Raumzeit
Der Podcast mit Tim Pritlove über Raumfahrt und andere kosmische Angelegenheiten
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RZ124 Vera C. Rubin Observatory

Die kontinuierliche Beobachtung des Himmels erhält Verstärkung durch ein neues leistungsfähiges Teleskop

Im Oktober 2025 ging das Vera C. Rubin Observatory auf dem El-Peñón-Gipfel des Cerro Pachón in Chile in Betrieb. Die komplexe Optik des Teleskops kann trotz seines großen Bildwinkels mit seinem großen Spiegel tief ins Universum schauen. Ziel ist eine permanente Durchmusterung auf der Suche nach bisher unbekannten Konstellationen und Ereignissen. Das NASA-Projekt wird von zahlreichen Partnern unterstützt, unter anderem dem Astronomischen Rechen-Instituts (ARI) in Heidelberg.

https://raumzeit-podcast.de/2026/01/07/rz124-vera-c-rubin-observatory/
Veröffentlicht am: 7. Januar 2026
Dauer: 1:26:42


Kapitel

  1. Intro 00:00:00.000
  2. Begrüßung und Vorstellung 00:00:34.232
  3. Astronomisches Recheninstitut 00:01:38.247
  4. Gastvorstellung & Forschungshintergrund 00:03:03.560
  5. Aufgaben und Ziele des Vera Rubin Observatoriums 00:12:32.748
  6. Standort in Chile 00:16:35.993
  7. Projektstruktur und Kollaboration 00:21:23.713
  8. Technische Besonderheiten und Beobachtungsverfahren 00:29:58.752
  9. Differenzbildanalyse, Broker & Alerts 00:37:20.380
  10. Forschungsziele und Multi-Messenger-Astronomie 00:48:55.528
  11. Erkenntnisse zur Dunklen Materie 01:00:47.293
  12. Planet Neun & weitere Suchprogramme 01:02:36.705
  13. Observation Bias der Südhalbkugel 01:09:46.108
  14. Problem Megakonstellationen 01:12:41.503
  15. Ausblick 01:20:05.065
  16. Ausklang 01:24:51.522

Transkript

Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Mikrogravitationslinseneffekt, das ist der Teil, oder das Arbeitsgebiet, in dem ich tätig bin, schon 2006 gekommen, als Teil meiner Diplomarbeit in Göttingen und habe da auch promoviert. Und das hat mich tatsächlich unweigerlich auf diese Schiene gebracht. Danach war ich in Schottland tätig, zusammen mit Partnern beim Las Cumbers Observatory, mit dem wir auch heute noch zusammenarbeiten. Das ist ein Observatorium, ein Netzwerk robotischer Teleskope, die auf der gesamten Welt verteilt sind und die von ihrem Hauptquartier nahe Santa Barbara aus kontrolliert werden. Und in diesem Team bin ich seit 2006 tätig. Danach habe ich eine kleine Detour über Kopenhagen gemacht, über das Nils-Bohr-Institut und da an einem Teleskop in einer anderen Kollaboration auch zu Mikrolinsen geforscht. Und der Schwerpunkt, den ich da hatte, der hat auch etwas unmittelbar mit Rubin zu tun. Und zwar ging es da um die Datenauswertung mit der Differenzbildanalyse. Und das ist genau auch das Rückgrat von den Veränderlichen, die Rubin berichten wird. Und deswegen kann ich da auch ein bisschen was zu erzählen, wie es dann dazu gekommen ist. Danach bin ich hier nach Heidelberg gekommen, um weiter in den Kollaborationen zu arbeiten, aber für andere auch zusammen mit diesem Team, das heißt RoboNet. Und es gibt es in verschiedenen Zusammensetzungen auch heute noch. Wir verfolgen eben Mikrogravitationslinsenereignisse, also spezielle Ereignisse am Himmel, die dafür sorgen, dass Sterne heller erscheinen im Laufe der Zeit und wieder schwächer werden. Und das ist ein statistisches Phänomen in der Milchstraße. Und ein bisschen darüber hinaus, wir sagen galaktischer Mikrogravitationslinseneffekt oder kurz Mikrolinseneffekt und wir suchen nach Linsen, die vor anderen Hintergrundsternen vorziehen und diese Helligkeitsänderung auslösen.

Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Das ist für uns kein Problem. Und wir müssen unsere Kollegen, die mit anderen Methoden arbeiten, zum Beispiel mit der Transit-Methode, die einfach nur Planeten bedeckt, wie wir das in unserem Sonnensystem auch kennen, wenn die Venus vor der Sonne ist oder mit der Radialgeschwindigkeitsmethode, der der erste Exoplanet gefunden wurde. Diese Methoden vernachlässigen ganz häufig unseren Effekt, weil wir messen im Prinzip keine Bahnperiode, sondern wir messen also was wie einen Abstand, einen Schnappschuss, wo sich der Planet gerade befindet. Und wenn der Planet sich in einem eigentlich projizierten Abstand zu dem jeweiligen Mutterstern, sagen wir mal, befindet, dann können wir den detektieren und wir brauchen auch da kein Licht für. Das kann auch ein sehr kleiner Planet sein. Mit einem Mikrolinseneffekt können wir Verstärkungen erzielen und Muster, die bei sobald mehrere Objekte ins Spiel kommen, die deutlich von der erwarteten Helligkeitsschwankung dieser Kurve abweicht. Und so kriegen wir so ein Massenverhältnis raus und wir kriegen ganz diesen projizierten Abstand. Aber den können wir nicht ganz einfach in die Perioden, die die anderen Teams berichten, umrechnen, sondern nur unter Annahmen. Deswegen machen wir das ganz häufig nicht und wenn in diesem System von Exoplaneten berichtet werden, sieht man die Mikro-Lensing-Planeten mehr als 250 im Moment. Überhaupt nicht, aber es ist eine der Top-Beobachtungsmethoden und es wird auch für uns ganz wichtig, für ein anderes Teleskop ganz wichtig werden, das Nancy Grace Roman Space Telescope. Wenn das fliegt, dann haben wir die große Hoffnung, dass für die Community, also für die Mikro-Linsen-Community, ganz, ganz viele Planeten gefunden werden. Ich vergleiche das immer, das ist unser Kepler. Kepler hat für die Transit-Methode revolutioniert und wir hoffen, dass das Nancy Grace Roman Space Telescope entsprechend auch die Planetensuche bei uns revolutioniert und die Antwort auf die Frage nach den freifliegenden Planeten auch beantworten kann.

Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Ja, ursprünglich war geplant, internationale Kollaborationen und internationale Partner zu gewinnen, indem durch Verträge mit jeweiligen Unis oder mit Instituten im Austausch für Datenrechte diese Beteiligung gesichert wird. Dann mussten diese beiden Organisationen im Laufe der Umstellung von Finanzen und von rechtlichen Fragen diese ursprünglichen Verträge zurückziehen. Und dann wurde eine zweite, eine neue Möglichkeit eröffnet, um doch internationale Beteiligung zu ermöglichen. Das ist das sogenannte In-Kind-Programm. Und dieses In-Kind-Programm steht für so eine Art Sachleistung. Diese Sachleistung kann zum Beispiel Teleskopzeit sein, Rechenzeit oder eben Softwareentwicklung. Und das ARRI hier am ZAH und das MPIA auf dem Berg, wir haben unabhängige Sachleistungen eingereicht, um Mitglied oder um die Datenrechte zu erwerben. Datenrechte bei Rubin sind ein bisschen kompliziert, weil vieles von dem, was Rubin macht, ist für die Weltöffentlichkeit und sofort für die Weltöffentlichkeit gemacht und gedacht. Was jetzt aber... Bestimmte wissenschaftliche Fragestellungen, die zwei Jahre Frist haben, um den Leuten, die in den Kollaborationen an den Daten gearbeitet haben, an den Verfahren, die Möglichkeit zu geben, die auszuwerten. Per Definition sind alle Amerikaner und alle Chilenen da drin und aus Europa und auch internationale Partner, die verschiedene Beiträge geleistet haben. Einige größere Entwicklungen, zum Beispiel in Frankreich, wurde das System für die Filterwechsel entwickelt und die Speicherung der Daten wird teilweise in Lyon durchgeführt. Das heißt, die haben über so etwas Zugang und können viele Personen mit Zugang zu den Daten, das heißt Bilddaten und spezielle Katalogdaten, die ausgewertet sind, durchgeführt.

Tim Pritlove
0:25:42
Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
0:26:54
Markus Hundertmark
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Das hängt ein wenig davon ab. Also wir sind jetzt zum ersten Mal bei Rubin ein bisschen ähnlicher wie die Teilchenphysik organisiert. Das heißt, wir haben wissenschaftliche Kollaborationen, Rubin, die verschiedene Wissenschaftsfelder darstellen. Und bei Rubin geht es nicht nur um die dunkle Energie, dunkle Materiefrage, sondern es geht zum Beispiel auch um die Struktur der Milchstraße, es geht um Objekte in unserem Sonnensystem, es geht um überhaupt veränderliche am Himmel, irgendetwas, was heller und weniger hell wird im Laufe der Zeit. Und schließlich haben wir noch eine Gruppe, die sich beschäftigt mit nur der dunklen Energie und ähnlichen oder starken Gravitationslinsen. Da gibt es auch eine Kollaboration. Und je nachdem, in welcher Kollaboration wir Mitglied sind, organisieren wir die Forschung ein bisschen anders. Das heißt, in unserem Fall für die Mikrogravitationslinsen, wir sind Teil der transienten und variablen Sterne. Transient heißt hier nur, wird einmal hell. dann wieder dunkel und bleibt auch so. Und periodische Veränderliche, die werden immer wieder hell und dunkel und geben eben Aufschluss zum Beispiel. Das sind zum Beispiel Standardkerzen, die uns sagen, wie weit ein Stern in der Milchstraße weg ist oder so etwas. Und je nachdem, wie das organisiert ist, bieten wir dann in diesen Kollaborationen auch natürlich Services für Kollegen an. Und bei unserer In-Kind-Contribution, die ist ein bisschen in diesem System drin. Das ist ein Softwarebeitrag, das wird ein Webportal, das die bestimmte Events veränderlicher am Himmel nimmt und bei der Entscheidungsfindung für Weiterbeobachtungen hilft. Rubin ist zwar in sich eine Entdeckungsmaschine, die veränderlicher am Himmel jede Nacht findet. Jede Nacht im Prinzip 10 Millionen Punkte, an denen sich etwas tut. Aber das alleine reicht bei einigen. Und die Zeitauflösung, die wir jetzt mit Rubin erreichen, also den ganzen Südhimmel alle drei Nächte zu beobachten, das ist schon spektakulär. Trotzdem reicht es für einige wissenschaftliche Anwendungen immer noch nicht. Und dann müssen immer noch Teleskope, robotische Teleskope, wie das Laskubus Observatory zum Beispiel oder andere Teleskope, auch die ESO, dann entsprechend diese Ereignisse wieder aufnehmen und für weitere Beobachtungen sorgen. Und das ist die Idee, dass dann entsprechend die Hilfe bei der Auswahl dieser Objekte, die macht jede Kollaboration ein bisschen anders und die gestaltet sich auch sehr anders. Einige Kollaborationen arbeiten extrem eng zusammen und haben einen sehr engen Arbeitsplan. Einige sind in verschiedenen Kollaborationen überlappend enthalten und das ist organisatorisch ein Lernprozess, den alle noch durchlaufen müssen, bis das alles so läuft, wie das in anderen Wissenschaftlern. Bereichen vielleicht der Fall ist.

