Raumzeit
Der Podcast mit Tim Pritlove über Raumfahrt und andere kosmische Angelegenheiten
https://raumzeit-podcast.de
Das Verteidigung der Erde gegen zerstörerischen Asteroiden ist eine weltumspannende Aufgabe
Auch wenn das All so leer wirkt birgt es große Gefahren für die Erde, denn eine Kollision mit einem größeren Asteroiden könnte verheerende Auswirkungen haben. Das Planetary Defence Office der ESA hat diese Gefahren im Blick und führt neben der permanenten Beobachtung des Weltraums wichtige Missionen durch, um Informationen zu gewinnen und mögliche Strategien zu erarbeiten, die im Falle eines Falles zur Anwendung kommen könnten. Die Raumsonde RAMSES ist die nächste Mission die hier zum Einsatz kommt und schaut sich den großen Asteroiden Apophis genauer an, der demnächst knapp an der Erde vorbei rauscht.
https://raumzeit-podcast.de/2026/04/15/rz127-planetary-defence/
Veröffentlicht am: 15. April 2026
Dauer: 1:34:20
Hallo und herzlich willkommen zu Raumzeit, dem Podcast über Raumfahrt und andere kosmische Angelegenheiten. Mein Name ist Tim Pritlaff und ich begrüße alle zur Ausgabe 127 von Raumzeit. Und heute hat mich der Weg abermals nach Darmstadt geführt, ins Europäische Raumfahrtkontrollzentrum, dem ESOC, wo hier mal auch alles begonnen hat und wo man auch immer wieder herkommen muss, weil es hier so viele interessante Themen zu besprechen geht. Ja, und nachdem wir uns zuletzt mit Wissenschaft und ganz vielen Teleskopen beschäftigt haben, wollen wir heute mal wieder uns in einer richtigen Raumfahrtmission zu wenden und vor allem ein weiteres Mal über Asteroidenabwehr sprechen. Das haben wir ja schon ein paar Mal gemacht. Und ja, also machen wir das gleich nochmal. Dazu begrüße ich erstmal meinen Gesprächspartner, nämlich den Richard, Richard Meusel. Hallo.
Genau. Aber jetzt muss hier auch mal wieder in Darmstadt was getan werden. Ja, das Thema ist tatsächlich hier ein absoluter Wiedergänger bei Raumzeit. Also ich hatte schon in der neunten Ausgabe mal mit Alan Harris vom DLR gesprochen über Asteroiden und Kometen an sich und später dann auch mit Detlef Koschny in der 34. Ausgabe über Space Situational Awareness. Das war so ein bisschen auch der Beginn bei der ESA, glaube ich, für dieses Thema, kann man sagen.
Genau, als es sozusagen losging, bei der ESA nicht nur ins All zu blicken, sondern eben explizit unter diesem Aspekt mit, wir müssen jetzt einfach mal verstehen, was da so abgeht. Es ist nicht einfach mal der leere Raum, sondern wir wissen, mittlerweile ist da ja eine ganze Menge los. Nicht nur jetzt mit Asteroiden, sondern eben auch mit sonstigen Raumfahrzeugen und um einfach da einen Überblick zu bekommen, braucht es entsprechende Koordinierung. Konkret zur Asteroidenabwehr habe ich mich mit weiteren Kollegen von DIA Rüdiger Jehn unterhalten, aber das ist jetzt auch schon nach 2018, auch schon fast sieben Jahre her. Ab und zu gab es hier auch noch mal ein paar konkretere Missionen zu Asteroiden, die immer wieder besprochen wurden. Heute wollen wir mal ein wenig auf eine neue Mission blicken, die... Demnächst beginnen wird, Ramses, die also hier bald die Reise antreten wird und vielleicht auch Hera, die schon unterwegs ist, da kommen wir gleich zu. Jetzt muss ich aber natürlich erstmal fragen, Richard, was ist denn eigentlich mit dir so los, wie bist du denn zur Wissenschaft gekommen und wie hat es dich denn zur ESA verschlagen?
Zur Wissenschaft während der Universitätszeit. Angefangen hatte ich mal als Lernkandidat, hatte dann aber das Glück und Vergnügen und die Ehre, in einer Forschungsgruppe als HIV arbeiten zu dürfen, an Raumsondendaten der NASA-Galileo-Sonde beim Jupiter. Wieder und das Team war wunderbar. Das war das Team bei Eberhard Grün, damals im Max-Planck-Institut für Kernphysik und da habe ich so richtig Feuer gefangen für das Thema. Das hat mich nicht mehr losgelassen, habe dann mein Physik-Diplom zuerst gemacht, dann auch in dem Bereich promoviert, weiter spezialisiert und habe dann mit Daten von Venus Express promoviert und auch schon wirklich da war ich ein bisschen von der Institutsseite im Betrieb, der Kamera mit drin und von da aus ging es dann weiter zu Rosetta, auch noch auf der akademischen Seite, und ja, irgendwann war dann der Sprung rüber zur ESA für BepiColombo und dann auch nochmal Rosetta und im weiteren Verlauf dann AIM, HERA und ja, jetzt halt komplett hauptberuflich für Planetary Defense unterwegs.
