Raumzeit
Der Podcast mit Tim Pritlove über Raumfahrt und andere kosmische Angelegenheiten
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RZ125 Extremely Large Telescope

In Chile entsteht das mit Abstand größte Bodenteleskop der Welt

Das Extremely Large Telescope ist der nächste große Schritt bei der bodengestützten Beobachtung des Weltalls und stellt dabei ganz neue Rekorde auf und dringt in Dimensionen vor, die uns bisher verborgen geblieben sind. So wird das Teleskop in der Lage sein einzelne Exoplaneten zu beobachten und verspricht durch seine feine Auflösung des Universums neue Erkenntnisse über viele offene Fragen.

https://raumzeit-podcast.de/2026/02/06/rz125-extremely-large-telescope/
Veröffentlicht am: 6. Februar 2026
Dauer: 1:33:12


Kapitel

  1. Intro 00:00:00.000
  2. Begrüßung 00:00:34.712
  3. Persönlicher Hintergrund und ESO 00:01:41.291
  4. Bodenteleskope 00:19:11.971
  5. Planung und Bau des ELT 00:21:40.053
  6. Standortwahl 00:29:35.090
  7. ELT System Engineering 00:36:40.783
  8. Probleme beim Bau 00:44:18.520
  9. Das Spiegelsystem 00:47:24.903
  10. Instrumente 01:03:39.397
  11. Ziele: Beobachtung von Exoplaneten 01:10:56.359
  12. Ziele: Dunkle Materie und Dunkle Energie 01:15:48.287
  13. Ziele: Schwarze Löcher 01:22:50.882
  14. Abschließende Gedanken 01:24:47.436
  15. Ausklang 01:31:09.406

Transkript

Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
0:03:11
Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
0:07:14
Bertrand Koehler
0:07:20

Ja, ich bin in Paris groß geworden. Für mich nach Toulouse zu gehen, war schon für mich auch ein Anfang von Weltentdeckung. Ja, genau. Und dann musste ich meinen Militärdienst machen, als Zivil. Damals hieß Kooperation, das war eine Möglichkeit, dass wir hatten, wenn man eine Universität und Engenieurstudien hatte. Man könnte im Ausland gehen und ein Jahr oder ein bisschen mehr, eineinhalb Jahre, für einen guten Zweck, sagen wir, nutzen. Typischerweise, das war in Afrika gehen, das war im Prinzip ein Nachfolger von dieser Kolonialzeit, wo Frankreich hat gesagt, wir helfen diesen Ländern weiter. Wir schicken junge Leute, die gut ausgebildet sind und als Lehrer für Mathe oder für Französisch oder Physik oder so. Aber damals hat es schon ein bisschen sich entwickelt und man könnte auch im Prinzip, überall gehen, wenn man eine Stelle gefunden hat. Damals wollte ich nach Brasil gehen, ich hatte schon eine Stelle, aber im letzten Moment wurde es gekanzelt. Ich war ein bisschen in meiner kritischen Situation. Aber dann habe ich durch andere Kollegen oder Freunde, die auch in der Astronomie, die ich durch Astronomie, Sommercamp gekannt habe, sie haben mir gesagt, aber es gibt eine Sternwarte in Chile, das heißt ESO, das ist eine europäische Sternwarte und sie nehmen solche Cooperation zwei, Jahre oder so und das war das erste Mal, dass ich von ESO hörte und dann habe ich mich bewerbt. Und habe ich die Stelle bekommen und das war meine erste Begegnung mit ESO ich war 24 oder so nicht richtig eingestellt, aber als diese Cooperation dort Ich war in La Silla, das erste Sternwarte, das wir dort in Chile gebaut hatten. Mittlerweile haben wir mehrere. Und eineinhalb Jahre war ich dort als Dienstastronom. Im Prinzip musste ich den Astronomen helfen. Damals war natürlich noch fast kein Computer. Zur Steuerung des Teleskops schon, aber wir hatten nicht jeder einen Computer bei sich. Und man musste den Astronomen helfen, nachmittags vor der Beobachtung zu checken, was für Filter zum Beispiel sie brauchten auf dem Teleskop. Es gab verschiedene Einstellungen zum Instrument zu machen. Und das würde nicht per Computer einfach so gemacht. Man sollte vielleicht diese Filter im Lager holen und ein Techniker musste das installieren. Und ich war damals als die Zwischenstelle zwischen den Astronomen, der arbeiten wollte und die Infrastruktur von Sternwarte, so die Techniker. Und ich habe genau das Teleskop vorbereitet, sagen wir. Und auch in der Nacht am Anfang waren wir dabei, um zu gucken, ob alles gut funktioniert. Und während der Astronomen noch Fragen hatten oder Probleme hatten, musste ich das helfen, das zu lösen. Genau, und auch am Punkt zu waren wir verantwortlich für die Nacht. Zum Beispiel, wenn das Wind zu stark würde, musste man an das Teleskop anrufen und sagen, bitte schließen jetzt und solche Sachen.