Tim Pritlove
0:29:59
Markus Hundertmark
0:30:32
Tim Pritlove
0:31:11
Markus Hundertmark
0:31:14

8,4 Meter, genau. Aber die Lichtsammelfläche ist nicht ganz 8,4 Meter, denn dieses Teleskop folgt einem besonderen Designkonzept. Damit man dieses besondere Gesichtsfeld erreichen kann, haben wir eine Spiegelfläche, die zwei unterschiedliche Spiegel beherbergt. Das heißt, das Licht trifft auf das Teleskop, auf einen Spiegel, auf einen äußeren Ring von einem Spiegel. Dann wird das Licht nach oben gespiegelt. Dort befindet sich der Sekundärspiegel und von dort wird es nochmal runtergespiegelt, aber auf eine andere Fläche des ersten Spiegels sozusagen, weil der eigentlich der dritte Spiegel ist. Und dann wieder nach oben in die Kamera hinein. Und dadurch kriegt man die Brennweite von fast zehn Metern zustande. Und deswegen ist die Lichtsammelfläche nicht ganz so groß, weil der Teil für den anderen Spiegel muss man noch abziehen, dann sind wir eher bei sechs Meter Klasse. Aber trotzdem ist das immer noch der Rekord aus diesem Produkt von Gesichtsfeld und Lichtsammelfläche. Und dieses Produkt ist das Markenkennzeichen von Rubin. Und das geht einfach einige Magnituden tiefer als jetzt zum Beispiel das Gaia-Weltraumteleskop. Und damit entdeckt man natürlich mehr Objekte. Und wenn wir jetzt an Gaia denken, wir haben hier einen Teil des Gaia-Data-Processing-Teams im Haus und dann denken wir daran, dann haben wir zwei Milliarden Objekte oder so etwas. Jetzt geht Rubin noch einige Magnituden tiefer in der Magnitude. Lichtschwächere Objekte werden sichtbar und dann erreichen wir eben eine Zahl von 20 Milliarden vielleicht Sternen, vielleicht 17 Milliarden, wenn man sie wirklich trennen möchte. 20 Milliarden Galaxien. Das heißt, es ist auch ein Durchmusterungsteleskop wie zum Beispiel Euclid oder Euclid. Das ist auch eine ESA-Mission. Aber im Vergleich zu dem ist es nicht so hochauflösend. Aber dafür beobachtet es den ganzen Südhimmel alle drei Nächte. Und das heißt, wir haben die Zeitauflösung, wir haben die Tiefe und wir haben das große Gesichtsfeld. Und diese Dinge zusammen ermöglichen uns, mehr Objekte zu finden und auch lichtschwächere Objekte zu finden. Und insbesondere bei den Galaxien zum Beispiel, ein Datenprodukt wird die, mit verschiedenen Filtern beobachtet man dann entsprechend die Galaxien, eine fotometrische, das ist die Idee mit Bildern etwas zu messen, fotometrische Rotverschiebung. Und das ist etwas, was komplementär ist zum Beispiel zu dem, was Euclid macht. Und deswegen haben wir hier die Möglichkeit, quasi diese beide Projekte, die sich auch selbst, sich gegenseitig zu helfen und zu vermitteln.