Okay. Okay, das heißt Rosetta, da hast du ja sozusagen schon mit Kometen Bekanntschaft gemacht, Bibi Colombo ist ja die Mission zum Merkur, die jetzt vor zwei Jahren gestartet ist, nee, schon ein bisschen länger unterwegs, 2018 ist schon unterwegs, okay, ich hatte ganz früh eine Sendung gemacht, da war das Ding noch nicht mal unterwegs, aber braucht noch ein bisschen, also Bibi Colombo ist unterwegs.
Ja, klingt spektakulär. Ich meine, ich mutmaße mal, wenn der Begriff Planetary Protection nicht schon seit den 60er, 70er Jahren schon wirklich eindeutig festgelegt gewesen wäre, dass man versucht, keine Mikroben von der Erde oder zu Erde zu transportieren, die nicht sein müssen. Deswegen hat man da ursprünglich auf der NASA-Seite halt eben nach was Prägnantem gesucht, um ein bisschen zu erklären, was man macht. Nicht nur, wie hießen wir früher, Space Situational Awareness Near-Earth Object Segment. Bis man das ausgesprochen hat, ist der Asteroid schon da. Und deswegen hat die NASA selbst diesen Begriff zuerst eingebracht. Und eben um zu zeigen, dass wir eng verzahnt sind, dass es weltweit ist, dass wir kollegial sind, haben wir das auch für uns übernommen. Und das machen jetzt andere auch. Also in Japan hat gerade die Arbeit einer Planetary Defense Gruppe begonnen. In China, soweit ich weiß, wird da auch was aufgebaut. Und selbst bei anderen größeren Ländern gibt es da Bestrebungen, da auch entsprechend Spezialisten zu trainieren.
Ja klar, also es ist auch ganz wichtig, weil wir sitzen auf einer Kugel, die dreht sich dauernd und der Asteroid kommt halt aus einer Richtung. Und wenn man wissen will, was der tut, ist es gut, wenn man nicht immer warten muss, bis der eine, der dafür zuständig ist, bis er halt dran ist, in die Richtung zu rotieren. Es ist halt wichtig, über den ganzen Erdball und auch auf beiden Nord-Süd-Hemisphären eben Augen zu haben. Und deswegen Planetary Defense, das ist ein weltweites Unterfangen und es lebt davon, dass wir alle miteinander die Daten teilen, uns teilhaben lassen, uns auch sagen, was wir tun. Da gibt es dann später, wenn es um die weltraumbasierten Sachen geht, sogar Gremien und Arbeitsgruppen, die eigens dafür eingerichtet sind, dass so Szenen wie in Don't Look Up, wo der da rumläuft mit diesem riesen Papier- und Ordnerstapel auf den Armen und wird gefragt, ja, was ist das? Wie immer hier bei der NASA, was machen denn die anderen? Und dann kommt er zu dem Schluss, dass die einen dies, die anderen das gemacht haben und am Schluss hätte sich alles zu null ausgeglichen. Und das würde in der wirklichen Welt nicht passieren, weil wir alle miteinander reden und vielleicht nicht unbedingt gemeinsame Pläne schmieden, wegen politischer Verhältnisse, aber uns auf jeden Fall koordinieren und ein Gesamtpaket oder eine Gesamtlösung finden würden.
Leider hören wir nicht so viel von den Spezialisten dort, aber es gibt natürlich schon noch Kontakte und Roskosmos ist zum Beispiel jetzt auch ein Mitglied von Samepage, also von dieser UN-Arbeitsgruppe, die eben im Bedarfsfall dann Studien und Empfehlungen an die Vereinten Nationen einreichen soll für einen koordinierten weltweiten Plan.
So, da klingt natürlich jetzt schon an, was sich jetzt verändert hat. Also bei meinen anderen Gesprächen, also mit Dave Koschny, wir haben es schon gesagt, das war ja so ein bisschen am Anfang, da hat man sich überhaupt erst mal aufgestellt und gesagt, okay, das ist jetzt ein Thema für die nächsten Jahrzehnte. Was ist denn jetzt…, Was hat man denn sozusagen in der letzten Dekade dann auf den Weg gebracht, um aus diesen Konzepten jetzt auch wirklich eine funktionierende Space-Situational-Awareness zu machen oder die Planetenverteidigung aufzustellen?
Funktioniert, würde ich sagen, hat das von Anfang an im Wesentlichen. Was halt aufgebaut wurde, die Kapazitäten wurden verbessert. Zum einen die Möglichkeit, Objekte aufzuspüren. Das sieht man, dass diese jährlichen Entdeckungszahlen, dass die immer noch so einer schönen exponentiellen Kurve im Groben folgen, wenn man das auf großen Zeitskalen ansieht. Und das liegt daran, dass es halt immer mehr Beobachter gibt, spezialisierte Teleskope, die eben darauf abgestellt sind, das gut zu machen, diese Arbeit. Die Methoden werden verfeinert. Es gibt moderne Methoden, mit denen man halt ganz anders an die Sache rangehen kann als früher. Und deswegen, die Entdeckung ist besser geworden, die Raten sind höher geworden. Auf der wissenschaftlichen Seite dementsprechend auch die Modellierung der Population. Man versteht deutlich besser das Ausmaß der Gefahr. Auf jeden Fall auch wichtig ist, dass eben die Bahnbestimmung sehr präzisiert wurde und die Methoden, die dafür benutzt werden. Also dieses Assessment der Situation von Einschlagswahrscheinlichkeiten und eventuellen Gefährdungen. Und last but not least sind wir jetzt auch so weit, dass dem Ganzen genug Aufmerksamkeit und Bedürfnis. Dann das Äquivalent von Aufmerksamkeit, das was bringt, das Budget, beigemessen wird, dass wir eben jetzt dabei sind, eben diese Abwehrkonzepte, mit wir meine ich jetzt uns weltweit, dass wir dabei sind, diese Abwehrkonzepte zu entwickeln und tatsächlich zu testen. 2022, DART, das war für mich eine Zeitenwende in der Hinsicht. Vorher war man sich relativ sicher, dass es mit dem kinetischen Impaktor, also mit diesem Asteroidenschubsen, dass das machbar ist und dass es effektiv ist. Aber jetzt ist nach Dart, jetzt ist es gezeigt worden. Jetzt wissen wir, dass wir dieses Land haben.