Tim Pritlove
0:10:48
Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
0:12:31
Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
0:12:52
Bertrand Koehler
0:12:58

Ja, obwohl ich trotzdem eine Erfahrung in der Industrie haben wollte. Ich bin danach, nach diesem Zivildienst, in der Industrie 3,5 Jahre, im Südfrankreich, im Cannes. Damals hieß es Aerospatial, ich glaube, jetzt gehört es zum Thales. Und ja, sie haben Satelliten gebaut, aber auch, und deswegen bin ich dort gegangen, haben sie Studien gemacht und auch Sachen gebaut für ESO. Ich meine, ja, es gab ein Studium für ESO, das war für mich ein guter Mittel, um weiter in Kontakt mit ESO zu sein, weil ich wüsste, irgendwann möchte ich dort arbeiten. Internationale Umgebung, Astronomie, unglaublich interessantes Projekt, Etwas, das man nie findet in Frankreich oder auch in Deutschland. Genau, und ich war verantwortlich für ein Projekt als ganz junger Ingenieur und das war für mich schon sehr spannend, für das Bauen von einer Deleline. Eine Deleline ist ein bisschen schwierig zu erzählen, aber das war für einen Interferometer, der im Südfrankreich im Dikaler Sternwarte war. Das gehört zum NIS, NISA, Sternwarte. Und ja, im Prinzip ist hier ein kleiner Teleskop, das horizontal sich bewegt, sehr genau, um die optische Länge in einem Interferometer auszugleichen. Ich glaube, bis jetzt reicht diese Erklärung. Man kann später ein bisschen das weiter erklären, wenn nötig. Aber das war ein Projekt auch für Interferometrie und diese Interferometrie ist etwas, das mich als ich das entdeckt habe, als ich im Rasier war dieses Prinzip von, das Licht von zwei Teleskopen zu kombinieren, coherently. Und damit kriegt man eine Information, das erlaubt, die Auflösung von das Bild von Sternen zu simulieren, wie ob man ein Teleskop hätte, der als Durchmesser die Distanz zwischen dem zweiten Teleskop hätte. Das bedeutet, man kann virtuell ein riesiges Teleskop bauen. Natürlich, das hat nicht die gleiche Empfindlichkeit, weil Es sind nur zwei kleinere Teleskope, aber die Auflösung, die Spatial Resolution auf Englisch, diese räumliche Auflösung, wird extrem gut, extrem kleine, millerxigen. Und ich fand das faszinierend und deswegen war für mich auch dieses Projekt sehr interessant. Und auch deswegen bin ich nach ESO irgendwann nach dreieinhalb Jahren, so 1991, gekommen, weil er angefangen hat, dieses VLT, Very Large Telescope, zu bauen, das war schon entschieden. Und kurz davor, ich glaube in 1986 war das entschieden. Das war schon im Bau, noch nicht im Bau, aber im Design. Und das war klar, dass ESO auch ein Interferometer damit machen wollte. So dieses riesige 8 Meter Durchmesser-Teleskop von VLT wollte ISO, also sagen wir die Community, die europäische astronomische Gemeinschaft, wollte damit auch ein Tint-Differometer machen. Und das war für mich eine unglaubliche Attraktion oder wie sagt man, Anziehkraft, weil ich fand das Prinzip von Indre-Von-Tri faszinierend und auch dann ISO und dieses riesige Projekt. Deswegen bin ich seit 1991 hier gekommen als Systemingenieur. So im Prinzip das Hauptingenieur, die ja, das Zusammenhang von allen möglichen Komponenten, die Mechanik, die Optik, die Steuerung und so zusammenfassen muss. Und das war für mich eine unglaublich gute Erfahrung. Das war natürlich ein Risiko auch, weil man hat noch nie so einen Interferente gebaut. Damals, genau im Nizza, wofür ich diese Dele Line gebaut habe, gab es schon in den 60er Jahren, der Antoine Laberé hat dieses Prinzip wieder versucht zu implementieren und das hat schon geklappt. Er hat diese Interferenz Fringe, ich weiß nicht, wie man das heißt, Interferenz Fringes, auf jeden Fall, er hat Interferenz bekommen, aber das war. Nur 20 Zentimeter Teleskop und das hat auch so, so funktioniert. Man könnte sehen, kann funktionieren, aber es ist nicht so gut funktionieren. Und jetzt, wir wollten diese 8 Meter Durchmesser Teleskop kombinieren. Und eigentlich viele Kollegen hier, als ich gekommen habe, haben mir gesagt, aber warum arbeitest du auf dieses Projekt, dass wir nie funktionieren? Und am Ende, das war eine gute Wette, weil jetzt sieht man, es gibt mittlerweile Zwischen 2022 sind ungefähr 450 Referie-Paper publiziert worden. Das ist fast vier pro Monat. Und zum Beispiel dieser Nobelpreis im Jahr 2020 von Gerhard Gensel, die gegenüber dem Max-Planck-Institut, gegenüber der Straße arbeitet, hat auch WLTI benutzt, um diese Laufbahn von Sternen um das Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie zu messen. Und diese endgültige Genauigkeit hat er bekommen durch VLTI. Er hat schon vorher angefangen mit Adaptive Optics, mit viel anderer Sache. Er war übrigens einer, die sehr viel gepusht hat für VLTI. Er war wirklich ein sehr wichtiger Mensch, von außen von außen. Es hat gesagt, jetzt baut das bitte.