Tim Pritlove
0:33:53

Ich will das mal ein bisschen sortieren, weil ich glaube, das ist jetzt für alle, die jetzt hier zuhören, nicht immer so leicht zuzuordnen. Alte Missionen haben so ein bisschen eine andere, also wir machen ja eigentlich das Gleiche. Wir gucken jetzt ins All und wir empfangen das Licht und wir speichern das ab und so weiter. Und je nachdem, an welchem Parameter man dreht, kriegt man halt eine größere Auflösung, eine größere Beobachtungsfläche, man kann es schneller machen oder man beleuchtet oder beleuchtet ja nicht, man nimmt sozusagen das Licht für längere Zeit auf, schaut sehr intensiv, sehr weit. Ja, wie das zum Beispiel James Webb macht. Er pickt sich halt irgendwelche Sachen raus und guckt halt so richtig bis ans Ende des sichtbaren Universums. Aber man kennt das ja so ein bisschen, umso stärker das Fernrohr ist, umso kleiner ist irgendwie der Ausschnitt. Und das heißt, so Vergrößerung allein kommt dann immer so mit dem Preis mit, dann sieht man aber wiederum nicht alles. Und wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, ist das sozusagen das Rubin-Teleskop so ein bisschen so ein Kompromiss zwischen all diesen ganzen Parametern mit einer eigenen Ausrichtung, während Gaia ja vor allem das Ziel hatte, ich flicke jetzt hier mal, wie viele Jahre waren es jetzt? Vier? Vier Jahre? Eine Weile, einige Jahre herum, mehrmals mit der Erde um die Sonne und rotiere die ganze Zeit und mache quasi ein Foto von allem, weil es ging ja darum, einen Sternenkatalog, primär darum, einen Sternenkatalog zu entdecken und das er auch macht. Aber. Rubin ist ja mehr, also es ist ja sozusagen die Beobachtung der Bewegung der Sterne über einen längeren Zeitraum, um zu wissen, da ist ein Stern, dich kennen wir und du fliegst mit der und der Geschwindigkeit in die und die Richtung, weil das haben wir über einen Zeitraum von Jahren beobachtet und können das entsprechend ableiten.

Markus Hundertmark
0:35:46
Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Das Thema lassen wir, aber tatsächlich geht es hier im Wesentlichen darum, um Sterne, die Ehrlichkeitsänderung von Sternen zu bestimmen und Mikrogravitationslinsenereignisse zu finden. Aber natürlich auch zum Beispiel die Bewegung von Körpern in unserem Sonnensystem zu beobachten. Das ist auch eine Veränderung. Und das Verfahren, mit dem die gefunden werden, das ist diese Differenzbildanalyse. Man schaut eben lange immer wieder an bestimmte Stellen. Wenn die Auflösung ein gutes Bild hat, dann passt man das so an, dass das nächste Datenbild davon gut abgezogen werden kann. und alles, was konstant ist, Und es bleibt nur noch das Veränderliche übrig. Das ist eine Methode, die eigentlich auch ganz besonders bei unserem Effekt, beim Mikrolinseneffekt zum Tragen gekommen ist und die hier das Rückgrat bildet von Rubin, um diese Alerts, diese 10 Millionen Veränderlichen jede Nacht zu berichten. Das macht Rubin nicht alleine. Rubin braucht dafür so eine Art Mittelsorganisation und die nennen wir Broker. Das hat nichts mit der Börse zu tun, aber hilft uns und der astronomischen und auch der allgemeinen Community festzustellen, wo verändert sich etwas am Himmel. Denn nicht, und das ist weltöffentlich, diese Veränderungen werden nur bei gefiltert nach irgendwelchen Systematiken, dass zum Beispiel irgendeine Cosmic Ray, irgendeine systematische Störung auf dem Detektor aufgetreten ist. Aber ansonsten werden die Veränderlichen berichtet in diesem Alert Stream. Und bei diesen verschiedenen Broker-Teams kann man sich dann einwählen, zum Beispiel auf deren Homepages. Größere Länder haben meistens Zentren, in denen das gemacht wurde, zum Beispiel Antares in den USA ist der Broker für die USA. Chile hat seinen, der heißt Alerse. Frankreich hat einen, der ist Fink. Im UK haben wir Alerse in Edinburgh. Und in Deutschland gibt es auch ein Broker-Team. Es gab einen Wettbewerb, der ausgeschrieben wurde und dieser Wettbewerb war dazu geeignet, wer bekommt denn eigentlich von Rubin diese Daten, weil es ist ein riesiger Schwall an Daten, der verarbeitet werden muss. Wer ist überhaupt in der Lage, das zu bewerkstelligen? Und das Team aus Berlin, vom HU und Desi Zeugnis, das ist der Ampel-Broker. Und Jakob Nordin ... Und Marek Kowalski sind an diesem Projekt beteiligt. Das heißt, die Kollegen da machen den eben auch und vermitteln eben diese Alert-Streams in verschiedenen Varianten. Und jeder von diesen Brokers hat bestimmte Features. Der hat bestimmte Fähigkeiten, die ein anderer nicht hat. Und der hilft uns eben zu filtern, an nullter Ebene sozusagen, an erster Stelle, was ist überhaupt jetzt mal veränderlich. Kennen wir das schon, denn die Zahl 10 Millionen ist ein bisschen Denn irreführend, denn bei den 10 Millionen sind bereits die bekannten Variablen mit drin. Denn Rubin unterscheidet erstmal nicht, ob wir die schon kennen oder nicht. Das heißt, wenn wir jetzt wissen, okay, jetzt haben wir hier einen bedeckungsveränderlichen Doppelstern, ein relativ häufiges Objekt oder so etwas, oder einen Cephiiden, dann ist der da auch noch mit drin. Und entsprechend annotiert so einen Broker eventuell mit existierenden Katalogen und sagt, ist schon bekannt oder ist noch unbekannt. Und er versucht mit maschinellem Lernen und Klassifikation herauszufinden, was ist wohl das Wahrscheinlichste. Und Wahrscheinlichkeiten werden immer hier angegeben im Sinne von diesem maschinellen Lernen, wie das trainiert wurde. Und Broker haben unterschiedliche Klassifikationsalgorithmen laufen. Und am Ende müssen wir aber eine Entscheidung treffen, was wir beobachten. Das heißt, wir müssen herausfinden, wie gewichten und wie vermitteln wir über diese verschiedenen berichteten Klassifikationen. Zum Beispiel, dass da ist jetzt eine Supernova. Wie wahrscheinlich ist das, dass das jetzt wirklich eine Supernova ist? Denn vielleicht fehlen Daten oder wir haben dadurch, dass die Filter sich wechseln, sind wir uns nicht ganz sicher und ähnliches. Das heißt, das muss irgendwie quantifiziert werden. Das versuchen wir dann bei uns in der Sachleistung für diesen galaktischen Prioritäten oder Wahrscheinlichkeitsmanager, den wir haben, das versuchen wir herauszufinden, um damit die Beobachtung entsprechend zu kanalisieren.