Dart war eine Sonde der NASA. Die ist im Spätjahr, im Herbst 2021 gestartet und schon ein Jahr später, 2022, auf dem Didymos-Begleiter, die Morphos, dem Kleinen der beiden, eingeschlagen und hat diesen Bahn um den Großen verändert. Und das war spektakulär. Die NASA hat damals einen Livestream gemacht und man konnte wirklich mit einem Bild pro Sekunde da mit Dart mitfliegen, der zu dem Zeitpunkt schon komplett voll autonom geflogen ist, was auch wichtig war. Und das war der Test, der da gemacht wurde. Ob dieser Anflug klappt. Der Rest war Physik. Obwohl, als er dann eingeschlagen ist, waren wir doch alle sehr überrascht, wie sehr das Ding da gestaubt hat. Also ich kann mich an Kommentare von Kollegen erinnern. So, ja, ist er denn noch da, der Kleine? Und da lag aber auch wirklich eine Erkenntnis drin. Also die Tatsache, dass das Experiment deutlich effizienter geklappt hat als vorher gesagt, hat auch dazu geführt, dass man sieht, dass der kinetische Impaktor nicht das einzige Werkzeug sein sollte, weil es nämlich Umstände gibt, unter denen man vielleicht lieber langsam und kontrolliert schieben will, weswegen wir heutzutage, und da sind wir wieder bei dieser Frage des Fortschritts, was ist denn seitdem passiert? Wir sind jetzt mittlerweile auch dabei, hoffentlich bald in Orbit zu demonstrieren, wie ein Beam-Deflection funktionieren würde. Also dass man einen Asteroiden quasi sanft mit so einem Ionen-Strahltriebwerk anleuchtet und anpustet, aber das über Jahre hinweg macht und dadurch dann den kritischen Effekt der Trajektorienänderung kriegt.
Genau, also Missionsziel war die Umlaufperiode um mindestens, was war das, 72, war das Stated Mission Goal, Minimum, für eine messbare Deflection sozusagen herzustellen. Wir hatten aufgrund von den vielen Modellierungen es gab natürlich eine ganze Bandbreite ich war jetzt in dem Team, das gesagt hat so ungefähr 10 Minuten das wird schon ordentlich da hat der Regolith und dann kriegt man einen relativ hohen Beta-Faktor 10 Minuten was? 10 Minuten Änderung in der Umlaufzeit um den Hauptkörper das war so eine Head-on-Collision und deswegen ist die Umlaufzeit geschrumpft.
Im Gegenteil. Also es ist auf jeden Fall nicht so, dass man da zwei Billardkugeln miteinander kollidieren lässt, wo einfach der Impuls übertragen wird, sondern es wird ja reingeschlagen, es gibt einen Krater und dann passiert ein Materialauswurf in die entgegensetzte Richtung. Und das Material nimmt nochmal Impuls mit. Das ist der sogenannte Beta-Faktor und der ist größer als 1 gewesen. Der war da bei 3, ein bisschen was bei Dart. Also es war, Der Impulsübertrag war deutlich stärker als nur der reine Impuls, den den Dart mitgebracht hat, eben wegen dem ganzen Auswurf, der dann nochmal so einen Boost gegeben hat.
Genau, also wir wissen jetzt, wir haben diese Methode, wir wissen, wie lange man gebraucht hat, um es zu bauen, könnte es wahrscheinlich nochmal schneller machen. Man wüsste im Ernstfall, dass man es hochskalieren müsste, aber die Daten waren noch unglaublich wertvoll, die daher kamen. Nur so alles wissen wir noch nicht darüber. Wie sieht er jetzt aus? Hat er sich rekonfiguriert? Woraus war er denn? Weil der Ursprungsplan war ja, dass da von der ESA eine Asteroid Impact Monitoring Mission, AIM, hätte da sein sollen, hätte das ganze System vorher genau charakterisieren sollen und dann hätte man gesehen, was da einschlägt. Das ist, wie man das idealerweise machen möchte. Man möchte nicht in einen unbekannten Körper einschlagen, sondern idealerweise möchte man wissen, worauf man sich da einlässt, dass man eben die Parameter, die man beeinflussen kann, in eine optimale Richtung beeinflusst. Leider hatte das damals aus Budgetgründen nicht geklappt, aber wir machen jetzt, sagen wir mal, das, was man dann macht, wenn man es eben danach angucken muss. Wir fliegen hin mit einer großen Raumsonde, die wirklich tolle Ausrüstung hat, tolle Instrumente, die dann alles ganz genau unter die Lupe nimmt. Das ist HERA. HERA fliegt schon, hat schon wunderschöne Daten geschickt vom Mars-Verbeifluß. Und kommt dann auch im Spätjahr, Dezember nächstes Jahr, also so ungefähr in einem Jahr, kommt Hera dann an und wird erstmal so eine grobe Charakterisierung des Systems machen. Und dann passiert was, was auch wirklich so ein bisschen First ist. Dann klappt Hera zwei Klappen auf und dann kommen die Beibote raus, nämlich die zwei kleinen Cubesats Juventus und Milani. Und dann wird dem Ding mal so richtig zu Leibe gerückt. Das wird dann multispektral aus verschiedenen Blickwinkeln abgeguckt. Dann wird ein Radarexperiment gemacht, wo Hera mit dem großen Radar, den anleuchtet von einer Seite und auf der anderen Seite der Juventa-Satellit, eben das gestreute Radarsignal dann aufnimmt und dadurch Erkenntnisse über das Innenleben des Asteroiden kriegt. Also das wird sehr, sehr spannend.