Tim Pritlove
0:19:11

Ja, da sind wir eigentlich schon von der persönlichen Geschichte schon fast beim Thema angekommen, beziehungsweise wir sind bei der Art von Teleskopen angekommen, für die ESO jetzt besonders bekannt ist. Ich würde sagen, das ist so die Kategorie von, ich weiß nicht, wie man das nennt, also generell Large Telescopes. Also wirklich richtig große Spiegel und VLT, was du erwähnt hast, gibt es seit 1998, wenn ich das richtig sehe, dann an einem anderen Standort, nicht in dem La Silla, sondern ein anderer Berg, alles nicht so weit voneinander entfernt. Das ist dann der Zerro Paranal und dort waren es dann halt gleich vier von diesen Teleskopen, die dann zusammengeschlossen wurden. Also quasi die virtuelle Auflösung ist dann eben extrem hoch durch die beschriebene Interferometrie. Aber jedes Teleskop für sich ist ja schon ein ziemlicher Klotz mit acht Metern, gehört es also auch heute noch so mit zu den größeren Spiegeln, die so unterwegs sind. Jetzt ist ja, vielleicht sollten wir nochmal so ein bisschen was zum Standort an sich sagen, also Chile wird ja nicht ohne Grund ausgewählt. Ich glaube am Anfang hat man weit geforscht, okay, wo würde es sinnvoll sein, überhaupt ein Bodenteleskop, ein großes aufzubauen. Es gab natürlich schon überall welche auf der Welt. Ich glaube, am Anfang war so Afrika ein bisschen im Blick, aber letzten Endes ist ja Chile zum Superstandort geworden, weil diese Wüsten so trocken sind und weil man eben einen entsprechend guten Blick hat. Es gibt Platz, es gibt Berge. Also ja, es ist ein bisschen. Die Bodenteleskope spielen ja eine wichtige Rolle, weil sie halt einfach den Vorteil haben, dass man sie permanent weiter betreiben kann, dass sie rund um die Uhr in Betrieb sein kann, dass man permanent warten kann, während natürlich Teleskope im All auch ihre Vorteile haben, aber natürlich ungleich viel teurer sind, natürlich nicht so eine lange Laufzeit haben und vor allem nicht so groß sein können.

