben auf die Klimaentwicklung.

00:10:06.140 --> 00:10:10.620
<v Thorsten Fehr>Wir kennen das sehr wohl, dass wir zum Beispiel unsere Klimagasemissionen auch

00:10:10.620 --> 00:10:14.240
<v Thorsten Fehr>reduzieren müssen oder auf jeden Fall, um das Klima zu stabilisieren oder besser zu machen.

00:10:14.620 --> 00:10:18.280
<v Thorsten Fehr>Aber der Einfluss von Wolken und Aerosolen auf das Klima ist etwas,

00:10:18.360 --> 00:10:23.980
<v Thorsten Fehr>was nicht ganz so klar ist. Weil Wolken sind sehr schwierig zu greifen.

00:10:24.040 --> 00:10:25.679
<v Thorsten Fehr>Wir wissen alle, Wolken sind schwierig zu greifen.

00:10:25.860 --> 00:10:30.760
<v Thorsten Fehr>Wie die entstehen, wo sie entstehen und wie sie das Licht, was von der Sonne

00:10:30.760 --> 00:10:35.040
<v Thorsten Fehr>kommt, reflektieren oder auch die Wärmestrahlung, die von der Erde abgestrahlt

00:10:35.040 --> 00:10:36.260
<v Thorsten Fehr>wird, auch wieder zurückhalten.

00:10:36.400 --> 00:10:39.160
<v Thorsten Fehr>Das sind so die Effekte. Und nachdem Wolken sehr komplex sind,

00:10:39.200 --> 00:10:41.980
<v Thorsten Fehr>wir wissen das, wenn wir an einem Sommerabend den Himmel anschauen,

00:10:42.000 --> 00:10:46.960
<v Thorsten Fehr>dann sieht man Wolken, die weit oben sind, Zirnenwolken, diese Wolken,

00:10:46.960 --> 00:10:49.360
<v Thorsten Fehr>die wirklich nur ganz dünn zu sehen sind.

00:10:49.420 --> 00:10:52.179
<v Thorsten Fehr>Man kann Gewitterwolken sehen, man kann Schönwetterwolken sehen.

00:10:52.299 --> 00:10:56.740
<v Thorsten Fehr>Und all diese Wolken haben einen anderen Einfluss auf die Abstrahlung der Erde,

00:10:56.820 --> 00:10:58.299
<v Thorsten Fehr>auf die Einstrahlung von der Sonne.

00:10:58.340 --> 00:11:00.600
<v Thorsten Fehr>Und das ist, was die Sache so sehr komplex macht.

00:11:00.740 --> 00:11:06.340
<v Thorsten Fehr>Also der ganze Zusammenhang zwischen Aerosolen, wie sie die Wolkenentstehung auch beeinflussen.

00:11:07.260 --> 00:11:10.559
<v Thorsten Fehr>Und wie das dann auf den Strahlungshaushalt der Erde zurückfällt,

00:11:10.660 --> 00:11:14.059
<v Thorsten Fehr>das sind die Punkte, die einfach immer noch sehr, muss man sagen,

00:11:14.179 --> 00:11:16.500
<v Thorsten Fehr>nicht so genau zu wissen sind. Die sind noch nicht so sehr bekannt.

00:11:17.020 --> 00:11:20.059
<v Thorsten Fehr>Und das ist auch in den Klimaberichten immer wieder zu sehen.

00:11:20.240 --> 00:11:25.840
<v Thorsten Fehr>Bis vor einigen Jahren hieß es zum Beispiel, dass gaben diese Wolken-Aerosol-Klima-Auswirkungen,

00:11:25.860 --> 00:11:31.660
<v Thorsten Fehr>die am wenigsten bekannten, am wenigsten gut eingeschätzten Bereiche unserer Klimaforschung sind.

00:11:31.860 --> 00:11:34.679
<v Thorsten Fehr>Das hat sich in den letzten Jahren ein bisschen verändert, aber es ist immer

00:11:34.679 --> 00:11:38.020
<v Thorsten Fehr>noch so, sodass wir hier einen großen Wissensnachholbedarf haben.

00:11:40.330 --> 00:11:47.270
<v Tim Pritlove>Und gab es denn nicht schon auch Missionen, Raumfahrtmissionen,

00:11:47.270 --> 00:11:50.830
<v Tim Pritlove>die sich der Wolkenthematik angenommen haben bisher?

00:11:51.309 --> 00:11:55.270
<v Thorsten Fehr>Auf jeden Fall. Ich meine, die meisten oder sehr viele zumindest von den meteorologischen

00:11:55.270 --> 00:11:58.850
<v Thorsten Fehr>Systemen, die schauen sich natürlich auch Wolken an. Das ist ganz klar.

00:11:58.990 --> 00:12:02.270
<v Thorsten Fehr>Das wollen wir auch machen. Aber was wir hier noch weitermachen wollen,

00:12:02.330 --> 00:12:05.130
<v Thorsten Fehr>ist die ganz spezifische Wolkenentstehung auch sich anzuschauen.

00:12:05.250 --> 00:12:09.570
<v Thorsten Fehr>Es gab schon Missionen davor. Unsere NASA-Kollegen hatten zwei Missionen.

00:12:09.570 --> 00:12:12.130
<v Thorsten Fehr>Fliegen, die sehr ähnlich sind wie EarthCare.

00:12:12.330 --> 00:12:16.410
<v Thorsten Fehr>Das eine ist der CloudSat, das war ein Wolkenradar, was geflogen worden ist,

00:12:16.429 --> 00:12:21.309
<v Thorsten Fehr>sehr erfolgreich und auch ein LIDAR, da kommen wir auch später dazu,

00:12:21.450 --> 00:12:22.790
<v Thorsten Fehr>wenn wir dann die Instrumente betrachten.

00:12:22.990 --> 00:12:25.070
<v Thorsten Fehr>Das heißt, ähnliche Missionen wurden auch schon geflogen.

00:12:25.330 --> 00:12:29.170
<v Thorsten Fehr>Aber diese Missionen waren zum Beispiel auf zwei verschiedenen Plattformen.

00:12:29.190 --> 00:12:33.290
<v Thorsten Fehr>Das waren andere Systeme und mit EarthCare versuchen wir das nochmal deutlich besser zu machen.

00:12:33.410 --> 00:12:37.630
<v Thorsten Fehr>Wir bauen natürlich auch auf diese Informationen auf, aber der Satellit,

00:12:37.630 --> 00:12:39.830
<v Thorsten Fehr>den den wir haben, erweitert das Wissen noch deutlich.

00:12:41.010 --> 00:12:44.510
<v Tim Pritlove>Und wann ist jetzt das erste Mal darüber nachgedacht worden?

00:12:44.750 --> 00:12:47.730
<v Tim Pritlove>Also was ist sozusagen jetzt, wann ging es los?

00:12:49.490 --> 00:12:53.470
<v Thorsten Fehr>Wann ging es los? Es ging los vermutlich in den frühen 90er Jahren,

00:12:54.270 --> 00:12:55.610
<v Thorsten Fehr>wenn die ersten Ideen kommen.

00:12:55.750 --> 00:13:01.070
<v Thorsten Fehr>Das heißt, den Zeitraum von der ersten Idee, wo ein paar Wissenschaftler,

00:13:01.070 --> 00:13:03.330
<v Thorsten Fehr>so wie wir jetzt auch, am Tisch sitzen und sich unterhalten,

00:13:03.490 --> 00:13:07.910
<v Thorsten Fehr>was wird benötigt, wo sind denn wirklich die Punkte, wo unser Wissen erweitert

00:13:07.910 --> 00:13:09.450
<v Thorsten Fehr>werden muss, um die Welt besser zu verstehen,

00:13:10.370 --> 00:13:14.890
<v Thorsten Fehr>bis zu dem Zeitpunkt jetzt, da kann schon mal ein paar Dekaden auch vergehen.

00:13:15.010 --> 00:13:19.430
<v Thorsten Fehr>Also sprich, die Abfolge war, wie gesagt, Wissenschaftler unterhalten sich,

00:13:19.590 --> 00:13:21.570
<v Thorsten Fehr>sie entwickeln ein Konzept,

00:13:22.450 --> 00:13:24.530
<v Thorsten Fehr>Und dann können Sie mit dem Konzept natürlich auch zu ESA gehen.

00:13:24.670 --> 00:13:25.990
<v Thorsten Fehr>Das ist praktisch der Werdegang.

00:13:26.170 --> 00:13:30.910
<v Thorsten Fehr>Und hier ist es dann so gewesen, dass ungefähr 2001 das EarthCare-Konzept,

00:13:30.910 --> 00:13:35.370
<v Thorsten Fehr>wie wir es jetzt sehen, wurde vorgeschlagen. Der ESA als ein EarthExplorer,

00:13:35.450 --> 00:13:39.150
<v Thorsten Fehr>als eines der Missionen, die ganz spezifische wissenschaftliche Fragen auch beantworten.

00:13:40.190 --> 00:13:43.690
<v Thorsten Fehr>2004 wurde es dann ausgewählt in die Implementierungsphase. Das heißt,

00:13:43.730 --> 00:13:46.550
<v Thorsten Fehr>davor waren noch andere Missionen auch noch mit dabei.

00:13:46.950 --> 00:13:49.490
<v Thorsten Fehr>EarthCare wurde ausgewählt, um dann weiter aufgebaut zu werden.

00:13:49.490 --> 00:13:52.390
<v Thorsten Fehr>Ja und seit 2004 bauen wir die Mission auf.

00:13:52.670 --> 00:13:56.330
<v Thorsten Fehr>Das heißt, es sind vermutlich jetzt dann 30 Jahre, dass von der ersten Idee

00:13:56.330 --> 00:14:00.510
<v Thorsten Fehr>bis wo wir den Launch haben, hoffentlich jetzt dann bald Ende Mai,

00:14:00.690 --> 00:14:05.270
<v Thorsten Fehr>aber so lange dauert das, bis es vom Konzept zum wirklichen ersten Datensatz auch kommen kann.

00:14:05.270 --> 00:14:11.370
<v Tim Pritlove>Mhm. Und die Kooperation mit JAXA, war die dann sozusagen von Anfang an da oder

00:14:11.370 --> 00:14:13.390
<v Tim Pritlove>hat man sich da später erst so entschlossen?

00:14:13.590 --> 00:14:17.110
<v Tim Pritlove>Also wie kommt das dann sozusagen, das waren jetzt so eine Mission auch konkret

00:14:17.110 --> 00:14:19.650
<v Tim Pritlove>mit einer anderen Agentur zusammen plant?

00:14:19.650 --> 00:14:23.030
<v Thorsten Fehr>Das ist natürlich auch das Schöne an solchen Missionen, sowas wächst ja auch.

00:14:23.250 --> 00:14:26.790
<v Thorsten Fehr>Das heißt, der erste Vorschlag, der gekommen ist von den Wissenschaftlern,

00:14:26.850 --> 00:14:29.650
<v Thorsten Fehr>war die sogenannte Earth Radiation Mission, IRM.

00:14:29.990 --> 00:14:33.890
<v Thorsten Fehr>Und diese Mission hatte noch keinen Lachseanteil dabei. Und natürlich sucht

00:14:33.890 --> 00:14:35.630
<v Thorsten Fehr>man immer wieder auch nach Kooperationen, nicht nur die Wissenschaft.

00:14:35.850 --> 00:14:37.790
<v Thorsten Fehr>Die Wissenschaftler arbeiten immer sehr, sehr eng miteinander.

00:14:38.050 --> 00:14:39.850
<v Thorsten Fehr>Es ist wirklich ein globaler Austausch der Ideen.

00:14:40.290 --> 00:14:45.050
<v Thorsten Fehr>Aber auch auf der Agenturseite war das Bestreben, hier eine Kooperation zu finden.

00:14:45.050 --> 00:14:50.070
<v Thorsten Fehr>Und das kam dann so, dass die japanischen Kollegen Erfahrung hatten mit einem

00:14:50.070 --> 00:14:53.950
<v Thorsten Fehr>Messsystem, was eben in Europa nicht so bestanden hat, mit dem Wolkenradar.

00:14:54.110 --> 00:14:57.470
<v Thorsten Fehr>Und hier wurde dann praktisch vorgeschlagen, ja, die Japaner kamen,

00:14:57.490 --> 00:15:01.290
<v Thorsten Fehr>wir haben dieses Wolkenradar, mit dem wir eure Mission noch besser aufbauen

00:15:01.290 --> 00:15:02.810
<v Thorsten Fehr>können. Das war auch etwas, was notwendig ist.

00:15:03.090 --> 00:15:07.550
<v Thorsten Fehr>Und dementsprechend haben dann die Japaner das Wolkenradar für unser System geliefert.

00:15:07.650 --> 00:15:12.990
<v Thorsten Fehr>Das heißt, die Systeme, die wir auf Earthcare fliegen, sind vier Hauptinstrumente.

00:15:12.990 --> 00:15:14.390
<v Thorsten Fehr>Drei davon sind europäisch.

00:15:14.650 --> 00:15:16.650
<v Thorsten Fehr>Eins davon ist von den japanischen Kollegen.

00:15:16.870 --> 00:15:17.090
<v Tim Pritlove>Mhm.

00:15:18.450 --> 00:15:21.890
<v Thorsten Fehr>Und gleichzeitig haben die Japaner auch dann um die Mission herum auch ihren

00:15:21.890 --> 00:15:23.350
<v Thorsten Fehr>wissenschaftlichen Bereich mit aufgebaut.

00:15:23.550 --> 00:15:26.310
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir haben also auch hier einen sehr regen Austausch zwischen den

00:15:26.310 --> 00:15:29.510
<v Thorsten Fehr>europäischen und den japanischen Kollegen, wie es auch sein soll.

00:15:29.570 --> 00:15:31.750
<v Thorsten Fehr>Das ist Wissenschaft. So muss es funktionieren.

00:15:32.750 --> 00:15:34.710
<v Tim Pritlove>Und dann ging es 2014 los.

00:15:36.010 --> 00:15:37.570
<v Thorsten Fehr>2004 ging es los mit dem Bauen.

00:15:37.690 --> 00:15:41.970
<v Tim Pritlove>Mit dem Bauen, aber 2014 sollte eigentlich der Start sein. Darauf wollte ich hinaus.

00:15:41.970 --> 00:15:45.470
<v Thorsten Fehr>Ja, ich glaube sogar 2013 hätte es zum ersten Mal der Start sein müssen.

00:15:45.470 --> 00:15:48.630
<v Thorsten Fehr>Als ich zur ESA gekommen bin, war das glaube ich noch 2013.

00:15:49.450 --> 00:15:52.810
<v Thorsten Fehr>Manche Dinge sind etwas komplizierter, als man am Anfang sich denkt.

00:15:53.050 --> 00:15:56.150
<v Thorsten Fehr>Und deswegen hat es hier auch länger gedauert, bis wir es geschafft haben,

00:15:56.250 --> 00:15:59.830
<v Thorsten Fehr>wirklich alle technischen Probleme zu lösen.

00:16:01.170 --> 00:16:02.150
<v Thorsten Fehr>Manchmal dauert es länger.

00:16:02.150 --> 00:16:05.970
<v Tim Pritlove>Aber welcherlei Art waren jetzt sozusagen diese Probleme?

00:16:06.190 --> 00:16:10.530
<v Tim Pritlove>Also was genau war jetzt schwierig? War es ein Problem, die richtige Rakete

00:16:10.530 --> 00:16:13.010
<v Tim Pritlove>zu finden? Das ist ja oft, oder?

00:16:13.010 --> 00:16:19.170
<v Björn Frommknecht>Also ich glaube, bei Earthcare haben wir eine schöne Sammlung an Problemen, die wir gelöst haben.

00:16:19.510 --> 00:16:24.210
<v Björn Frommknecht>Also natürlich war es erstmal technisch einfach schwierig, die Instrumente zu bauen.

00:16:24.290 --> 00:16:31.750
<v Björn Frommknecht>Also zum Beispiel das Instrument für die Aerosole ist ein UV-Laser, ein LiDAR-Instrument.

00:16:31.910 --> 00:16:37.530
<v Björn Frommknecht>Und es ist einfach sehr schwierig, so ein Instrument weltraumtauglich zu machen.

00:16:37.530 --> 00:16:40.630
<v Björn Frommknecht>Also das UV-Laser bedeutet, es ist hohe Energie.

00:16:40.810 --> 00:16:44.710
<v Björn Frommknecht>Das heißt, wenn kleinere Verschmutzungen auf der Optik sind oder so,

00:16:44.790 --> 00:16:46.730
<v Björn Frommknecht>dann verschmutzt sich das und ist nicht mehr benutzbar.

00:16:47.430 --> 00:16:51.310
<v Björn Frommknecht>Also das stellt sehr hohe Anforderungen schon allein, um nur die Komponenten

00:16:51.310 --> 00:16:54.670
<v Björn Frommknecht>zu bauen und dann zusammenzustellen, testen und so weiter.

00:16:54.750 --> 00:17:01.130
<v Björn Frommknecht>Und das dann funktionsfähig über eine längere Zeit im Weltraum zu halten, ist nicht sehr einfach.

00:17:01.130 --> 00:17:04.710
<v Björn Frommknecht>Und wir sind, wenn es dann hoffentlich funktioniert,

00:17:04.970 --> 00:17:08.570
<v Björn Frommknecht>die ersten, die das über längere Zeit fliegen, wenn man absieht von der Eolus-Mission,

00:17:08.650 --> 00:17:16.349
<v Björn Frommknecht>die ja Windmessungen mit einem UV-Laser, mit einem weltraumtauglichen UV-Laser gemacht hat.

00:17:17.109 --> 00:17:21.109
<v Björn Frommknecht>Und das hat einfach immer wieder zu Verzögerungen geführt.

00:17:21.170 --> 00:17:26.150
<v Björn Frommknecht>Je näher man dann kommt, um Teile des Instruments zu fertigen.

00:17:27.510 --> 00:17:31.230
<v Björn Frommknecht>Zusammenzufügen, desto mehr Probleme kommen dann auch ans Licht,

00:17:31.330 --> 00:17:37.910
<v Björn Frommknecht>die man dann in den Griff kriegt, aber halt leider unvermeidlich Verzögerungen in Kauf nehmen muss.

00:17:38.990 --> 00:17:43.790
<v Björn Frommknecht>Was das japanische Instrument angeht, da gab es, wenn ich mich recht erinnere,

00:17:43.790 --> 00:17:51.330
<v Björn Frommknecht>der Tsunami hat die Fabrik zerstört, in der Teile des Instruments gebaut werden.

00:17:52.030 --> 00:17:56.770
<v Björn Frommknecht>Und dann muss man eben die Teile, also zuerst mal die Fabrik wieder aufbauen

00:17:56.770 --> 00:17:59.609
<v Björn Frommknecht>sozusagen, die Produktionsanlagen und dann die Teile wieder bauen.

00:18:00.130 --> 00:18:04.150
<v Björn Frommknecht>Ja, das hat natürlich, das war glaube ich mindestens ein Jahr Verzögerung,

00:18:04.150 --> 00:18:04.950
<v Björn Frommknecht>wenn ich mich recht erinnere.

00:18:04.950 --> 00:18:05.530
<v Tim Pritlove>Nur ein Jahr?

00:18:05.750 --> 00:18:09.410
<v Björn Frommknecht>Also mindestens, es war vor meiner Zeit, da war ich noch nicht dabei.

00:18:09.410 --> 00:18:10.849
<v Tim Pritlove>Das ist mich ja sehr überrascht schon.

00:18:10.849 --> 00:18:18.270
<v Björn Frommknecht>Aber ja, also das war so eine Serie an, sagen wir mal, Ereignissen und natürlich in letzter Zeit,

00:18:18.390 --> 00:18:23.410
<v Björn Frommknecht>was für uns auch unerwartet war, der Ukraine-Krieg, der uns gezwungen hat,

00:18:23.450 --> 00:18:25.970
<v Björn Frommknecht>den Launcher zu wechseln, zweimal.

00:18:26.670 --> 00:18:29.910
<v Björn Frommknecht>War eigentlich eine Sojus. War eigentlich eine Sojus, soweit so gut,

00:18:30.030 --> 00:18:35.390
<v Björn Frommknecht>alles dafür getestet und haben gedacht, das ist eingetütet, wenn wir mal so

00:18:35.390 --> 00:18:36.670
<v Björn Frommknecht>weit sind, kann eigentlich nichts mehr passieren.

00:18:37.190 --> 00:18:41.290
<v Björn Frommknecht>War dann aber nicht so und dann hieß es, okay, wir gehen auf Vega-C,

00:18:41.530 --> 00:18:48.190
<v Björn Frommknecht>europäische Rakete, aber da war es einfach so, dass wir so am Limit waren von

00:18:48.190 --> 00:18:49.990
<v Björn Frommknecht>der Spezifikation der Oberstufe.

00:18:51.310 --> 00:18:57.150
<v Björn Frommknecht>Sowohl die Größe, wir hätten sozusagen Aussparungen in die Abdeckung machen

00:18:57.150 --> 00:19:02.590
<v Björn Frommknecht>müssen, um den Satellit überhaupt reinzukriegen und auch, weil wir so schwer und so groß sind,

00:19:02.730 --> 00:19:06.250
<v Björn Frommknecht>war das einfach nicht sicher, ob das überhaupt klappt und deswegen haben wir

00:19:06.250 --> 00:19:10.130
<v Björn Frommknecht>ja dann Gott sei Dank die Erlaubnis bekommen, auf,

00:19:10.670 --> 00:19:12.190
<v Björn Frommknecht>Falcon 9 zu wechseln, als,

00:19:13.050 --> 00:19:17.550
<v Björn Frommknecht>Rakete, aber auch da ist es nicht so, man kann nicht einfach Rakete wechseln,

00:19:17.570 --> 00:19:21.810
<v Björn Frommknecht>sondern es kommt ja immer wie die einzelnen Raketen verhalten sich unterschiedlich,

00:19:21.810 --> 00:19:26.490
<v Björn Frommknecht>was die Geräusche angeht, Vibrationen und so weiter. Die Kräfte, die beim Start wirken.

00:19:27.349 --> 00:19:32.830
<v Björn Frommknecht>Und das kann natürlich negative Auswirkungen auf die sehr empfindlichen Instrumente haben.

00:19:33.030 --> 00:19:37.150
<v Björn Frommknecht>Und da muss man dann erstmal sicherstellen, dass alles den Start gut übersteht

00:19:37.150 --> 00:19:41.510
<v Björn Frommknecht>und dann auch nach dem Start so funktioniert wie geplant. Also das war eben,

00:19:41.630 --> 00:19:45.869
<v Björn Frommknecht>wir sagen immer, ÖSKR ist wirklich wie eine Achterbahn der Gefühle.

00:19:45.990 --> 00:19:50.130
<v Björn Frommknecht>Immer wenn wir denken, wir haben es jetzt, dann kommt wieder was Neues.

00:19:50.550 --> 00:19:54.050
<v Björn Frommknecht>Deswegen, wir sind bereit für alles.

00:19:54.310 --> 00:19:57.630
<v Björn Frommknecht>Im Moment sieht es sehr gut aus. Der Start ist quasi morgen,

00:19:57.770 --> 00:20:01.670
<v Björn Frommknecht>das ist in eineinhalb Monaten. Aber wir sind gespannt, was dann als nächstes kommt.

00:20:01.690 --> 00:20:06.869
<v Tim Pritlove>Genau, wir sprechen jetzt hier gerade im März 2024 und für den Mai besteht sozusagen

00:20:06.869 --> 00:20:08.710
<v Tim Pritlove>die Hoffnung, dass der Start stattfindet.

00:20:08.760 --> 00:20:11.840
<v Tim Pritlove>Stattfindet. Aber dieser Wechsel der Träger, das interessiert mich jetzt nochmal

00:20:11.840 --> 00:20:14.040
<v Tim Pritlove>gerade aus dieser Missionsleiter-Perspektive.

00:20:14.119 --> 00:20:16.840
<v Tim Pritlove>Ich meine, ihr werdet ja dann vorher sehr viel mit den Russen zusammengearbeitet

00:20:16.840 --> 00:20:18.580
<v Tim Pritlove>haben, die halt diese Sojus betreut haben.

00:20:18.820 --> 00:20:22.560
<v Tim Pritlove>Das ist ja auch, das ist ja jetzt nicht nur die Abarbeitung von so einer technischen,

00:20:23.220 --> 00:20:26.780
<v Tim Pritlove>Checkliste, sondern das sind ja auch Leute, mit denen man wahrscheinlich über

00:20:26.780 --> 00:20:29.619
<v Tim Pritlove>Jahre auch schon zusammengearbeitet hat.

00:20:29.740 --> 00:20:33.119
<v Tim Pritlove>Und ich meine, die Leute, die da in der russischen Raumfahrt arbeiten,

00:20:33.300 --> 00:20:37.880
<v Tim Pritlove>sind ja nun nicht unbedingt jetzt diejenigen, die daran Schuld tragen,

00:20:38.080 --> 00:20:40.920
<v Tim Pritlove>dass das dass alles jetzt ganz anders ist.

00:20:41.020 --> 00:20:47.420
<v Tim Pritlove>Jetzt muss man sozusagen von heute auf morgen letztlich auf ein amerikanisches Team wechseln.

00:20:47.440 --> 00:20:52.720
<v Tim Pritlove>Das ist ja dann auch kulturell, nehme ich an, schon ein Shift,

00:20:53.500 --> 00:20:58.340
<v Tim Pritlove>gerade weil jetzt auch SpaceX natürlich als rein privates Unternehmen wahrscheinlich

00:20:58.340 --> 00:21:01.320
<v Tim Pritlove>nochmal ein ganz anderes Grundverhalten an den Tag legt.

00:21:02.599 --> 00:21:08.200
<v Tim Pritlove>Wie war das so für euch? Ist das so, Raumfahrt, alle kennen sich,

00:21:08.420 --> 00:21:12.720
<v Tim Pritlove>Und das läuft schon und dann geht das von heute auf morgen oder muss man dann

00:21:12.720 --> 00:21:16.660
<v Tim Pritlove>auch Änderungen am eigenen Projekt in irgendeiner Form vornehmen,

00:21:16.680 --> 00:21:19.660
<v Tim Pritlove>ein neues Team aufstellen oder was hat das für Auswirkungen?

00:21:19.800 --> 00:21:26.619
<v Björn Frommknecht>Also rein formell funktioniert das natürlich so, wir haben einen Hauptvertragspartner,

00:21:26.640 --> 00:21:30.400
<v Björn Frommknecht>der auch dafür verantwortlich ist, den Satellit zu bauen und über den wir dann

00:21:30.400 --> 00:21:31.940
<v Björn Frommknecht>auch den Start sozusagen machen.

00:21:33.780 --> 00:21:38.540
<v Björn Frommknecht>Kaufen, wenn man das so w ill. Wer ist der Partner? Das ist Airbus Friedrichshafen.

00:21:39.200 --> 00:21:43.140
<v Björn Frommknecht>Das hat sich nicht geändert, aber was sich da natürlich geändert hat,

00:21:43.200 --> 00:21:47.680
<v Björn Frommknecht>ist klar, es gibt eine ganz andere Unternehmenskultur oder das,

00:21:48.240 --> 00:21:52.240
<v Björn Frommknecht>was ziemlich schnell klar geworden ist bei SpaceX, das ist für die ein Staat,

00:21:52.440 --> 00:21:56.140
<v Björn Frommknecht>das ist für die nichts Besonderes mehr und man ist einfach ein Kunde unter vielen.

00:21:56.260 --> 00:22:01.740
<v Björn Frommknecht>Die haben so viel Geschäft, dass man, gibt es keinen Raum für Sonderwünsche

00:22:01.740 --> 00:22:05.040
<v Björn Frommknecht>oder so, sondern man muss sich halt deren Rhythmus anpassen,

00:22:05.200 --> 00:22:10.099
<v Björn Frommknecht>auch was zum Beispiel die Bekanntgabe von Startdaten und so weiter gibt.

00:22:11.220 --> 00:22:15.780
<v Björn Frommknecht>Ihre Abläufe sind, sagen wir mal, inzwischen gut strukturiert und gut eingelaufen

00:22:15.780 --> 00:22:18.660
<v Björn Frommknecht>und da machen die keine Ausnahmen normalerweise, nur weil wir sagen,

00:22:18.780 --> 00:22:21.440
<v Björn Frommknecht>okay, wir sind jetzt die ESA und wir haben eine tolle Mission und sagen,

00:22:21.520 --> 00:22:26.020
<v Björn Frommknecht>okay, wenn ihr nicht wollt, dann nehmen wir halt einen anderen. Also, wollt ihr, oder?

00:22:26.400 --> 00:22:33.060
<v Björn Frommknecht>Das hieß natürlich auch, dass wir zum Beispiel bei den Preisverhandlungen für

00:22:33.060 --> 00:22:36.859
<v Björn Frommknecht>den Start hat, da gab es nicht viel Spielraum, sondern es war halt ein bestimmter Preis.

00:22:37.560 --> 00:22:43.780
<v Björn Frommknecht>Das war auch eine große Arbeit vom Projektteam, auch den finanziellen Aspekt

00:22:43.780 --> 00:22:49.540
<v Björn Frommknecht>zu regeln, weil man natürlich für Soyuz zum Beispiel hat man schon einen Teil dann ja auch bezahlt.

00:22:49.619 --> 00:22:53.240
<v Björn Frommknecht>Es ist ja nicht so, dass man erst am Ende nach einem erfolgreichen Start zahlt,

00:22:53.280 --> 00:22:57.240
<v Björn Frommknecht>sondern da fließen ja auch größere Summen schon, nicht alles Gott sei Dank,

00:22:57.380 --> 00:23:01.560
<v Björn Frommknecht>aber das alles muss gehandelt werden Und dazu kommt dann eben auch noch,

00:23:01.660 --> 00:23:04.660
<v Björn Frommknecht>dass es eben ein anderes Team ist, andere Abläufe.