Also quasi so ein doppelter Nutzen, der da entsteht. Genau, also Hera ist letztes Jahr im Oktober 2024 gestartet und soll ungefähr in einem Jahr dort ankommen, möchte ich das richtig sehen. Jetzt hast du gesagt, Entdeckung ist besser geworden, So in der ganzen Entwicklung, so in der letzten Dekade. Wodurch ist die Entdeckung besser geworden? Also womit entdeckt man denn jetzt so viel besser?
Mehr Teleskope, mehr vor allem sogenannte Surveys, also Suchprogramme am Himmel. Oder moderne Methoden, eben wie einfach schlicht und ergreifend bessere Kamera-Hardware, das man einfach tiefer belichten kann mit weniger Zeitaufwand. Das bringt natürlich dann Abdeckung und oder höhere Magnituden, die sich erreichen lassen. Dann ganz neuartige Methoden eben wie Stacking, das viel besser funktioniert jetzt oder jetzt in neuster Zeit Sachen wie Synthetic Tracking, wo man einfach belichtet und dann gucken kann, mit welchen Geschwindigkeiten man zurückstacken müsste um welchen Körper zu kriegen Was belichtet man? Man belichtet ein Sternfeld kann entweder auf ein vermutetes Ziel tracken oder halt stillhalten im Prinzip. Und dann kann man annehmen, dass sich in dem Bild was bewegt hat und gucken, ob man dann mit diesem Zurückrechnen dann quasi virtuell aufstracken oder synthetisch aufstackt. Das ist sehr rechenintensiv. Das geht halt eben auch durch die Weiterentwicklung in der Computer-Hardware. Ja, und eben auch internationale Vernetzung, Verzahnung, dass man Sachen miteinander optimiert. Das Atlas-Netzwerk zum Beispiel, das kombiniert viele Sachen zusammen, das Atlas-Netzwerk. Zum einen die Tatsache, dass moderate Größen mittlerweile viel bezahlbarer geworden sind bei Teleskopen. Dann, dass man die mit Computer gestützt eben im Paket als Array betreiben kann. Und dann, dass man sich weltweit mit verschiedenen Stationen die Surveys so koordinieren kann, dass die ihre Abdeckung dann optimieren. Und das ist natürlich auch noch lange nicht am Ende. Im Gegenteil, im Gegenteil. Momentan sehen wir so ein bisschen seit zwei, drei Jahren, dass das Wachstum im Moment nicht so stark ist, so ein kleiner Hubbel. Mal gucken, wie wir am Ende des Jahres rauskommen, ob wir wieder mehr haben als vorher, aber das war in den letzten zwei, drei Jahren ein bisschen stagniert. Doch nächstes Jahr erwarten wir dann einen richtig großen Sprung. Dann geht das Vera Rubin Teleskop mit seinem LSST-Survey online. Und die haben schon im Testbetrieb gezeigt, dass das wie so ein Schleppnetz ist, was dann in rauen Mengen Asteroiden reinbringt. Auch NEOs waren dabei. Dafür ist es nicht optimiert, natürlich. Das wird bei den Mainbelt dann halt ganz neue Ernte halten. Aber auch NEOs gab es, ich glaube, 700 Observationen innerhalb einer Woche oder sowas.
Vera Rubin Observatory war ja hier gerade auch Thema. Raumzeit 124, vor drei Ausgaben habe ich mich mit Markus Hundertmark darüber unterhalten, was dort alles Tolles geschehen soll. Und ja, klar, Asteroiden Survey gehört natürlich mit zu den Aufgaben, die dieses Teleskop dann übernehmen kann. Also es wird einfach mehr geguckt, es wird vor allem sehr viel für Survey getan in letzter Zeit. Es gibt ja noch einige andere Missionen, die sich solchen Aufgaben machen. Das ist halt einfach gerade so auch das Thema. Wir wollen jetzt irgendwie alles sehen, richtig schön tief rein, aber eben vor allem auch diese Beobachtung in Echtzeit. Das Gaia-Teleskop hat ja auch enorme Datenmengen geliefert und wird ja noch auf Jahre hin irgendwie ausgewertet werden. Also wir kriegen schon ganz andere Vorstellungen, glaube ich, davon, was uns eigentlich alles so umfliegt und es irgendwie, glaube ich, auch deutlich mehr los, als man vielleicht so erwartet hat, oder?