Bertrand Koehler
0:21:21
Tim Pritlove
0:21:34
Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
0:24:29
Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
0:24:50
Bertrand Koehler
0:24:52
Tim Pritlove
0:26:18
Bertrand Koehler
0:26:24

So als das Foil zum Ende kam oder installiert wurde, ich habe schon ein paar Ingenieure hier, die sich gelangweilt haben. Und sie haben schon angefangen und das war eigentlich ein noch größerer Teleskop zu entwickeln oder nachzudanken. Denken das war sehr früh noch gedenken sagen wir das war ein 100 meter durchmesser das ist das hat ein sehr guter name eigentlich vielleicht merkt man dass es so nicht besonders gut ist im akronen das ist nicht sehr kreativ vlt very large ilt extrem aber diese hat ein sehr guter akronen das Das war AULE, Overwhelming Large Telescope. AULE ist natürlich das. Die Eule. Ja, die Eule. Sie haben schon sehr gut gearbeitet und gezeigt, dass das fast machbar wurde. Aber die Gremium, die das so kontrolliert, sagen wir, unser Council, irgendwann hat gesagt, ja, aber das ist schon zu viel Risiko für die Organisation. Wir wollen nicht dieses Risiko angehen. Und deswegen haben sie gesagt, okay, aber wir wollen natürlich Grösse bauen, aber nicht so groß. Und dann kamen die 42 Meter und dann das war ein bisschen zu teuer. Dann hat man das reduziert auf 39 Meter. Und diese endgültige, sagen wir, Definition von das ELT war im Jahr 2010 ungefähr, 2012. In 2012 hat unsere Council gesagt, jetzt wollen wir dieses Projekt bauen. Aber es gab noch kein Geld, nicht genug, sagen wir. Und damals sollte Brasilien als Mitgliedsstadt in ESO kommen. Und das hätte natürlich auch Geld dazu gleich bringen müssen. Und das war nötig, um das ELT anzufangen. Aber irgendwie ist das nicht passiert. Und deswegen sind wir von 1942 auf 1939 gekommen. und ein paar andere Änderungen, sodass das finanzierbar war, ohne eine zusätzliche Mitgliedstaat. Und so war der Anfang 2014, war wirklich das grüne Licht, um anzufangen, weil wir hatten genug Finanzen dafür.