00:23:05.520 --> 00:23:12.599
<v Björn Frommknecht>Gut, man muss dann nicht zum Beispiel nach Kourou den Satellit transportieren,

00:23:12.660 --> 00:23:15.000
<v Björn Frommknecht>sondern nach Amerika, Einfuhr, Zölle etc.

00:23:15.000 --> 00:23:21.140
<v Björn Frommknecht>Also es gibt da einige Änderungen, die man nicht vorhersehen kann,

00:23:21.220 --> 00:23:25.040
<v Björn Frommknecht>aber im Endeffekt haben wir es dann geschafft und es war ja auch nicht das erste

00:23:25.040 --> 00:23:30.040
<v Björn Frommknecht>Mal, dass die ESA-Raketen mit SpaceX startet, sondern da gab es ja schon Vorläufer

00:23:30.040 --> 00:23:33.280
<v Björn Frommknecht>und da haben wir uns natürlich dann auch abgesprochen mit den Kollegen.

00:23:33.280 --> 00:23:35.540
<v Thorsten Fehr>Es macht natürlich auch programmatisch einen großen Unterschied.

00:23:35.740 --> 00:23:39.580
<v Thorsten Fehr>Ich meine, natürlich als europäische Raumfahrtagentur ist unser Ziel natürlich

00:23:39.580 --> 00:23:43.660
<v Thorsten Fehr>auch mit einer europäischen Rakete unsere Satelliten in den Orbit oder in den Saal zu bringen.

00:23:43.980 --> 00:23:48.640
<v Thorsten Fehr>Und das ist natürlich auch etwas, wo wir umdenken mussten, dass wir sagen,

00:23:48.760 --> 00:23:50.260
<v Thorsten Fehr>okay, können wir rausgehen?

00:23:50.420 --> 00:23:54.240
<v Thorsten Fehr>Wer kann denn das anbieten? Und hier muss man sagen, da haben auch im speziellen

00:23:54.240 --> 00:23:57.580
<v Thorsten Fehr>Fall von Earthcare uns die Mitgliedstaaten auch durchaus unterstützt.

00:23:57.619 --> 00:24:00.619
<v Thorsten Fehr>Also es war natürlich klar, am Anfang wollten die auf ihre Seite,

00:24:00.640 --> 00:24:05.220
<v Thorsten Fehr>dass wir nach Sturios auf Vega-C gehen, einfach um sicherzustellen,

00:24:05.220 --> 00:24:08.660
<v Thorsten Fehr>dass auch hier europäische Systeme verwendet werden.

00:24:08.960 --> 00:24:11.900
<v Thorsten Fehr>Aber aufgrund auch der Notwendigkeit der Messung.

00:24:12.580 --> 00:24:16.320
<v Thorsten Fehr>Deswegen konnten wir dann auch unsere Mitgliedstaaten davon überzeugen,

00:24:16.320 --> 00:24:19.660
<v Thorsten Fehr>dass wir eben auf einen kommerziellen, auf einen amerikanischen Launcher auch gehen.

00:24:19.820 --> 00:24:23.060
<v Thorsten Fehr>Und es ist auch wichtig zu sehen, dass wir hier die Flexibilität auch haben.

00:24:23.099 --> 00:24:26.660
<v Thorsten Fehr>Wenn Sachen notwendigerweise gemacht werden müssen, wenn was passieren muss,

00:24:26.780 --> 00:24:28.220
<v Thorsten Fehr>dann finden wir auch einen Weg.

00:24:28.560 --> 00:24:31.619
<v Thorsten Fehr>Also es ist nicht, dass wir hier ganz verbotprogrammatisch sagen,

00:24:31.760 --> 00:24:35.480
<v Thorsten Fehr>es muss aber so sein, sondern wenn wir müssen, dann können wir auch anders denken.

00:24:35.480 --> 00:24:40.520
<v Tim Pritlove>Ja, Euclid, das Weltraumteleskop, das vor kurzem gestartet ist,

00:24:40.520 --> 00:24:43.840
<v Tim Pritlove>hat ja im Prinzip dieselbe Geschichte gehabt.

00:24:43.960 --> 00:24:47.220
<v Tim Pritlove>Auch da sollte es ja mit einer Sojus hochgehen und ist dann am Ende mit SpaceX

00:24:47.220 --> 00:24:49.200
<v Tim Pritlove>erfolgreich gelauncht worden.

00:24:49.400 --> 00:24:53.940
<v Tim Pritlove>Das steht euch dann sicherlich auch bevor. Ich bin da ganz zuversichtlich.

00:24:53.940 --> 00:24:59.040
<v Tim Pritlove>Jetzt sind wir ja noch vor dem Start, aber mich würde trotzdem kurz interessieren,

00:24:59.119 --> 00:25:01.460
<v Tim Pritlove>was ist jetzt die konkrete Raumfahrtmission?

00:25:01.840 --> 00:25:08.060
<v Tim Pritlove>Also wohin geht die Reise mit dem Satelliten?

00:25:08.080 --> 00:25:14.260
<v Tim Pritlove>In was für einen Orbit soll er denn nun kommen und warum und wie kommt er da hin?

00:25:15.080 --> 00:25:18.800
<v Björn Frommknecht>Okay, also die Bahn ist polare Bahn.

00:25:18.940 --> 00:25:23.760
<v Björn Frommknecht>Das heißt, man fliegt vom Nordpol zum Südpol oder vom Südpol zum Nordpol, je nachdem wie rum.

00:25:23.980 --> 00:25:24.380
<v Tim Pritlove>…ist nur ein ein Katzensprung…

00:25:25.400 --> 00:25:29.880
<v Björn Frommknecht>Weil sich dann einfach die Erde drunter wegdreht. Also typisch für Erdbeobachtungsmissionen,

00:25:30.420 --> 00:25:35.240
<v Björn Frommknecht>damit man polare Orbits hat. Im Prinzip eine komplette Abdeckung der Erde, beobachtungsmäßig.

00:25:35.660 --> 00:25:38.900
<v Björn Frommknecht>Bahnhöhe sind 400 Kilometer, relativ niedrig.

00:25:39.660 --> 00:25:44.980
<v Björn Frommknecht>Und es heißt Sonnensynchron. Das bedeutet, dass die Bahnebene sich einmal im

00:25:44.980 --> 00:25:52.720
<v Björn Frommknecht>Jahr um sich selber dreht, damit immer Sonne auf die Solarpanels scheint,

00:25:53.060 --> 00:25:57.580
<v Björn Frommknecht>weil wir einen sehr hohen Energiebedarf haben. Wir haben aktive Instrumente.

00:25:57.580 --> 00:25:59.520
<v Tim Pritlove>Also immer scheint sozusagen.

00:26:00.160 --> 00:26:04.800
<v Björn Frommknecht>So viel wie möglich. Man muss ja korrekt sein. Es macht bei den Jahreszeiten einen Unterschied.

00:26:04.900 --> 00:26:08.500
<v Björn Frommknecht>Es gibt dann auch Phasen, wo wir quasi Eklipsen haben.

00:26:08.660 --> 00:26:11.100
<v Björn Frommknecht>Also wenn wir durch den Schatten fliegen, wo wir ein bisschen weniger haben,

00:26:11.160 --> 00:26:16.800
<v Björn Frommknecht>aber immer noch so, dass die Batterien voll bleiben praktisch und dass wir keinen Energiemangel haben.

00:26:16.880 --> 00:26:21.580
<v Björn Frommknecht>Wir brauchen ungefähr 1,7 Kilowatt an elektrischer Energie. Das ist relativ viel Energie.

00:26:22.510 --> 00:26:25.310
<v Björn Frommknecht>Für so einen normalen Erdbeobachtungstatelliten ist das schon,

00:26:25.550 --> 00:26:28.830
<v Björn Frommknecht>also unser Solarpanel ist, wenn ich es richtig, jetzt hoffe ich,

00:26:28.890 --> 00:26:31.390
<v Björn Frommknecht>ich erinnere mich richtig, ist glaube ich elf Meter lang.

00:26:32.030 --> 00:26:32.810
<v Thorsten Fehr>Elf und ein halb Meter.

00:26:33.070 --> 00:26:37.690
<v Björn Frommknecht>Und das ist schon größer als, jetzt sagen wir mal, bei den normalen.

00:26:37.810 --> 00:26:40.210
<v Tim Pritlove>Was wäre so ein typischer Strombedarf?

00:26:40.530 --> 00:26:44.910
<v Björn Frommknecht>Ja, unter einem Kilowatt vielleicht, um Größenordnungsmäßig.

00:26:45.070 --> 00:26:48.570
<v Björn Frommknecht>Aber wir haben eben zwei aktive Instrumente und dann verdoppelt sich das fast.

00:26:48.950 --> 00:26:49.510
<v Tim Pritlove>Okay. Okay.

00:26:50.330 --> 00:26:55.330
<v Björn Frommknecht>Und am energiehungrigsten sozusagen ist der LIDAR, der Laser.

00:26:55.730 --> 00:26:59.530
<v Björn Frommknecht>Aber auch das Radarinstrument hat fast gleich so viel.

00:26:59.670 --> 00:27:04.590
<v Tim Pritlove>Das heißt, der LIDAR wird dann nach Norden oder nach Süden gestartet?

00:27:05.170 --> 00:27:08.710
<v Björn Frommknecht>Der wird dann, wenn ich mich richtig erinnere, nach Süden gestartet.

00:27:08.770 --> 00:27:12.570
<v Björn Frommknecht>Also wir starten von Kalifornien aus und fliegen dann Richtung Antarktis.

00:27:12.690 --> 00:27:15.590
<v Björn Frommknecht>Also wir fliegen sozusagen, wenn man es so einfach sehen will,

00:27:15.590 --> 00:27:18.830
<v Björn Frommknecht>von oben nach unten, von Norden nach Süden runter.

00:27:19.390 --> 00:27:23.470
<v Björn Frommknecht>Und Sonnensynchron heißt auch, dass wir dann immer zur selben lokalen Zeit am

00:27:23.470 --> 00:27:26.410
<v Björn Frommknecht>selben Ort sozusagen vorbeifliegen.

00:27:26.430 --> 00:27:27.450
<v Björn Frommknecht>Ich glaube, wir haben 14 Uhr.

00:27:27.650 --> 00:27:30.670
<v Thorsten Fehr>Ja, und 14 Uhr ist auch wichtig, weil wir wollen ja uns Wolken anschauen.

00:27:30.730 --> 00:27:34.990
<v Thorsten Fehr>Und wir wissen, dass es auch bei der Entstehung von Wolken über den Tagesgang

00:27:34.990 --> 00:27:37.670
<v Thorsten Fehr>hinweg auch immer Zeitpunkte gibt, wo es mehr oder weniger Wolken gibt.

00:27:37.890 --> 00:27:40.870
<v Thorsten Fehr>Das heißt zum Beispiel morgens haben wir relativ wenige Wolken.

00:27:40.870 --> 00:27:43.910
<v Thorsten Fehr>Das heißt zum Beispiel auch viele Satelliten, die keine Wolken haben wollen,

00:27:44.010 --> 00:27:47.850
<v Thorsten Fehr>die praktisch nur mit der Kamera die Erde beobachten, die wollen eigentlich

00:27:47.850 --> 00:27:49.930
<v Thorsten Fehr>lieber morgen fliegen, Irgendwann hat es weniger Wolken.

00:27:50.170 --> 00:27:54.150
<v Thorsten Fehr>Wir sind genau im umgekehrten Fall. Wir wollen eigentlich Wolken haben.

00:27:54.310 --> 00:27:58.950
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir haben für unseren Satelliten 14 Uhr ausgesucht als die lokale

00:27:58.950 --> 00:28:02.150
<v Thorsten Fehr>Zeit, in der wir praktisch über die Erde messen.

00:28:02.770 --> 00:28:05.970
<v Tim Pritlove>Also 14 Uhr, also immer da, wo man ist, ist es gerade 14 Uhr?

00:28:08.560 --> 00:28:10.220
<v Thorsten Fehr>Das muss man sich so vorstellen, ja.

00:28:11.660 --> 00:28:15.620
<v Tim Pritlove>Also ich meine, so mit Uhrzeit und wenn man über die ganze Welt fliegt, ist ja so eine Sache.

00:28:16.060 --> 00:28:19.520
<v Thorsten Fehr>Wir können sagen, dass praktisch, wenn immer wir den Äquator bei Tageslicht

00:28:19.520 --> 00:28:23.780
<v Thorsten Fehr>überqueren, ist es 14 Uhr. Und die Erde dreht sich praktisch unten durch.

00:28:23.860 --> 00:28:26.240
<v Björn Frommknecht>Das ist der Zeitpunkt der Äquatorüberquerung. Da ist es am Äquator.

00:28:26.380 --> 00:28:27.660
<v Thorsten Fehr>Am Äquator ist es 14 Uhr.

00:28:27.740 --> 00:28:29.620
<v Tim Pritlove>In der jeweiligen Zeitzone oder hier?

00:28:30.000 --> 00:28:34.540
<v Thorsten Fehr>Lokal. Es ist immer in der lokalen Zeit. Ansonsten, die Wolken halten sich ja

00:28:34.540 --> 00:28:36.500
<v Thorsten Fehr>nicht an die globale Zeit.

00:28:36.500 --> 00:28:40.160
<v Tim Pritlove>Und 14 Uhr ist sozusagen so der optimale Wolkenzeitpunkt?

00:28:40.380 --> 00:28:42.220
<v Thorsten Fehr>Das ist ein sehr optimaler Wolkenzeitpunkt.

00:28:42.280 --> 00:28:44.580
<v Tim Pritlove>Warum ist das ein optimaler Wolkenzeitpunkt?

00:28:44.800 --> 00:28:48.280
<v Thorsten Fehr>Das ist praktisch, bevor auf der Landmasse die Konvektion einsetzt.

00:28:48.420 --> 00:28:53.100
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wenn wir uns Europa anschauen, das ist ja bloß ein kleiner Teil der

00:28:53.100 --> 00:28:55.240
<v Thorsten Fehr>Welt. Die Tropen sind natürlich der größte Teil der Welt.

00:28:55.480 --> 00:28:58.700
<v Thorsten Fehr>Und hier ist es so, dass die Konvektion am frühen Nachmittag einsetzt.

00:28:58.800 --> 00:29:01.500
<v Thorsten Fehr>Wir wollen praktisch dieses Einsetzen auch der Konvektion, auch diese Wolken

00:29:01.500 --> 00:29:03.540
<v Thorsten Fehr>mitnehmen. Auf der anderen Seite...

00:29:03.540 --> 00:29:04.420
<v Tim Pritlove>Mit Konvektion meinst du?

00:29:04.420 --> 00:29:08.120
<v Thorsten Fehr>Oh, Konvektion, Entschuldigung. Konvektion bedeutet, wie sich die Wolken entstehen.

00:29:08.180 --> 00:29:10.680
<v Thorsten Fehr>Wir kennen das ja alle auch bei uns an einem schönen Sommertag.

00:29:11.420 --> 00:29:14.320
<v Thorsten Fehr>Wenn wir mal einen richtigen Sommer haben, dann entstehen immer am Nachmittag

00:29:14.320 --> 00:29:16.780
<v Thorsten Fehr>die Gewitter. Das ist der ideale Sommerfall.

00:29:17.020 --> 00:29:19.980
<v Thorsten Fehr>Am Nachmittag entstehen Gewitter und das ist das Entstehen von diesen Wolken.

00:29:20.000 --> 00:29:21.160
<v Thorsten Fehr>Es muss nicht mal gleich Gewitter sein.

00:29:21.340 --> 00:29:26.100
<v Thorsten Fehr>Das nennen wir Konvektion. Das heißt, die Luft steigt vom Boden in die Höhe

00:29:26.100 --> 00:29:31.040
<v Thorsten Fehr>und bildet dabei Wolken aus. Und das passiert in den Tropen eben ungefähr um diese Uhrzeit auch.

00:29:31.980 --> 00:29:35.300
<v Thorsten Fehr>Umgekehrt, die Wolken über dem Meer bilden sich meistens am Vormittag.

00:29:35.500 --> 00:29:39.740
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir nehmen das auch noch mit. Das heißt, diese 14 Uhr sind im Prinzip

00:29:39.740 --> 00:29:43.660
<v Thorsten Fehr>der optimale Zeitpunkt, um vom Satelliten aus Wolkenfelder zu betrachten.

00:29:45.240 --> 00:29:46.940
<v Thorsten Fehr>Du schaust noch ein bisschen kritisch.

00:29:47.000 --> 00:29:51.560
<v Tim Pritlove>Aber Ich versuche es mir nur gerade so vorzustellen, wie man so auf diese Optimierung

00:29:51.560 --> 00:29:54.380
<v Tim Pritlove>kommt, aber es ist ja nachvollziehbar Also man will natürlich irgendwie nicht

00:29:54.380 --> 00:29:57.640
<v Tim Pritlove>genau dann irgendwo langfliegen, wenn da keine Wolken sind Genau.

00:29:57.720 --> 00:30:01.280
<v Thorsten Fehr>Wir wollen ja Wolken vermessen und deswegen müssen wir uns das so ein bisschen

00:30:01.280 --> 00:30:05.900
<v Thorsten Fehr>optimieren, wo finden wir den Zeitpunkt an dem die Wolken da sind nicht zu viele,

00:30:06.000 --> 00:30:08.420
<v Thorsten Fehr>nicht zu wenige, damit wir das auch alles schön bestimmen können.

00:30:08.420 --> 00:30:13.740
<v Tim Pritlove>Weil es halt hier in dieser Mission auch konkret um das Untersuchen der Wolken geht.

00:30:13.800 --> 00:30:18.140
<v Tim Pritlove>Es geht jetzt hier nicht so sehr um festzustellen, ob da Wolken sind oder nicht,

00:30:18.240 --> 00:30:20.960
<v Tim Pritlove>sondern man will eigentlich so viel Wolken sehen, wie es nur irgendwie geht,

00:30:21.020 --> 00:30:22.740
<v Tim Pritlove>weil man sie sich genau anschauen möchte.

00:30:23.580 --> 00:30:28.700
<v Tim Pritlove>Weil bei anderen Erdbeobachtungen will man halt alle Wolkenfelder sehen oder

00:30:28.700 --> 00:30:32.220
<v Tim Pritlove>Wettersatelliten wollen natürlich sozusagen auch sehen, wenn da keine Wolken sind.

00:30:32.420 --> 00:30:36.820
<v Tim Pritlove>Also das ist glaube ich schon etwas, was man auch im Kopf haben muss,

00:30:36.860 --> 00:30:40.620
<v Tim Pritlove>wenn es jetzt hier sozusagen um das ganze Design geht.

00:30:40.760 --> 00:30:43.820
<v Tim Pritlove>So gesteuert wird das dann alles von Von Darmstadt aus?

00:30:45.700 --> 00:30:50.960
<v Björn Frommknecht>Genau, also die Flugkontrolle ist in Darmstadt. Das heißt, der Satellit wird

00:30:50.960 --> 00:30:54.680
<v Björn Frommknecht>hier von dem Kontrollzentrum in Darmstadt ausgeflogen, kann man sich so vorstellen.

00:30:56.400 --> 00:31:00.340
<v Björn Frommknecht>Die Kommunikation mit dem Satelliten findet dann über Bodenstationen statt,

00:31:00.460 --> 00:31:02.440
<v Björn Frommknecht>die auf der Erde verteilt sind. sind.

00:31:02.940 --> 00:31:06.180
<v Björn Frommknecht>Vorzugsweise nimmt man welche, die an den Polen sind, wenn man kann,

00:31:06.800 --> 00:31:10.300
<v Björn Frommknecht>weil die einfach dann jeden Vorbeiflug auch sehen.

00:31:10.480 --> 00:31:14.740
<v Björn Frommknecht>Weil wir fliegen jedes Mal, bei jedem Umlauf fliegen wir über die Pole und das

00:31:14.740 --> 00:31:18.860
<v Björn Frommknecht>heißt, da kommen wir dann vorbei und da kann man dann sowohl Daten runterladen,

00:31:18.860 --> 00:31:19.940
<v Björn Frommknecht>also die wissenschaftlichen Daten.

00:31:19.940 --> 00:31:24.620
<v Tim Pritlove>Also Pole heißt jetzt nicht am Nordpol, sondern halt möglichst weit nördlich, so Kiruna oder so.

00:31:24.680 --> 00:31:27.900
<v Björn Frommknecht>Svalbard zum Beispiel, was ja schon relativ weit nördlich ist,

00:31:27.940 --> 00:31:30.400
<v Björn Frommknecht>auf jeden Fall nördlich vom Polarkreis, wenn man kann.

00:31:30.520 --> 00:31:33.760
<v Björn Frommknecht>Genau am Nordpol Pol nicht, das ist richtig, da gibt es keine Station.

00:31:33.980 --> 00:31:38.720
<v Björn Frommknecht>Aber es gibt eben, auch in Kanada zum Beispiel, je näher am Pol,

00:31:38.800 --> 00:31:39.860
<v Björn Frommknecht>desto besser für die Station.

00:31:40.120 --> 00:31:43.560
<v Björn Frommknecht>Und das ist auf jeden Fall ein Geschäft, das sich ausweitet.

00:31:43.780 --> 00:31:45.360
<v Tim Pritlove>Und am Pol kann man ja nicht so, ist das Feuerland?

00:31:45.980 --> 00:31:46.340
<v Björn Frommknecht>Trollstation.

00:31:47.460 --> 00:31:48.320
<v Tim Pritlove>Auf der Antarktis?

00:31:48.380 --> 00:31:52.340
<v Björn Frommknecht>In der Antarktis ist es natürlich schwieriger zu erreichen, logistisch und so weiter.

00:31:53.020 --> 00:31:57.340
<v Björn Frommknecht>Datenverbindungen, da muss man dicke Kabel legen. Und das ist schwieriger in der Antarktis.

00:31:57.520 --> 00:31:58.660
<v Tim Pritlove>Heißt die Station Troll?

00:31:58.760 --> 00:31:59.620
<v Björn Frommknecht>Troll, ja.

00:31:59.800 --> 00:32:00.820
<v Tim Pritlove>So wie der Troll, ja?

00:32:00.820 --> 00:32:04.900
<v Björn Frommknecht>Wie der Troll, ja. Ich glaube, es gibt keine Trolle. Ich war noch nicht dort, das weiß ich nicht.

00:32:07.820 --> 00:32:09.000
<v Björn Frommknecht>Aber Pinguine wahrscheinlich.

00:32:09.280 --> 00:32:09.620
<v Tim Pritlove>Ja, wahrscheinlich.

00:32:11.920 --> 00:32:16.100
<v Tim Pritlove>Okay, das heißt, da werden dann halt die Daten eingesammelt und ich vermute

00:32:16.100 --> 00:32:17.540
<v Tim Pritlove>mal, da kommen auch eine ganze Menge Daten runter.

00:32:18.240 --> 00:32:21.680
<v Björn Frommknecht>Ja, das ist richtig. Also wir liegen ungefähr, um eine Größenordnung zu geben,

00:32:21.860 --> 00:32:25.540
<v Björn Frommknecht>ungefähr bei 60 Gigabyte pro Tag alles zusammen.

00:32:26.300 --> 00:32:27.720
<v Tim Pritlove>60 Gigabyte pro Tag?

00:32:28.020 --> 00:32:28.540
<v Björn Frommknecht>Ungefähr, ja.

00:32:28.540 --> 00:32:34.000
<v Tim Pritlove>Okay, und wie viel Ausfall kann man sich dann erlauben, sollte es mal Probleme

00:32:34.000 --> 00:32:36.300
<v Tim Pritlove>mit der Datenstation geben?

00:32:36.320 --> 00:32:41.700
<v Björn Frommknecht>Also unser Ziel bei unseren Wissenschaftsmissionen ist, dass wir eigentlich

00:32:41.700 --> 00:32:44.720
<v Björn Frommknecht>keinen Ausfall haben wollen. Wir wollen das wirklich maximieren.

00:32:44.960 --> 00:32:50.680
<v Tim Pritlove>Aber ich meine, wäre jetzt sozusagen eine Bodenstation mal für eine Weile nicht

00:32:50.680 --> 00:32:54.160
<v Tim Pritlove>in der Lage, die Daten anzunehmen, wie viel kann der Satellit zwischenspeichern?

00:32:54.160 --> 00:32:59.120
<v Björn Frommknecht>Ah okay, da sind wir glaube ich bei fast zwei Tagen, wenn ich mich recht erinnere.

00:32:59.300 --> 00:33:03.800
<v Björn Frommknecht>Also da ist eine gewisse Toleranz und wir haben zwei Bodenstationen für die

00:33:03.800 --> 00:33:07.300
<v Björn Frommknecht>Daten allein, also die Wahrscheinlichkeit, dass wir da was überschreiben,

00:33:07.360 --> 00:33:08.540
<v Björn Frommknecht>ist eigentlich relativ gering.

00:33:08.680 --> 00:33:14.080
<v Tim Pritlove>Und die 60 Gigabyte sind dann sozusagen jetzt also brutto, was man am Ende rausbekommt?

00:33:14.160 --> 00:33:17.420
<v Björn Frommknecht>Die Rohdaten sind weniger, das sind alle Produkte zusammen, also quasi alle

00:33:17.420 --> 00:33:22.320
<v Björn Frommknecht>Verarbeitungsstufen zusammengerechnet, japanische Produkte, europäische Produkte,

00:33:22.400 --> 00:33:24.040
<v Björn Frommknecht>also wirklich komplett global.

00:33:24.040 --> 00:33:27.160
<v Tim Pritlove>Aber ist das jetzt sozusagen der reine komprimierte Datenstrom oder ist das

00:33:27.160 --> 00:33:28.300
<v Tim Pritlove>das, was man am Ende erhält?

00:33:28.400 --> 00:33:32.040
<v Björn Frommknecht>Der komprimierte Datenstrom sind vielleicht ungefähr 10 Gigabyte.

00:33:32.790 --> 00:33:34.150
<v Björn Frommknecht>Das ist deutlich weniger.

00:33:34.330 --> 00:33:42.350
<v Tim Pritlove>Ja, klar. Gut, das heißt, aber auch 10 Gigabyte muss man natürlich erstmal wegkriegen.

00:33:42.430 --> 00:33:45.550
<v Tim Pritlove>Ich meine, wie lange dauert so ein Polarer Orbit letztlich?

00:33:45.750 --> 00:33:51.510
<v Björn Frommknecht>Ungefähr eineinhalb Stunden. So ein Überflug über eine Bodenstation dauert ein

00:33:51.510 --> 00:33:55.170
<v Björn Frommknecht>paar Minuten, fünf, sechs Minuten, zehn Minuten maximal, kommt drauf an.

00:33:55.250 --> 00:33:57.530
<v Björn Frommknecht>Die Länge variiert ein bisschen, aber das reicht locker aus,

00:33:57.630 --> 00:34:03.210
<v Björn Frommknecht>um die Daten runterzuladen. und dann werden sie im Prinzip in das Datenverarbeitungszentrum

00:34:03.210 --> 00:34:05.670
<v Björn Frommknecht>übermittelt und dann prozessiert.

00:34:06.250 --> 00:34:10.570
<v Björn Frommknecht>Wir haben ja einen Nutzerkreis, dem es wichtig ist, die Daten so schnell wie

00:34:10.570 --> 00:34:13.270
<v Björn Frommknecht>möglich zu bekommen und das ist die Wettervorhersage.

00:34:13.430 --> 00:34:20.670
<v Björn Frommknecht>Wir haben ja mit ECMWF, dem Zentrum, eine Zusammenarbeit, wo wir dann die Daten

00:34:20.670 --> 00:34:23.810
<v Björn Frommknecht>von den aktiven Instrumenten so schnell wie möglich geben wollen,

00:34:23.969 --> 00:34:25.969
<v Björn Frommknecht>um dann die Wettervorhersage zu verbessern.

00:34:26.010 --> 00:34:28.190
<v Tim Pritlove>Was ist das für eine Organisation? EWF?

00:34:28.270 --> 00:34:31.630
<v Björn Frommknecht>European Center for Medium Weather Forecast, ECMF.

00:34:31.930 --> 00:34:35.130
<v Thorsten Fehr>Gibt es auch auf Deutsch. Europäisches Zentrum für Mittelfristvorhersage.

00:34:35.170 --> 00:34:38.690
<v Björn Frommknecht>Ich bin schon zu lange... Genau.

00:34:39.010 --> 00:34:39.510
<v Tim Pritlove>Ja, okay.

00:34:41.790 --> 00:34:47.270
<v Tim Pritlove>Das heißt, es ist eben nicht so, dass man jetzt nur Wissenschaft in dem Sinne

00:34:47.270 --> 00:34:53.110
<v Tim Pritlove>macht, sondern die Daten, die in dem Moment auch akut sinnvoll sind für die

00:34:53.110 --> 00:34:55.530
<v Tim Pritlove>Wetterbeobachtung, werden auch noch mit ausgeschieden.

00:34:55.530 --> 00:34:59.710
<v Björn Frommknecht>Das ist richtig. Also da haben wir sozusagen eine operationelle Anwendung,

00:34:59.710 --> 00:35:05.670
<v Björn Frommknecht>so könnte man das bezeichnen, was über unsere ursprünglichen Missionsziele hinausgeht.

00:35:05.710 --> 00:35:11.030
<v Björn Frommknecht>Der schöne Nebeneffekt dabei ist, dass in dem Moment, wo die Kollegen das in

00:35:11.030 --> 00:35:14.770
<v Björn Frommknecht>ihre Wettermodelle einspeisen, sehen die sofort, wenn da was nicht stimmt.

00:35:15.610 --> 00:35:18.630
<v Björn Frommknecht>Wenn die Daten, sagen wir mal, irgendwelche Abweichungen haben,

00:35:18.730 --> 00:35:22.130
<v Björn Frommknecht>sich anders sind als sonst, dann würden die das sofort sehen und können uns

00:35:22.130 --> 00:35:25.949
<v Björn Frommknecht>das als Rückmeldung geben, was natürlich für uns super ist. Das ist sozusagen

00:35:25.949 --> 00:35:27.250
<v Björn Frommknecht>wie ein Frühwarnsystem.