Ja, auf jeden Fall. Man wird sich bewusst, dass eigentlich ständig was an uns vorbei fliegt, um uns herum. Und mit dieser Aufmerksamkeit kommt dann auch noch andere Herausforderungen. Weil das wäre Robin, weil es nur das spektakulärste von der ESA fangen wir jetzt auch bei den Surveys an mit unserem FlyEye-Netzwerk. Das ist ein Teleskop, das legt sich ernsthaft mit den Gesetzen der Physik an und versucht vieles gleichzeitig zu machen, was normalerweise als Trade-off gemacht wird und hat deswegen auch ein ganz außergewöhnliches Design. Es wird, glaube ich, schon mal angesprochen, das FlyEye. Ja, aber wenn man halt mehr entdeckt, man entdeckt es erst mal nicht mit super hoher Präzision. Wir werden auch bald ganz andere Populationen sehen, weil ins Innere des Sonnensystems rein, da können wir nicht gut gucken. Wenn wir jetzt hier am Taghimmel hochgucken, der ist schön blau, aber Asteroiden sieht man da drin nicht. Das wird alles durch diese Lichtverschmutzung von diesem großen hellen Balder in der Mitte des Sonnensystems verursacht.
Und genau, und das lassen wir uns natürlich nicht bieten auf Dauer. Und da wollen wir jetzt auch wieder die Welt dran vorbei. Und da muss man aber in den Weltraum raus. Und dazu hat die NASA jetzt eine Mission auf dem Weg, den NEO Surveyor. Das ist ein Infrarotteleskop. Und das soll dann ganz tief da reingucken in diesen Bereich, weil da versteckt sich noch einiges. Man sieht bei diesen Entdeckungszahlen, dass selbst die größten Größen noch nicht 100 Prozent sind. Weil wir wissen, es ist ja noch ein Bereich vom Sonnensystem, der sehr, sehr schlecht durchmustert ist. und der soll dann durchmustert werden. Wir wollen dazu auch dann noch komplementär, Gleich Buddha bei die Fische machen sozusagen und schicken dann noch den Neomir hinterher. Das gibt das erste Frühwarnsystem auf der Tagseite. Das ist dann gedacht, um auch kleinere Asteroiden, die der Erde näher kommen, zu sehen, die sich schneller bewegen, also die eine schnellere Winkelrate im Himmel haben und die halt durch diesen NEO-Surveyor durchschlüpfen würden, weil der halt lange in eine Richtung startet, um ganz tief zu gucken. Und Neomir soll dann halt solche Sachen finden, wie zum Beispiel Chelyabinsk. Typ-Impaktoren. Das hat 2013 für eine riesen Überraschung gesorgt, der Chelyabinsk-Meteor. Und das würde er genauso noch heutzutage machen. Wir hätten heute die exakt gleiche Vorwarnzeit, nämlich Null.
13, genau. Also wir gingen über Russland, eben über Chelyabinsk runter. Da in Russland so Autokameras sehr verbreitet sind, diese Dashcams, Gibt es da einige bemerkenswerte Videos davon, aber das hat man dann schon gesehen. Also ein vergleichsweise kleiner Meteor kann schon eine ganze Menge Ärger machen, gerade in so einem bewohnten Gebiet. Also da sind nicht viele Scheiben übrig geblieben. Ist glaube ich nicht wirklich jemand zu Schaden gekommen, aber in einer etwas dichter besiedelten Region hätte das wahrscheinlich schon ganz anders ausgesehen.
Ja, ja, also richtig was los im All und wir schauen zu mit allen möglichen Missionen, die sich ja am Ende einfach kombinieren und das ist ja im Prinzip dann auch die Idee vom SSR, von der Space Situational Awareness und damit natürlich hier auch dem Planet Defense, also einfach erstmal ein Lagebild bekommen und vor allem weiter Forschungsmissionen losschicken, um zu sehen, okay, was kann man denn jetzt eigentlich machen? Erläutern doch nochmal so ein bisschen, wie so der ... Stand der Dinge ist jetzt sozusagen, also was hat man da jetzt für eine Meldekette, Asteroidenabwehr. Es wird ja immer wieder mal veröffentlicht, so okay, wir haben jetzt hier wieder ein Survey gemacht, wir haben da irgendwie was gefunden, da kommt irgendwie was aus der Dunkelheit des Alls und dann werden ja so Schätzungen rausgegeben. Wo fliegt das Ding wahrscheinlich hin? Weil wenn man jetzt mal einen Tag drauf schaut, dann kann man jetzt nicht so genau sehen, wohin sowas geht. Wie klackert das jetzt derzeit so rein, wenn so eine Entdeckung in irgendeiner Form gemacht wird?
Also die Sachen werden bei uns vollautomatisch ausgewertet und wir haben zwei Systeme. Ein System, das ganz frische, neu entdeckte Objekte gleich einliest von meiner Planet Center, also von den Daten, die die veröffentlichen, wo Gott sei Dank aus der ganzen Welt alles zusammengesammelt wird. Und deswegen hat man da wirklich Zugriff auf alle Observationen von meiner Planets eben, von Kleinkörpern. Und wenn das Schnellwarnsystem mit dem Namen Meerkat, wenn das was entdeckt, das warnt sofort. Deswegen habe ich vorhin gesagt, da gibt es eine Art von Benachrichtigung auf dem Telefon. Das ist dann Meerkat. Also wenn das Erdmännchen anruft.