Tim Pritlove
0:28:49
Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
0:29:13
Bertrand Koehler
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Ja, das ist immer ein relativ langer Prozess. Man kennt mittlerweile natürlich immer besser die verschiedenen Standorteigenschaften. Aber für ALT, wir wollten von Anfang an wieder kümmern. Es gab sogar in Kasachstan oder so einen Ort. Aber sehr relativ schnell, 2010 gab es eine erste Zwischenbilanz und waren vier Standorte in Chile genannt und auch La Palma im Kanarien Island, in der Insel. Genau und was wichtig ist natürlich gibt es erst zwei Sachen, sagen wir, die atmosphärische Bedingungen und auch die. Bodeneigenschaft sagen wir und als dritte auch die Logistik Aspekt und für atmosphärische Bedingungen sind viele Parameter, die Turbulenz ist sehr wichtig, das muss eine sehr stabile Atmosphäre ohne viel Turbulenz. Die Windgeschwindigkeit ist die Instinktion, wie durchlässig ist die Atmosphäre in diesem Ort, das hängt ein bisschen ab von Ort. Die Wolkendeckung natürlich, wir wollen keine Wolken. Die Luftfeuchtigkeit, die Wasserdampfgehalt, ich meine, es gibt wirklich viele Parameter. Und am Ende, die Atacama-Wüste hat diese Eigenschaft, dass das sehr trocken ist, weil es gibt zwei Sachen, sagen wir, Hauptsache, die Humboldt-Strömung, das ist eine Strömung im Pazifik, die kommt von Antarktika und ist kalt. Und deswegen, diese Pazifik ist kalt, ist nicht sehr gut für Baden, man muss nicht unbedingt nach Chile gehen, aber das macht eine Inversionsschicht und alle Feuchtigkeit bleibt niedrig, bleibt unten in den ersten 500 Meter, Maximum 800 Meter. So alle Wolken bleiben nah am Meer, weil das ist kalt. Das ist die erste. Und dann gibt es auch ein, Meta-Konvektion-Zell über die Pazifik und man kann sich das wie eine Konvektion-Zell sich vorstellen und das geht hoch über Australien. Die Luft dann wird, es wird viel regnen dort, ich meine über die Pazifik im Prinzip und das Luft kommt von oben, sehr trocken, weil da oben sehr kalt und sehr trocken und kommt runter wieder über Chile. Diese kalte Luft, die kommt von oben, ist sehr trocken und deswegen ist es eine Atacama-Wüste, aber auch deswegen gibt es auch keine Wolken. Diese zwei Effekte kombinieren sich, um einen unglaublich guten Standort zu machen für Astronomie.

Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Nein, man misst schon, weil es gibt auch lokale Effekte. Ein Tal zum Beispiel kann die Turbulenz ein bisschen ändern, diese Bodenschicht-Turbulenz, die normalerweise irgendwann auch verschwindet nachts, aber am Anfang des Nachts zum Beispiel kann es schon stören. Man misst schon die Turbulenz überall und auch der Wind. Der Wind kann anders sein. Übrigens, auf Amazonas ist relativ viel Wind, das ist nicht ein Pluspunkt von Amazonas, aber das ist schon machbar. Man muss die Sache dimensionieren und eventuell muss man beobachten, die Gegenrichtung von Wind. Das machen wir sowieso auch schon auf Paranal. Ja, und Amazonas war auch sehr viel gemessen worden, Erst von ESO vor VLT. Und als wir einen Standort für Veräulte gesucht haben, haben wir schon auch mal so einen Blick gehabt, weil das ist höher, das ist 3000 Meter statt 2500. Und höher ist besser für Infrarot, weil weniger Wasserdampfgehalt. Wir wüssten schon von lange her dass das auch ein gutes Ding ein gutes Berg war, allerdings ein bisschen kälter wie gesagt aber auch die Amerikaner das TMT Projekt das ist ein ähnliches Projekt wie ELT ein bisschen weniger, TMT steht für 30 Meter Telescope 30 Meter statt 38 aber es ist ein Projekt das jetzt läuft obwohl sie schon ein großes Problem gehabt haben, wir können darüber sprechen, sind nicht so weit wie uns, aber, sie hatten diesen Ort gewählt schon. Der Berg war schon besetzt im Prinzip und man muss sagen, wir haben auch ein bisschen Glück gehabt, dass irgendwann Japan wollte dieses Projekt sich anschließen, aber auf die Bedingungen, dass das Teleskop in Hawaii gebaut wurde, weil sie haben schon ein Teleskop des GLT, japanische Large Telescope. Und deswegen sind wir dann weggegangen von Amazonessen und haben das Platz für uns gemacht. Und sie hatten viel gemessen und wir haben davon natürlich profitiert.

Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Ja, und Erdbeben, wir haben gesprochen, aber natürlich die großen Erdbeben beobachtet man nicht, aber die kleinen, es gibt auch immer ein bisschen kleine, muss man checken, ob das nicht diese Stabilität stören wird. So diese ganze Liste macht man und dann für jede, man sagt, für diese Teile, ich will nicht mehr als diese Störung haben. Das heißt Error Budget, ein Fehlerbudget kann man sagen. Das ist ein Beispiel, was System Engineering macht und was dieses komplette Projekt machbar macht, weil man kontrolliert dann alle diese Quellen von Problemen oder von Ungenauigkeit und man hat das im Blick, dass natürlich man muss das hier immer wieder neue Update machen, weil neuere Erkenntnisse mit dem Design kann man wenn das Design steht für einen Teil kann man berechnen wie viel schwingt zum Beispiel diese Teile und dann in diese Fehler Budget reinbringen. Aber auch Management ist wichtig, natürlich, weil man braucht Menschen, um solche Projekte zu machen. Und das ist auch wichtig, eine gute Struktur zu haben von einem Projekt, von einem Management-Sichtpunkt. Leute, die motiviert sind, die wissen genau, was sie machen müssen, gute Kommunikation. Und auch natürlich sehr wichtig ist die Partnerschaft, so wie mit der Industrie, aber auch mit dem wissenschaftlichen Instituten. Weil die Wissenschaftlichen Instituten bauen im Prinzip die Instrumente. Die sind in sich schon eine richtige Herausforderung. Die ILT-Instrumenten sind so groß wie ein Haus. Und mit sehr viel Komplextechnik drin, Kryogenik und Spektral. Hoche Auflösung, Spektral. Man braucht auch ganz spezielle Komponenten dafür, auch sehr stabil. Und was die Industrie angeht, wir könnten nicht Tesco bauen ohne die wichtige Industrie, die wir haben. Und natürlich gibt es einige, die fast zum, ja, falls es geht, Kollaborator sind, oder? Wir haben trotzdem natürlich Verträge, wir geben Verträge, das ist eine Kunden- und Supplier-Beziehung, aber trotzdem, wir arbeiten seit Jahrzehnten mit denen, ich kann für deutsche Industrie, ich kann Schott nennen. Schott macht alle unsere Glas, diese Glaseramik, die heißt Zero-Dür, die sich entwickelt haben in den 60er-Jahren, glaube ich. Und das ist ein, das beste Material, um Spiegel zu machen, weil extrem stabil, thermisch, stabil, Stabilität, man kann das gut polieren und so.

Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Ja, es hat sich sehr natürlich ausgewählt. Ich glaube, das Haupt, oder was man mehr sieht, ist, dass die Baustelle dort im Amazon ist, hat es schon angefangen. Und sie waren dabei, diese Betongrundplatte zu gießen im Prinzip. Und es ist eineinhalb Jahre fast, oder ein bisschen mehr als ein Jahr Pause, hat Pause gemacht. Und natürlich in die industrie auch teilweise könnten sie nicht mehr arbeiten oder es noch wie mit sehr wenigen teams mit nur zwei drei leute so alle ist langsamer geworden und das hat auch natürlich kosten gehabt es ist ja das war eine von die größten sagen wir, ungeplante Störung, weil es gibt immer Probleme. Es ist klar, in diesem technisch hochentwickelten Projekt hat man ständig kleine technische Probleme, aber sie werden gelöst. Das nimmt ein bisschen Zeit, das verspätet ein bisschen das Projekt, aber im Prinzip werden sie immer gelöst und das war natürlich nicht lösbar. Und was den Transport angeht, weil ESO hat schon extrem lange Erfahrungen, seit Jahrzehnte, wir schicken sehr empfindliche Teile und Spiegel dort. So, wir wissen schon, wie man das macht. Man muss natürlich die Packung sehr genau und sehr gut machen. Sie sind in selbst hochentwickelten Container oder Box. Aber man kontrolliert nicht alles. Auf einem Schiff, der Kapitän ist der Chef und er macht was er will, egal was in Verträgen, es ist wie im Flugzeug. So kann es immer passieren, dass es ein Problem gibt und er muss die Sache bewegen. Und wir hatten einen Fall in den 90ern oder 2000, wo ein Spiegel kaputt gemacht wurde im Brasil, durch eine schnelle Bewegung von Boxen. So kann man das nicht ganz vermeiden, aber wir machen alles, was wir können. zum Beispiel, das ist sehr wichtig, dass sie wissen, dass es in dieser Kiste etwas sehr empfindlich gibt. Das ist der erste Punkt, dass man sich ein Transportproblem führt dazu.

Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Ja.

Tim Pritlove
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Ja.

Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Vielleicht ganz am Anfang würde ich erst sagen, was man oft am Ende sagt, aber das Wichtigste ist wahrscheinlich, was man nicht weiß, was man finden wird. Es gibt immer bei solchen neuen Beobachtungsmitteln etwas, das man entdeckt wird und das man jetzt überhaupt nicht weiß. Das ist wahrscheinlich vielleicht schon das Wichtigste eigentlich. Aber trotzdem, natürlich gibt es ganz klare Ziele, wissenschaftliche Ziele. Eine ist dieses Exoplanet, das aktuell natürlich seit 10, 20 Jahren sehr aktuell ist, weil das interessiert natürlich alle Menschen zu wissen, was es für andere Planeten gibt, ob es auch Leben dort gibt und so weiter. Und hier, das ist wie bei fast allen anderen wissenschaftlichen Zielen, die Kombination von sehr guter räumlicher Auflösung, hoher Spektralauflösung, die möglich ist, weil man viel Licht bekommt. Und weil man viel Licht bekommt, man kann weiter schwache Objekte beobachten und deswegen weiter in die Vergangenheit gucken, weil es nicht braucht Zeit zu kommen. Und genau, diese Kombination von drei Sachen, so viel Licht, kann man weit weg gucken. Aber auch kann man Spektrum machen mit sehr hoher Auflösung. Und diese räumliche Auflösung durch die Diffraktion kombiniert mit Adaptive Optics. Und für Exoplanet damit kann man zum Beispiel mit der räumlichen Auflösung die Planeten sehen, die nicht zusammen mit dem Licht von Sternen ist. Man braucht gute Auflösungen, um die zwei auseinanderzunehmen. Und mit der großen Lichtempfindlichkeit kann man die Atmosphäre von diesem Planeten beobachten. Die Photon, die kommen von dieser Atmosphäre, kann man die nehmen und auch vielleicht diese nicht sehr große Spektralauflösung, weil es nicht so viel gibt, aber trotzdem kann man ein Spektrum machen damit.

Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
1:24:48
Bertrand Koehler
1:24:53