00:35:27.370 --> 00:35:30.170
<v Björn Frommknecht>Bevor wir die Daten großartig verarbeitet haben, würden die schon sehen,

00:35:30.310 --> 00:35:33.550
<v Björn Frommknecht>okay, da können es Probleme geben. Müsst ihr genauer reinschauen.

00:35:33.670 --> 00:35:35.270
<v Tim Pritlove>Was könnte da schief gehen?

00:35:35.670 --> 00:35:41.730
<v Thorsten Fehr>Es kann alles mögliche schief gehen. Es kann in der Prozessierung schief gehen.

00:35:41.790 --> 00:35:44.530
<v Thorsten Fehr>Aber ich möchte nochmal kurz auf das ICNRBF, auf das Europäische Zentrum für

00:35:44.530 --> 00:35:45.690
<v Thorsten Fehr>Mittelfristfähigkeit zurückkommen.

00:35:47.949 --> 00:35:51.690
<v Thorsten Fehr>Die benutzen unheimlich viele Daten. Die können bodengespülten sein,

00:35:51.830 --> 00:35:52.969
<v Thorsten Fehr>die klassische Wetterstation.

00:35:53.270 --> 00:35:55.810
<v Thorsten Fehr>Das kann von Flugzeugen kommen, das kann aber auch von Satelliten kommen.

00:35:55.810 --> 00:36:01.050
<v Thorsten Fehr>Das heißt, die haben unheimlich viele Daten, die sie in ihren Vorhersagen verarbeiten.

00:36:01.170 --> 00:36:04.590
<v Thorsten Fehr>Wir nennen das assimilieren. Die nehmen die Daten und versuchen dann damit ihre

00:36:04.590 --> 00:36:05.670
<v Thorsten Fehr>Vorhersagen zu verbessern.

00:36:05.790 --> 00:36:09.489
<v Thorsten Fehr>Und wenn jetzt ein Satellit oder ein Datenstrom, wie zum Beispiel EarthCare,

00:36:09.690 --> 00:36:16.930
<v Thorsten Fehr>nicht in das Schema passt, dann bekommen die sozusagen eine Warnung und sagen,

00:36:17.010 --> 00:36:19.770
<v Thorsten Fehr>schaut, bei euch funktioniert was vielleicht nicht richtig.

00:36:19.770 --> 00:36:23.430
<v Thorsten Fehr>Das kann auch sein, dass wir die Einzigen sind, die diese Daten zur Verfügung

00:36:23.430 --> 00:36:24.890
<v Thorsten Fehr>stellen und deswegen sind die besonders.

00:36:25.310 --> 00:36:26.830
<v Thorsten Fehr>Aber sehr häufig kann man auch sagen,

00:36:26.930 --> 00:36:30.670
<v Thorsten Fehr>okay, die machen so eine Art Qualitätsmonitoring, die checken das ab.

00:36:30.810 --> 00:36:34.770
<v Thorsten Fehr>Und das ist für uns natürlich extrem interessant, dass wir praktisch direkt,

00:36:34.989 --> 00:36:38.890
<v Thorsten Fehr>near real time nennen wir das, so praktisch fast zeitnah, auch diese Art der

00:36:38.890 --> 00:36:40.250
<v Thorsten Fehr>Qualitätskontrolle bekommen.

00:36:40.710 --> 00:36:43.710
<v Thorsten Fehr>Die vergleichen wirklich alle möglichen Datensätze untereinander,

00:36:43.870 --> 00:36:47.530
<v Thorsten Fehr>EarthCare ist eins davon und können dann direkt sagen, wo wir stehen.

00:36:47.770 --> 00:36:51.870
<v Tim Pritlove>Und wie schnell landen die Daten dann dort? In Reading ist das.

00:36:52.750 --> 00:36:57.430
<v Björn Frommknecht>Wettervorhersage funktioniert so, im Moment machen sie vier Prozessierungsläufe

00:36:57.430 --> 00:36:59.810
<v Björn Frommknecht>am Tag. Das sind sechs Stunden Zeitfenster.

00:37:00.510 --> 00:37:04.690
<v Björn Frommknecht>Und die Daten, wenn ich in einen Prozessierungslauf reinkommen will,

00:37:04.830 --> 00:37:09.590
<v Björn Frommknecht>dann dürfen meine Daten relativ zum Startpunkt nicht älter als sechs Stunden sein.

00:37:10.570 --> 00:37:15.250
<v Björn Frommknecht>Also hier dreht es sich wirklich um Stunden. Deswegen versuchen wir auch,

00:37:15.250 --> 00:37:20.250
<v Björn Frommknecht>auch eben jeden Überflug über den Pol, auch die Daten runterzuladen.

00:37:20.350 --> 00:37:25.190
<v Björn Frommknecht>Ist natürlich ein Kostenfaktor. Jeder Pass, wie man das nennt, hat seinen Preis.

00:37:25.370 --> 00:37:31.250
<v Björn Frommknecht>Aber wir versuchen wirklich, den Anteil der Daten, die wir mit dieser geringen

00:37:31.250 --> 00:37:33.210
<v Björn Frommknecht>Verzögerung liefern können, zu maximieren.

00:37:33.910 --> 00:37:37.790
<v Tim Pritlove>Aber ich meine, das ist ja im Prinzip auch so ein Notfallsystem.

00:37:38.310 --> 00:37:40.270
<v Tim Pritlove>Wie müsste man sich das so vorstellen?

00:37:40.510 --> 00:37:44.370
<v Tim Pritlove>Sagen wir mal, ein Sensor dreht jetzt mal komplett frei. Und auf eine Art und

00:37:44.370 --> 00:37:48.910
<v Tim Pritlove>Weise, wie man das jetzt nicht so ohne weiteres jetzt erstmal aus den Daten herauslesen kann,

00:37:48.989 --> 00:37:52.590
<v Tim Pritlove>sondern ihr bekommt das eigentlich nur indirekt über die Meldung,

00:37:52.590 --> 00:37:57.290
<v Tim Pritlove>also über die Übertragung der Daten zu dem ECMWF,

00:37:57.390 --> 00:38:02.510
<v Tim Pritlove>langer Begriff, sozusagen mit. Also die stellen das dann fest.

00:38:03.710 --> 00:38:05.910
<v Tim Pritlove>Wie lange dauert das, bis die...

00:38:08.120 --> 00:38:13.219
<v Tim Pritlove>Und daraus sozusagen auch eine akute Warnung erzeugen. Und wie laut ist die

00:38:13.219 --> 00:38:14.520
<v Tim Pritlove>Sirene, die dann hier losgeht?

00:38:14.680 --> 00:38:18.280
<v Thorsten Fehr>Also es kommt darauf an. Wenn es Fehler sind, die, sagen wir,

00:38:18.320 --> 00:38:20.560
<v Thorsten Fehr>unmittelbar die Daten drastisch verändern,

00:38:20.699 --> 00:38:24.380
<v Thorsten Fehr>dann sehen wir das nicht nur da, das sehen wir nicht nur am Europäischen Zentrum

00:38:24.380 --> 00:38:27.080
<v Thorsten Fehr>für Mittelfristvorhersage, sondern wir haben auch unsere eigenen,

00:38:27.199 --> 00:38:29.940
<v Thorsten Fehr>sagen wir, Qualitätskontrollen.

00:38:30.060 --> 00:38:32.520
<v Tim Pritlove>Also wenn jetzt einfach sowas kaputt ist, dann merkt man sofort.

00:38:33.080 --> 00:38:35.239
<v Tim Pritlove>Aber wenn das so eine Degradation ist über die Zahlen.

00:38:35.239 --> 00:38:37.980
<v Thorsten Fehr>Genau, das sind die Punkte, die natürlich für uns sehr viel interessanter sind.

00:38:38.160 --> 00:38:40.680
<v Thorsten Fehr>Wenn was auf einen Schlag nicht mehr funktioniert, das sehen wir auch.

00:38:40.739 --> 00:38:43.540
<v Thorsten Fehr>Dazu brauchen wir kein ISMWF, dazu brauchen wir auch keine großartige,

00:38:43.580 --> 00:38:45.380
<v Thorsten Fehr>sagen wir mal, Analyse-Technik.

00:38:45.560 --> 00:38:48.900
<v Thorsten Fehr>Sondern hier geht es darum, wenn man sagt, okay, da ist so ein leichtes Drift drin,

00:38:49.040 --> 00:38:55.620
<v Thorsten Fehr>keine Ahnung, eine Temperaturveränderung auf dem Spiegel von dem LIDAR-Gerät

00:38:55.620 --> 00:38:59.120
<v Thorsten Fehr>oder irgendwelche Kleinigkeiten, wo man dann sagt, okay, über einen gewissen

00:38:59.120 --> 00:39:01.160
<v Thorsten Fehr>Zeitrahmen, ihr fallt immer mehr raus.

00:39:01.880 --> 00:39:04.219
<v Thorsten Fehr>Und das ist das, was für uns eigentlich dann wirklich interessant ist.

00:39:04.239 --> 00:39:06.300
<v Thorsten Fehr>Und dann können wir auf unserer Seite anfangen zu überlegen,

00:39:06.380 --> 00:39:09.540
<v Thorsten Fehr>woran hängt es? Ist es eine Prozessierungssache? Ist es was vom Instrument?

00:39:09.800 --> 00:39:13.560
<v Thorsten Fehr>Und können dann auch entsprechend korrektive Maßnahmen auch starten.

00:39:13.780 --> 00:39:18.640
<v Thorsten Fehr>Und das ist wirklich hier eher diese mittelfristige Monitoring,

00:39:18.660 --> 00:39:22.540
<v Thorsten Fehr>diese Qualitätskontrolle, wo wir stark daran interessiert sind bei denen auch.

00:39:22.540 --> 00:39:26.120
<v Björn Frommknecht>Na genau, also wenn man sozusagen will, die Gesundheit des Satelliten und der

00:39:26.120 --> 00:39:29.840
<v Björn Frommknecht>Instrumente, die wird von der Flugkontrolle auch überwacht und ebenso,

00:39:29.840 --> 00:39:34.020
<v Björn Frommknecht>sagen wir mal, grobe Aussetzer oder wirklich,

00:39:34.120 --> 00:39:37.580
<v Björn Frommknecht>wenn was kaputt gehen würde, das würden die auch sofort sehen, einfach an der,

00:39:37.699 --> 00:39:42.199
<v Björn Frommknecht>das nennt man dann die Housekeeping Telemetry, also die Gesundheitsdaten von

00:39:42.199 --> 00:39:47.900
<v Björn Frommknecht>dem Satellit, wenn man hier wirklich auf eine längerfristige Qualitätskontrolle

00:39:47.900 --> 00:39:49.780
<v Björn Frommknecht>und Sicherung abzielt dann.

00:39:50.390 --> 00:39:52.170
<v Björn Frommknecht>Also es ist quasi eine Ebene drunter.

00:39:52.610 --> 00:39:57.430
<v Thorsten Fehr>Aber wenn ich nochmal ganz kurz auf die Wettervorhersage und EarthGal zurückkommen kann.

00:39:57.830 --> 00:40:02.830
<v Thorsten Fehr>Als die ersten Ideen kamen, das als Wettervorhersage, also für die Wettervorhersage

00:40:02.830 --> 00:40:05.570
<v Thorsten Fehr>auch zu verwenden, da habe ich meinen Kollegen gesagt, das funktioniert nie.

00:40:05.710 --> 00:40:09.210
<v Thorsten Fehr>Weil ich komme aus dem Bereich und das war 2007 ungefähr.

00:40:09.610 --> 00:40:12.830
<v Thorsten Fehr>Da hat ein sehr guter Kollege von mir, der leider verschrauben ist,

00:40:12.870 --> 00:40:17.170
<v Thorsten Fehr>aber diese Sachen angefangen hatte, der kam mit den ersten Ideen und ich habe

00:40:17.170 --> 00:40:19.850
<v Thorsten Fehr>gesagt, das kannst du vergessen, das funktioniert nie. kann nicht funktionieren.

00:40:19.949 --> 00:40:20.949
<v Thorsten Fehr>Ich komme aus dem Bereich.

00:40:21.610 --> 00:40:27.330
<v Thorsten Fehr>Und hier einfach, du musst dir überlegen, du versuchst in ein numerisches Modell

00:40:27.330 --> 00:40:31.090
<v Thorsten Fehr>was reinzupressen, was vielleicht gar nicht dahin kommt.

00:40:31.210 --> 00:40:34.410
<v Thorsten Fehr>Du hast eine Vorhersage und was die machen ist, die lassen es erstmal laufen

00:40:34.410 --> 00:40:36.030
<v Thorsten Fehr>und dann versuchen sie es zu verändern.

00:40:36.710 --> 00:40:41.469
<v Thorsten Fehr>Das heißt, sie versuchen es so hinzudrehen, dass es so ein bisschen wie die Messung auch aussieht.

00:40:41.850 --> 00:40:46.050
<v Thorsten Fehr>Und wenn du Temperatur oder Wasserdampf hast, dann ist es eine relativ einfache Sache.

00:40:46.130 --> 00:40:49.330
<v Thorsten Fehr>Das ist groß verteilt, das ist nicht wirklich sehr sehr lokal,

00:40:49.530 --> 00:40:53.430
<v Thorsten Fehr>aber wenn du versuchst eine Wolke irgendwo in ein numerisches Modell,

00:40:53.430 --> 00:40:56.090
<v Thorsten Fehr>in ein Wettervorhersagemodell reinzutun, wo sie gar nicht ist,

00:40:56.330 --> 00:40:59.410
<v Thorsten Fehr>wird es natürlich sehr schwierig, weil du kannst ja nicht irgendwie hier plötzlich

00:40:59.410 --> 00:41:03.110
<v Thorsten Fehr>ganz viel Wasser entstehen lassen. Das lassen numerische Modelle nicht zu.

00:41:03.650 --> 00:41:07.989
<v Thorsten Fehr>Und dennoch haben die Kollegen vom Europäischen Zentrum für Mittelfristvorhersage,

00:41:08.050 --> 00:41:11.150
<v Thorsten Fehr>Entschuldigung, dass das so ein langer Name ist, die haben das dann über diese

00:41:11.150 --> 00:41:14.170
<v Thorsten Fehr>Jahre geschafft, die Modelle so auch zu verändern,

00:41:14.370 --> 00:41:18.810
<v Thorsten Fehr>dass sie hier jetzt auch auch EarthCare-Daten auch mit einlesen können.

00:41:18.989 --> 00:41:22.449
<v Thorsten Fehr>Also das ist, weil wir hatten schon die Frage gehabt, was sind denn die Dinge,

00:41:22.489 --> 00:41:26.850
<v Thorsten Fehr>die wirklich einfach nicht vorhersehbar waren und die Dinge,

00:41:26.850 --> 00:41:27.890
<v Thorsten Fehr>die entwickelt worden sind,

00:41:27.949 --> 00:41:33.110
<v Thorsten Fehr>ohne dass wir eigentlich jemals daran bei der Missionsdefinition so konkret

00:41:33.110 --> 00:41:35.010
<v Thorsten Fehr>daran gedacht haben, das ist einer von den Dingen.

00:41:35.350 --> 00:41:40.390
<v Thorsten Fehr>Das ist wirklich dieses Assimilieren dieser Wolkendaten, insbesondere in ein

00:41:40.390 --> 00:41:42.170
<v Thorsten Fehr>Wetter-Frächer-Sage-Modell, ist

00:41:42.170 --> 00:41:45.850
<v Thorsten Fehr>etwas, was wirklich auch mit EarthCare angefangen hat, auch ganz Neues.

00:41:46.230 --> 00:41:50.030
<v Thorsten Fehr>Und das ist wirklich auch, wo man sagen kann, die Wissenschaft hat hier einen

00:41:50.030 --> 00:41:52.910
<v Thorsten Fehr>großen Schritt mit uns schon vor dem Launch auch schon gemacht.

00:41:57.270 --> 00:42:03.110
<v Tim Pritlove>Bevor wir vielleicht auch konkreter mal auf die Instrumente zu sprechen kommen,

00:42:03.250 --> 00:42:07.230
<v Tim Pritlove>nochmal so, die Inbetriebnahme eines Satelliten ist ja auch so ein Ding.

00:42:07.350 --> 00:42:11.850
<v Tim Pritlove>Man fliegt ja nie los und kaum, dass das Ding das erste Mal über die Pole ist,

00:42:11.969 --> 00:42:16.570
<v Tim Pritlove>schaltet man die Datenpumpe an, sondern man muss man ja erstmal sicherstellen,

00:42:16.590 --> 00:42:22.969
<v Tim Pritlove>dass das auch alles irgendwie funktioniert und dass das eben auch belastbare Daten liefert.

00:42:22.989 --> 00:42:24.550
<v Tim Pritlove>Zumal wenn man das erste Mal solche

00:42:24.550 --> 00:42:27.590
<v Tim Pritlove>Daten erhebt, hat man ja in dem Sinne überhaupt gar keinen Vergleich.

00:42:29.630 --> 00:42:34.969
<v Tim Pritlove>Wie ist das jetzt hier geregelt? Also wie funktioniert da diese Inbetriebnahme

00:42:34.969 --> 00:42:36.710
<v Tim Pritlove>und diese Validierungsphase?

00:42:36.969 --> 00:42:40.949
<v Tim Pritlove>Wie parametrisiert man das sozusagen? Also wie ist man sich sicher,

00:42:40.989 --> 00:42:41.690
<v Tim Pritlove>dass es auch funktioniert?

00:42:43.610 --> 00:42:50.110
<v Björn Frommknecht>Ich fange mal an mit dem Anschalten. Also das ist natürlich alles streng festgelegt,

00:42:50.110 --> 00:42:54.510
<v Björn Frommknecht>in welcher Reihenfolge man welche Teile des Satelliten aktiviert.

00:42:54.550 --> 00:42:57.810
<v Björn Frommknecht>Der erste Schritt ist immer Energieversorgung sicherstellen,

00:42:57.830 --> 00:43:03.949
<v Björn Frommknecht>das heißt das Solarpanel ausfahren. Dann fahren wir die Antenne vom japanischen

00:43:03.949 --> 00:43:05.170
<v Björn Frommknecht>Instrument, von dem Radar aus.

00:43:05.469 --> 00:43:09.690
<v Björn Frommknecht>Und dann werden sukzessive die Instrumente angeschaltet. In unserem Fall ist

00:43:09.690 --> 00:43:14.670
<v Björn Frommknecht>es so, dass wir erst das Radiometer anschalten und das Radarinstrument,

00:43:14.730 --> 00:43:15.810
<v Björn Frommknecht>weil die keine Optik haben.

00:43:15.949 --> 00:43:18.949
<v Björn Frommknecht>Das heißt, die müssen nicht, wie man sagt, ausgasen erst mal,

00:43:18.989 --> 00:43:21.969
<v Björn Frommknecht>damit man sicherstellt, dass da keine Verunreinigungen sind,

00:43:22.010 --> 00:43:24.050
<v Björn Frommknecht>die sich einbrennen würden, wenn wir die anschalten.

00:43:24.530 --> 00:43:28.449
<v Björn Frommknecht>Das heißt, es gibt auch einen klaren zeitlichen Ablauf. Also am Anfang haben

00:43:28.449 --> 00:43:34.610
<v Björn Frommknecht>wir Daten vom Radar und vom Radiometer und dann ungefähr nach sechs Wochen schaltet

00:43:34.610 --> 00:43:39.530
<v Björn Frommknecht>man dann die optischen Instrumente ein und bekommt da dann die ersten Daten.

00:43:39.730 --> 00:43:45.510
<v Björn Frommknecht>Und zeitgleich mit unserem Start findet auch eine sehr große Validationskampagne

00:43:45.510 --> 00:43:47.790
<v Björn Frommknecht>statt und da kann der Thorsten wahrscheinlich was dazu sagen.

00:43:47.790 --> 00:43:51.610
<v Thorsten Fehr>Ja, also Valiation ist auch mein Thema so ein bisschen.

00:43:52.489 --> 00:43:56.310
<v Thorsten Fehr>In der Tat ist es so, dass wir die Instrumente anschalten und dann wollen wir

00:43:56.310 --> 00:44:00.090
<v Thorsten Fehr>natürlich so schnell wie möglich auch sicherstellen, dass die Datenqualität auch gut ist.

00:44:00.449 --> 00:44:06.150
<v Thorsten Fehr>Und das machen wir, indem wir bodengestützt auch, wir nennen es Kampagnen, Experimente haben.

00:44:06.150 --> 00:44:09.270
<v Thorsten Fehr>Diese Experimente, das können bodengestützte Instrumente sein,

00:44:09.370 --> 00:44:12.090
<v Thorsten Fehr>die so ein bisschen ähnlich sind, wie was wir auf dem Satelliten haben,

00:44:12.210 --> 00:44:18.930
<v Thorsten Fehr>zum Beispiel ein bodengebundenes LIDAR-System, was nach oben schaut und so Wolken und Aerosole misst.

00:44:18.949 --> 00:44:24.670
<v Thorsten Fehr>Das kann ein Radarsystem sein, was so dieselbe Signalfolge hat,

00:44:24.750 --> 00:44:28.949
<v Thorsten Fehr>wie das, was wir auch am Satelliten fliegen. Das können auch Flugzeugexperimente sein und,

00:44:29.480 --> 00:44:33.980
<v Thorsten Fehr>Da haben wir eine ganze Menge erlaufen, die im Prinzip auch schon kurz nach

00:44:33.980 --> 00:44:36.540
<v Thorsten Fehr>dem Start von EarthCow auch anfangen.

00:44:37.140 --> 00:44:43.219
<v Thorsten Fehr>Das sind Experimente, wo wir auf dem Flugzeug praktisch Instrumente fliegen,

00:44:43.280 --> 00:44:46.860
<v Thorsten Fehr>die genauso oder ähnlich sind wie auf dem Satelliten.

00:44:46.940 --> 00:44:48.340
<v Thorsten Fehr>Und vielleicht sagt man sich, warum machen wir es dann nicht gleich mit dem

00:44:48.340 --> 00:44:52.699
<v Thorsten Fehr>Flugzeug? Das Flugzeug kann bloß immer eine kleine Region abtasten und sind

00:44:52.699 --> 00:44:55.260
<v Thorsten Fehr>auch sehr teuer und sehr kompliziert aufzubauen.

00:44:55.360 --> 00:44:58.540
<v Thorsten Fehr>Aber wir haben diese Experimente, die uns dann auch sehr schnell sagen können,

00:44:58.540 --> 00:45:02.540
<v Thorsten Fehr>Wenn wir die Daten vergleichen, was vom Satelliten kommt, was wir von den besser

00:45:02.540 --> 00:45:06.280
<v Thorsten Fehr>kontrollierten Systemen am Boden oder im Flugzeug haben, können wir schon ganz

00:45:06.280 --> 00:45:08.540
<v Thorsten Fehr>schnell sagen, wie sieht die Qualität der Daten auch aus.

00:45:08.660 --> 00:45:11.780
<v Tim Pritlove>Sind das Flugzeuge, die es ohnehin gibt oder sind das jetzt auch Flugzeuge,

00:45:11.800 --> 00:45:16.860
<v Tim Pritlove>die für diese Mission konkret bestückt und ausgerüstet und vorbereitet und geflogen werden?

00:45:16.900 --> 00:45:20.219
<v Thorsten Fehr>Das sind meistens Missionen, die Flugzeuge, die geflogen werden,

00:45:20.280 --> 00:45:21.480
<v Thorsten Fehr>sind Forschungsflugzeuge.

00:45:21.580 --> 00:45:25.180
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir haben als ESA keine eigenen Flugzeuge. Wir sind leider nicht

00:45:25.180 --> 00:45:27.080
<v Thorsten Fehr>in derselben Situation wie NASA, die eine ganze Flotte hat.

00:45:28.540 --> 00:45:32.680
<v Thorsten Fehr>Aber das DLR hat zum Beispiel, das DLR fliegt mit ihrem Harlow-Flugzeug,

00:45:32.719 --> 00:45:36.980
<v Thorsten Fehr>das ist eine Gulfstream, ein hochfliegendes Flugzeug, wo zum Beispiel jetzt

00:45:36.980 --> 00:45:41.320
<v Thorsten Fehr>ein Radarsystem und ein LIDAR-System drauf sind, die sehr ähnlich sind wie das,

00:45:41.400 --> 00:45:42.580
<v Thorsten Fehr>was wir auch auf Satelliten fliegen.

00:45:42.660 --> 00:45:46.440
<v Thorsten Fehr>Und die unterfliegen dann den Satelliten, das heißt, sie versuchen möglichst

00:45:46.440 --> 00:45:50.239
<v Thorsten Fehr>das so abzustimmen, dass das Flugzeug unter dem Satelliten durchfliegt.

00:45:50.239 --> 00:45:53.020
<v Thorsten Fehr>Natürlich ist der Satellit viel, viel schneller, der macht wusch, fliegt vorbei,

00:45:53.199 --> 00:45:57.440
<v Thorsten Fehr>aber wir fliegen unten praktisch zum selben Zeitpunkt auch eine Linie ab und

00:45:57.440 --> 00:46:01.440
<v Thorsten Fehr>so können wir dann zum Beispiel die Wolkensignale, die Signale von den Wolken,

00:46:01.460 --> 00:46:04.940
<v Thorsten Fehr>die Signale von den Aerosolen auch eins zu eins vergleichen und können hier

00:46:04.940 --> 00:46:06.260
<v Thorsten Fehr>dann schon relativ schnell feststellen,

00:46:06.360 --> 00:46:11.260
<v Thorsten Fehr>was hier auch, wir nennen es geophysikalisch, was mit den physikalischen Parametern

00:46:11.260 --> 00:46:13.260
<v Thorsten Fehr>okay läuft oder auch nicht okay läuft.

00:46:13.969 --> 00:46:16.930
<v Tim Pritlove>Muss man das noch irgendwie korrigieren? Also ist eine Messung von unten dann

00:46:16.930 --> 00:46:18.390
<v Tim Pritlove>wirklich genauso wie von oben?

00:46:18.949 --> 00:46:22.750
<v Tim Pritlove>Da hat man ja noch so ein Ozean meistens noch da drunter oder Erdmasse.

00:46:23.730 --> 00:46:26.010
<v Tim Pritlove>Wenn man nach oben guckt, hat man halt den Himmel.

00:46:26.010 --> 00:46:31.410
<v Thorsten Fehr>Also die ganzen Korrekturen, die versuchen wir natürlich schon im Vorhineinfeld auch einzubauen.

00:46:31.489 --> 00:46:34.710
<v Thorsten Fehr>Sprich, diese ganzen Algorithmen, diese ganzen Programme, die wir haben,

00:46:34.750 --> 00:46:38.750
<v Thorsten Fehr>um diese Produkte zu produzieren, die sind schon fertig.

00:46:38.969 --> 00:46:42.510
<v Thorsten Fehr>Die sind schon da. Wir sind noch hier ein bisschen hier und da drehen.

00:46:42.570 --> 00:46:45.969
<v Thorsten Fehr>Da werden wir wahrscheinlich auch nie aufhören. Das wird auch nach dem Start

00:46:45.969 --> 00:46:47.210
<v Thorsten Fehr>der Mission noch nicht beendet sein.

00:46:47.350 --> 00:46:50.930
<v Thorsten Fehr>Das heißt, diese ganzen Korrekturen im Prinzip haben wir schon.

00:46:51.290 --> 00:46:54.690
<v Thorsten Fehr>Und wenn alles gut geht, dann schalten wir das ein und alles funktioniert perfekt.

00:46:56.010 --> 00:46:59.830
<v Thorsten Fehr>Ich habe noch keine Mission gesehen, wo alles perfekt funktioniert hat.

00:46:59.930 --> 00:47:02.469
<v Thorsten Fehr>Das ist einfach so. Wir werden immer Überraschungen sehen.

00:47:02.630 --> 00:47:06.310
<v Thorsten Fehr>Und dafür braucht man eben auch diese Messungen am Boden. Und der Vorteil von

00:47:06.310 --> 00:47:07.410
<v Thorsten Fehr>den Instrumenten am Boden ist,

00:47:07.510 --> 00:47:12.650
<v Thorsten Fehr>wir bauen die ein in das Flugzeug und wir messen und wir kommen zurück.

00:47:12.670 --> 00:47:15.530
<v Thorsten Fehr>Wir können uns die Instrumente dann sofort auch wieder am Boden anschauen.

00:47:15.550 --> 00:47:21.110
<v Thorsten Fehr>Wir können also sehr spezifisch sehen, wie die Qualität von den Flugzeug getragenen Instrumenten ist.

00:47:21.170 --> 00:47:24.050
<v Thorsten Fehr>Die können wir einfach nehmen und, wenn wir wollten, sogar auseinanderbauen.

00:47:24.630 --> 00:47:26.750
<v Thorsten Fehr>Das geht natürlich mit dem Satelliten nicht mehr. Das heißt,

00:47:26.750 --> 00:47:29.850
<v Thorsten Fehr>hier können wir nicht mehr direkt reingehen und das am Instrument verändern

00:47:29.850 --> 00:47:33.910
<v Thorsten Fehr>oder sagen wir mal sofort nachschauen, was denn vielleicht nicht funktioniert haben könnte.

00:47:34.130 --> 00:47:37.969
<v Thorsten Fehr>Das sind Dinge, die wir natürlich mit dem Flugzeuginstrument oder mit dem Bodeninstrument machen können.

00:47:38.070 --> 00:47:42.449
<v Thorsten Fehr>Da kann jedes Mal jemand da sein, der das Instrument repariert,

00:47:42.510 --> 00:47:47.330
<v Thorsten Fehr>wartet, genau nachschaut, die Datenqualität auch direkt vor Ort vermisst.

00:47:47.550 --> 00:47:52.870
<v Thorsten Fehr>Das sind Dinge, die wir ausnutzen, um eben die Qualität von den Satellitendaten zu verbessern.