Tim Pritlove
0:42:14
Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
0:43:16
Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
0:43:23
Tim Pritlove
0:43:56
Markus Hundertmark
0:45:15

Das heißt, wir haben alle drei Minuten sollen, oder innerhalb von Minuten soll diese, wenn eine Entdeckung gemacht wird, soll die auch tatsächlich bei dem Broker und bei den Astronomen innen ankommen. Das ist die Idee. Und die sind dann wie gesagt öffentlich, aber sie sind nicht, das ist nicht die volle Katalogauswertung, die genaue Auswertung, sondern die verbessert sich. Es gibt noch etwas. Diese Bildsubtraktion wird besser, wenn das Template-Bild, was man verwendet, immer besser wird. Das heißt, wir fangen jetzt mit Rubin an. Das Bild, was man immer als Referenz im Hintergrund hat, das man anpasst und dem man alle anderen Bilder abzieht, das sollte immer bessere Qualität haben als das, von dem man das abzieht. Das ist wie bei Photoshop oder bei irgendeinem anderen Bildbearbeitungsprogramm. Weichzeichnen ist einfach, scharfzeichnen nicht so sehr. Man zeichnet immer das schärfste bekannte Bild mit möglichst wenig Hintergrund weich und zieht es dann von einer passenden Art und Weise ab. Und dann sieht man besonders gut die veränderlichen und möglichst auch keine Artefakte oder systematische Effekte. Und das heißt, es wird immer besser im Laufe der Zeit. Je mehr Template, je mehr Zufall, wenn man lange beobachtet, hat man immer manchmal auch Glück. Und dann hat man eine besonders gute Nacht. Und diese Bilder eignen sich besonders gut, um alle Bilder, die man davor aufgenommen hat, auch nochmal zu verbessern. Das heißt, es wird ein gradueller Prozess wie dieser Alert-Stream und die berichteten Alerts besser werden und auch zuverlässiger. Und dieser Lernprozess und genau das maschinelle Lernen muss sich darauf dann mit den echten Daten, die ja jetzt hoffnungsvollerweise im Januar kommen werden, dann entsprechend darauf auch anpassen.

Tim Pritlove
0:46:56
Markus Hundertmark
0:47:43
Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
0:52:25
Tim Pritlove
0:53:14
Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
0:56:16
Markus Hundertmark
0:56:24
Tim Pritlove
0:57:04
Markus Hundertmark
0:57:13