Ja, ein paar Mal, als es noch nichts gab zum Beispiel. Das war diese erste Steinseremonie mit dem Präsidenten von Chile. Damals war Bachelet. Und das war wirklich symbolisch das Anfang von der Baustelle. Und ich war auch letzten Januar dort und dort habe ich meinen ersten Eindruck, weil ich war dazwischen nie. Und ja, du gehst rein in diese Gebäude und mein Gefühl, ich gehe in meine Kathedrale des 21. Wissenschaftlichen Jahrhunderts. Das ist wirklich wie ein Kathedral. Du merkst, oh, diese Dimension ist nicht normal. Etwas hat die Menschen gebracht, diese unglaubliche große Sache zu bauen. Wie in einem Kathedral, wo das mehr die geistige. Kraft von Manchheit ist. Hier ist mehr diese Geistsache zu verstehen. Und ich fand, es gibt einen richtigen Parallel zwischen den zwei und vielleicht können wir ein bisschen zu viel nehmen die Philosophie. Ich weiß nicht immer, ob am Ende müsste ich in diese Richtung gehen, Aber für mich Astronomie ist... Hat diese sehr wichtige Eigenschaft oder Ziel, dass die Menschheit mehr bewusst werden. Mehr bewusst von der ganzen Welt und auch unsere Kondition hier, die sehr empfindlich ist. Ja, weil da draußen ist alles zu warm. Nicht genug Luft. Und wir sind diese kleine Planete. Ich glaube, es ist sehr wichtig für die Menschheit, durch die Astronomie dieses Gefühl zu bekommen, dass wir unglaublich Glück haben, auf dieser Erde zu sein. Man muss diese Erde schützen, man muss unseren Menschen auch richtig umgehen und nicht uns gegenseitig stütten. Für mich hat Astronomie dieses große Ziel, das die Religion hat. Auch die spirituelle Versuch zu verstehen, wo wir sind, warum sind wir da und ja, so wie gesagt, das ist für mich was mich treibt eigentlich ich bin sehr glücklich, mein ganzes Leben in diesem Bereich gearbeitet zu haben, weil ich finde, das ist wichtig, obwohl natürlich ich verstehe auch die Leute, die sagen warum wichtig ist Essen.

Tim Pritlove
1:27:30
Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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Kann man auch verstehen, aber es ist auch immer wieder, also mir geht es ja auch ähnlich, ich meine, es ist der Moment, wo man sich so mit dem Weltall beschäftigt und dann so Schritt für Schritt und das ist ja auch ein bisschen mein Weg mit diesem Podcast, der ich am Anfang irgendwie nicht wusste, in welcher Reihenfolge ich jetzt die Planeten aufzählen sollte und dann. Lernt man Schritt für Schritt kennen, wie man diese ganzen Dimensionen überhaupt anordnen soll und eine Galaxie kann man sich schon fast gar nicht vorstellen, aber auch so einen Haufen von Galaxieclustern kann man sich nicht vorstellen und selbst wenn man das schon irgendwie erfasst hat, dann geht es doch noch irgendwie immer weiter und wir wissen, dass es eine Grenze gibt, die wir nie beobachten können. Also selbst wenn wir alles verstehen, was wir beobachten können, wissen wir auch schon jetzt, dass es irgendwas gibt, was wir nie beobachten können werden und das schafft dann schon so eine gewisse Demut, weil ich denke auch dieses Bild, was unsere Science Fiction liefert, die ist natürlich unterhaltsam und aufregend und auch auf ihre Art und Weise philosophisch, aber auch unrealistisch. Weil man fliegt jetzt nicht mal zwei Stunden mit einem Raumschiff irgendwo hin und dann hat man wieder einen bewohnbaren Planeten und da laufen auch irgendwie menschenähnliche Wesen herum, sondern es ist bisher noch nicht mal gelungen, in unserer unmittelbaren Nachbarschaft auch nur ähnliches Leben zu finden oder überhaupt irgendetwas, was man Leben nennen kann, zu finden, sodass es in zunehmendem Maße wie ein großer Zufall wirkt, dass es uns in dieser Form überhaupt gibt, ohne zu wissen. Wie wahrscheinlich dieser Zufall im ganzen Universum überhaupt ist. Und das, ja, ich benutze gerne das Wort so Demut, weil man dann halt einfach merkt, so wichtig sind wir irgendwie offensichtlich dann doch wieder nicht. Es sei denn, man nimmt halt diesen Zufall als Grund für Wichtigkeit daher. Und das. Ich stelle auch immer wieder fest, dass einfach die gesamte Raumfahrtszene, alle Wissenschaftler, alle Techniker immer sehr beseelt davon sind, so eigentlich dieses Wissen zu generieren und diese Demut dann auch irgendwie in sich tragen. Auch bei den Astronauten finde ich das immer wieder.

Bertrand Koehler
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Tim Pritlove
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