00:47:53.650 --> 00:47:57.290
<v Tim Pritlove>Wie lange wird diese Validierungsphase dann voraussichtlich dauern müssen,

00:47:57.410 --> 00:48:00.330
<v Tim Pritlove>bis man sich dann sicher ist, dass es auch alles passt?

00:48:00.550 --> 00:48:06.989
<v Thorsten Fehr>Also auch hier ist meine Erfahrung aus 20 Jahren, wir hören nie auf zu validieren. Das hört nie auf.

00:48:07.110 --> 00:48:08.469
<v Tim Pritlove>Achso, das wird also am Laufen im Meter?

00:48:08.469 --> 00:48:09.370
<v Thorsten Fehr>Das wird am Laufen gehalten.

00:48:09.430 --> 00:48:10.050
<v Tim Pritlove>Okay, verstehe.

00:48:10.070 --> 00:48:12.050
<v Thorsten Fehr>Unser Ziel ist es, dass wir die

00:48:12.050 --> 00:48:15.430
<v Thorsten Fehr>ersten Daten nach sechs Monaten an die Wissenschaftler weitergeben können.

00:48:15.530 --> 00:48:17.989
<v Thorsten Fehr>Aber das sind nur die Instrumentdaten. Das sind wirklich Daten,

00:48:18.150 --> 00:48:21.930
<v Thorsten Fehr>wo im Prinzip auch primär die Experten damit arbeiten können.

00:48:21.930 --> 00:48:26.949
<v Thorsten Fehr>Dann die, was wir die geophysikalischen Daten bezeichnen würden,

00:48:27.050 --> 00:48:30.930
<v Thorsten Fehr>wie zum Beispiel Wolkenhöhe, Wolkenwasser,

00:48:31.090 --> 00:48:38.150
<v Thorsten Fehr>Eis, Inhalte der Wolken, solche Dinge, die werden wir dann nach ungefähr neun Monaten rausgeben.

00:48:39.090 --> 00:48:40.449
<v Thorsten Fehr>Aber das sind dann primär die

00:48:40.449 --> 00:48:44.850
<v Thorsten Fehr>Produkte, die aufgrund von einem oder zwei Instrumenten erstellt werden.

00:48:45.150 --> 00:48:47.949
<v Thorsten Fehr>Und dann gegen später haben wir eine ganze Reihe von Produkten,

00:48:47.989 --> 00:48:52.270
<v Thorsten Fehr>wo wir versuchen werden, alle Instrumentdaten, diese ganzen Datenströme in ein

00:48:52.270 --> 00:48:53.350
<v Thorsten Fehr>Produkt hineinzuführen.

00:48:53.730 --> 00:48:56.730
<v Thorsten Fehr>Und da kommen wir vielleicht noch später zu, wenn wir von der Wissenschaft reden.

00:48:56.949 --> 00:48:58.190
<v Thorsten Fehr>Und das ist dann der nächste Schritt.

00:48:58.430 --> 00:49:02.750
<v Thorsten Fehr>Aber all diese Schritte haben alle ihre Vor- und Nachteile und die müssen immer

00:49:02.750 --> 00:49:04.330
<v Thorsten Fehr>gecheckt werden, ob das auch funktioniert hat.

00:49:04.390 --> 00:49:07.790
<v Thorsten Fehr>Und deswegen die Validation werden wir durchgängig betreiben.

00:49:07.790 --> 00:49:12.870
<v Thorsten Fehr>Am Anfang etwas intensiver, das ist normalerweise so, aber dann später auch immer noch weiter.

00:49:14.010 --> 00:49:17.210
<v Thorsten Fehr>Wie gesagt, wir haben bei der ESA keine eigenen Flugzeuge. Wir haben auch keine

00:49:17.210 --> 00:49:20.710
<v Thorsten Fehr>eigenen bodengestützten Instrumente notwendigerweise. Aber wir arbeiten sehr

00:49:20.710 --> 00:49:21.890
<v Thorsten Fehr>eng mit den Wissenschaftlern zusammen.

00:49:22.210 --> 00:49:25.330
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wenn die eine wissenschaftliche Messkampagne haben,

00:49:25.530 --> 00:49:29.130
<v Thorsten Fehr>dann versuchen wir immer damit auch teilzunehmen.

00:49:29.230 --> 00:49:31.850
<v Thorsten Fehr>Und die Wissenschaftler sind sehr offen dafür, weil die wollen natürlich auch

00:49:31.850 --> 00:49:33.949
<v Thorsten Fehr>sicherstellen, dass die Daten, die von den Satelliten kommen,

00:49:34.030 --> 00:49:37.510
<v Thorsten Fehr>die ja auch global uns die Informationen geben, auch so gut wie möglich sind.

00:49:39.469 --> 00:49:43.090
<v Tim Pritlove>Schauen wir doch mal konkret, was jetzt an Bord ist.

00:49:43.230 --> 00:49:50.730
<v Tim Pritlove>Also was sind denn jetzt genau die Instrumente, die auf EarthCare dann die Arbeit übernehmen?

00:49:52.170 --> 00:49:56.850
<v Tim Pritlove>Also wenn ich es richtig sehe, sind es derer vier? Ja, das ist richtig.

00:49:56.930 --> 00:50:02.430
<v Björn Frommknecht>Wir haben vier Instrumente, zwei aktive, also die selber Strahlen absenden und

00:50:02.430 --> 00:50:04.190
<v Björn Frommknecht>aktiv messen können und zwei passive.

00:50:04.850 --> 00:50:10.890
<v Björn Frommknecht>Die aktiven Sensoren ist einmal, das heißt Atlet, Atmospheric LiDAR.

00:50:11.590 --> 00:50:15.510
<v Björn Frommknecht>Das ist ein europäisches Instrument, hauptsächlich in Toulouse gebaut,

00:50:15.690 --> 00:50:17.070
<v Björn Frommknecht>in Frankreich. Die sind da führend.

00:50:17.930 --> 00:50:23.730
<v Björn Frommknecht>Also ein Laserradar. Also kann man sich so vorstellen, wie wenn man eine Wohnung

00:50:23.730 --> 00:50:27.150
<v Björn Frommknecht>besichtigt und mit so einem Laserentfernungsmesser die Größe messen will.

00:50:27.250 --> 00:50:32.210
<v Björn Frommknecht>Das ist dasselbe Prinzip, nur ist unser Laser nicht rot, sondern der ist im

00:50:32.210 --> 00:50:34.550
<v Björn Frommknecht>UV-Bereich, das heißt den sehen wir so nicht.

00:50:34.550 --> 00:50:40.390
<v Björn Frommknecht>Und der hat eben den Vorteil, dass er messen kann, wo Aerosole sind,

00:50:40.510 --> 00:50:44.770
<v Björn Frommknecht>also Staubwolken, Wasserdampf nicht, da muss ich aufpassen, genau.

00:50:46.070 --> 00:50:49.550
<v Björn Frommknecht>Zum Beispiel über dem Meer gibt es aber auch Aerosole vom Meerwasser,

00:50:51.490 --> 00:50:52.790
<v Björn Frommknecht>Vulkanausbrüche, Aschewolke und so weiter.

00:50:53.430 --> 00:50:58.170
<v Tim Pritlove>Das muss UV sein, weil die Teilchen so klein sind? Hat das was mit der...

00:50:58.170 --> 00:51:05.630
<v Björn Frommknecht>Genau, die Aerosole sind kleiner als Wolken, also Wassertröpfchen in Wolken

00:51:05.630 --> 00:51:07.690
<v Björn Frommknecht>und ansonsten würden die nicht reflektiert werden.

00:51:08.030 --> 00:51:11.890
<v Thorsten Fehr>Und dieses LIDAR, was wir haben, ist ein ganz besonderes, weil wir wollen damit

00:51:11.890 --> 00:51:16.330
<v Thorsten Fehr>nicht nur die Streuung an den Staubteilchen messen, nicht nur an Aerosolen messen,

00:51:16.330 --> 00:51:20.330
<v Thorsten Fehr>sondern wir wollen hier auch die Streuung im Prinzip an der freien Luft messen.

00:51:20.370 --> 00:51:25.690
<v Thorsten Fehr>Das ist das Entscheidende, dass wir hier ein System haben, was ziemlich einmalig

00:51:25.690 --> 00:51:29.590
<v Thorsten Fehr>ist auf dem Satelliten, wo wir nicht nur die Teilchen messen,

00:51:29.610 --> 00:51:32.130
<v Thorsten Fehr>sondern wir messen im Prinzip auch, was von der freien Atmosphäre,

00:51:32.190 --> 00:51:33.690
<v Thorsten Fehr>von der Luft praktisch zurückgestreut wird.

00:51:34.250 --> 00:51:37.810
<v Thorsten Fehr>Und auch deswegen haben wir das UV, weil das ist da am effektivsten.

00:51:38.730 --> 00:51:43.990
<v Thorsten Fehr>Das ist ein bisschen ein schwieriges Konzept, aber aufgrund dieser Messung können

00:51:43.990 --> 00:51:48.230
<v Thorsten Fehr>wir nicht nur bestimmen, da ist was streut, nicht nur, dass da Teilchen in der

00:51:48.230 --> 00:51:51.690
<v Thorsten Fehr>Luft fliegen, sondern wir können auch noch damit sagen, was für Teilchen das sind.

00:51:51.690 --> 00:51:56.250
<v Thorsten Fehr>Und das ist wirklich auch eine der Neuerungen von ATLIT, dieses LIDAS, das wir haben.

00:51:56.510 --> 00:52:00.450
<v Thorsten Fehr>Dass wir nicht nur sagen können, da ist irgendwas und wir glauben,

00:52:00.570 --> 00:52:04.230
<v Thorsten Fehr>weil es über Meer ist, dass es dann Salz ist oder weil es über der Wüste ist,

00:52:04.250 --> 00:52:07.610
<v Thorsten Fehr>dass es dann Staub ist, sondern aufgrund dieser Messtechnik,

00:52:07.630 --> 00:52:12.530
<v Thorsten Fehr>dass wir sowohl die Rückstreuung von den Luftteilchen, also von den Luftmolekülen haben,

00:52:12.670 --> 00:52:16.430
<v Thorsten Fehr>wie auch die Rückstreuung von den festen Teilchen, von Aerosolen, die viel größer sind.

00:52:16.430 --> 00:52:22.050
<v Thorsten Fehr>Diese Kombination erlaubt uns festzustellen, was denn wirklich diese Aerosole sind.

00:52:22.650 --> 00:52:25.530
<v Thorsten Fehr>Wie gesagt, das kann Staub sein,

00:52:25.730 --> 00:52:30.210
<v Thorsten Fehr>das kann Sand sein, das kann Produkte sein, die durch Verbrennung entstehen,

00:52:30.290 --> 00:52:34.490
<v Thorsten Fehr>die durch Industrie entstehen und es ist wichtig für uns, dass wir diese Unterschiede kennen,

00:52:34.630 --> 00:52:38.670
<v Thorsten Fehr>weil all diese Teilchen sich wieder anders verhalten, wenn es darum geht,

00:52:38.730 --> 00:52:42.990
<v Thorsten Fehr>wie sie Wolken bilden oder auch wie sie dann auch wiederum klimawirksam sind.

00:52:43.610 --> 00:52:46.930
<v Thorsten Fehr>Und das ist wirklich ein ganz, also dieses Athlet ist ein faszinierendes Instrument

00:52:46.930 --> 00:52:49.490
<v Thorsten Fehr>das wir so noch nicht gesehen haben Ich.

00:52:49.490 --> 00:52:53.170
<v Tim Pritlove>Habe auch gehört, es gab ein bisschen Streit darum wie groß das ausgelegt werden soll,

00:52:55.180 --> 00:53:01.600
<v Tim Pritlove>dass es irgendwie mal kleiner ausgelegt werden sollte und die Wissenschaft war dagegen?

00:53:01.940 --> 00:53:04.720
<v Thorsten Fehr>Oh ja, das gibt es natürlich immer. Es gab sogar mal den Vorschlag,

00:53:04.760 --> 00:53:09.440
<v Thorsten Fehr>ein ganz anderes System zu bauen, weil über die lange Zeit, die wir das System

00:53:09.440 --> 00:53:14.920
<v Thorsten Fehr>entwickelt haben, ist es natürlich so, dass aufgrund auch gewisser Randbedingungen,

00:53:14.940 --> 00:53:15.900
<v Thorsten Fehr>wie zum Beispiel den Kosten,

00:53:16.200 --> 00:53:18.420
<v Thorsten Fehr>neue Ideen auch entwickelt werden mussten.

00:53:18.620 --> 00:53:22.120
<v Thorsten Fehr>Und da kamen natürlich immer auch wieder Vorschläge, ein anderes System aufzubauen

00:53:22.120 --> 00:53:25.300
<v Thorsten Fehr>oder geht es vielleicht auch ein bisschen einfacher.

00:53:25.400 --> 00:53:28.260
<v Thorsten Fehr>Aber die Wissenschaftler waren ganz klar, wenn wir unsere wissenschaftlichen

00:53:28.260 --> 00:53:31.420
<v Thorsten Fehr>Ziele erreichen wollen, dann brauchen wir das System so, wie es ist.

00:53:31.460 --> 00:53:35.200
<v Thorsten Fehr>Wir brauchen nicht ein System, wie es auch schon unsere amerikanischen Kollegen

00:53:35.200 --> 00:53:38.340
<v Thorsten Fehr>sehr erfolgreich auch geflogen haben, sondern wir brauchen eins,

00:53:38.400 --> 00:53:40.000
<v Thorsten Fehr>was einen deutlichen Schritt vorwärts macht.

00:53:40.200 --> 00:53:43.960
<v Thorsten Fehr>Und das ist eben, wir nennen das das High Spectral Resolution Lidar.

00:53:44.160 --> 00:53:48.320
<v Thorsten Fehr>Das ist wirklich ein System, wo wir nicht nur diese Rückstreuung sehen,

00:53:48.480 --> 00:53:51.380
<v Thorsten Fehr>sondern dann im Endeffekt auch sehen können, was rückstreut.

00:53:52.280 --> 00:53:56.720
<v Tim Pritlove>Wie muss man sich das vorstellen? Also ich meine, das ist im Prinzip ein Laserstrahl,

00:53:56.720 --> 00:54:01.600
<v Tim Pritlove>der aus diesem Instrument rauskommt und der, ja was macht der denn dann?

00:54:01.780 --> 00:54:07.180
<v Tim Pritlove>Also der scannt dann so horizontal einen Bereich ab und empfängt gleichzeitig

00:54:07.180 --> 00:54:10.060
<v Tim Pritlove>das, was wieder zurückkommt.

00:54:10.140 --> 00:54:13.700
<v Tim Pritlove>Und daraus kann man dann jedes einzelne kleine Rußpartikelchen,

00:54:13.740 --> 00:54:17.480
<v Tim Pritlove>was da irgendwo über eine Strecke von ein paar hundert Kilometern fliegt, messen?

00:54:18.060 --> 00:54:20.700
<v Thorsten Fehr>Nicht ganz, aber sehr ähnlich. Also wir scannen natürlich nichts,

00:54:20.720 --> 00:54:24.980
<v Thorsten Fehr>sondern unser Laser, der schaut einfach nur nach unten. Der schaut einfach nur pulsiert.

00:54:25.340 --> 00:54:30.120
<v Björn Frommknecht>Einfach nur gerade. Das sind sozusagen Schüsse. Genau. Und ich kriege dann das Echo zurück.

00:54:31.000 --> 00:54:34.680
<v Björn Frommknecht>Und wenn ich dann eben vergleiche, wie das Licht, das ich aussende,

00:54:34.680 --> 00:54:38.640
<v Björn Frommknecht>sich verändert hat, durch die Reflexion kann ich dann eben Rückschlüsse ziehen

00:54:38.640 --> 00:54:41.940
<v Björn Frommknecht>auf die Art der Aerosole, was ich da getroffen habe.

00:54:42.020 --> 00:54:46.280
<v Björn Frommknecht>Und wir können ja ein Profil erstellen. Also es ist nicht nur sozusagen,

00:54:46.500 --> 00:54:51.380
<v Björn Frommknecht>wenn man eine Aerosolwolke hat, dann kann ich quasi auch messen, wie…,

00:54:52.290 --> 00:54:55.810
<v Björn Frommknecht>die sozusagen ist. Ich kann nicht nur, ich sehe nicht nur, ah,

00:54:55.930 --> 00:54:58.630
<v Björn Frommknecht>da ist was, sondern ich kann auch sagen, okay, die ist zu dick und das besteht

00:54:58.630 --> 00:54:59.790
<v Björn Frommknecht>aus dem und dem und so weiter.

00:55:00.030 --> 00:55:06.530
<v Björn Frommknecht>Es ist also ein vertikales Profil und dadurch, dass ich, ich fliege ja mit dem

00:55:06.530 --> 00:55:09.010
<v Björn Frommknecht>Satellit entlang, es ist quasi wie ein Schnitt.

00:55:09.130 --> 00:55:09.550
<v Thorsten Fehr>Wie ein Vorhang.

00:55:10.170 --> 00:55:11.230
<v Björn Frommknecht>Ich habe mich, glaube ich.

00:55:11.230 --> 00:55:14.870
<v Tim Pritlove>Gerade so ein bisschen leiten lassen von, wenn LIDAR eben für so Höhenmessungen

00:55:14.870 --> 00:55:17.910
<v Tim Pritlove>oder sowas eingesetzt wird, da will man natürlich jede Nuance haben,

00:55:18.110 --> 00:55:21.790
<v Tim Pritlove>aber hier reicht es im Prinzip, wenn man quasi ein Sample nimmt.

00:55:22.670 --> 00:55:27.170
<v Björn Frommknecht>Natürlich hätten wir gern mehr, aber es geht leider nicht. Das ist das, was wir machen.

00:55:27.230 --> 00:55:29.370
<v Thorsten Fehr>Aber es ist trotzdem so, wir machen einen vertikalen Vorhang.

00:55:29.530 --> 00:55:34.790
<v Thorsten Fehr>Also unter dem Satelliten sehen wir praktisch einen Vorhang von Aerosolen. Das ist die Idee.

00:55:35.470 --> 00:55:39.110
<v Thorsten Fehr>Und bei dem, was du gefragt hattest, wie sehen wir das?

00:55:39.370 --> 00:55:44.270
<v Thorsten Fehr>Diese Teilchen, im Prinzip haben wir drei Hauptmöglichkeiten,

00:55:44.270 --> 00:55:47.830
<v Thorsten Fehr>wie sie mit den Lichtpulsen auf die Lichtpulse reagieren können.

00:55:47.970 --> 00:55:49.390
<v Thorsten Fehr>Die können sie einfach bloß wegstreuen.

00:55:49.890 --> 00:55:53.950
<v Thorsten Fehr>Sie können sie absorbieren, aufnehmen oder sie können auch, und das ist ein

00:55:53.950 --> 00:55:56.850
<v Thorsten Fehr>bisschen schwieriger, die können auch die Polarisation des Lichtes auch verändern.

00:55:56.970 --> 00:56:00.210
<v Thorsten Fehr>Wir kennen das alle mit Brillen, die haben zum Teil einen Polarisationsfilter

00:56:00.210 --> 00:56:02.370
<v Thorsten Fehr>und wenn man da so ein bisschen spielt, dann sieht man, wenn man die dreht,

00:56:02.410 --> 00:56:08.690
<v Thorsten Fehr>dass es eben Licht gibt, die in verschiedenen Ebenen vibriert, sagen wir mal.

00:56:09.130 --> 00:56:12.390
<v Tim Pritlove>Oder halt so Filter für Kameras. Dann hat man auch keine Spiegelung mehr,

00:56:12.490 --> 00:56:14.590
<v Tim Pritlove>wenn man auf dem Fach fotografiert.

00:56:14.610 --> 00:56:18.730
<v Thorsten Fehr>Und das können wir auch. Sprich, wir können all diese Elemente von diesen Aerosolen,

00:56:19.930 --> 00:56:22.130
<v Thorsten Fehr>und das sehen wir mit diesen Lichtpulsen, die da kommen.

00:56:22.230 --> 00:56:26.210
<v Thorsten Fehr>Und das können wir eben in verschiedenen Höhenschichten auch machen,

00:56:26.590 --> 00:56:30.490
<v Thorsten Fehr>sodass wir praktisch vertikale Profile bekommen von Allosolen.

00:56:30.790 --> 00:56:33.270
<v Thorsten Fehr>Und wie gesagt, diese vertikalen Profile, die nehmen wir alle,

00:56:34.160 --> 00:56:38.240
<v Thorsten Fehr>Die Daten haben wir alle 280 Meter oder sowas. Und dann haben wir praktisch

00:56:38.240 --> 00:56:39.780
<v Thorsten Fehr>alle 280 Meter so ein Profil.

00:56:40.160 --> 00:56:43.720
<v Thorsten Fehr>Und wenn wir diese ganzen Profile zusammen machen, wie so an Schnüren,

00:56:43.760 --> 00:56:49.280
<v Thorsten Fehr>wie so an Ketten, die man so auch hat, wenn man seine Fliegen sozusagen nicht im Raum haben möchte,

00:56:49.420 --> 00:56:52.880
<v Thorsten Fehr>so haben wir praktisch wie jede Kette, können wir zusammenhängen und dann haben

00:56:52.880 --> 00:56:57.200
<v Thorsten Fehr>wir praktisch hier einen Vorhang von diesen Aerosol-Informationen.

00:56:57.240 --> 00:57:01.340
<v Tim Pritlove>Kann man jetzt wirklich, man kann jetzt an einer Stelle alle 280 Meter fokussieren

00:57:01.340 --> 00:57:05.540
<v Tim Pritlove>oder wie stelle ich mir das vor? Ich denke ja, das ist jetzt ein durchgehender

00:57:05.540 --> 00:57:10.120
<v Tim Pritlove>Strahl und ich empfange ja permanent die Reflektion aus allen Höhen gleichzeitig.

00:57:11.320 --> 00:57:15.860
<v Björn Frommknecht>Es kommen Impulse abgeschossen, es ist an und aus. Es ist kein kontinuierlicher

00:57:15.860 --> 00:57:20.780
<v Björn Frommknecht>Strahl und dann habe ich einfach mit der Pulsfrequenz und wie schnell ich fliege,

00:57:20.840 --> 00:57:25.820
<v Björn Frommknecht>ungefähr 7,3 Kilometer in der Sekunde, daraus ergibt sich dann die Abtastung.

00:57:26.620 --> 00:57:30.740
<v Tim Pritlove>Aber wie kann man jetzt die Höhe beeinflussen? Also kann man messen,

00:57:30.740 --> 00:57:34.440
<v Tim Pritlove>von wo es zurückgestrahlt wurde oder kann man auf eine bestimmte Höhe ziehen?

00:57:34.440 --> 00:57:37.520
<v Björn Frommknecht>Ich kann die Zeit messen, die es dauert, um wieder zurückzukommen.

00:57:37.540 --> 00:57:39.940
<v Björn Frommknecht>Und dadurch kann ich dann die Höhe ableiten.

00:57:39.940 --> 00:57:43.580
<v Tim Pritlove>Also an der Laufzeit kann man sozusagen merken, wo jetzt was reflektiert wurde.

00:57:44.240 --> 00:57:47.660
<v Tim Pritlove>Genau, die Laufzeitmessung. Okay, man hat quasi immer nur eine Reflektion,

00:57:47.860 --> 00:57:49.720
<v Tim Pritlove>die man jetzt gerade zur Kenntnis nimmt, aber davon sehr viele.

00:57:49.780 --> 00:57:52.860
<v Björn Frommknecht>Genau, und dann schaue ich mir noch das Spektrum an, von dem Licht,

00:57:52.880 --> 00:57:55.860
<v Björn Frommknecht>das zurückkommt und da kann ich dann eben Rückschlüsse sie drüber ziehen,

00:57:56.000 --> 00:57:58.140
<v Björn Frommknecht>was ich da tatsächlich gemessen habe.

00:57:58.300 --> 00:58:05.060
<v Tim Pritlove>Ja, okay, verstehe. Also das Athlet ist, sagen wir mal, schon mal ein ganz wichtiges

00:58:05.060 --> 00:58:07.220
<v Tim Pritlove>Teil hier auf diesem Apparat.

00:58:07.260 --> 00:58:12.040
<v Tim Pritlove>Das ist sozusagen schon das wichtigste Instrument, kann man sagen?

00:58:12.220 --> 00:58:13.700
<v Tim Pritlove>Also man ist wahrscheinlich alle irgendwie wichtig.

00:58:13.960 --> 00:58:16.860
<v Björn Frommknecht>Ja, es deckt halt genau die Hälfte ab, sozusagen, weil,

00:58:18.900 --> 00:58:25.740
<v Björn Frommknecht>der Laser geht durch, kann Aerosolprofile messen, Aber bei Wolken sieht er eigentlich

00:58:25.740 --> 00:58:28.280
<v Björn Frommknecht>nur die Oberfläche. Der kann die Wolke nicht durchdringen.

00:58:28.460 --> 00:58:33.340
<v Björn Frommknecht>Und da kommt das japanische Instrument ins Spiel. Das misst den Mikrowellenbereich.

00:58:34.980 --> 00:58:39.860
<v Björn Frommknecht>Heißt Cloud Profiling Radar, also Wolkenprofil Radar.

00:58:40.760 --> 00:58:44.180
<v Björn Frommknecht>Und das kann eben dasselbe, was wir mit den Agressoren machen,

00:58:44.280 --> 00:58:47.260
<v Björn Frommknecht>mit dem Athlet. Das kann ein Profil von den Wolken erstellen.

00:58:48.570 --> 00:58:52.630
<v Björn Frommknecht>Weil das da eben die auch durchdringt. Und zusätzlich noch, und das ist wirklich

00:58:52.630 --> 00:58:56.690
<v Björn Frommknecht>das Besondere dabei, das hat eine Doppler-Messfunktion.

00:58:56.710 --> 00:59:01.510
<v Björn Frommknecht>Doppler bedeutet, es kann Bewegungen, vertikale Bewegungen innerhalb der Wolke

00:59:01.510 --> 00:59:03.410
<v Björn Frommknecht>messen mit einer gewissen Genauigkeit.

00:59:03.510 --> 00:59:05.510
<v Björn Frommknecht>Ich glaube, ein Meter pro Sekunde ist das Ziel.

00:59:06.470 --> 00:59:09.490
<v Björn Frommknecht>Und das kann man sich natürlich, das ist klar, zum Beispiel Regen.

00:59:09.770 --> 00:59:13.090
<v Björn Frommknecht>Ich kann also nicht nur ein Profil der Wolke erstellen, sondern ich kann auch

00:59:13.090 --> 00:59:16.830
<v Björn Frommknecht>sagen, was passiert denn in der Wolke gerade? Regnet es da oder nicht?

00:59:18.570 --> 00:59:21.390
<v Björn Frommknecht>Gibt es andere Bewegungen? Und das kann man sich natürlich auch vorstellen,

00:59:21.530 --> 00:59:26.110
<v Björn Frommknecht>dass das dann für Klimamodelle, aber auch für die Wettervorhersage natürlich auch interessant ist.

00:59:26.270 --> 00:59:30.070
<v Thorsten Fehr>Es geht noch weiter, diese Fallgeschwindigkeit, die wir messen.

00:59:30.110 --> 00:59:32.710
<v Thorsten Fehr>Was wir messen, ist im Prinzip, wie schnell fallen die Tröpfchen,

00:59:32.810 --> 00:59:35.250
<v Thorsten Fehr>wie schnell fällt der Regen, wie schnell fällt aber auch das Eis.

00:59:35.670 --> 00:59:40.230
<v Thorsten Fehr>Und je nachdem, wie schnell die fallen, das hängt davon ab, wie die aufgebaut sind.

00:59:40.310 --> 00:59:42.790
<v Thorsten Fehr>Was für Kristalle haben wir, wie groß sind die Tröpfchen etc.

00:59:42.790 --> 00:59:45.610
<v Thorsten Fehr>Das heißt, es geht nicht nur darum, dass wir am Schluss eine Regenrate haben,

00:59:45.770 --> 00:59:48.390
<v Thorsten Fehr>sondern wir können auch mit dieser Information besser bestimmen,

00:59:48.430 --> 00:59:53.150
<v Thorsten Fehr>was für eine Art von Wolkentröpfchengröße zum Beispiel wir haben oder was für

00:59:53.150 --> 00:59:54.010
<v Thorsten Fehr>eine Art von Eis wir haben.

00:59:54.150 --> 00:59:58.350
<v Thorsten Fehr>Und das sind alles wichtige Dinge, die wieder für Klima entscheidend sind.

00:59:58.350 --> 01:00:01.870
<v Tim Pritlove>Was heißt, was für eine Art von Eis? Also ob es Schnee oder Hagel ist?

01:00:02.630 --> 01:00:05.190
<v Thorsten Fehr>Also Hagel dürfen wir wahrscheinlich nicht mehr sehen, weil der ist sehr,

01:00:05.250 --> 01:00:08.430
<v Thorsten Fehr>sehr dicht. Aber wir können die Art der Kristalle sehen.

01:00:08.570 --> 01:00:11.990
<v Thorsten Fehr>Wenn große Kristalle oder kleine Kristalle, die fallen unterschiedlich schnell.

01:00:12.670 --> 01:00:15.990
<v Thorsten Fehr>Und das können wir zum Beispiel mit diesen Messungen auch bestimmen.

01:00:16.030 --> 01:00:19.070
<v Thorsten Fehr>Also wir können praktisch noch besser sagen, wie die Wolke aufgebaut ist.

01:00:19.090 --> 01:00:22.010
<v Thorsten Fehr>Wir können natürlich nicht sagen, der Kristall sieht so oder so aus,

01:00:22.070 --> 01:00:23.790
<v Thorsten Fehr>aber wir haben eine bessere Annahme dazu.