Wenn das Erdmännchen anruft, dann gucke ich in aller Regel nach. Und das hatten wir auch schon mal. Also insgesamt ist es zwölfmal gelungen, kleine Objekte, die auf die Erde zugeflogen sind, vor dem Eintreten in die Atmosphäre zu entdecken. Letztes Jahr waren es insgesamt vier, dieses Jahr seltsamerweise bisher null. Ist halt Small-Number-Statistics. Aber auf jeden Fall haben wir da eine Möglichkeit, auf direkte Sachen schnell zu reagieren. Aber die Hauptarbeit, das Herz unseres Systems ist Aegis, benannt nach dem Schild des Zeus, der die Menschen vor bösen äußeren Einflüssen schützen soll. Das berechnet Bahn auf 100 Jahre voraus mit allen statistischen Unwägbarkeiten. Also kann auch so die Bereiche, in denen man es finden könnte, wenn man alle Messungenauigkeiten und physikalischen Effekte mit einberechnet, vorhersagen. Und eben diese Systeme, die liefern dann Antworten, gibt es kein Risiko, das ist dann Null, oder gibt es ein Risiko? und für uns ist die Grenze zwischen kein Risiko und Risiko, ist sobald es nicht mehr null ist. Selbst wenn es eins zu einer Million ist, das wird von uns erfasst und auch übrigens ganz öffentlich auf unserem Portal zur Verfügung gestellt. Ich habe geguckt, Stand heute sind es knapp 1900 Objekte auf dieser Risikoliste, von denen wir wissen, dass in den nächsten 100 Jahren eine Chance von nicht null besteht. Die sind da sortiert nach der Einschlagswahrscheinlichkeit, die man hat. Die ist im Allgemeinen, hat man einen riesengroßen Bereich, wo er sein könnte. Und dann fliegt unsere Erde so als kleines Körnle durch. Und der Moment, in dem sie sich dann in dem Dings befindet, das ist ein Risiko. Und so grob kann man sagen, die Größe von diesem Bereich verglichen mit der kleinen Erde, ist dann quasi die Wahrscheinlichkeit. Das geht aber auch manchmal hoch. Und da hatten wir Anfang dieses Jahres einen ganz spektakulären Fall, nämlich den Asteroiden 2024 YR4. Der wurde so um Weihnachten letztes Jahr entdeckt. Und dann war aber relativ früh dieses Jahr klar, dass die Einschlagswahrscheinlichkeit über ein Prozent geht. Und das ist sehr selten noch. Und beim näheren Beobachten ist die dann erstmal nicht runtergegangen. Das ist üblicherweise der Fall. Man hat was mit einer höheren Einschlagswahrscheinlichkeit. Guckt nochmal scharf hin und dann geht das schnell wieder weg.
Genau, das war im Endeffekt dann, die Entdeckung ist dann meistens noch sehr, sehr schlecht bestimmt, aber wenn man einen interessanten Fall hat, dann setzt sich dann jeder drauf, der kann und dadurch wird dann schnell zusammengeschrubft. Es gibt dann auch immer die Suche nach sogenannten Precoveries, wo der irgendwo durchs Bild gehuscht ist, weil wenn man schon eine Bahn bestimmt hat, das erscheint in einem einzigen Bild, dann braucht man keinen Tracklet wie sonst auch, um das zu linken dann und die Bahn genauer zu bestimmen. Allerdings war er auf so einer Trajektorie, dass es schwere, mühsame Arbeit war. Langwierige Arbeit, weil man relativ wenig Hebel hatte, weil er schon aus seinem Weg dann raus war, Richtung fast zum Jupiter. Der hat eine relativ stark elliptische Bahn. Und als der dann über ein Prozent war, der ist so langsam drüber gekrochen. In unseren Übungen nehmen wir mal an, es hat ein Prozent klar und deutlich überschritten. Und dann haben wir unsere Übung gemacht mit der Meldekette. Aber der krocht dann so ewig langsam, da über Tage langsam drüber. Doch fanden wir uns dann eines Tages an dem Punkt, wo wir gesagt haben, der geht nicht gleich wieder runter.
Es werden alle zwei Jahre große weltweite Übungen im Rahmen der sogenannten Planetary Defense Conference. Und das ist so ein bisschen Wargaming. Da gibt es immer eine kleine abgeschottete Gruppe von Spezialisten, die rechnen einen physikalisch plausiblen Fall aus. Und machen natürlich dann, obwohl es steht ihnen frei, den einschlagen zu lassen oder es einen nahen Vorbeiflug sein zu lassen. Und die Daten werden dann rausgegeben an die internationale Community und die spielen dann dagegen und gucken dann, was sie mit diesen Daten machen. Also sie kriegen dann quasi simulierte Messdaten, simulierte Orbitdaten, die dann im Laufe der Zeit immer mehr verfeinert werden. Und da muss man eben seine Reaktion darauf trainieren. YR4 war das Ganze dann im echten Leben. Lustigerweise waren wir da in der Mitte von einer groß angelegten Übung der Space Mission Planning Advisory Group, wo wir angenommen haben, wir haben einen Fall, über 50 Meter, über 1 Prozent. Wir müssen da reagieren und waren dann dabei, diesen Prozess zu finden, wie man weltweit diese ganzen Missionsstudien koordiniert. Das ist ja ein gewisser Aufwand.