Nein, das ist leider, leider, leider, ich habe da ganz bewusst Nancy Grace Roman Teleskop dazu gesagt, weil Rubin tatsächlich mit der Abtastung von drei Tagen nicht zeitlich hoch genug auflöst. Der Goldstandard für Mikro-Gravitationslinsen in der Größenordnung, das wären sowas wie 10, 15 Minuten, alle 15 Minuten belichten. Das kann an einer Stelle für ein Objekt, das macht dann auch Rubin nicht. Dafür braucht man weitere, andere Teleskope. Dafür braucht man jetzt tatsächlich Roman, das eine andere Nische quasi hier besetzt und diesen Bereich abdeckt. Was wir für die Mikrolinsen aus Rubin erwarten, ist tatsächlich, dass wir nicht nur ins Zentrum der Milchstraße gucken. Denn Mikrolinsen, die sind statistisch selten im Sinne von, wir müssen im Zentrum der Milchstraße eine Million Sterne beobachten, um einen davon gelinst, also verstärkt zu sehen. Deswegen muss man sehr, sehr viele Sterne beobachten. Deswegen brauchten wir auch die Differenzanalyse für Microlensing. Und Rubin wird die galaktische Scheibe mehr betrachten. Da ist die Wahrscheinlichkeit noch geringer. Also 1 zu 10, 1 zu 100 Millionen in Abstufung. Und entsprechend brauchen wir einfach mehr Objekte zum Beobachten. Die diese Events auslösen. Und wir hoffen, dass wir ein besseres Verständnis für Mikrolinsenereignisse insbesondere quer durch die galaktische Scheibe bekommen in der Milchstraße. Die großen Durchmusterungen, die immer Mikrolensing- oder Mikrolinsen-Ereignisse detektieren, werden auch weiter das Zentrum der Milchstraße abrastern. Das sind in der Regel drei, das sind, Ogil, das ist das bekannteste polnische Team. Dann haben wir noch ein koreanisches KMT-Net-Projekt und MOA in Neuseeland und Japan und in den USA, die entsprechend diese Ereignisse auffinden. Aber Rubin wird ganz besonders, wird uns neue Möglichkeiten eröffnen, wie gesagt, die galaktische Scheibe. Und Mikro-Linsen überhaupt überall am Himmel mit noch deutlich geringerer Wahrscheinlichkeit, aber doch dort aufzuspüren. und aus der Statistik vielleicht etwas darüber zu lernen, was für Objekte sind da. Und wie gesagt, braune Zwerge, wir wissen aus unseren Beobachtungen, die sind so leuchtschwach, dass wir schon nach wenigen Parsec nicht mehr alle finden. Da sind ja schon, die Kollegen ja sagen, nach 15 Parsec haben wir nicht mehr alle gefunden. Microlensing oder der Mikrolinseneffekt ist davon nicht so stark beeinflusst, weil wir brauchen kein Licht von dem Objekt. Ebenso isolierte schwarze Löcher. Die hoffen wir auch mit Rubin gut zu finden. Das Besondere ist, je massereicher ein Objekt ist als Linse, umso länger dauert es in erster Ordnung. Es hat noch zwei andere Effekte. Wir brauchen auch Schätzung für die Entfernung zu Linse und Quelle, die in die Gleichung eingehen und die Eigenbewegung. Und all dies bei den längeren Events kriegen wir automatisch mit. Die Parallaxenmessung, die wir brauchen, um Entfernungen von Sternen zu bestimmen mit Gaia, funktioniert anders als eine Messung von Entfernungen zu Linse und Quelle beim Microlensing. Denn wir haben quasi die Linse und wir gucken uns die von zwei Positionen an, weil die Erde sich um die Sonne dreht oder weil wir noch einen Satelliten haben. Und die ermöglicht uns nochmal die Entfernung einzuschränken auf diese Art, weil wir tasten quasi diese Verstärkung am Himmel ab. Und wenn ich von zwei verschiedenen Seiten durch so eine Weinglaslinse schaue, dann sehe ich, dass sich das entsprechend ändert.

Tim Pritlove
1:00:46
Markus Hundertmark
1:01:03
Tim Pritlove
1:02:10
Markus Hundertmark
1:02:50
Tim Pritlove
1:02:53
Markus Hundertmark
1:02:56
Tim Pritlove
1:04:12

Genau, also wer das Thema nicht verfolgt, ich weiß, es ist so ein bisschen populär wissenschaftlich, aber die Diskussion ist ja on und sie ist in gewisser Hinsicht ja auch spannend. Also das geht ja hier von diesem Plutojäger aus, wie ist er noch, Mike, irgendwie sowas. Auf jeden Fall der, der sozusagen den Pluto, seinen Planetenstatus aberkannt hat. Und der meilt sich die Bewegung in diesem transneptunischen Bereich, also alles jenseits des letzten uns bekannten Planetens oder von dem wir derzeit annehmen, dass er der letzte Planet in unserem Sonnensystem ist, dem Neptun. All diese Objekte, die wir dahinter finden und da gibt es ja einige auch mehr oder weniger Bekannte, also abgesehen von Pluto natürlich, dann auch Eris und noch so ein paar andere Objekte und in letzter Zeit sind ja sehr viele dazugekommen, Bis man ja noch irgendwann gesagt hat, naja, okay, da fliegt jetzt so viel rum. Deswegen kann man da jetzt nicht einfach mal so ein Planet sein und deswegen ist ja dann Pluto auch herabgestuft worden und das ja auch aus gutem Grund, wie ich finde. Und jetzt gibt es diese Diskussion. Und dass die Beobachtung all dieser ganzen Objekte so ein bisschen nahe legt, Mensch, das ist aber ein bisschen ungleichmäßig verteilt hier, da kann es ja durchaus so einen Disruptor geben und daher kommt dann diese Überlegung mit, ja was wäre, wenn man irgendwie jetzt da noch irgendwo noch einen Planeten hätte, sehr weit weg, könnte das nicht dieses Bild ergeben, was wir glauben derzeit zu sehen. Und diese Suche ist noch offen und ich glaube, die ganze Wissenschaft ist auch, sagen wir mal, 50-50 gespalten in der Einschätzung, ob das jetzt irgendwie sein kann oder nicht. Oder vielleicht ist es noch nicht mal 50-50, also es gibt auf jeden Fall eine Menge Zweifler. Kannst du gleich was dazu sagen? Willst du mal kurz schildern, wie da so diese ganze Debatte läuft, weil ich finde das auch sehr unterhaltsam. Und es ist halt einfach auch so diese Frage, okay, wenn es das Ding jetzt gäbe und man würde jetzt mit dem Teleskop draufhauen, was braucht es eigentlich, um es wirklich zu sehen? Weil er ist ja nun wirklich deep, deep, deep weit weg. Also wenn es den wirklich in dieser vorhergesagten Bahn gibt mit irgendwie 240 mal so weit weg wie die Erde von der Sonne, würden wir den überhaupt sehen können und könnte vielleicht so eine Differenzbildmethode an der Stelle dann auch schon helfen?