01:00:25.100 --> 01:00:29.660
<v Tim Pritlove>Und das heißt, das Cloud-Programming-Radar und das ATLIT, die ergänzen sich sozusagen.

01:00:29.900 --> 01:00:35.200
<v Tim Pritlove>Das ist, um so einen holistischen Blick reinzubekommen, sowohl eine Vorstellung

01:00:35.200 --> 01:00:40.080
<v Tim Pritlove>davon zu haben, woraus ist es gemacht, aber auch, was bewegt sich da drin.

01:00:42.160 --> 01:00:49.560
<v Tim Pritlove>Was ist da jetzt sozusagen der vermutlich wirkliche Durchbruch,

01:00:49.560 --> 01:00:55.220
<v Tim Pritlove>was im Vergleich zu den anderen Missionen, mit denen man bisher Wolken hat beobachten können,

01:00:55.480 --> 01:01:01.320
<v Tim Pritlove>was gewinnt man jetzt hier an Informationen, die so in der Qualität vielleicht

01:01:01.320 --> 01:01:03.320
<v Tim Pritlove>oder überhaupt so noch gar nicht da waren?

01:01:03.320 --> 01:01:10.120
<v Thorsten Fehr>Also eine ist die Qualität, das ist ganz klar. Die Systeme sind so genau wie

01:01:10.120 --> 01:01:13.680
<v Thorsten Fehr>wahrscheinlich keines davor. Das ist die eine Seite.

01:01:14.800 --> 01:01:18.100
<v Thorsten Fehr>Genauigkeit ist der eine Punkt, aber auch die Unterschiedlichkeit der Dinge,

01:01:18.120 --> 01:01:21.360
<v Thorsten Fehr>die wir sehen können. Wir haben es gerade schon bei dem Update auch gesagt gehabt,

01:01:21.440 --> 01:01:25.940
<v Thorsten Fehr>dass dieses spezielle LIDAR eben nicht nur die Rückstreuung erkennt,

01:01:26.080 --> 01:01:29.100
<v Thorsten Fehr>sondern dass wir eben mit all den Informationen auch sagen können, was es ist.

01:01:29.360 --> 01:01:32.900
<v Thorsten Fehr>Und dasselbe natürlich auch mit dem Radar, das hatten wir ja auch eben,

01:01:32.980 --> 01:01:36.540
<v Thorsten Fehr>dass wir eben auch noch präziser sagen können, was für eine Art von Wolkenteilchen,

01:01:36.580 --> 01:01:40.860
<v Thorsten Fehr>Eisteilchen hier in der Wolke sind. Und das zusammenzubringen, ist eben entscheidend.

01:01:41.460 --> 01:01:44.780
<v Thorsten Fehr>Hier in unserem Fall haben wir die Systeme auf einem Satelliten.

01:01:44.840 --> 01:01:48.700
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir können sicherstellen, dass die beiden Instrumente sich genau

01:01:48.700 --> 01:01:50.060
<v Thorsten Fehr>dieselbe Szene anschauen.

01:01:50.120 --> 01:01:53.320
<v Thorsten Fehr>Die schauen sich genau dieselben Wolken an, die schauen sich genau dieselben Aerosole an.

01:01:53.420 --> 01:01:57.760
<v Thorsten Fehr>Das CPR, das Radar sieht keine Aerosole, aber man sieht immer dasselbe.

01:01:58.000 --> 01:02:01.520
<v Thorsten Fehr>Und das ist also auch schon mal ein ganz wichtiges Element. Wir können die Datenströme

01:02:01.520 --> 01:02:04.160
<v Thorsten Fehr>zusammenbringen. Wir wissen genau, wie die zusammengehören.

01:02:04.360 --> 01:02:08.120
<v Thorsten Fehr>Und das ist wirklich der neue Schritt, den wir bisher noch nicht so gehabt haben.

01:02:08.320 --> 01:02:11.420
<v Thorsten Fehr>Wir können also noch besser für die Wissenschaftler diese Charakterisierung

01:02:11.420 --> 01:02:13.340
<v Thorsten Fehr>der Wolken und der Aerosol auch darstellen.

01:02:15.140 --> 01:02:21.360
<v Tim Pritlove>Jetzt gibt es ja noch zwei Instrumente, die haben wir noch nicht erwähnt, die passiv sind.

01:02:21.560 --> 01:02:26.760
<v Björn Frommknecht>Genau, also das erste passive Instrument ist im Prinzip eine Art Fotokamera,

01:02:27.520 --> 01:02:28.600
<v Björn Frommknecht>Multispectral Imager heißt es.

01:02:28.660 --> 01:02:32.600
<v Björn Frommknecht>Das ist eine Streifenkamera, der scannt so einen Streifen ab,

01:02:32.660 --> 01:02:37.360
<v Björn Frommknecht>der ist 150 Kilometer breit, Das ist also deutlich breiter als der Fußabdruck

01:02:37.360 --> 01:02:39.120
<v Björn Frommknecht>der anderen aktiven Instrumente.

01:02:39.140 --> 01:02:44.060
<v Björn Frommknecht>Das ist nämlich 30 Meter für den LIDAR und ungefähr ein Kilometer für den Radar.

01:02:44.400 --> 01:02:47.440
<v Björn Frommknecht>Also sehr schmal. Da kann man sich auch vorstellen, dass zum Beispiel,

01:02:47.440 --> 01:02:50.100
<v Björn Frommknecht>wenn man eine Bodenstation hat, ist es gar nicht so wahrscheinlich,

01:02:50.320 --> 01:02:51.520
<v Björn Frommknecht>dass man da getroffen wird.

01:02:51.720 --> 01:02:56.840
<v Björn Frommknecht>Und deswegen haben wir auch die Flugzeugkampagnen, um einfach mehr Messungen zu haben.

01:02:57.240 --> 01:03:00.580
<v Tim Pritlove>Wie groß ist denn der Abstand zwischen zwei Durchläufen? Also wenn jetzt man

01:03:00.580 --> 01:03:03.220
<v Tim Pritlove>einmal über den Nordpol nochmal rüberkommt?

01:03:03.220 --> 01:03:09.000
<v Björn Frommknecht>Also wenn man das mal wieder am selben Punkt auf der Erde vorbeifliegt, das ist 25 Tage.

01:03:09.920 --> 01:03:13.160
<v Tim Pritlove>Und wie weit ist sozusagen die Linie?

01:03:13.320 --> 01:03:17.480
<v Björn Frommknecht>Die Linie, das kommt darauf an, wo man ist auf der Erde. Am Pol sind sie natürlich

01:03:17.480 --> 01:03:19.920
<v Björn Frommknecht>näher zusammen, am Äquator, das ist über 1000 Kilometer.

01:03:20.160 --> 01:03:22.280
<v Tim Pritlove>1000 Kilometer pro Durchlauf, okay.

01:03:22.300 --> 01:03:23.860
<v Björn Frommknecht>Also ziemlich groß eigentlich.

01:03:25.860 --> 01:03:30.920
<v Tim Pritlove>Das heißt, auch mit diesen Imagern hat man auch nur eine Linie?

01:03:31.180 --> 01:03:34.980
<v Björn Frommknecht>Da geht es darum, Kontextinformationen zu bekommen.

01:03:35.580 --> 01:03:41.520
<v Björn Frommknecht>Also das MSI hat sieben Kanäle, sowohl Infrarot als auch im sichtbaren Bereich.

01:03:41.940 --> 01:03:46.980
<v Björn Frommknecht>Und das unterstützt einfach die Klassifizierung sowohl von den Aerosolen als auch von den Wolken.

01:03:47.040 --> 01:03:51.020
<v Björn Frommknecht>Da kann man sagen, was für Wolken, wo ist es, was passiert da drumherum.

01:03:51.860 --> 01:03:55.420
<v Björn Frommknecht>Wir kriegen ja nur ein vertikales Profil mit den aktiven Sensoren.

01:03:55.860 --> 01:04:02.460
<v Björn Frommknecht>Und die Daten von dem Imager werden dann auch verwendet, um dann eine 3D-Wolken-

01:04:02.460 --> 01:04:08.160
<v Björn Frommknecht>und Aerosol-Szene zu berechnen und dann mit den Messungen vom dritten Instrument, das ist das Radiometer,

01:04:08.380 --> 01:04:12.800
<v Björn Frommknecht>zu vergleichen, um zu sehen, ob unsere Annahmen, die wir haben über Aerosole

01:04:12.800 --> 01:04:16.740
<v Björn Frommknecht>und Wolken, ob die stimmen tatsächlich. Das dritte Instrument ist ein Radiometer.

01:04:20.100 --> 01:04:25.720
<v Tim Pritlove>Dieser Imager, ich meine, der ist ja passiv, das heißt, er kriegt ja nur, was ihm geliefert wird.

01:04:25.860 --> 01:04:30.360
<v Tim Pritlove>So, da sieht man ja nicht nur Wolken, sondern da sieht man ja alles sozusagen.

01:04:30.660 --> 01:04:33.000
<v Tim Pritlove>Oder ist das so ausgelegt, dass man nur Wolken...

01:04:33.000 --> 01:04:38.620
<v Björn Frommknecht>Also man sieht da die komplette Strahlung, also in den Bändern eben die gesamte

01:04:38.620 --> 01:04:40.240
<v Björn Frommknecht>Strahlung, die zurückkommt.

01:04:40.300 --> 01:04:44.500
<v Björn Frommknecht>Also es trägt dann auch für die Berechnung der Strahlungsbilanz trägt der auch

01:04:44.500 --> 01:04:46.340
<v Björn Frommknecht>bei. Aber da sieht man ja alles.

01:04:46.540 --> 01:04:47.500
<v Tim Pritlove>Also sieht man auch Wasser.

01:04:47.620 --> 01:04:54.380
<v Björn Frommknecht>Erde, Ozean, alles, was eben unterschiedliche, auch thermische Signaturen...

01:04:54.380 --> 01:04:57.900
<v Thorsten Fehr>Es ist praktisch wie ein klassischer Imager. Wir haben zum Beispiel Sentinel-2

01:04:57.900 --> 01:05:04.180
<v Thorsten Fehr>oder Spotty Marsh, die wirklich dazu da sind, nur einfach die Erde zu beobachten.

01:05:04.540 --> 01:05:08.900
<v Thorsten Fehr>Für die sind in der Tat Wolken und Aerosole, was die am liebsten herausfiltern wollen.

01:05:09.160 --> 01:05:14.580
<v Thorsten Fehr>Das ist ganz klar. Aber im Prinzip sind diese Imager, die wir haben, ist genau das auch.

01:05:14.680 --> 01:05:18.400
<v Thorsten Fehr>Es ist eine Kamera, was praktisch nur den Boden sich von oben aus anschaut und

01:05:18.400 --> 01:05:21.820
<v Thorsten Fehr>die Wolken natürlich dazwischen drin sind. Aber für uns ist das entscheidend,

01:05:21.860 --> 01:05:24.600
<v Thorsten Fehr>weil wir wollen uns genau auf diese Wolken und auf die Aerosole auch konzentrieren.

01:05:26.060 --> 01:05:32.000
<v Tim Pritlove>Okay, so, dann kommen wir zum vierten Instrument und dem letzten Instrument, das ist das Radiometer.

01:05:32.940 --> 01:05:38.200
<v Björn Frommknecht>Breitbandradiometer heißt das, weil das im Prinzip das gesamte Spektrum abdeckt,

01:05:38.320 --> 01:05:45.360
<v Björn Frommknecht>das auch das MSI abdeckt, also wirklich vom Infrarot bis dann über den sichtbaren

01:05:45.360 --> 01:05:48.400
<v Björn Frommknecht>Bereich und beinahe fast bis in die Mikrowellen, glaube ich.

01:05:48.400 --> 01:05:55.280
<v Björn Frommknecht>Es geht relativ weit raus und da ist der Fußabdruck relativ groß, 10 Kilometer.

01:05:55.400 --> 01:06:00.260
<v Björn Frommknecht>Das ist ein Pixel. Man schaut dann direkt unter den Satellit zurück und nach vorne.

01:06:00.320 --> 01:06:03.980
<v Björn Frommknecht>Da werden dann drei Messungen kombiniert, um ein besseres Signal-Rausch-Verhältnis zu haben.

01:06:05.460 --> 01:06:11.880
<v Björn Frommknecht>Und das Instrument misst eben die Strahlung, die am Satellitenort ankommt und das dient dann dazu,

01:06:12.040 --> 01:06:20.400
<v Björn Frommknecht>die Messungen, die Annahmen, die man macht über Aerosole und Wolken,

01:06:20.400 --> 01:06:25.720
<v Björn Frommknecht>wie die die Strahlung der Sonne reflektieren, absorbieren und so weiter, zu überprüfen.

01:06:25.800 --> 01:06:33.220
<v Björn Frommknecht>Wir berechnen dann in 3D-Szene, 10 mal 10 mal 10 Kilometer, Also eine Art Würfel,

01:06:33.260 --> 01:06:36.360
<v Björn Frommknecht>wo wir sagen, okay, das ist die aktuelle Situation.

01:06:38.320 --> 01:06:42.440
<v Björn Frommknecht>Wir haben bestimmte Annahmen, wie sich diese Arten von Wolken und Aerosolen

01:06:42.440 --> 01:06:45.180
<v Björn Frommknecht>verhalten, was die Strahlung der Sonne angeht.

01:06:45.200 --> 01:06:49.880
<v Björn Frommknecht>Und wenn wir recht haben, dann müsste die und die Strahlung in dem Moment am

01:06:49.880 --> 01:06:51.220
<v Björn Frommknecht>Ort des Satelliten ankommen.

01:06:51.340 --> 01:06:53.400
<v Björn Frommknecht>Und das können wir mit dem Radiometer dann vergleichen.

01:06:54.560 --> 01:06:57.840
<v Björn Frommknecht>Da wird es Unterschiede geben und da kann Thorsten noch mehr dazu sagen.

01:06:58.300 --> 01:07:01.620
<v Björn Frommknecht>Das ist natürlich dann nicht ganz so einfach zu sagen, okay,

01:07:01.680 --> 01:07:03.420
<v Björn Frommknecht>Moment mal, wo ist denn jetzt der Fehler?

01:07:03.500 --> 01:07:06.300
<v Björn Frommknecht>Weil das kann natürlich, habe ich meinen Radiometer richtig kalibriert?

01:07:06.340 --> 01:07:08.280
<v Björn Frommknecht>Habe ich meine Instrumente richtig kalibriert?

01:07:08.320 --> 01:07:11.820
<v Björn Frommknecht>Habe ich bei der Prozessierung alles richtig gemacht und so?

01:07:11.860 --> 01:07:15.520
<v Björn Frommknecht>Das ist dann auf jeden Fall eine der großen Herausforderungen der Mission.

01:07:15.960 --> 01:07:19.680
<v Björn Frommknecht>Aber das macht es eben auch einzigartig. Weil da kann ich an einem Ort zu einem

01:07:19.680 --> 01:07:25.320
<v Björn Frommknecht>bestimmten Zeitpunkt tatsächlich messbar überprüfen, meine Annahmen.

01:07:25.320 --> 01:07:29.000
<v Björn Frommknecht>Haben, wo ich sonst natürlich immer andere Plattformen, Sensoren usw.

01:07:29.140 --> 01:07:32.120
<v Björn Frommknecht>Brauche und das ist bei EarthCare eben nicht der Fall. Da haben wir alles an

01:07:32.120 --> 01:07:34.240
<v Björn Frommknecht>einem Ort auf einem Satelliten.

01:07:34.360 --> 01:07:38.220
<v Thorsten Fehr>Also vielleicht noch auf das BBA ganz kurz zurückzukommen. Wir messen da in zwei Kanälen.

01:07:38.340 --> 01:07:42.040
<v Thorsten Fehr>Wir messen einmal, wie du schon gesagt hast, vom UV, das thermische Infrarot.

01:07:42.140 --> 01:07:47.100
<v Thorsten Fehr>Das ist der Bereich, wo die meiste Energie in das Erdsystem von der Sonne reingestrahlt

01:07:47.100 --> 01:07:48.940
<v Thorsten Fehr>wird und wo wir auch wieder abstrahlen.

01:07:49.040 --> 01:07:52.900
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir wollen praktisch hier einmal den gesamten Bereich abmessen,

01:07:52.960 --> 01:07:55.080
<v Thorsten Fehr>um zu sehen, wie viel Energie da ist.

01:07:55.900 --> 01:07:58.660
<v Thorsten Fehr>Wird dann weggestrahlt. Und dann haben wir noch einen kleineren Bereich,

01:07:58.700 --> 01:08:03.580
<v Thorsten Fehr>der nur das Solare betrifft, also sprich nur die Wellenlänge sich anschaut,

01:08:03.640 --> 01:08:07.700
<v Thorsten Fehr>die wir von der Sonne bekommen, die auch wieder von der Erde abreflektiert werden.

01:08:08.060 --> 01:08:11.060
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir haben hier praktisch Solaris, was wir Solare,

01:08:11.080 --> 01:08:14.760
<v Thorsten Fehr>Sonneneinstrahlung nennen, und die thermische Strahlung, die messen wir mit dem.

01:08:15.080 --> 01:08:18.939
<v Thorsten Fehr>Und das ist richtig, wir haben drei Direktionen. Und wichtig ist auch zu verstehen,

01:08:19.040 --> 01:08:21.600
<v Thorsten Fehr>dass die Erde nicht homogen abstrahlt.

01:08:21.640 --> 01:08:25.479
<v Thorsten Fehr>Es ist also nicht so, dass wir immer nur nach oben gleichmäßig abstrahlen,

01:08:25.479 --> 01:08:28.300
<v Thorsten Fehr>sondern je nachdem, was wir für Verhältnisse auf dem Boden haben,

01:08:28.420 --> 01:08:32.760
<v Thorsten Fehr>das hängt mit der Bodenbeschaffenheit ab, das hängt mit der Vegetation ab,

01:08:32.860 --> 01:08:36.380
<v Thorsten Fehr>kann die Strahlung durchaus nicht isotrop sein.

01:08:36.500 --> 01:08:40.120
<v Thorsten Fehr>Die kann durchaus in die eine Richtung mehr, seitlich mehr als nach oben oder

01:08:40.120 --> 01:08:41.520
<v Thorsten Fehr>in die andere Richtung abgestrahlt werden.

01:08:41.620 --> 01:08:45.200
<v Thorsten Fehr>Deswegen ist es auch für uns wichtig, dass wir diese drei Blickwinkel haben.

01:08:45.300 --> 01:08:47.460
<v Thorsten Fehr>Am liebsten hätten wir natürlich noch viel, viel mehr, das ist klar,

01:08:47.600 --> 01:08:50.540
<v Thorsten Fehr>aber drei sind schon mal ein ganz guter Ansatzpunkt. Und damit können wir dann

01:08:50.540 --> 01:08:56.479
<v Thorsten Fehr>besser das Abstrahlen von der Erde, die Deflektion der Sonnenstrahlung,

01:08:56.520 --> 01:08:57.939
<v Thorsten Fehr>des Sonnenlichts besser bestimmen.

01:08:58.240 --> 01:09:01.040
<v Tim Pritlove>Und dann kann man natürlich auch die Differenz bilden. In dem Moment,

01:09:01.060 --> 01:09:03.500
<v Tim Pritlove>wo man über eine Wolke rüberfliegt,

01:09:04.160 --> 01:09:08.439
<v Tim Pritlove>sieht man ja, okay, eben gerade kam noch so viel Strahlung, jetzt haben wir

01:09:08.439 --> 01:09:13.960
<v Tim Pritlove>eine Wolke mit der und der Beschaffenheit und auf einmal fehlt uns diese Menge

01:09:13.960 --> 01:09:17.040
<v Tim Pritlove>an Energie in diesem thermischen Bereich.

01:09:17.040 --> 01:09:19.840
<v Thorsten Fehr>Genau, wir werden dann natürlich sehen, dass wenn die Sonne scheint,

01:09:19.979 --> 01:09:22.020
<v Thorsten Fehr>wir messen ja nicht nur, wenn die Sonne scheint, sondern dadurch,

01:09:22.060 --> 01:09:26.360
<v Thorsten Fehr>dass wir auch aktive Instrumente haben, können wir natürlich auch auf der Sonne...

01:09:26.920 --> 01:09:29.300
<v Tim Pritlove>Also die Sonne scheint ja immer. Die Sonne scheint immer.

01:09:29.340 --> 01:09:34.439
<v Thorsten Fehr>Aber nicht immer da, wo der Satellit ist. Das heißt, wir umkreisen ja die Erde

01:09:34.439 --> 01:09:35.899
<v Thorsten Fehr>und wir haben auch eine dunkle Seite.

01:09:36.080 --> 01:09:39.960
<v Thorsten Fehr>Wir gehen natürlich auch in die Eclipse-Seite und auch da können wir trotzdem

01:09:39.960 --> 01:09:43.360
<v Thorsten Fehr>noch messen mit den Instrumenten. Das ist auch wichtig, deswegen sind aktive

01:09:43.360 --> 01:09:44.640
<v Thorsten Fehr>Instrumente auch so wichtig für uns.

01:09:45.380 --> 01:09:48.320
<v Thorsten Fehr>Mit dem Imager wird es ein bisschen schwieriger, aber auch der kann die thermischen

01:09:48.320 --> 01:09:49.600
<v Thorsten Fehr>Messungen immer noch durchführen.

01:09:49.899 --> 01:09:53.660
<v Thorsten Fehr>Und das ist also auch diese Kombination aus dem Messsystem ist hier wieder entscheidend.

01:09:54.680 --> 01:09:59.399
<v Tim Pritlove>Aber der sonnensynchrone Orbit soll ja auch eigentlich sicherstellen,

01:09:59.399 --> 01:10:01.300
<v Tim Pritlove>dass man die Sonne immer sieht.

01:10:01.680 --> 01:10:07.720
<v Björn Frommknecht>Fast, wie gesagt, weil die Erdachse ja nicht ganz senkrecht steht zur Ekliptik,

01:10:07.720 --> 01:10:10.000
<v Björn Frommknecht>ändert sich das mit den Jahreszeiten leicht.

01:10:10.100 --> 01:10:16.320
<v Björn Frommknecht>Es gibt dann Jahreszeiten, wo wir ein paar Minuten Eklipse haben und es gibt

01:10:16.320 --> 01:10:19.220
<v Björn Frommknecht>natürlich im Sommer fliegt man dann nur in der Sonne.

01:10:19.939 --> 01:10:23.439
<v Björn Frommknecht>Das ändert sich im Laufe des Jahres um wenig, aber ja, also wir werden auch

01:10:23.439 --> 01:10:24.880
<v Björn Frommknecht>Daten im Schatten haben.

01:10:27.320 --> 01:10:30.080
<v Tim Pritlove>Genau, und auf der einen Seite ist es halt immer 14 Uhr und auf der anderen

01:10:30.080 --> 01:10:31.260
<v Tim Pritlove>Seite ist es natürlich nicht 14 Uhr.

01:10:31.560 --> 01:10:31.920
<v Thorsten Fehr>Genau.

01:10:33.479 --> 01:10:38.120
<v Tim Pritlove>Das muss man auch erstmal im Kopf kriegen. Okay, also das waren sozusagen die Instrumente.

01:10:39.760 --> 01:10:46.200
<v Tim Pritlove>Das ist sozusagen das ganze Paket. Stimmt das, dass der insgesamt sehr eng gebaut

01:10:46.200 --> 01:10:52.300
<v Tim Pritlove>ist und auch so eine gewisse Stromlinie Linienförmigkeit noch aufweist. Warum ist das so?

01:10:52.780 --> 01:10:56.760
<v Björn Frommknecht>Das sieht man, ist auch äußerlich dann erkennbar.

01:10:57.000 --> 01:11:01.620
<v Björn Frommknecht>An dem Satellit, 400 Kilometer ist schon so niedrig, dass der Luftwiderstand eine Rolle spielt.

01:11:02.399 --> 01:11:08.280
<v Björn Frommknecht>Und da ist die Restatmosphäre noch so dicht, dass man auch die normalen Satelliten,

01:11:08.960 --> 01:11:12.840
<v Björn Frommknecht>sind ja eigentlich dunkel, haben eine dunkle Außenhaut.

01:11:12.920 --> 01:11:16.700
<v Björn Frommknecht>Wir haben eine weiße Außenhaut. Oder golden, oder je nachdem.

01:11:17.300 --> 01:11:19.840
<v Björn Frommknecht>Und wir haben eine weiße Außenhaut. Das ist eine andere Oberfläche,

01:11:19.899 --> 01:11:28.240
<v Björn Frommknecht>die eben mit der Restatmosphäre besser umgehen kann, die sich dann nicht sozusagen kaputt geht.

01:11:29.580 --> 01:11:33.640
<v Björn Frommknecht>Wäre die Atmosphäre zu dicht für eine normale Beschichtung, die würde sich dann

01:11:33.640 --> 01:11:34.880
<v Björn Frommknecht>abnutzen, kann man sagen.

01:11:36.040 --> 01:11:41.100
<v Björn Frommknecht>Und wenn man den Satellit anschaut, der ist auch auf Stromlinienform optimiert.

01:11:41.180 --> 01:11:44.479
<v Björn Frommknecht>Deswegen ist auch das Solarpanel nach hinten.

01:11:44.700 --> 01:11:53.220
<v Björn Frommknecht>Das ist eine langgestreckte Form. und die Oberfläche, die man dem Luftwiderstand aussetzt, minimiert.

01:11:53.870 --> 01:11:57.930
<v Björn Frommknecht>Also das, und muss, also schlank ist relativ,

01:11:58.189 --> 01:12:00.590
<v Björn Frommknecht>ja, ist immer noch relativ groß, aber man hat wirklich versucht,

01:12:00.670 --> 01:12:05.390
<v Björn Frommknecht>das zu optimieren und wenn man zum Beispiel in das LIDA-Instrument reinschaut,

01:12:05.430 --> 01:12:08.630
<v Björn Frommknecht>dann wird einem klar, dass sie da wirklich alles so dicht gepackt gemacht haben,

01:12:08.689 --> 01:12:11.430
<v Björn Frommknecht>wie nur möglich, was natürlich auch dann,

01:12:11.590 --> 01:12:14.590
<v Björn Frommknecht>es ist schwierig, sowas zu bauen, weil, darf man auch nicht vergessen,

01:12:14.710 --> 01:12:19.410
<v Björn Frommknecht>da geht es ja auch um quasi die Abwärme, muss man ja loswerden und so weiter,

01:12:19.410 --> 01:12:21.590
<v Björn Frommknecht>das ist ja dann alles nicht so einfach im Weltraum.

01:12:21.590 --> 01:12:26.250
<v Björn Frommknecht>Gibt es keine Luftkühlung in dem Sinn und das war auf jeden Fall eine Herausforderung.

01:12:26.350 --> 01:12:32.729
<v Björn Frommknecht>Auch vom Ingenieurtechnischen das so auf dem zur Verfügung stehenden Volumen

01:12:32.729 --> 01:12:33.770
<v Björn Frommknecht>zum Funktionieren zu bringen.

01:12:33.950 --> 01:12:36.550
<v Tim Pritlove>Ich habe jetzt nicht verstanden, warum Weiß jetzt hilft gegen Luft?

01:12:37.110 --> 01:12:43.050
<v Björn Frommknecht>Das ist eine andere Oberfläche einfach, die nicht reagiert mit der Restatmosphäre

01:12:43.050 --> 01:12:45.250
<v Björn Frommknecht>und sich nicht kaputt geht dabei.

01:12:45.430 --> 01:12:48.830
<v Tim Pritlove>Also die aus was besteht dann? Was ist das für ein Material?

01:12:49.410 --> 01:12:54.490
<v Thorsten Fehr>Das ist ein ein Stoff. Das ist ein Stoff, der das, was wir haben in der Höhe,

01:12:54.510 --> 01:12:55.750
<v Thorsten Fehr>ist atomarer Sauerstoff.

01:12:55.810 --> 01:12:57.990
<v Thorsten Fehr>Und der atomare Sauerstoff ist sehr aggressiv.

01:12:58.390 --> 01:13:07.410
<v Thorsten Fehr>Und das im Prinzip ist das wie ein Stoff, der in dem Fall eben die Oxidierung,

01:13:08.310 --> 01:13:11.350
<v Thorsten Fehr>der Teile verhindert, dadurch, dass es eben auf der Oberfläche passiert.

01:13:11.689 --> 01:13:16.689
<v Thorsten Fehr>Was wir normalerweise fänden, Mylar oder ähnliche Produkte, die werden angegriffen.

01:13:16.689 --> 01:13:17.310
<v Thorsten Fehr>Aber das ist kein Problem.

01:13:17.550 --> 01:13:21.229
<v Thorsten Fehr>Diese Satelliten fliegen auf 800 Kilometer Höhe. Da ist fast keine Atmosphäre mehr.

01:13:21.570 --> 01:13:24.090
<v Thorsten Fehr>Wenn wir weiter unten sind, haben wir eben immer noch diese,

01:13:24.189 --> 01:13:26.370
<v Thorsten Fehr>wie Björn gerade gesagt hat, die Restatmosphäre.

01:13:26.550 --> 01:13:30.610
<v Thorsten Fehr>Und dieser atomare Sauerstoff, der wird praktisch auf dieser Oberfläche absorbiert,

01:13:30.649 --> 01:13:32.130
<v Thorsten Fehr>ohne dass er zum Schaden führt.

01:13:34.070 --> 01:13:38.890
<v Tim Pritlove>Hm, also ich meine 400 Kilometer, das ist ja eigentlich schon richtig Weltraum.

01:13:39.250 --> 01:13:45.270
<v Tim Pritlove>Also sagt man ja, ab 100 Kilometer gilt, also man war im All,

01:13:45.450 --> 01:13:47.090
<v Tim Pritlove>wenn man 100 Kilometer hoch war.