In gewisser Weise, ja, weil das war das Ganze dann so ein bisschen im Ernstfall. Tatsächlich, die Space Mission Planning Advisory Group wurde letzten Endes, war die nur in Bereitschaft, aber nicht aktiv. Was aber aktiv wurde bei einem Prozent, ist zum einen unsere Protokolle, die wir mit unseren Mitgliedstaaten haben und mit einigen anderen, die quasi auf Anfrage auch daran teilhaben. Wir haben ein eigenes Meldesystem und eine eigene Meldekette, wo wir dann Bericht erstatten, sobald was ist. Da haben wir direkte Kontaktpunkte. Hier in Deutschland zum Beispiel ist das das Weltraumlagezentrum in Uedem und gleich aber auch das Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Mit denen sind wir direkt über operative E-Mail-Adressen vernetzt und die bekommen dann von uns einen Lagerbericht in dem Fall war das dann ein Hinweis also war so wie die gelbe Farbe auf der Wetter-App sozusagen nach dem Motto Achtung da ist was, das verdient Aufmerksamkeit, Allerdings, wie gesagt, Planetary Defense, nicht European Defense oder American Defense. Und dafür, dass die Zahlen da nicht voneinander abweichen, gibt es da das International Asteroid Warning Network, I-1 ausgesprochen. Und da sitzen wir halt in einer relativ großen Gemeinschaft zusammen, und koordinieren uns auch wieder, das heißt wir sagen uns, hey wir haben das gemessen dann sagen die anderen, wir haben das gemessen und wenn die Zahlen auch nur minimal abweichen wir hatten da bei Y4 hatten wir am Anfang täglich Telekonferenzen und haben. Untereinander rausgefunden ah ihr habt das so gemessen wir haben das so gemessen, dann sieht man was sind die Unterschiede in den Algorithmen die Rundungsansätze und sowas. Und dann hat man verstanden, ah ja, okay, euer System kommt auf diese Zahl, unser System auf diese Zahl. Die sind nicht 100% gleich, aber die sind verständlich dann. Und dann einigen wir uns auf so einen, sagen wir mal, gemittelten Wert, der beide Systeme repräsentiert. Und das kann dann von diesem Netzwerk offiziell veröffentlicht werden. Die Idee ist, dass man eben zeigt, nee, das ist weltweiter Konsens und man spricht da mit einer Stimme. Tatsächlich hat dieses Warnnetzwerk dann auch zum allerersten Mal die Möglichkeit genutzt, die Vereinten Nationen, die General Assembly, auch zu informieren. Das war dann so ein Informationstext, der war sehr ähnlich dem, was unsere Mitgliedstaaten dann bekommen haben, an Lagebericht, der wurde den Vereinten Nationen vorgelegt, auch wieder mit dem, Mit der richtigen Klassifizierung, dass es ein Hinweis ist, dass man da jetzt nachgucken muss, dass es noch keine Warnung ist oder kein Alarmzustand. Das hat sehr gut funktioniert, das ist auch sehr gut aufgenommen worden. Das war zeitnah zu einer UN-Sitzung in Wien und das wurde auch positiv kommentiert, auch wirklich über alle weltpolitischen Lage hinweg. Und das ist das, was dann auch wirklich dann weitergegangen wäre. Der hat dann bei 4 Prozent ungefähr seinen Höchststand gehabt, was ihn zum Rekord-Asteroiden macht. Selbst Apophis 2004 hat es nur auf 2,7 Prozent geschafft, wenn ich mich richtig erinnere. Und es war auch der, der am längsten über einem Prozent war, der Y4. Und der war tatsächlich 60 Meter, wie sich herausgestellt hat mittlerweile. Same Page hat nur halt ein bisschen ruhiger reagiert und gesagt, bis dahin haben wir die Apparition, ob wir jetzt in der Mitte der Apparition oder einen Monat später irgendwas machen.
Also die Apparition nennt man die Zeit, in der ein Asteroidbeobachtung zugänglich ist, weil die meisten Asteroiden verschwinden dann in den Tiefen des Weltraums und gehen zu so hohen Magnituden, dass da nichts mehr drankommt. Da wurde allerdings am Schluss nochmal mit dem James-Webb-Teleskop gemessen, als selbst die ganz großen Teleskope der Erde, als es zu dunkel wurde. Und Samepage hat von vornherein gesagt, wir sind bereit, loszulegen, aber wir gehen nur in Aktion, wenn wir müssen, damit wir dieses, weil Samepage ist ja das größte Mittel, was wir haben sozusagen. Die Space Mission Planning Advisory Group. Das ist sozusagen die, da wird es dann richtig ernst und wenn Samepage eben eine Empfehlung für ein, Missionsgesamtkonzept, das kann mehrere Missionen von mehreren Raumagenturen enthalten, wenn Samepage das vorlegt, dann ist schon, da steht schon eine UN-Resolution im Raum und deswegen will man sowas nur machen, wenn es nötig ist. Tatsächlich haben dann die letzten Beobachtungen gereicht, um genug Hebel zu kriegen, um auszuschließen, dass YR4 auf die Erde trifft. Das war Weihnachten 2032 ungefähr, kurz danach ging es um einen kritischen Punkt. Allerdings, was wir noch nicht ganz ausschließen konnten, ist ein Mondeinschlag. Momentan sind wir bei 4-6% Wahrscheinlichkeit für einen Einschlag auf den Mond von dem Körper.