Markus Hundertmark
1:06:39
Tim Pritlove
1:08:12
Markus Hundertmark
1:08:14

Genau. Man muss halt eben diese verschiedenen Punkte zusammenbauen können. Und wenn wir Wenn wir jetzt sagen, okay, wir wissen aufgrund der Einschläge auf dem Mond oder so, wie häufig so ein Einschlag von Asteroiden sein kann, dann kann man jetzt mit Rubin sagen, gut, das ist eine Wahrscheinlichkeit. Und wenn wir nur eine von sechs Millionen Asteroiden kennen, dann können wir auch nur Wahrscheinlichkeiten angeben. Aber die Idee bei Rubin ist, die Bann von diesen Objekten zu haben und tatsächlich keine statistische, sondern eine eigentliche Vorhersage zu machen. Das ist auch eine andere Qualität. Aber nochmal zurückzukommen auf Planet 9, es könnte ja auch sein, dass sich das Sonnensystem, das wissen wir ja auch, das ändert sich im Laufe der Zeit, dass diese Störung, die man sieht aus der Änderung der Bahn von Neptun über die Zeit passiert ist. Oder wir wissen, Pluto ist nicht der einzige Zwergplanet, der seine Bahn, und das ist ja das Kriterium, nicht so ganz freigeräumt hat, sondern da haben wir noch andere Objekte, Maki-Maki und so weiter. Und wir wissen von denen, da gibt es vielleicht auch noch mehr. Und je nachdem, wie die verteilt sind, werden wir da auch Strukturen sehen. Tatsächlich, wenn ich, und das ist jetzt tatsächlich mir persönliche Meinung, wenn ich raten dürfte, ich würde es tatsächlich eher spannend finden oder ich würde eher erwarten, dass wir noch mehr Zwergplaneten sehen. Das wäre auch eine sehr schöne Entdeckung. Und wenn wir keinen weiteren Planeten finden, und das kann schon in den ersten ein, zwei Jahren passieren, dass man hier etwas ausschließen kann, dann ist das auch eine wichtige Erkenntnis, dass man nach etwas anderem suchen kann.

Tim Pritlove
1:09:45
Markus Hundertmark
1:10:26
Tim Pritlove
1:11:02
Markus Hundertmark
1:11:07
Tim Pritlove
1:11:50
Markus Hundertmark
1:11:55
Tim Pritlove
1:12:41
Markus Hundertmark
1:13:25
Tim Pritlove
1:14:03
Markus Hundertmark
1:14:12
Tim Pritlove
1:14:18
Markus Hundertmark
1:14:26

Genau, wird ihn nicht perfekt, man muss ihn entsprechend vorbereiten. Der andere Aspekt ist natürlich zu wissen, wo die Satelliten sind. Beobachtung gegebenenfalls zu planen. Allerdings wissen wir bei Rubin, naja, wir erwarten, dass bei jedem zehnten Bild etwa mindestens eine Spur von einem Satelliten enthalten ist. Das heißt, wir können natürlich dann sagen, deswegen auch vorhin zweimal 15 Sekunden Belichtung hat so einen Vorteil. Da kann man eventuell den einen Teil, wo man weiß, da ist jetzt ein Satellit durchgeflogen, die kann man dann zum Beispiel rausnehmen und das ist dann keine Lört. Das weiß man dann. Es sind so viele, die werden dann entsprechend korrigiert. Das heißt, entweder man korrigiert sie in den Bildern Oder man plant Beobachtungen, wenn extrem helle Satelliten oder andere Möglichkeiten für Energiegewinnung oder etwas, die deutlich größeren noch Einfluss haben könnten, Spiegel, die zum Beispiel Licht umlenken, um einen zweiten Mond um Solarzellen nachts zu betreiben oder so gestartet werden, dann müssen wir darüber nochmal nachdenken. Weil der Mond hat natürlich auch einen Einfluss auf unsere Beobachtung. Und zwar im Hintergrund, wenn wir den nicht für die Differenzbildmethode brauchen, müssen wir den Hintergrund relativ gut verstehen. Der ist meistens so ein Verlauf und den können wir auch ganz gut modellieren. Und wenn das nicht funktioniert, dann hat man eventuell hier auch wieder ein Problem. Aber wie gesagt, das wäre dann tatsächlich etwas, wo wir uns mehr Sorgen machen würden. Erst einmal mit den Parametern kann man ganz gut arbeiten, die jetzt auf dem Tisch sind. Wie sich das jetzt in den nächsten Jahren entwickelt und wie Akteure, die nicht zugänglich sind, zu den Bitten anzunehmen. Können wir leider nicht beeinflussen. Es gibt da Kommissionen bei der EU, die sich darum bemühen und auch bei den Vereinten Nationen wurde das, glaube ich, einmal diskutiert. Aber ich fürchte, wir werden hier abwarten müssen, was passiert. Ich glaube nicht, dass wir das als Astronomen lösen, außer unsere Bedenken zu äußern.

Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tatsächlich für uns sind diese Teleskope die beiden wichtigsten Anzeige. Ecksteine, sage ich mal. Es wird einen weiteren, auch die Entwicklung bei der Europäischen Südsternwarte für VLTI, das ist Interferometrie und Opte im Optischen, die Verbesserung wird auch Microlensing helfen. Ich habe immer gesagt vorhin, wir haben hier quasi Bilder, die sind Millibogensekunden voneinander getrennt und in dieser größten Skala bewegen wir uns und mit einem normalen Teleskop, wie bei Rubin, wo so ein Pixel 0,2 Bogensekunden am Himmel ausmacht, da fällt das komplett runter. Aber mit dieser Interferometrie gibt es vielversprechende Ansätze, dass wir eben doch mit der Auflösung bei einigen von den Mikrolinsenereignissen eine Auflösung erreichen, die hier eine konkrete Antwort gibt. Dann gab es ein paar Testbeobachtungen und ein paar vielversprechende Projekte von Kollegen, jetzt nicht von hier, aber aus Polen und aus Harvard. Und entsprechend hoffen wir, dass dieser Aspekt vielleicht für unsere Methode noch einmal sehr wichtig sein wird. Und dazu ist für uns immer wichtig, jede Art von der Gaia-Data-Release, der nächste, ist tatsächlich für uns auch sehr spannend. Warum? Weil der hat zum ersten Mal zeitaufgelöste Helligkeitsbeobachtungen für alle Objekte, die enthalten sind dabei und die Astrometrie, also das ist die eigentliche Messung der Sternposition. Und die ändert sich bei uns nämlich auch, bei Mikrolinsen, weil die Bilder auch den Schwerpunkt, den Helligkeitsschwerpunkt verändern. Das heißt, hier haben wir auch noch Hoffnung, dass selbst, ich gucke eher in die Zukunft durch die Vergangenheit, dass das nächste Data Release von Gaia, die Mission ist ja am Leben, und die wird es doch noch viele Jahre sein, bis alle Daten, jetzt werden ja erst die Daten der letzten, der normalen Laufzeit, die wir auch vorhin angesprochen haben, und nicht der Verlängerung, im nächsten Jahr zugänglich gemacht. Die interessiert uns auch besonders.

Tim Pritlove
1:22:38
Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Ja, meine persönliche Hoffnung ist für die nächsten Jahre sicherlich, dass wir noch mehr Ereignisse, nicht nur zwei, sondern eventuell auch drei Linsen finden. Das ist meine ganz persönliche Hoffnung, weil wir haben auch mit anderen Methoden. Zirkumbinäre, das heißt also Doppelsterne mit einem Planet, der die beiden Sterne umkreist oder ein Doppelsternsystem, wo ein Stern von einem Planeten umkreist wird, auch mit dem Mikrolinseneffekt gefunden. Es ist nicht nur ausschließlich in den verheißen Jupiter bei Transits interessant, sondern eben auch für uns. Deswegen hoffe ich, dass die bestimmten Kategorien von Ereignissen, die wir in der Milchstraße sehen, gerade für uns auch ein gutes Master verliefert, wie viel von diesen Objekten vorhanden ist. Das heißt, wir verstehen dann ein bisschen besser, wie Sterne in diesem System und Planeten in diesem System entstehen. Und vor allen Dingen, wie sie jenseits der Eislinie, das ist das, was wir besonders verfolgen, machen. Das heißt, wir suchen ja die ganz kalten und auch felsige Objekte. Das heißt, diejenigen, die außerhalb von der Wassereislinie in so einem Planetensystem enthalten sind. Im Gegensatz zu den Transit-Methoden, die ja ganz häufig dicht bei sind. Und entsprechend hoffen wir, dass wir hier eben auch sehen, wie jetzt die Doppel, naja, so ein Tatooine-Planet sich bei uns bemerkbar macht. Und ein paar gibt es schon. Und ich denke, Ruben ist eine gute Gelegenheit, Droman sicherlich auch, um hier noch viel mehr zu finden.

Tim Pritlove
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Markus Hundertmark
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Tim Pritlove
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