01:13:47.750 --> 01:13:51.610
<v Tim Pritlove>Das ist ja so eine Definitionsfrage und man kann natürlich auch sagen,

01:13:51.670 --> 01:13:58.970
<v Tim Pritlove>das hört ja nie auf, der Einfluss der Erde. Aber bei 400 Kilometern ist nicht

01:13:58.970 --> 01:14:02.590
<v Tim Pritlove>viel los, da kann man nicht atmen, aber da ist eben auch nicht leer.

01:14:03.970 --> 01:14:05.510
<v Tim Pritlove>Genau, das kann man so sagen.

01:14:06.350 --> 01:14:11.189
<v Björn Frommknecht>Natürlich ist es klar, dass es nicht so ein Luftwiderstand ist,

01:14:11.250 --> 01:14:15.830
<v Björn Frommknecht>wie wenn man sich in der Atmosphäre bewegt, wo das quasi eher eine Strömung ist.

01:14:15.950 --> 01:14:19.750
<v Björn Frommknecht>Sondern es sind einzelne Teile, die auf den Satelliten treffen.

01:14:20.310 --> 01:14:23.689
<v Björn Frommknecht>Aber es sind trotzdem genug, um so einen Effekt zu haben, dass man eben eine

01:14:23.689 --> 01:14:27.070
<v Björn Frommknecht>besondere Beschichtung haben muss. Das war zum Beispiel bei unserer Schwerefeldmission

01:14:27.070 --> 01:14:29.590
<v Björn Frommknecht>Goetje, die ist ja auf 250 Kilometer geflogen.

01:14:29.750 --> 01:14:33.290
<v Björn Frommknecht>Die hat dieselbe, die war auch weiß, der Satellit, genau deswegen.

01:14:33.910 --> 01:14:37.350
<v Björn Frommknecht>Um eben auch der Restatmosphäre, sagen wir mal, standhalten zu können.

01:14:37.350 --> 01:14:40.550
<v Tim Pritlove>Weil das, was noch rumfliegt, ist dann halt vor allem Sauerstoff.

01:14:40.550 --> 01:14:41.649
<v Björn Frommknecht>Heißt Atomarer Sauerstoff.

01:14:42.210 --> 01:14:45.830
<v Tim Pritlove>Sonst nichts oder nur das ist das Problem sozusagen.

01:14:46.050 --> 01:14:47.030
<v Thorsten Fehr>Das ist das Problem.

01:14:47.229 --> 01:14:48.630
<v Björn Frommknecht>Weil der besonders aggressiv ist.

01:14:48.630 --> 01:14:52.670
<v Tim Pritlove>Der wird ja immer oxidierend. Genau. Der Name schon sagt.

01:14:52.890 --> 01:14:56.930
<v Tim Pritlove>Genau. Und wenn es so viel rumoxidiert, dann ist ja alles verrostet. Das will man nicht.

01:14:57.010 --> 01:15:00.630
<v Tim Pritlove>Okay, das heißt, mit weißem Stoff kann man sich da schützen.

01:15:00.689 --> 01:15:02.550
<v Tim Pritlove>Ist ja auch sehr elegant auf eine gewisse Art und Weise.

01:15:02.710 --> 01:15:03.030
<v Thorsten Fehr>In der Tat.

01:15:04.830 --> 01:15:05.830
<v Tim Pritlove>Gekleidet im Orbit.

01:15:08.110 --> 01:15:08.430
<v Tim Pritlove>Gut.

01:15:09.750 --> 01:15:15.890
<v Tim Pritlove>Dann kommen wir noch mal so ein bisschen auf den Nutzen und wie man jetzt sozusagen

01:15:15.890 --> 01:15:21.030
<v Tim Pritlove>daraus auch wirklich wissenschaftliches Kapital schlagen kann.

01:15:21.330 --> 01:15:25.290
<v Tim Pritlove>Also haben wir jetzt schon mehrfach angesprochen, es geht hier vor allem erstmal

01:15:25.290 --> 01:15:28.890
<v Tim Pritlove>um Grundlagen, um erstmal Daten zu sammeln,

01:15:29.030 --> 01:15:34.229
<v Tim Pritlove>die so noch nicht haben gemessen werden können, weil man einfach dieses Instrument

01:15:34.229 --> 01:15:36.510
<v Tim Pritlove>so in der Form noch nicht hatte.

01:15:36.510 --> 01:15:39.729
<v Tim Pritlove>Und klar, da kommen viel Rohdaten raus,

01:15:39.890 --> 01:15:43.729
<v Tim Pritlove>die wahrscheinlich auch als solche erstmal weitergereicht werden und dann werden

01:15:43.729 --> 01:15:46.410
<v Tim Pritlove>irgendwelche Wissenschaftler irgendwas damit machen, aber es gibt ja jetzt gewisse

01:15:46.410 --> 01:15:53.649
<v Tim Pritlove>Erwartungshaltungen, die ja dann letzten Endes auch in das Design hier mit eingeflossen sind.

01:15:53.649 --> 01:15:57.229
<v Tim Pritlove>Das klang ja schon so ein bisschen an, so Klimamodelle teilen ja,

01:15:57.250 --> 01:16:01.689
<v Tim Pritlove>wenn ich das richtig sehe, auch so diese Gesamtatmosphäre halt in solche Voxel,

01:16:01.729 --> 01:16:08.210
<v Tim Pritlove>in solche Volumenpixel sozusagen auf und man versucht in irgendeiner Form abzubilden, was ist da los,

01:16:08.510 --> 01:16:12.610
<v Tim Pritlove>was ist da drin, was macht das, wie kalt ist das, wie nass ist das und so weiter.

01:16:12.610 --> 01:16:18.210
<v Tim Pritlove>Und das ist ja hier dann sozusagen so ein neues zusätzliches Mosaiksteinchen

01:16:18.210 --> 01:16:21.130
<v Tim Pritlove>für diese Gesamtmodelle.

01:16:22.210 --> 01:16:26.330
<v Tim Pritlove>Inwiefern ist denn jetzt die Mission da auch wirklich mit solchen Fragen beschäftigt

01:16:26.330 --> 01:16:29.910
<v Tim Pritlove>oder ist das einfach nur ein Datenlieferant und man lässt den Kram woanders machen?

01:16:29.910 --> 01:16:34.090
<v Thorsten Fehr>Also das ist gerade bei Earthquake genau umgekehrt. Hier ist die wissenschaftliche

01:16:34.090 --> 01:16:37.330
<v Thorsten Fehr>Frage in der Tat in das System mit reingebaut worden.

01:16:37.530 --> 01:16:41.130
<v Thorsten Fehr>Weil die Frage, die sich uns stellt, ist natürlich, wie Wolken und Aerosole

01:16:41.130 --> 01:16:45.750
<v Thorsten Fehr>auf den Strahlungshaushalt der Erde einwirkt.

01:16:45.850 --> 01:16:49.689
<v Thorsten Fehr>Und das ist wirklich, wo wir unseren Fokus drauf haben, ist,

01:16:49.810 --> 01:16:52.070
<v Thorsten Fehr>wie können wir das besser charakterisieren.

01:16:52.189 --> 01:16:54.490
<v Thorsten Fehr>Wir alle sind uns klar, dass...

01:16:56.060 --> 01:17:01.420
<v Thorsten Fehr>Dass Klimagase schädlich sind, dass sie zur Wärmung führen. Das sind alles Dinge, die bekannt sind.

01:17:01.700 --> 01:17:05.700
<v Thorsten Fehr>Und in dem Fall sind diese, das Wissen ist eigentlich relativ klar,

01:17:05.720 --> 01:17:06.580
<v Thorsten Fehr>das ist uns relativ bekannt.

01:17:06.880 --> 01:17:11.080
<v Thorsten Fehr>Also es gibt jetzt hier nichts Geheimnisvolles an Treibhausgasen.

01:17:11.320 --> 01:17:14.540
<v Thorsten Fehr>Wir müssen natürlich wissen, wo sie herkommen, wie sie entstehen,

01:17:14.580 --> 01:17:15.420
<v Thorsten Fehr>wie man sie verhindern kann.

01:17:15.520 --> 01:17:20.460
<v Thorsten Fehr>Das ist alles ganz klar. Aber die physikalische Frage dahinter ist nicht wirklich so unbekannt.

01:17:20.600 --> 01:17:24.479
<v Thorsten Fehr>Das sind Prozesse, die wir kennen, schon seit langem. Bei Wolken ist es durchaus

01:17:24.479 --> 01:17:28.100
<v Thorsten Fehr>anders. Dadurch, dass Wolken so divers mit dem Klima interagieren,

01:17:28.240 --> 01:17:30.080
<v Thorsten Fehr>sind da immer noch viele Fragen offen.

01:17:30.360 --> 01:17:33.439
<v Thorsten Fehr>Und das ist, weswegen wir EarthCare haben. Deswegen versuchen wir eben all diese

01:17:33.439 --> 01:17:35.060
<v Thorsten Fehr>Elemente auch zusammenzubringen.

01:17:35.120 --> 01:17:39.140
<v Thorsten Fehr>Das Ziel von EarthCare ist es, den Strahlungshaushalt der Erde besser zu bestimmen

01:17:39.140 --> 01:17:42.380
<v Thorsten Fehr>und wie es mit Aerosolen und auch mit Wolken interagiert.

01:17:42.500 --> 01:17:44.780
<v Thorsten Fehr>Das ist das Ziel. Und das ist, was wir messen mit dem Satelliten,

01:17:44.880 --> 01:17:50.560
<v Thorsten Fehr>mit dem LIDAR, mit dem Radar, auch mit der Kamera, die uns die Wolkenbilder

01:17:50.560 --> 01:17:53.160
<v Thorsten Fehr>liefert und dann am Schluss auch mit dem Radiometer.

01:17:53.860 --> 01:17:59.860
<v Thorsten Fehr>Und was wir versuchen, ist festzustellen, wie die Abstrahlung durch Wolken und

01:17:59.860 --> 01:18:01.700
<v Thorsten Fehr>Aerosole entsteht, sozusagen.

01:18:02.720 --> 01:18:06.600
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir versuchen hier so die Abstrahlung besser festzustellen.

01:18:06.660 --> 01:18:09.399
<v Thorsten Fehr>Vielleicht beginne ich mal von der Fragestellung als solches.

01:18:09.399 --> 01:18:15.340
<v Thorsten Fehr>Wir wissen zum Beispiel aus den Klimaforschungsberichten, dass Wolken und Aerosole

01:18:15.340 --> 01:18:17.740
<v Thorsten Fehr>primär zum Kühlen des Klimas beitragen.

01:18:18.920 --> 01:18:22.780
<v Thorsten Fehr>Treibhausgase erwärmen, aber in den letzten Jahren durch die Aktivitäten von

01:18:22.780 --> 01:18:29.800
<v Thorsten Fehr>Menschen seit der Industrialisierung haben wir so viele Aerosole durch Verbrennungsprozesse

01:18:29.800 --> 01:18:31.020
<v Thorsten Fehr>in die Atmosphäre eingetragen,

01:18:31.120 --> 01:18:35.580
<v Thorsten Fehr>dass es insgesamt dazu geführt hat, dass wir auf der Seite sogar einen Kühlen

01:18:35.580 --> 01:18:37.580
<v Thorsten Fehr>der Atmosphäre beigetragen haben.

01:18:38.140 --> 01:18:41.260
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir haben mehr Wolken, wir haben andere Wolken, wir haben die Aerosole.

01:18:41.360 --> 01:18:46.080
<v Thorsten Fehr>Die streuen mehr Licht zurück, als sie Energie im System festhalten.

01:18:46.880 --> 01:18:50.040
<v Thorsten Fehr>Und die Frage ist, wie verändert sich das auch in der Zukunft?

01:18:50.300 --> 01:18:54.020
<v Thorsten Fehr>Zum einen, was passiert hier im Moment und wie verändert sich das in der Zukunft?

01:18:54.380 --> 01:19:00.040
<v Thorsten Fehr>Und deswegen versuchen wir, all diese Elemente zusammenzutragen mit den Aerosolen und den Wolken.

01:19:00.479 --> 01:19:06.899
<v Thorsten Fehr>Es gibt Vorhersagen, die ganz klar sind, dass in einem veränderten Klima der

01:19:06.899 --> 01:19:09.800
<v Thorsten Fehr>kühlende Einfluss von Aerosolen und Wolken geringer wird.

01:19:10.280 --> 01:19:13.240
<v Thorsten Fehr>Das heißt, es ist eine Fragestellung auch der Klimavorhersage.

01:19:13.320 --> 01:19:15.180
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir müssen all diese Prozesse auch besser verstehen.

01:19:16.160 --> 01:19:18.979
<v Thorsten Fehr>Und hier trägt auch der Satellit wieder dazu bei. Das heißt,

01:19:19.060 --> 01:19:22.460
<v Thorsten Fehr>wir versuchen wirklich, das in ein System zu integrieren.

01:19:23.320 --> 01:19:27.300
<v Thorsten Fehr>Björn hat es vorhin schon ein bisschen angedeutet. Wir haben auf der einen Seite

01:19:27.300 --> 01:19:33.600
<v Thorsten Fehr>die aktiven Instrumente und die Kamera, die uns Informationen über die Wolken

01:19:33.600 --> 01:19:34.960
<v Thorsten Fehr>geben, über die Aerosole geben.

01:19:35.640 --> 01:19:39.000
<v Thorsten Fehr>Und all das bauen wir zusammen zu einem dreidimensionalen Modell,

01:19:39.120 --> 01:19:42.360
<v Thorsten Fehr>in dem wir mit all unserem Wissen, was wir wissenschaftlich haben,

01:19:42.920 --> 01:19:45.620
<v Thorsten Fehr>versuchen, den Strahlungshaushalt zu bestimmen.

01:19:46.160 --> 01:19:51.000
<v Thorsten Fehr>Also wir versuchen praktisch alles, was wir wissen, in die Modelle mit den neuen Daten einzufügen.

01:19:51.340 --> 01:19:55.140
<v Thorsten Fehr>Und daraus können wir berechnen, wie viel Strahlung reflektiert wird,

01:19:55.240 --> 01:19:57.320
<v Thorsten Fehr>wie viel in der Atmosphäre festgehalten wird.

01:19:57.899 --> 01:20:02.700
<v Thorsten Fehr>Auf der anderen Seite haben wir das Breitbandradiometer, was uns direkt auch

01:20:02.700 --> 01:20:04.340
<v Thorsten Fehr>diese Messung ermöglicht.

01:20:04.520 --> 01:20:07.380
<v Thorsten Fehr>Und das ist das wirklich Coole an der Mission, dass wir auf der einen Seite

01:20:07.380 --> 01:20:11.200
<v Thorsten Fehr>mit den aktiven Instrumenten und unserem wissenschaftlichen Wissen,

01:20:11.200 --> 01:20:13.080
<v Thorsten Fehr>das Wissen, was wir haben.

01:20:13.740 --> 01:20:15.920
<v Thorsten Fehr>Einen Strahlungshaushalt berechnen

01:20:15.920 --> 01:20:19.880
<v Thorsten Fehr>können, den wir dann direkt mit dem Breitbandradiometer abschätzen können.

01:20:20.439 --> 01:20:24.340
<v Thorsten Fehr>Wenn unsere Berechnungen genau dieselben sind wie das, was uns das Radiometer

01:20:24.340 --> 01:20:27.420
<v Thorsten Fehr>sagt, dann können wir eigentlich davon ausgehen, dass wir ziemlich viel von

01:20:27.420 --> 01:20:28.160
<v Thorsten Fehr>der Atmosphäre verstehen.

01:20:28.240 --> 01:20:32.939
<v Thorsten Fehr>Dann wissen wir, wie Wolken, Aerosole und der Strahlungshaushalt zusammenhängen.

01:20:33.040 --> 01:20:35.899
<v Thorsten Fehr>Aber wir sind uns ziemlich sicher, dass wir Unterschiede sehen werden.

01:20:36.300 --> 01:20:39.820
<v Thorsten Fehr>Und wenn wir unseren Daten vertrauen können, das machen wir,

01:20:39.860 --> 01:20:42.300
<v Thorsten Fehr>wie wir vorhin gesagt haben, durch die Validierung der Daten,

01:20:42.380 --> 01:20:44.640
<v Thorsten Fehr>durch die Kalibrierung der Daten.

01:20:44.960 --> 01:20:49.000
<v Thorsten Fehr>Wenn wir den Daten vertrauen und wenn wir vertrauen, dass alles unser Wissen,

01:20:49.000 --> 01:20:52.520
<v Thorsten Fehr>was wir haben, in den Modellen besteht und wir vergleichen es dann mit diesen

01:20:52.520 --> 01:20:57.180
<v Thorsten Fehr>direkten Messungen, das ist da, wo dann wirklich the magic happens.

01:20:57.300 --> 01:20:59.640
<v Thorsten Fehr>Das ist da, wo dann wirklich das passiert, was wir eigentlich wissen wollen.

01:20:59.760 --> 01:21:03.979
<v Thorsten Fehr>Wenn wir Unterschiede sehen und dann zurückverfolgen, wo unser Verständnis von

01:21:03.979 --> 01:21:07.700
<v Thorsten Fehr>Aerosolen und Wolken vielleicht dann doch nicht so richtig ist,

01:21:07.820 --> 01:21:10.960
<v Thorsten Fehr>wo wir vielleicht doch unsere Ideen abgleichen müssen, Wo wir physikalische

01:21:10.960 --> 01:21:14.200
<v Thorsten Fehr>Prozesse vielleicht nicht ganz hundertprozentig verstehen. Das ist das, wo wir hinwollen.

01:21:15.030 --> 01:21:18.990
<v Tim Pritlove>Aber sehe ich das richtig, dass das jetzt bei Earthcare ein bisschen anders

01:21:18.990 --> 01:21:23.170
<v Tim Pritlove>organisiert ist mit der Wissenschaft, als man das jetzt zum Beispiel bei James Webb hat?

01:21:23.270 --> 01:21:28.290
<v Tim Pritlove>James Webb nimmt halt Bilder auf und dann werden die halt dahin geschoben,

01:21:28.350 --> 01:21:29.930
<v Tim Pritlove>wo sie beauftragt wurden,

01:21:30.170 --> 01:21:35.910
<v Tim Pritlove>dass hier bei Earthcare es eher ein wirklich missionsnahes Wissenschaftsteam

01:21:35.910 --> 01:21:41.490
<v Tim Pritlove>gibt, was sich um ganz konkrete Fragestellungen kümmert und sozusagen unmittelbar

01:21:41.490 --> 01:21:42.750
<v Tim Pritlove>mit dieser Maschine arbeitet.

01:21:43.270 --> 01:21:47.970
<v Tim Pritlove>Weil das ist ja jetzt nicht unbedingt normal oder ist das auch bei anderen Missionen oft so?

01:21:48.649 --> 01:21:52.030
<v Thorsten Fehr>Also bei den Erdmacht, bei unseren Earth Explorer Missionen ist es schon sehr

01:21:52.030 --> 01:21:55.470
<v Thorsten Fehr>häufig so, dass das ganz klar für eine wissenschaftliche Community gemacht worden ist.

01:21:55.590 --> 01:21:57.290
<v Thorsten Fehr>Ich würde jetzt nicht sagen, es ist für ein paar Leute gemacht,

01:21:57.430 --> 01:21:59.110
<v Thorsten Fehr>aber es gibt eine ganze Community, die

01:21:59.110 --> 01:22:03.050
<v Thorsten Fehr>sich auch hier speziell auf die wissenschaftlichen Fragen konzentriert.

01:22:03.450 --> 01:22:07.410
<v Thorsten Fehr>Wir haben gesehen, dass praktisch bei allen unseren Erdbeobachtungssatelliten,

01:22:07.430 --> 01:22:10.430
<v Thorsten Fehr>bei unseren Earth Explorern oder auch bei den Sentinels oder auch bei den meteorologischen

01:22:10.430 --> 01:22:13.649
<v Thorsten Fehr>Missionen, dass da immer wieder neue Fragestellungen, an die wir gar nicht gedacht

01:22:13.649 --> 01:22:17.870
<v Thorsten Fehr>haben, auch dann beantwortet werden können oder neue Applikationen entwickelt werden.

01:22:18.850 --> 01:22:22.170
<v Thorsten Fehr>Aber im Prinzip ist es natürlich schon so, dass wir hier eine ganz klare Fragestellung

01:22:22.170 --> 01:22:24.630
<v Thorsten Fehr>haben, die in den Klimabereich hineinfällt.

01:22:25.290 --> 01:22:28.330
<v Thorsten Fehr>Wie du schon gesagt hast, wir haben unser Core-Team an Wissenschaftlern,

01:22:28.410 --> 01:22:32.410
<v Thorsten Fehr>die zum Beispiel auch für die Entwicklung der Algorithmen auch verantwortlich sind.

01:22:32.590 --> 01:22:35.310
<v Thorsten Fehr>Aber dann haben wir einen großen Kreis an Klimawissenschaftlern,

01:22:35.390 --> 01:22:36.670
<v Thorsten Fehr>die auf diese Daten warten.

01:22:36.670 --> 01:22:42.790
<v Thorsten Fehr>Wir hatten vor ein paar Monaten im November einen Workshop, also eine Konferenz

01:22:42.790 --> 01:22:47.610
<v Thorsten Fehr>in Frascati, wo wir vor dem Launch die Wissenschaftler eingeladen haben,

01:22:47.970 --> 01:22:51.870
<v Thorsten Fehr>ihre Wissenschaft, die in dem Bereich ist, auch zu präsentieren.

01:22:51.870 --> 01:22:54.530
<v Tim Pritlove>Also Frascati ist in Essien.

01:22:54.649 --> 01:22:59.910
<v Thorsten Fehr>Ist in Italien. Und die Rückmeldung, die wir bekommen hatten von den Wissenschaftlern

01:22:59.910 --> 01:23:03.229
<v Thorsten Fehr>war, ja, EarthCare ist immer noch eine Vision, die wir dringend brauchen.

01:23:03.750 --> 01:23:08.310
<v Thorsten Fehr>Und uns hat vielleicht sogar diese Verzögerung der Entwicklung auch in dem Sinne

01:23:08.310 --> 01:23:12.750
<v Thorsten Fehr>geholfen, dass die Modelle, die die Klimawissenschaftler entwickelt haben,

01:23:12.870 --> 01:23:16.710
<v Thorsten Fehr>vor zehn Jahren waren die noch auf einer Skala, wo die eine Vox ist,

01:23:16.750 --> 01:23:22.610
<v Thorsten Fehr>die du gesagt hast, wo die horizontale Auflösung, die war eher so im mehrere-zehn-Kilometer-Bereich.

01:23:23.470 --> 01:23:28.250
<v Thorsten Fehr>Dank der Rechenkapazitäten, die wir heute haben und auch dem besseren Verständnis,

01:23:28.370 --> 01:23:32.250
<v Thorsten Fehr>gehen diese Modelle immer mehr in, was wir sagen, in einem Kilometer-Bereich.

01:23:32.330 --> 01:23:36.110
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir können praktisch die Erde unterteilen in Kilometer-Voxels oder

01:23:36.110 --> 01:23:38.490
<v Thorsten Fehr>in Gitter, die horizontal ungefähr in Kilometer sind.

01:23:38.649 --> 01:23:42.570
<v Thorsten Fehr>Und das passt jetzt natürlich auch wieder sehr gut mit den Messungen von EarthCare auch überein.

01:23:42.729 --> 01:23:47.110
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir können hier in einer relativ direkten Art und Weise die Earth-Care-Messungen

01:23:47.110 --> 01:23:50.290
<v Thorsten Fehr>auch in die Klimamodelle übertragen, um auch hier besser zu verstehen,

01:23:50.370 --> 01:23:51.810
<v Thorsten Fehr>wie deren Physik funktioniert.

01:23:52.130 --> 01:23:54.270
<v Tim Pritlove>In welche Höhe gehen diese Modelle?

01:23:55.360 --> 01:24:00.240
<v Thorsten Fehr>Die Modelle, die gehen bis in 20, 30 Kilometer Höhe, die sind meistens so aufgebaut,

01:24:00.360 --> 01:24:04.120
<v Thorsten Fehr>dass du unten eine höhere Auflösung hast, wir nennen es die Troposphäre,

01:24:04.220 --> 01:24:07.500
<v Thorsten Fehr>das heißt die untersten, sagen wir mal 8 bis 15 Kilometer,

01:24:07.640 --> 01:24:11.080
<v Thorsten Fehr>die sind höher aufgelöst, da kann es dann ein paar hundert Meter sein und dann

01:24:11.080 --> 01:24:14.479
<v Thorsten Fehr>desto höher wir gehen, desto gröber aufgelöst sind die und das hängt dann davon

01:24:14.479 --> 01:24:16.920
<v Thorsten Fehr>ab, von welchem Modell wir da reden,

01:24:17.080 --> 01:24:20.600
<v Thorsten Fehr>aber meistens haben die noch die Stratosphäre, das kann bis in die mittlere

01:24:20.600 --> 01:24:24.040
<v Thorsten Fehr>Stratosphäre gehen, also sprich so, sagen wir mal bis 30 Kilometer,

01:24:24.060 --> 01:24:26.760
<v Thorsten Fehr>das kann auch manchmal ein bisschen höher gehen. Aber das hängt dann wirklich sehr vom Modell ab.

01:24:27.320 --> 01:24:31.780
<v Thorsten Fehr>EarthCare kann dazu Daten liefern. Wir können die gesamte, wir sagen mal die

01:24:31.780 --> 01:24:34.520
<v Thorsten Fehr>Troposphäre und die Stratosphäre abdecken, das heißt die untersten,

01:24:34.540 --> 01:24:36.560
<v Thorsten Fehr>was sind das, 12 bis 15 Kilometer.

01:24:36.700 --> 01:24:39.780
<v Thorsten Fehr>Da können wir Daten direkt an die Modelle und auch an die Wissenschaftler liefern.

01:24:40.439 --> 01:24:43.899
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wenn du sagst, ja, wir haben natürlich ein Team, was ganz dezidiert

01:24:43.899 --> 01:24:47.880
<v Thorsten Fehr>uns auch unterstützt in der Entwicklung der Mission von Anfang an.

01:24:47.939 --> 01:24:50.500
<v Thorsten Fehr>Also wir würden nie auf unserer Seite eine Mission entwickeln,

01:24:50.540 --> 01:24:52.399
<v Thorsten Fehr>ohne dass wir eine wissenschaftliche Betreuung auch dabei haben.

01:24:52.520 --> 01:24:59.420
<v Thorsten Fehr>Es ist auch ein bisschen anders wie bei den Instrumenten, die in dem Space Science

01:24:59.420 --> 01:25:00.939
<v Thorsten Fehr>Bereich der ESA entstehen,

01:25:00.979 --> 01:25:06.200
<v Thorsten Fehr>wo die Instrumente direkt von wissenschaftlichen Teams praktisch geliefert werden

01:25:06.200 --> 01:25:08.120
<v Thorsten Fehr>und die dann auch primär die Auswertung machen.

01:25:08.120 --> 01:25:11.660
<v Thorsten Fehr>Bei der Erdbeeraufzugsposition, die wir haben, bauen wir die Instrumente und

01:25:11.660 --> 01:25:14.399
<v Thorsten Fehr>müssen sicherstellen, dass wir auch damit einen möglichst weiten Bereich,

01:25:14.520 --> 01:25:17.780
<v Thorsten Fehr>einen möglichst großen Bereich an wissenschaftlicher Community,

01:25:18.100 --> 01:25:20.580
<v Thorsten Fehr>an wissenschaftlichen Teams auch ansprechen.

01:25:21.000 --> 01:25:26.460
<v Thorsten Fehr>Und dementsprechend, wie gesagt, wir haben Core, aber wir haben hunderte von

01:25:26.460 --> 01:25:29.260
<v Thorsten Fehr>Wissenschaftlern, die auch mit den Daten weiterarbeiten werden.

01:25:29.260 --> 01:25:31.720
<v Thorsten Fehr>Das ist für uns ganz wichtig, dass wir nicht nur hier eine Vision bauen,

01:25:31.939 --> 01:25:35.560
<v Thorsten Fehr>die für eine Nische ist, sondern wirklich was, was auch global verwendet wird.

01:25:35.660 --> 01:25:38.600
<v Thorsten Fehr>Wir arbeiten zusammen nicht nur mit europäischen Wissenschaftlern und mit den

01:25:38.600 --> 01:25:40.080
<v Thorsten Fehr>Japanern, wie wir auch vorhin schon erwähnt haben.

01:25:40.160 --> 01:25:43.860
<v Thorsten Fehr>Wir haben hier eine sehr enge Zusammenarbeit, aber auch mit unseren amerikanischen Kollegen.

01:25:44.320 --> 01:25:47.960
<v Thorsten Fehr>Und eigentlich ist es eine globale Zusammenarbeit, die wir haben und noch weiter ausbauen.

01:25:48.620 --> 01:25:51.860
<v Tim Pritlove>Wie viele Voxels sind das dann so in modernen Klimamodellen,

01:25:51.899 --> 01:25:55.100
<v Tim Pritlove>die da mittlerweile dann bei rauskommen mit dieser höheren Auflösung?

01:25:55.140 --> 01:25:57.320
<v Tim Pritlove>Also wie feingliedrig ist das?

01:25:57.600 --> 01:26:01.960
<v Tim Pritlove>Ich habe jetzt keine Rechnung im Kopf angestellt, weil da scheitert man natürlich sofort wieder dran.

01:26:02.640 --> 01:26:06.080
<v Thorsten Fehr>Also ich möchte jetzt auch da keine Zahl geben. Das sind sehr,

01:26:06.120 --> 01:26:08.260
<v Thorsten Fehr>sehr, sehr viele. Wir haben uns überlegt.

01:26:08.500 --> 01:26:09.439
<v Tim Pritlove>Klar, die Erde ist groß.

01:26:09.740 --> 01:26:10.580
<v Thorsten Fehr>Die Erde ist groß.

01:26:10.580 --> 01:26:12.360
<v Tim Pritlove>Die Voxels sind klein. Eine komplette Zahl habe ich jetzt auch nicht im Kopf.

01:26:12.540 --> 01:26:14.479
<v Thorsten Fehr>Das würde ich jetzt auch nicht hinbekommen. Ich kann es ehrlich gestehen,

01:26:14.560 --> 01:26:16.960
<v Thorsten Fehr>da müsste ich auch bloß mit dem Taschenrechner, dann könnten wir das vielleicht

01:26:16.960 --> 01:26:18.160
<v Thorsten Fehr>dann irgendwie ausrechnen.

01:26:18.200 --> 01:26:20.220
<v Tim Pritlove>Ich speichere das mal unter eigentlich eine gute Frage gewesen.

01:26:20.380 --> 01:26:23.880
<v Thorsten Fehr>Eine gute Frage kann ich dir leider nicht so schnell beantworten.

01:26:23.880 --> 01:26:27.460
<v Tim Pritlove>Aber es ist auf jeden Fall mehr geworden und es ist halt auch um einen Faktor,

01:26:27.460 --> 01:26:30.300
<v Tim Pritlove>also um Größenordnung sozusagen gestiegen.

01:26:30.320 --> 01:26:32.479
<v Thorsten Fehr>Um Größenordnungen, das ist wirklich um Größenordnung gestiegen.

01:26:32.479 --> 01:26:36.140
<v Tim Pritlove>Also wenn das so auf einmal ein Kilometer ist, wo vorher zehn ist,

01:26:36.300 --> 01:26:38.700
<v Tim Pritlove>das ist natürlich eine totale Datenexplosion.

01:26:38.939 --> 01:26:44.340
<v Tim Pritlove>Ist das sozusagen das Einzige, was sich an den Klimamodellen verbessert oder gibt es auch...

01:26:44.899 --> 01:26:51.220
<v Tim Pritlove>Nennenswert vielmehr Parameter, die sozusagen so einem Voxel zugeordnet werden?

01:26:52.060 --> 01:26:55.300
<v Thorsten Fehr>Was in diesen Modellen gemacht wird, ist, dass man manche Prozesse,

01:26:55.340 --> 01:26:59.580
<v Thorsten Fehr>die kann man nicht auflösen, die kann man nicht mit diesen Gittern direkt vermessen.

01:26:59.700 --> 01:27:04.080
<v Thorsten Fehr>Du musst dir nur vorstellen, du nimmst, nehmen wir mal wieder unser Sommergewitter.

01:27:04.740 --> 01:27:08.040
<v Thorsten Fehr>Dieses Sommergewitter, das hat vielleicht eine Skala von, ach sagen wir mal,

01:27:08.040 --> 01:27:11.660
<v Thorsten Fehr>horizontal 10 auf 10 Kilometer. Machen wir ein kleines Gewitter.

01:27:12.340 --> 01:27:15.380
<v Thorsten Fehr>Dieses Gewitter konnte man früher zum Beispiel in diesen Modellen gar nicht

01:27:15.380 --> 01:27:17.820
<v Thorsten Fehr>auflösen, weil die haben eine Gitterweite von 10 Kilometern gehabt.

01:27:17.860 --> 01:27:20.979
<v Thorsten Fehr>Das heißt, alles, was da drin passiert, wurde ein Gewitterwurzel.

01:27:21.840 --> 01:27:26.479
<v Thorsten Fehr>Um dann den vertikalen Prozess auch irgendwo darzustellen oder auch dann den

01:27:26.479 --> 01:27:31.040
<v Thorsten Fehr>Strahlungsprozess darzustellen, dazu hat man dann Parametrisierung verwendet.

01:27:31.380 --> 01:27:36.020
<v Thorsten Fehr>Das heißt, man hat gesagt, okay, wir wissen, was da für Wind,

01:27:36.120 --> 01:27:40.580
<v Thorsten Fehr>Wetter, Wasser drin ist Und aufgrund der Beobachtung sagen wir,

01:27:40.700 --> 01:27:42.720
<v Thorsten Fehr>okay, wir transportieren jetzt mal was nach oben.

01:27:43.040 --> 01:27:47.540
<v Thorsten Fehr>Die neuen Modelle können wirklich auch diese Wolken schon direkt auflösen.

01:27:47.560 --> 01:27:50.020
<v Thorsten Fehr>Noch nicht auf dem Kilometerbereich, aber die werden immer besser.

01:27:50.320 --> 01:27:55.640
<v Thorsten Fehr>Sodass wir praktisch jetzt direkt für jeden Gitterpunkt in diesem Gewitter auch

01:27:55.640 --> 01:27:59.600
<v Thorsten Fehr>direkt ausmessen können, was ist die Windgeschwindigkeit, ist es ein Aufwind,

01:27:59.680 --> 01:28:03.920
<v Thorsten Fehr>ist es ein Abwind, wie viel Eis, wie viel Schnee, wie viel Wasser, was ist die Temperatur.

01:28:04.060 --> 01:28:06.720
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir können das immer besser auch auflösen. Und da,

01:28:06.720 --> 01:28:10.979
<v Thorsten Fehr>um wieder den Dreh auf EarthScape zu machen, können wir auch direkt Daten liefern.

01:28:11.080 --> 01:28:15.180
<v Thorsten Fehr>Das heißt, was vor zehn Jahren vielleicht in eine Parametrisierung reingegangen

01:28:15.180 --> 01:28:20.880
<v Thorsten Fehr>wäre, mit all ihren Annahmen, geht jetzt direkt in diese Modelle mit ein.

01:28:21.000 --> 01:28:23.920
<v Thorsten Fehr>Dadurch, dass wir eben jetzt zum einen diese Messung zur Verfügung haben,

01:28:23.979 --> 01:28:25.120
<v Thorsten Fehr>aber auch diese höhere Auflösung.

01:28:25.240 --> 01:28:28.220
<v Thorsten Fehr>Und da nimmt natürlich auch sehr viel, sagen wir mal, uns heraus.

01:28:28.220 --> 01:28:30.979
<v Tim Pritlove>Das heißt, die Modelle werden konkreter werden.

01:28:31.060 --> 01:28:32.060
<v Thorsten Fehr>Die Modelle werden konkreter.

01:28:32.140 --> 01:28:34.580
<v Tim Pritlove>Sie werden mit echten Daten beliefert, wo man vorher gesagt hat,

01:28:34.640 --> 01:28:37.620
<v Tim Pritlove>können wir die messen, haben wir auch nicht die Auflösung für,

01:28:37.740 --> 01:28:41.920
<v Tim Pritlove>aber so Pi mal Daumen irgendwie, da legen wir jetzt mal hier Faktor und Skala

01:28:41.920 --> 01:28:43.420
<v Tim Pritlove>rein, dann passt das schon irgendwie.

01:28:43.680 --> 01:28:45.700
<v Thorsten Fehr>Wenn wir Pi mal Daumen sein würden, dann würde ich wahrscheinlich mit vielen

01:28:45.700 --> 01:28:50.040
<v Thorsten Fehr>meiner Modellierungskollegen Schwierigkeiten bekommen. Das sind auch sehr komplexe Parametrisierungen.

01:28:50.380 --> 01:28:51.840
<v Tim Pritlove>Aber im Prinzip ist es das.

01:28:51.880 --> 01:28:54.920
<v Thorsten Fehr>Aber im Prinzip ist das. Und desto höher aufgelöst wir werden,

01:28:55.020 --> 01:28:59.280
<v Thorsten Fehr>desto besser können wir natürlich auch all diese Prozesse auch bestimmen und

01:28:59.280 --> 01:29:02.420
<v Thorsten Fehr>können natürlich dann auch besser diesen Strahlungshaushalt auch ausreichen.

01:29:02.500 --> 01:29:05.760
<v Thorsten Fehr>Sprich, wie viel Strahlung wird jetzt von den Wolken reflektiert,

01:29:05.760 --> 01:29:06.660
<v Thorsten Fehr>wie viel wird zurückgehalten.

01:29:07.460 --> 01:29:10.939
<v Tim Pritlove>Und die Wolken waren bisher eigentlich so ein bisschen so ein Unsicherheitsfaktor

01:29:10.939 --> 01:29:12.939
<v Tim Pritlove>in dieser ganzen Klimageschichte.

01:29:13.000 --> 01:29:18.360
<v Tim Pritlove>Und das ist sozusagen jetzt auch ein Ziel vom Unsicherheitsfaktor zum Datenlieferanten zu werden.

01:29:18.620 --> 01:29:22.360
<v Thorsten Fehr>Genau, das ist eben eines der Ziele. Wie ich vorhin schon erwähnt hatte,

01:29:23.689 --> 01:29:27.670
<v Thorsten Fehr>Wolken und Aerosole, insbesondere die Wolken, sind sogar ein Kühlungsfaktor.

01:29:28.070 --> 01:29:31.229
<v Thorsten Fehr>Und es war immer klar, dass es wahrscheinlich in die Richtung geht,

01:29:31.390 --> 01:29:37.290
<v Thorsten Fehr>aber niemand konnte wirklich genau sagen, wie sicher dieser Kühlungsfaktor ist.

01:29:37.390 --> 01:29:42.110
<v Thorsten Fehr>Wie sicher ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass es jetzt sehr stark kühlt oder nur ein bisschen kühlt?

01:29:42.189 --> 01:29:44.970
<v Thorsten Fehr>Und das hat sich in den letzten Jahren auch verändert schon bereits,

01:29:45.250 --> 01:29:48.250
<v Thorsten Fehr>eben auch mit den Satellitenmissionen von unseren amerikanischen Kollegen,

01:29:48.350 --> 01:29:50.189
<v Thorsten Fehr>aber die Unsicherheit ist immer noch sehr, sehr groß.

01:29:50.649 --> 01:29:52.689
<v Thorsten Fehr>Und da kann eben Earthquake dazu beitragen.

01:29:53.170 --> 01:29:55.930
<v Thorsten Fehr>Dass eben diese Unsicherheiten weiter reduziert werden.

01:29:56.130 --> 01:30:00.310
<v Thorsten Fehr>Und wie ich auch schon vorhin gesagt hatte, es hängt sehr stark davon ab,

01:30:00.410 --> 01:30:03.870
<v Thorsten Fehr>was für Wolken wir haben, was für Wolken wir auch in der Zukunft haben.

01:30:04.149 --> 01:30:07.810
<v Thorsten Fehr>Und auch da kann EarthCare helfen. Wir können natürlich nicht 20 Jahre in die

01:30:07.810 --> 01:30:11.990
<v Thorsten Fehr>Zukunft messen. Unser Satellit hat eine Lebensdauer von drei Jahren.

01:30:12.110 --> 01:30:13.330
<v Thorsten Fehr>Das ist also relativ kurz. Wenn

01:30:13.330 --> 01:30:17.450
<v Thorsten Fehr>man Klima betrachtet, sind drei Jahre im Prinzip ja ein Wimpernschlag.

01:30:18.189 --> 01:30:22.210
<v Thorsten Fehr>Aber mit den Datensätzen als solches können wir unser Verständnis deutlich verbessern.

01:30:22.210 --> 01:30:26.189
<v Thorsten Fehr>Und mit diesem verbesserten Verständnis können wir dann auch die Klimamodelle,

01:30:26.229 --> 01:30:30.590
<v Thorsten Fehr>die uns dann die Zukunft voraussagen, in einer Art und Weise auch verbessern.

01:30:31.370 --> 01:30:36.390
<v Tim Pritlove>Es gibt ja sehr viele unterschiedliche Arten von Wolken. Also das kann man ja

01:30:36.390 --> 01:30:39.310
<v Tim Pritlove>rein optisch schon unterscheiden.

01:30:39.390 --> 01:30:45.570
<v Tim Pritlove>Und dann gibt es ja, was weiß ich, wie breit gefächert eigentlich so die Wolkentypisierung so ist.

01:30:45.630 --> 01:30:50.750
<v Tim Pritlove>Wie unterschiedliche Wolkenarten muss man so grob unterscheiden?

01:30:50.750 --> 01:30:55.930
<v Thorsten Fehr>Also wir unterscheiden im Prinzip in drei unterschiedliche Schichten die Atmosphäre.

01:30:56.010 --> 01:30:58.649
<v Thorsten Fehr>Das heißt, das ist die untere Schicht, das sind so die Atmosphären.

01:30:59.610 --> 01:31:02.770
<v Thorsten Fehr>Die Wolken, die mehr oder weniger nah am Boden sind, Wolken in der mittleren

01:31:02.770 --> 01:31:03.930
<v Thorsten Fehr>Atmosphäre, das kann dann so

01:31:03.930 --> 01:31:07.110
<v Thorsten Fehr>zwischen zwei und acht Kilometer sein und die Wolken, die sehr hoch sind,

01:31:07.270 --> 01:31:11.830
<v Thorsten Fehr>das sind dann zum Beispiel Zirnen, die man sieht oder auch, wenn man möchte,

01:31:11.930 --> 01:31:15.729
<v Thorsten Fehr>auch die Kondensstreifen von Flugzeugen, das sind zum Beispiel Wolken,

01:31:15.729 --> 01:31:19.170
<v Thorsten Fehr>die sehr weit oben sind und dann haben wir noch Gewitter, die praktisch durch

01:31:19.170 --> 01:31:22.370
<v Thorsten Fehr>all diese drei Etagen durchgehen. Das ist, was wir so grob klassifizieren.

01:31:22.510 --> 01:31:27.630
<v Thorsten Fehr>Und in diesen drei Etagen gibt es dann Wolken, die wir nennen es eher konvektiv,

01:31:27.670 --> 01:31:31.689
<v Thorsten Fehr>also die so ein bisschen zusammengebauscht sind oder die stratiform sind,

01:31:31.770 --> 01:31:37.229
<v Thorsten Fehr>die eben sehr flach sind und einen durchgängig grauen Tag zum Beispiel liefern.

01:31:37.229 --> 01:31:40.270
<v Thorsten Fehr>Sprich, da gibt es ganz verschiedene Arten von Wolken.

01:31:40.510 --> 01:31:44.370
<v Thorsten Fehr>Die Wolkenkataloge haben zig verschiedene Arten, Unterarten,

01:31:44.530 --> 01:31:45.450
<v Thorsten Fehr>Unterklassifizierung.

01:31:45.670 --> 01:31:48.510
<v Thorsten Fehr>Also ich weiß gar nicht, wie viele verschiedene Wolkentypen wir da haben,

01:31:48.570 --> 01:31:53.290
<v Thorsten Fehr>aber so grundsätzlich unterscheiden wir in der Höhe, wo die Wolken sind und

01:31:53.290 --> 01:31:58.550
<v Thorsten Fehr>wir unterscheiden in der Art und Weise, wie sie geformt werden. Das ist so grob die Idee.

01:31:58.630 --> 01:32:02.050
<v Tim Pritlove>Okay, also so wie man den Inuit nachsagt, dass sie 100 Worte für Schnee haben,

01:32:02.189 --> 01:32:04.350
<v Tim Pritlove>habt ihr ja auch 100 Worte für Wolken sozusagen.

01:32:04.350 --> 01:32:07.890
<v Thorsten Fehr>Oh, mit Sicherheit mehr. Da bin ich auf jeden Fall sicher.

01:32:08.210 --> 01:32:11.310
<v Thorsten Fehr>Und der Trick, den wir jetzt haben, oder die Fragestellung, die sich stellt,

01:32:11.350 --> 01:32:14.210
<v Thorsten Fehr>ist, dass unter diesen 100 verschiedenen Wolken, sagen wir mal 100,

01:32:14.350 --> 01:32:16.330
<v Thorsten Fehr>vielleicht ein bisschen mehr, ein bisschen weniger, ich kann es jetzt wirklich

01:32:16.330 --> 01:32:19.490
<v Thorsten Fehr>nicht genau sagen, jede dieser Wolken hat eine andere Art und Weise,

01:32:19.590 --> 01:32:21.490
<v Thorsten Fehr>wie sie mit Strahlung interagiert.

01:32:21.830 --> 01:32:27.350
<v Thorsten Fehr>Zum Beispiel, wenn du hohe, dünne Wolken hast, hoch wie in, sagen wir mal,

01:32:27.370 --> 01:32:32.370
<v Thorsten Fehr>10 oder 12 Kilometer Höhe, dann führen die dazu, dass sich unser Klima erwärmt.

01:32:32.370 --> 01:32:32.890
<v Thorsten Fehr>Also die hoch fliegen nicht.

01:32:32.930 --> 01:32:33.630
<v Tim Pritlove>Die hoch sind.

01:32:33.630 --> 01:32:38.050
<v Thorsten Fehr>Nein, genau, die hochfliegen. Nehmen wir an, die sind vielleicht ein paar Kilometer

01:32:38.050 --> 01:32:40.729
<v Thorsten Fehr>hoch, tief, ich weiß gar nicht, wie man das sagt.

01:32:40.850 --> 01:32:47.229
<v Thorsten Fehr>Die können von 8 bis 10 Kilometer Höhe gehen, sind dünn, also sprich so eine

01:32:47.229 --> 01:32:50.750
<v Thorsten Fehr>Art Zirrus. Die führen zu einer Erwärmung unseres Klimas zum Beispiel.

01:32:51.010 --> 01:32:57.510
<v Thorsten Fehr>Die tun weniger Licht zurückreflektieren, weniger Sonnenlicht reflektieren zurück ins All,

01:32:57.689 --> 01:33:03.630
<v Thorsten Fehr>als wie sie von der Erde wieder zurückstreuen, sprich die Wärme,

01:33:03.630 --> 01:33:06.790
<v Thorsten Fehr>die nach oben abgestrahlt wird, wird von denen eingefangen.

01:33:07.450 --> 01:33:13.170
<v Thorsten Fehr>Wenn man dicke Wolken hat, auch in der Höhe, dann tun die mehr Sonnenlicht wegreflektieren,

01:33:13.229 --> 01:33:15.270
<v Thorsten Fehr>als sie fangen. Das heißt, die führen zu einer Kühlung.

01:33:15.750 --> 01:33:19.330
<v Thorsten Fehr>Und dasselbe ist auch, wenn wir weiter unten am Boden sind. Sehr dicke Wolken

01:33:19.330 --> 01:33:21.550
<v Thorsten Fehr>am Boden sind auch sehr effektiv im Wegstreuen.

01:33:21.970 --> 01:33:28.090
<v Thorsten Fehr>Und zum Beispiel Wassertröpfchen sind sehr viel besser im Wegstreuen von Sonnenstrahlung,

01:33:28.130 --> 01:33:29.689
<v Thorsten Fehr>wie Eiswolken zum Beispiel.

01:33:30.010 --> 01:33:35.270
<v Thorsten Fehr>Also es ist wirklich ein sehr komplexes Spiel zwischen der Wolken-Mikrophysik,

01:33:35.270 --> 01:33:39.570
<v Thorsten Fehr>nennen wir das, welche Art von, sagen wir, Tröpfchen, Eispartikel wir haben

01:33:39.570 --> 01:33:44.170
<v Thorsten Fehr>und der Strahlung, die dann eben entsprechend zurückgehalten wird oder zurückgestreut wird.

01:33:45.479 --> 01:33:48.640
<v Tim Pritlove>Gibt es denn eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass jetzt im Rahmen dieser Mission

01:33:48.640 --> 01:33:51.399
<v Tim Pritlove>auch noch neue Wolkentypen entdeckt werden?

01:33:51.580 --> 01:33:54.800
<v Tim Pritlove>Weil ich meine, okay, man hat jetzt schon so diese Flugzeuge und man hat schon

01:33:54.800 --> 01:33:58.660
<v Tim Pritlove>den einen oder anderen Lieder mal reingehalten und denke im Wesentlichen hat

01:33:58.660 --> 01:33:59.740
<v Tim Pritlove>man so eine gewisse Vorstellung.

01:33:59.780 --> 01:34:03.880
<v Tim Pritlove>Aber jetzt kann man ja im Prinzip Wolken auch auf eine Art und Weise an Orten

01:34:03.880 --> 01:34:07.920
<v Tim Pritlove>beobachten, wo das vielleicht so bisher noch nicht so ohne weiteres möglich

01:34:07.920 --> 01:34:11.280
<v Tim Pritlove>war oder nicht so oft gemacht wurde. Pole, Ozeane, keine Ahnung.

01:34:12.300 --> 01:34:15.000
<v Thorsten Fehr>Also ich glaube, da muss ich unsere Hoffnungen ein bisschen bremsen.

01:34:15.000 --> 01:34:18.360
<v Thorsten Fehr>Ich denke, dass wir nicht unbedingt neue Wolken sehen werden,

01:34:18.479 --> 01:34:23.380
<v Thorsten Fehr>aber was wir hoffen zu verbessern natürlich, ist, dass wir besser feststellen

01:34:23.380 --> 01:34:25.580
<v Thorsten Fehr>können, welche Wolken wann wie häufig auch auftreten.

01:34:25.899 --> 01:34:33.200
<v Thorsten Fehr>Das ist natürlich eine Sache, die wir haben seit den ersten Meteosat-Messungen,

01:34:33.360 --> 01:34:39.040
<v Thorsten Fehr>irgendwann Ende der 80er Jahre, wissen wir, wo Wolken sind und die Messungen

01:34:39.040 --> 01:34:41.280
<v Thorsten Fehr>der meteorologischen Systeme sind immer besser geworden.

01:34:41.280 --> 01:34:44.439
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir wissen, wie viele Wolken da sind.

01:34:45.100 --> 01:34:49.080
<v Thorsten Fehr>Wir wissen, wo die sind. Wir haben verschiedene Wolkentypen auch schon klassifiziert.

01:34:49.300 --> 01:34:52.820
<v Thorsten Fehr>Aber was uns immer fehlt, ist die vertikale Struktur der Wolken.

01:34:53.080 --> 01:34:55.460
<v Thorsten Fehr>Und das ist eigentlich viel entscheidender. Die kennen wir vom Boden aus.

01:34:55.460 --> 01:34:58.500
<v Thorsten Fehr>Also sprich, ich wäre überrascht, wenn wir jetzt einen ganz neuen Wolkentyp

01:34:58.500 --> 01:35:04.740
<v Thorsten Fehr>haben, ob wir dann einen, keine Ahnung, Cirrus Earthkerus oder sowas finden.

01:35:04.880 --> 01:35:06.020
<v Thorsten Fehr>Ich glaube, das werden wir nicht haben.

01:35:06.360 --> 01:35:10.040
<v Thorsten Fehr>Aber wir können das sehr viel besser charakterisieren. Wir können bessere Statistiken aufbauen.

01:35:10.399 --> 01:35:12.880
<v Thorsten Fehr>Und das ist das, worum es uns eigentlich auch geht.

01:35:13.260 --> 01:35:16.880
<v Thorsten Fehr>Hier bessere Statistiken, damit wir besser den Strahlungshaushalt der Erde kennenlernen.

01:35:17.520 --> 01:35:18.580
<v Thorsten Fehr>Über die Wolken auch feststellen.

01:35:18.640 --> 01:35:22.260
<v Tim Pritlove>Genau, weil man stellt dann fest, von diesem Wolkentyp haben wir jetzt bei einem

01:35:22.260 --> 01:35:24.880
<v Tim Pritlove>Komplettdurchlauf so und so viel gesehen.

01:35:25.380 --> 01:35:31.360
<v Tim Pritlove>Was hast du gesagt, wie oft, wie lange dauert das, um einmal komplett rum zu sein?

01:35:31.399 --> 01:35:32.120
<v Björn Frommknecht>25 Tage.

01:35:32.420 --> 01:35:33.439
<v Tim Pritlove>25 Tage, okay.

01:35:33.700 --> 01:35:34.939
<v Björn Frommknecht>Ein bisschen weniger als einen Monat.

01:35:34.960 --> 01:35:39.100
<v Tim Pritlove>Okay, also so grob, man schaut halt mal so einen Monat auf die Erde,

01:35:39.260 --> 01:35:43.320
<v Tim Pritlove>das tut man dann über drei Jahre, dann kriegt man eine relativ gute Vorstellung davon,

01:35:43.580 --> 01:35:48.939
<v Tim Pritlove>was man jetzt wie oft wo findet Und dann kennt man ja dann sozusagen auch so,

01:35:49.060 --> 01:35:52.740
<v Tim Pritlove>okay, aber dieser Wolkentyp, der strahlt mehr ab oder der kühlt mehr und der

01:35:52.740 --> 01:35:58.560
<v Tim Pritlove>führt eher zur Erwärmung und was weiß ich, dann hat sich das über die drei Jahre

01:35:58.560 --> 01:36:01.140
<v Tim Pritlove>vielleicht auch noch leicht verändert, kann ja auch sein.

01:36:01.140 --> 01:36:06.479
<v Thorsten Fehr>Was wir wahrscheinlich weniger sehen werden als die Veränderung von den Wolken

01:36:06.479 --> 01:36:10.920
<v Thorsten Fehr>in dem Zeitraum, sind eher vielleicht auch singuläre Ereignisse.

01:36:11.780 --> 01:36:15.340
<v Thorsten Fehr>Vulkanausbruch zum Beispiel. Wir hatten vorhin den Eyjafjallajökull,

01:36:15.540 --> 01:36:19.700
<v Thorsten Fehr>den Vulkan in Island, aber es gibt natürlich auch andere Vulkane.

01:36:21.160 --> 01:36:23.780
<v Thorsten Fehr>Hungartonga, da habe ich ja mögliche Schwierigkeiten, wie der wirklich heißt.

01:36:24.800 --> 01:36:27.820
<v Tim Pritlove>Was ich doch immer mit Vulkanen so ein Problem ist.

01:36:27.820 --> 01:36:30.700
<v Thorsten Fehr>Die sind immer an Orten, wo die Sprachen...

01:36:31.580 --> 01:36:34.920
<v Tim Pritlove>Stimmt, da will immer keiner hin. Das sind nur irgendwelche Bergvölker, die sich dann was...

01:36:34.920 --> 01:36:37.200
<v Thorsten Fehr>Wenn der Brock ausbrechen würde, wäre es einfach.

01:36:37.320 --> 01:36:38.399
<v Tim Pritlove>Das ist vollkommen klar.

01:36:38.660 --> 01:36:42.840
<v Thorsten Fehr>Dass die eben in Regionen sind, die ein bisschen schwieriger aussehen.

01:36:43.120 --> 01:36:45.740
<v Thorsten Fehr>Solche Sachen werden wir sehen. Die sind auch wichtig für uns.

01:36:46.560 --> 01:36:48.140
<v Tim Pritlove>Oder auch Industriegebiete.

01:36:48.860 --> 01:36:51.640
<v Thorsten Fehr>Industriegebiete, Waldbrände, das ist ein anderer Punkt.

01:36:51.680 --> 01:36:52.280
<v Tim Pritlove>Auch hier.

01:36:52.520 --> 01:36:55.460
<v Thorsten Fehr>Also solche Sachen werden wir sehen, wollen wir auch sehen. Eigentlich wollen

01:36:55.460 --> 01:36:57.340
<v Thorsten Fehr>wir sie nicht sehen. Also abgesehen, wir wollen es eigentlich nicht sehen,

01:36:57.380 --> 01:36:58.280
<v Thorsten Fehr>aber werden wir sie sehen.

01:36:58.560 --> 01:37:02.520
<v Thorsten Fehr>Und auch hier haben wir dann aufgrund der neuartigen Messmethoden,

01:37:02.560 --> 01:37:05.939
<v Thorsten Fehr>die wir haben, können wir auch hier mehr Wissen noch beisteuern,

01:37:06.000 --> 01:37:09.080
<v Thorsten Fehr>was eben früher noch nicht da war. Das ist ein anderes Element dazu.

01:37:10.600 --> 01:37:14.740
<v Björn Frommknecht>Eine andere Sache, die wir dann auch sehen können, wenn sie groß genug sind,

01:37:14.780 --> 01:37:17.780
<v Björn Frommknecht>sind zum Beispiel Stürme, Extremwetterereignisse, Hurricanes,

01:37:17.840 --> 01:37:21.979
<v Björn Frommknecht>Tornados und so weiter, wo man dann eben auch detaillierter sozusagen reinschauen kann.

01:37:21.979 --> 01:37:28.360
<v Tim Pritlove>Ja, sozusagen so richtig förmlich ins Auge des Geschehens, ins Auge des Flurms

01:37:28.360 --> 01:37:31.720
<v Tim Pritlove>reinschauen und da Erkenntnisse gewinnen.

01:37:31.920 --> 01:37:35.100
<v Thorsten Fehr>Aber Graben, diese unterschiedlichen Wolken sind für uns eben extrem wichtig,

01:37:35.220 --> 01:37:38.880
<v Thorsten Fehr>weil ich, wie ich vorhin schon gesagt hatte, unterschiedliche Wolken wirken

01:37:38.880 --> 01:37:41.880
<v Thorsten Fehr>unterschiedlich auf die Strahlung und wirken unterschiedlich aufs Klima.

01:37:42.100 --> 01:37:45.860
<v Thorsten Fehr>Und wir wissen, dass eben manche Wolkentypen weniger werden,

01:37:45.960 --> 01:37:48.200
<v Thorsten Fehr>manche werden häufiger in einem verändernden Klima.

01:37:49.580 --> 01:37:52.880
<v Thorsten Fehr>Und diesen ganzen Einfluss besser abzuschätzen, ist eben extrem wichtig,

01:37:52.939 --> 01:37:54.960
<v Thorsten Fehr>damit wir wissen, wo wir stehen in Zukunft.

01:37:55.200 --> 01:38:00.820
<v Thorsten Fehr>Wir reden immer davon, okay, wir müssen unsere Klimagase-Emissionen deutlich

01:38:00.820 --> 01:38:04.140
<v Thorsten Fehr>reduzieren, das ist auch richtig, aber es sind noch so viele andere Elemente

01:38:04.140 --> 01:38:08.060
<v Thorsten Fehr>im Klimasystem, die wir auch noch besser bestimmen müssen, die wir auch noch

01:38:08.060 --> 01:38:08.840
<v Thorsten Fehr>besser verstehen müssen.

01:38:09.800 --> 01:38:17.020
<v Tim Pritlove>Drei Jahre Laufzeit ist ja eigentlich nicht so viel. Würde man sich ja mehr wünschen.

01:38:17.380 --> 01:38:21.260
<v Tim Pritlove>Das ist jetzt treibstoffbedingt? Bedingt?

01:38:21.540 --> 01:38:25.899
<v Björn Frommknecht>Hauptsächlich treibstoffbedingt. Also bei anderen Satellitenmissionen ist ja

01:38:25.899 --> 01:38:28.200
<v Björn Frommknecht>oft die Batterie, die sagen wir mal irgendwann schwächelt.

01:38:28.399 --> 01:38:32.820
<v Björn Frommknecht>Aber bei uns dadurch, dass wir so niedrig fliegen und eben konstant dem Luftwiderstand

01:38:32.820 --> 01:38:37.700
<v Björn Frommknecht>trotzen müssen, wir aber nur eine bestimmte Menge an Treibstoff mitnehmen können,

01:38:37.899 --> 01:38:43.140
<v Björn Frommknecht>einfach aufgrund der Beschränkungen, die wir haben, ist die Lebensdauer von daher begrenzt.

01:38:43.140 --> 01:38:45.399
<v Björn Frommknecht>Das hängt natürlich von der Sonnenaktivität ab.

01:38:46.460 --> 01:38:51.740
<v Björn Frommknecht>Je höhere Sonnenaktivität, desto kürzer. Da haben sich die Verzögerungen,

01:38:51.780 --> 01:38:55.040
<v Björn Frommknecht>die wir jetzt erfahren haben, wirken sich da positiv aus.

01:38:55.260 --> 01:39:01.040
<v Björn Frommknecht>Wir sind ja jetzt dann wieder auf dem, sagen wir mal, wir haben das Maximum überschritten.

01:39:01.220 --> 01:39:04.540
<v Björn Frommknecht>Und das könnte für eine Verlängerung der Lebenszeit.

01:39:04.700 --> 01:39:09.060
<v Tim Pritlove>Die Sonnenaktivität hat einen Einfluss auf die Laufzeit? Inwiefern?

01:39:09.180 --> 01:39:12.740
<v Björn Frommknecht>Auf den Luftwiderstand, ja. Auf den Luftwiderstand und Strahlungsdruck.

01:39:14.040 --> 01:39:18.760
<v Thorsten Fehr>Die Atmosphäre ist nicht statisch, sondern die Atmosphäre dehnt sich auch aus.

01:39:18.920 --> 01:39:23.360
<v Thorsten Fehr>Und einer der Hauptelemente, die dazu führen, dass sich diese Atmosphäre auch

01:39:23.360 --> 01:39:25.220
<v Thorsten Fehr>ausdehnen kann, ist zum Beispiel Sonnenaktivität.

01:39:25.280 --> 01:39:28.140
<v Thorsten Fehr>Und wenn wir eine höhere Sonnenaktivität haben, dann muss ich mir vorstellen,

01:39:28.220 --> 01:39:31.660
<v Thorsten Fehr>da kommt mehr Energie rein und das dehnt sich dann so ein bisschen aus.

01:39:32.020 --> 01:39:37.399
<v Thorsten Fehr>Und an der oberen Kante der Atmosphäre ist diese Ausdehnung noch stärker.

01:39:37.760 --> 01:39:42.080
<v Tim Pritlove>Das heißt, es wird weniger dicht und man hat weniger Widerstand.

01:39:42.700 --> 01:39:45.880
<v Thorsten Fehr>Es ist wie wenn man mehr Widerstand hat.

01:39:46.640 --> 01:39:49.760
<v Björn Frommknecht>Es wird dichter. Die Dichte nimmt,

01:39:51.100 --> 01:39:54.740
<v Björn Frommknecht>zu zur Erde hin und das heißt, wenn man sich das so vorstellen will,

01:39:54.780 --> 01:39:58.660
<v Björn Frommknecht>eine dichtere Schicht kommt weiter hoch, geometrisch weiter weg und da fliegen

01:39:58.660 --> 01:40:01.660
<v Björn Frommknecht>wir dann durch, unsere Höhe bleibt gleich, deswegen haben wir höheren Widerstand.

01:40:01.720 --> 01:40:04.160
<v Tim Pritlove>Die Atmosphäre drückt von innen nach außen, also sie wird dann nicht dünner,

01:40:04.240 --> 01:40:06.020
<v Tim Pritlove>sondern sie wird dann nicht dicker sozusagen.

01:40:06.280 --> 01:40:09.740
<v Thorsten Fehr>Sie bläst sich auf, wie wenn man einen Luftballon warm macht,

01:40:09.920 --> 01:40:11.399
<v Thorsten Fehr>dann dehnt er sich so ein bisschen aus.

01:40:11.399 --> 01:40:14.200
<v Tim Pritlove>Okay, und wir haben jetzt mehr oder weniger Sonnenaktivität erwartet?

01:40:14.320 --> 01:40:19.340
<v Björn Frommknecht>Die drei Jahre ist für hohe Sonnenaktivität abgeschätzt und wir haben jetzt

01:40:19.340 --> 01:40:23.140
<v Björn Frommknecht>aber eine niedrigere Sonnenaktivität, als für die diese Abschätzung gemacht wird.

01:40:23.160 --> 01:40:27.360
<v Björn Frommknecht>Deswegen sind wir zuversichtlich im Moment, sagen wir mal, dass es die Möglichkeit

01:40:27.360 --> 01:40:29.760
<v Björn Frommknecht>gibt, noch ein Jahr zu verlängern, wenn auch sonst.

01:40:30.240 --> 01:40:32.020
<v Tim Pritlove>Wie, das macht 30 Prozent aus?

01:40:33.260 --> 01:40:37.520
<v Björn Frommknecht>Ungefähr, ja. Es hat eine deutliche Auswirkung.

01:40:37.680 --> 01:40:42.600
<v Björn Frommknecht>Wenn man sich das aussuchen könnte, wann man denn die Missionen dann startet

01:40:42.600 --> 01:40:47.180
<v Björn Frommknecht>oder so, würde man sie immer so starten, dass sie sozusagen das Maximum hinter

01:40:47.180 --> 01:40:50.680
<v Björn Frommknecht>sich lassen und dann möglichst lange in dem Minimum fliegen.

01:40:50.979 --> 01:40:54.680
<v Tim Pritlove>Okay, also es könnte theoretisch sein, dass das Ding auch vier Jahre hält sozusagen.

01:40:54.899 --> 01:40:58.700
<v Björn Frommknecht>Könnte auch sein, aber das hängt natürlich auch von anderen Faktoren ab und

01:40:58.700 --> 01:41:02.680
<v Björn Frommknecht>auch wie es den Instrumenten geht. Ja, klar. Den aktiven Instrumenten hauptsächlich.

01:41:03.140 --> 01:41:05.899
<v Thorsten Fehr>Also auf der wissenschaftlichen Seite wollen wir natürlich die Vision so lange

01:41:05.899 --> 01:41:07.439
<v Thorsten Fehr>wie möglich haben, das ist vollkommen klar.

01:41:08.439 --> 01:41:12.939
<v Thorsten Fehr>Und wir sehen natürlich auch, dass bei vielen Visionen die Lebensdauer sehr

01:41:12.939 --> 01:41:16.120
<v Thorsten Fehr>viel länger war, als wie sie ursprünglich angenommen wurde.

01:41:16.439 --> 01:41:18.180
<v Tim Pritlove>Ja, Voyager 1 funkt immer noch.

01:41:18.360 --> 01:41:21.240
<v Thorsten Fehr>Voyager 1 funkt immer noch und ein Grund, weshalb Voyager 1 immer noch funkt,

01:41:21.280 --> 01:41:22.380
<v Thorsten Fehr>ist, dass er keine Atmosphäre hat.

01:41:22.680 --> 01:41:24.080
<v Tim Pritlove>Ja, das ist ein großer Vorteil.

01:41:24.240 --> 01:41:27.880
<v Thorsten Fehr>Und das ist eben bei uns die Problematik. Viele meiner Kollegen sagen,

01:41:27.980 --> 01:41:31.680
<v Thorsten Fehr>ja, wir bauen unsere Systeme immer nur für ein paar Jahre, aber dann halten die viel, viel länger.

01:41:31.680 --> 01:41:35.400
<v Thorsten Fehr>Aber hier im speziellen Fall von EarthCare mit aktiven Instrumenten,

01:41:35.400 --> 01:41:37.900
<v Thorsten Fehr>das macht auch noch einen großen Unterschied, ob wir ein aktives Instrument

01:41:37.900 --> 01:41:41.740
<v Thorsten Fehr>haben oder ein passives Instrument haben und eben aufgrund der Tatsache,

01:41:41.820 --> 01:41:44.060
<v Thorsten Fehr>dass wir so niedrig fliegen, ist die Hoffnung,

01:41:44.160 --> 01:41:47.800
<v Thorsten Fehr>dass wir anstatt drei 20 Jahre machen, ist null.

01:41:48.000 --> 01:41:50.700
<v Thorsten Fehr>Die Hoffnung, dass wir vielleicht anstatt drei vielleicht vier machen,

01:41:50.820 --> 01:41:55.200
<v Thorsten Fehr>hier schaue ich in Björns blaue Augen, die ist natürlich immer gegeben und wir

01:41:55.200 --> 01:41:57.960
<v Thorsten Fehr>hoffen, dass wir auch da hinkommen von der wissenschaftlichen Seite her.

01:41:57.960 --> 01:42:03.800
<v Tim Pritlove>Ja klar, das kann ich mir natürlich vorstellen. Ein Jahr mehr macht ja nochmal richtig viel aus.

01:42:04.420 --> 01:42:07.820
<v Tim Pritlove>Und trotzdem wird man ja dann, selbst wenn er nicht mehr fliegt,

01:42:07.820 --> 01:42:10.700
<v Tim Pritlove>von den Daten wahrscheinlich noch sehr lange zehren können.

01:42:10.700 --> 01:42:15.120
<v Tim Pritlove>Und oft ist es ja nun auch so, die Instrumente sind ja dann in der Regel immer

01:42:15.120 --> 01:42:20.440
<v Tim Pritlove>Prototypen, sprich gab es halt so noch nie, hat man noch nie so gebaut und ist ja dann immer wieder,

01:42:20.540 --> 01:42:22.500
<v Tim Pritlove>also technologisch an sich gab es

01:42:22.500 --> 01:42:26.300
<v Tim Pritlove>das schon mal, aber dann halt in dieser konkreten Form und Nutzung nicht.

01:42:26.440 --> 01:42:30.460
<v Tim Pritlove>Ist denn das sozusagen auch Instrumentarium, was man dann in Zukunft vielleicht

01:42:30.460 --> 01:42:35.740
<v Tim Pritlove>auf normalen Wettersatelliten sehen könnte oder ist das jetzt zu abgefahren?

01:42:35.740 --> 01:42:39.600
<v Björn Frommknecht>Also ich denke, die Eolos-Mission ist ein gutes Beispiel dafür.

01:42:39.700 --> 01:42:43.380
<v Björn Frommknecht>Da gibt es jetzt eine Nachfolgemission, wo das experimentelle Instrument,

01:42:43.480 --> 01:42:46.660
<v Björn Frommknecht>der LIDA, der eben Wind messen konnte,

01:42:47.780 --> 01:42:52.680
<v Björn Frommknecht>nochmal in verbesserter Form gebaut wird, weil man erstens nachgewiesen hat,

01:42:52.700 --> 01:42:55.320
<v Björn Frommknecht>okay, da gibt es einen operationellen Nutzen, das lohnt sich wirklich,

01:42:55.440 --> 01:42:58.000
<v Björn Frommknecht>das ganze Geld und den Aufwand zu investieren.

01:42:59.040 --> 01:43:04.560
<v Björn Frommknecht>Und das könnte bei uns auch der Fall sein, aber das steht in den Sternen, wir hoffen es.

01:43:05.060 --> 01:43:09.420
<v Björn Frommknecht>Für uns ist das Wichtigste jetzt erstmal, dass der Start klappt und funktioniert

01:43:09.420 --> 01:43:11.920
<v Björn Frommknecht>und dass wir zeigen können, es war es wert.

01:43:12.990 --> 01:43:17.050
<v Björn Frommknecht>Der ganze Aufwand und die ganzen Anstrengungen, die da über Jahrzehnte gemacht

01:43:17.050 --> 01:43:19.450
<v Björn Frommknecht>worden sind und dass wir gute Ergebnisse haben.

01:43:19.770 --> 01:43:22.530
<v Thorsten Fehr>Es ist natürlich so, dass selbst die Mission, wie du auch gerade gesagt hast,

01:43:22.650 --> 01:43:24.850
<v Thorsten Fehr>auch wenn sie nach drei Jahren zu Ende ist, wir hoffen natürlich,

01:43:24.930 --> 01:43:28.090
<v Thorsten Fehr>dass wir so tolle und gute Daten haben, dass die Wissenschaftler noch über Jahre,

01:43:28.230 --> 01:43:30.830
<v Thorsten Fehr>Jahrzehnte daran arbeiten können. Das ist die eine Seite.

01:43:30.990 --> 01:43:33.850
<v Thorsten Fehr>Das heißt, häufig sagen die Leute, deine Mission ist zu Ende gegangen.

01:43:33.950 --> 01:43:36.170
<v Thorsten Fehr>Ich habe auf Aeolus gearbeitet. Die sagen, deine Mission ist zu Ende.

01:43:36.250 --> 01:43:38.670
<v Thorsten Fehr>Nein, nein, das ist nur das Ende des Satelliten.

01:43:38.730 --> 01:43:43.130
<v Thorsten Fehr>Die Mission geht weiter. Die Mission lautet, wir wollen mit den Daten von dem

01:43:43.130 --> 01:43:46.030
<v Thorsten Fehr>Satelliten eben auch weiter Wissenschaft betreiben, auch weiter Erkenntnisse

01:43:46.030 --> 01:43:47.590
<v Thorsten Fehr>schaffen. Das ist das Ziel.

01:43:48.330 --> 01:43:51.570
<v Thorsten Fehr>Auf der anderen Seite arbeiten wir natürlich auch mit internationalen Kooperationen zusammen.

01:43:51.890 --> 01:43:54.650
<v Thorsten Fehr>Das heißt, das ist für uns auch wichtig, wie wir vorhin auch schon erwähnt hatten,

01:43:54.730 --> 01:44:00.470
<v Thorsten Fehr>die amerikanischen Kollegen hatten schon Satelliten, die was Ähnliches gemessen haben wie wir.

01:44:01.070 --> 01:44:04.590
<v Thorsten Fehr>Wir haben momentan einen chinesischen Satelliten, der auch etwas Ähnliches misst

01:44:04.590 --> 01:44:06.590
<v Thorsten Fehr>wie wir. Nicht dasselbe, das ist alles ein bisschen anders.

01:44:06.870 --> 01:44:12.030
<v Thorsten Fehr>Und unsere amerikanischen Kollegen planen eine Satellitenmission in den 30er

01:44:12.030 --> 01:44:16.870
<v Thorsten Fehr>Jahren, in den 2030er Jahren, die auch wieder ähnliche Sachen misst wie wir.

01:44:17.130 --> 01:44:21.150
<v Thorsten Fehr>Wir glauben immer noch, dass wir vermutlich einen Referenzdatensatz erstellen würden.

01:44:21.410 --> 01:44:25.670
<v Thorsten Fehr>Referenz in dem Sinn, dass insbesondere zum Beispiel das ATLIT,

01:44:25.790 --> 01:44:30.270
<v Thorsten Fehr>dieses Slidergerät, Da sind wir momentan kein Nachfolger und wie wir auch vorhin

01:44:30.270 --> 01:44:33.870
<v Thorsten Fehr>schon erwähnt haben, das Bauen von so einem Satelliten dauert einigermaßen lange.

01:44:33.950 --> 01:44:39.590
<v Thorsten Fehr>Aber es gibt Nachfolgeprojekte, wo wir dann eine lange Zeitreihe auch aufbauen können.

01:44:40.010 --> 01:44:45.470
<v Thorsten Fehr>Das beginnt mit den amerikanischen Missionen 2007, glaube ich,

01:44:45.490 --> 01:44:49.630
<v Thorsten Fehr>wenn ich mich recht erinnere, die angefangen haben, diese Vertikalprofile von

01:44:49.630 --> 01:44:51.690
<v Thorsten Fehr>Aerosolen und auch von Wolken zu messen.

01:44:52.310 --> 01:44:55.770
<v Thorsten Fehr>Die haben das zum Teil bis letztes Jahr gemacht. Das waren wirklich Satelliten,

01:44:55.850 --> 01:44:59.370
<v Thorsten Fehr>die, weil sie auch sehr hoch geflogen sind, sehr lange gelebt haben.

01:44:59.710 --> 01:45:03.210
<v Thorsten Fehr>Jetzt kommen wir rein mit EarthCare. Wir hatten Iolos dazwischen drin.

01:45:03.710 --> 01:45:08.910
<v Thorsten Fehr>Das war zwar ein Windlider, aber auch das hat Aerosole und auch Wolkeninformationen geliefert.

01:45:09.290 --> 01:45:13.970
<v Thorsten Fehr>Wir haben die chinesische Mission, die nennt sich ACDL, die im Moment fliegt.

01:45:14.050 --> 01:45:17.230
<v Thorsten Fehr>Wir werden dann in Zukunft die amerikanische Mission haben und dann vielleicht

01:45:17.230 --> 01:45:19.850
<v Thorsten Fehr>wieder eine europäische oder eine japanische oder eine ähnliche Mission.

01:45:19.850 --> 01:45:23.190
<v Thorsten Fehr>Das heißt, wir bauen unsere Zeitreihen immer aufeinander auf.

01:45:23.510 --> 01:45:27.810
<v Thorsten Fehr>Es ist klar, die sind immer ein bisschen unterschiedlich in der Frequenz,

01:45:27.890 --> 01:45:31.190
<v Thorsten Fehr>in der Höhe, in was sie genau vermessen.

01:45:31.330 --> 01:45:35.910
<v Thorsten Fehr>Das ist immer ein bisschen unterschiedlich, aber da springt dann die Genialität

01:45:35.910 --> 01:45:39.410
<v Thorsten Fehr>unserer Wissenschaftler rein, die eben aus all diesen unterschiedlichen Daten setzen,

01:45:39.570 --> 01:45:43.170
<v Thorsten Fehr>dann trotzdem, wenn wir auf die geophysikalischen Produkte zurückgehen,

01:45:43.270 --> 01:45:48.210
<v Thorsten Fehr>wie zum Beispiel Wolkenhöhe, dann können die das trotzdem alles miteinander zusammenbauen.

01:45:48.210 --> 01:45:52.230
<v Thorsten Fehr>Und unsere 3-Jahres-Mission EarthCare, die vielleicht nur drei Jahre macht,

01:45:52.410 --> 01:45:59.930
<v Thorsten Fehr>kann dann trotzdem helfen, um diese gesamte Datenreihe von Anfang der 2000er,

01:46:00.850 --> 01:46:04.750
<v Thorsten Fehr>2030 oder länger auch besser zu charakterisieren.

01:46:05.030 --> 01:46:08.710
<v Thorsten Fehr>Wir sind praktisch auch hier wieder ein Element in der internationalen,

01:46:08.710 --> 01:46:09.730
<v Thorsten Fehr>in der globalen Zusammenarbeit.

01:46:11.670 --> 01:46:18.030
<v Tim Pritlove>Ja, jetzt muss nur noch fliegen. So, ich weiß nicht, ist das jetzt für euch

01:46:18.030 --> 01:46:23.570
<v Tim Pritlove>beide eigentlich die erste Mission, die ihr in dem Sinne so begleitet oder habt

01:46:23.570 --> 01:46:25.570
<v Tim Pritlove>ihr schon mal diesen ganzen Startfrust?

01:46:25.670 --> 01:46:27.570
<v Björn Frommknecht>Ich glaube, wir haben beide schon etliche,

01:46:29.950 --> 01:46:33.150
<v Björn Frommknecht>Momente erlebt, aber es ist trotzdem immer wieder was Besonderes,

01:46:33.190 --> 01:46:37.330
<v Björn Frommknecht>weil so ein Start ist natürlich sagen wir mal so ein bisschen binäres Ereignis.

01:46:37.430 --> 01:46:40.490
<v Björn Frommknecht>Ich meine, genau, entweder es klappt oder nicht und wenn es nicht klappt,

01:46:40.530 --> 01:46:44.570
<v Björn Frommknecht>dann kann es nicht nur ein bisschen nicht klappen, sondern es ist halt dann

01:46:44.570 --> 01:46:45.690
<v Björn Frommknecht>leider fatal. Hat es schon mal nicht geklappt?

01:46:46.430 --> 01:46:50.930
<v Björn Frommknecht>Nee, ich hatte Glück bisher. Ich weiß noch, bei Greys Mission war ich dabei

01:46:50.930 --> 01:46:56.030
<v Björn Frommknecht>und da kommt die Rakete aus so einer Röhre raus und da dachte ich jetzt explodiert

01:46:56.030 --> 01:47:00.550
<v Björn Frommknecht>alles, aber es war dann doch so geplant. Aber ich hatte Glück bisher.

01:47:00.970 --> 01:47:04.290
<v Thorsten Fehr>Ich nicht. Meine erste Vision bei der ESA, da war ich zwar nicht direkt daran

01:47:04.290 --> 01:47:08.910
<v Thorsten Fehr>beteiligt, aber es war die erste Erdbeobachtungsvision, die gelauncht wurde. Das war Cryosat.

01:47:09.410 --> 01:47:15.770
<v Thorsten Fehr>Das war 2006, glaube ich. Und seitdem bin ich ein bisschen launchgeschädigt.

01:47:15.790 --> 01:47:16.230
<v Tim Pritlove>Glaube ich.

01:47:16.230 --> 01:47:21.390
<v Thorsten Fehr>Das war schon ziemlich dramatisch einschneidend. Umgekehrt.

01:47:21.430 --> 01:47:24.410
<v Tim Pritlove>Also Cryosat 1, es gab dann noch einen zweiten, der funktioniert hat.

01:47:24.470 --> 01:47:28.130
<v Thorsten Fehr>Und da muss ich sagen, das war eine großartige Sache, was die ESA damals geschafft

01:47:28.130 --> 01:47:31.330
<v Thorsten Fehr>hat, dass wir wirklich die Mission verloren haben, dann gleich wieder,

01:47:32.500 --> 01:47:36.020
<v Thorsten Fehr>die nächste, praktisch noch in derselben Nacht definiert haben. Das war wirklich toll.

01:47:36.100 --> 01:47:40.840
<v Thorsten Fehr>Aber ich bin seitdem ein wenig Launch geschädigt, wann immer es Launches gibt.

01:47:41.020 --> 01:47:44.540
<v Thorsten Fehr>Und das müssen nicht mal die sein, die Mission, an der ich beteiligt war.

01:47:44.580 --> 01:47:48.200
<v Thorsten Fehr>Ich war an Earthcare beteiligt, ich war an Sentinel-5 Precursor beteiligt.

01:47:48.700 --> 01:47:52.320
<v Thorsten Fehr>Und jedes Mal, wenn die Launches waren, werde ich extrem nervös.

01:47:52.500 --> 01:47:57.980
<v Thorsten Fehr>Und ich bin eigentlich ansonsten nicht jemand, der so leicht aus der Fassung zu bringen ist.

01:47:58.320 --> 01:48:02.640
<v Thorsten Fehr>Aber da merke ich, wie der Hals trocken wird, wie ich dann anfange aufzustehen, rumzulaufen.

01:48:02.800 --> 01:48:06.860
<v Thorsten Fehr>Also ich sehe mich da schon Ende März hier in ESOC die letzten zehn Minuten

01:48:06.860 --> 01:48:09.320
<v Thorsten Fehr>irgendwo mich verkriechen oder irgendwas.

01:48:09.460 --> 01:48:11.840
<v Thorsten Fehr>Also es ist schon immer ein sehr spannendes und einschneidendes Erlebnis.

01:48:12.040 --> 01:48:17.840
<v Tim Pritlove>Also ihr werdet hier vor Ort sein, weil die Übernahme natürlich das eigentliche Ereignis ist.

01:48:17.880 --> 01:48:21.740
<v Tim Pritlove>Klar, der Start muss funktionieren, aber dann die Übernahme und die Inbetriebnahme,

01:48:21.980 --> 01:48:24.620
<v Tim Pritlove>da geht ja dann die Arbeit eigentlich auch erst so richtig los, oder?

01:48:24.820 --> 01:48:28.920
<v Björn Frommknecht>Also wenn man dann eben das erste Signal sieht von dem Satelliten,

01:48:28.960 --> 01:48:32.880
<v Björn Frommknecht>das ist dann Das ist ein super Moment, das ist natürlich genial.

01:48:33.120 --> 01:48:36.380
<v Björn Frommknecht>Und dann geht, Gott sei Dank, für uns die Arbeit erst richtig los.

01:48:36.520 --> 01:48:38.400
<v Björn Frommknecht>Das ist genau das, worauf wir uns freuen.

01:48:38.680 --> 01:48:41.800
<v Thorsten Fehr>Es kommen die ersten Produkte, dann kommen die ersten Produkte von dem einen

01:48:41.800 --> 01:48:44.560
<v Thorsten Fehr>Instrument, dann kommen die von dem anderen Instrument, dann kommen die gemeinsam.

01:48:45.080 --> 01:48:50.620
<v Thorsten Fehr>Also es gibt eine ganze Menge an ganz fantastischen und ganz tollen Ereignissen,

01:48:50.660 --> 01:48:53.260
<v Thorsten Fehr>die sich jetzt in den nächsten Jahren so aneinanderreihen werden.

01:48:53.400 --> 01:48:56.260
<v Thorsten Fehr>Das Ende dann, wie gesagt, nicht mit dem Ende der Satellitenmission,

01:48:56.260 --> 01:49:00.120
<v Thorsten Fehr>Dann kommen dann wissenschaftliche Publikationen, Konferenzen.

01:49:00.240 --> 01:49:04.340
<v Thorsten Fehr>Es geht immer weiter. Also es ist für uns eigentlich jetzt der Startschuss.

01:49:04.340 --> 01:49:08.120
<v Thorsten Fehr>Für viele unserer Kollegen natürlich, die den Satelliten seit 20 Jahren bauen,

01:49:08.240 --> 01:49:13.680
<v Thorsten Fehr>für die ist es dann das Ende in gewisser Hinsicht. Aber für uns geht die Sache

01:49:13.680 --> 01:49:14.640
<v Thorsten Fehr>erst so richtig los, nicht?

01:49:15.910 --> 01:49:19.510
<v Tim Pritlove>Ja, dann ist Schluss mit den Trockenübungen, wie jetzt hier bei Raumzeit.

01:49:19.710 --> 01:49:23.870
<v Tim Pritlove>Ich sage vielen, vielen Dank für die ausführlichen Ausführungen zur Mission

01:49:23.870 --> 01:49:29.430
<v Tim Pritlove>und Wissenschaft und was sonst alles noch interessant ist rund um EarthCare.

01:49:30.370 --> 01:49:32.630
<v Tim Pritlove>Ja, habt ihr noch irgendwas,

01:49:34.730 --> 01:49:35.210
<v Tim Pritlove>hinzuzufügen?

01:49:35.450 --> 01:49:38.490
<v Thorsten Fehr>Nein, nur vielen Dank.

01:49:38.730 --> 01:49:42.830
<v Björn Frommknecht>Wir freuen uns auf EarthCare und danke, dass wir dabei sein durften.

01:49:42.990 --> 01:49:47.170
<v Thorsten Fehr>Für jeden, der Interesse hat, das zu verfolgen, einfach auf esa.int gehen,

01:49:48.310 --> 01:49:50.370
<v Thorsten Fehr>EarthCare oder einfach einfach so EarthCare googeln.

01:49:50.410 --> 01:49:54.090
<v Thorsten Fehr>Ich glaube, das funktioniert heutzutage auch schon sehr gut und wir sind dann

01:49:54.090 --> 01:49:58.590
<v Thorsten Fehr>auch bei dem Launch Ende Mai, bei dem Start der Mission, gibt es auch einen

01:49:58.590 --> 01:50:02.750
<v Thorsten Fehr>Livestream, so ein bisschen Werbung machen, wo man auch zuschauen kann.

01:50:03.110 --> 01:50:08.430
<v Thorsten Fehr>Unser Launch ist spät, der ist 20 nach 12 Mitternacht, also für all die Leute,

01:50:08.510 --> 01:50:11.350
<v Thorsten Fehr>die ein bisschen länger wach bleiben wollen, ist das durchaus eine Möglichkeit

01:50:11.350 --> 01:50:12.990
<v Thorsten Fehr>auch den Launch direkt zu sehen.

01:50:12.990 --> 01:50:14.930
<v Tim Pritlove>Wie pünktlich muss das Ding sein?

01:50:16.190 --> 01:50:17.170
<v Björn Frommknecht>Wir haben keine,

01:50:19.830 --> 01:50:21.990
<v Björn Frommknecht>interstellare Mission, wo man ein gewisses Zeitfenster hat.

01:50:22.050 --> 01:50:22.990
<v Tim Pritlove>Das ist egal, oder?

01:50:23.290 --> 01:50:26.210
<v Björn Frommknecht>Im Prinzip ist es egal, das bestimmt SpaceX.

01:50:26.770 --> 01:50:29.910
<v Tim Pritlove>Verstehe, alles klar. Na gut, dann muss man halt vielleicht ein bisschen früher

01:50:29.910 --> 01:50:32.610
<v Tim Pritlove>oder später aufstehen, je nachdem. Alright, gut.

01:50:32.710 --> 01:50:32.970
<v Thorsten Fehr>Danke dir.

01:50:33.110 --> 01:50:37.810
<v Tim Pritlove>Das war's, vielen Dank fürs Zuhören. Das war's bei RONZEIT, bald geht's wieder

01:50:37.810 --> 01:50:39.630
<v Tim Pritlove>weiter. Ich sag tschüss, bis bald.