Ja, klar, auf jeden Fall. Also wir haben das 100 Prozent ernst genommen. Es gibt nur das eine, darauf zu reagieren, als ob es eine richtige Bedrohung ist und alles in Bewegung setzen, vor allem niemals irgendwas zurückhalten. Zeit, die man nicht kommuniziert, ist verlorene Zeit. Nur wenn man es kommuniziert, wenn man sich etwas bewusst ist und wenn alle an einem Strang ziehen, dann kann man optimal irgendwas machen. dagegen. Das ist der oberste Grundsatz.
Der Film war große Klasse. Den habe ich zweimal geguckt. Einmal quasi mit einer beruflichen Brille auf und einmal nur zum Spaß. Also ich habe es ja vorhin schon erwähnt, dieser Moment, in dem der da mit den ganzen Ordnern auf dem Arm kommt und so, ja, also die einen machen dies, die anderen das. Da musste ich beide Male so loslachen. Einmal nur aus Entertainment und einmal so, oh wow, ja, wenn wir Same-Page nicht hätten.
Wer weiß. Ist auch irgendwie scary. Ich meine, wenn man jetzt wirklich mal so den Weltuntergang vorlegt und alle nur so, ach ja, nee, komm. Da können wir noch Geld draus machen. Schlimmer Gedanke, ne? Oh Mann. Okay, also es hat sich auf jeden Fall einiges getan und Asteroidenabwehr ist auf eine bestimmte Art und Weise jetzt schon durchorganisiert. Also würde jetzt morgen wieder was gemeldet werden oder das Telefon jetzt hier losgehen, während wir hier noch sprechen. Ihr wisst sofort, was zu tun ist und der Podcast wäre dann zu Ende. Ja, was kann man denn jetzt noch besser machen? Also was sind denn jetzt die nächsten Herausforderungen, um dieses System noch weiterzutunen? Ich denke mal, ihr seid ja mit den Ideen noch lange nicht am Ende.
Ach nee, noch lange nicht. Wir sind so mittendrin in der ganzen Arbeit. Also wie vorhin schon erwähnt, die Surveys, es wird zwar mehr und besser und wir erreichen neue Bereiche, aber das müssen wir noch umsetzen. Das Flyer-Teleskop ist momentan zum Austesten und zum Einregeln in Matera stationiert, während das Observatorium auf dem Monte Mufara in Sizilien gerade gebaut wird. Und das ist eins von diesen Teleskopen. Insgesamt planen wir bis zu vier. Nummer zwei ist quasi auch schon in Arbeit, da wird jetzt auch schon geguckt, wo steht es dann, welche technischen Verbesserungen macht man, welche Lehren zieht man aus der ersten Iteration und das ist einiges, das sieht schon deutlich anders aus, das FlyEye 2 technisch gesehen. Wurde unheimlich optimiert. Neom hier muss noch vollends bewilligt werden. Wir sind in der Studienphase, gebaut werden. Neosurveyor ist zwar schon weiter, aber muss auch noch gut ankommen. Und dann, wenn diese ganzen neuen tollen Surveys da sind, dann schütten die uns mit Daten zu. Vera Rubin first and foremost da in der Richtung. Und dann geht es aber auch darum, das alles nachzuverfolgen, weil ein Asteroid ist in erster Linie eine Punktquelle, wirklich eine eindimensionale. Und so ein Pixel von so einem Detektor ist, wenn man es weit genug weg projiziert, ein riesen Rechteck, aber Himmel und da ist ja dann am Anfang irgendwo drin. Das heißt, man braucht eine gewisse Zeit, um den zu bestimmen. Und wenn man wissen will, was in den nächsten 100 Jahren passiert, muss man diesen Körper, der da mit zig Kilometern pro Sekunde durch den Weltraum rast, abmissen auf Genauigkeiten von Millimetern pro Sekunde. Und das braucht dann eben halt auch Ressourcen, um das nachzuverfolgen. Da sind wir auch dabei, da kann man dann auch nicht mit beliebig vielen Teleskopen arbeiten, sondern man muss auch da immer weiter Methoden verfeinern, das weltweite Vernetzen miteinander verfeinern, dass jeder jedem sagen kann, hey, du bist gerade in der besten Position, hast das beste Wetter, bitte mach du jetzt schnell diese Beobachtung. Das sind die wertvollsten Daten in dem Moment. Da haben wir in den letzten Jahren auch enorme Fortschritte gemacht und eben durch diese Asteroiden, die wir jetzt kommen sehen vor dem Einschlag, Die sind wie ins Fitnesscenter gehen. Da exerzieren wir wirklich diese ganze Kette von Ereignissen im Schnelldurchlauf, innerhalb weniger Stunden, was normalerweise Monate brauchen kann, durch und daraus lernt man dann enorm viel. Auch die Daten selbst sind wissenschaftlich hochinteressant. Also da wird einiges gemacht. Dann eben die Meldeketten noch ein bisschen straffen, organisieren, da sind wir auch dabei wirklich Prozeduren zu entwickeln, auch mit den einzelnen Ländern zusammen nationale Vorbereitungspläne auszuarbeiten. Deutschland ist schon recht weit, aber wir sind auch da noch am Ausarbeiten von genaueren Sachen dran. Ja, und letzten Endes dann die Reaktionsmöglichkeiten verbessern. Das ist das, wo auch noch eine Riesenbaustelle ist, weil wir wissen jetzt, man entdeckt einen Asteroiden. Man braucht Monate, bis man rausbekommen hat, dass er eine Gefahr ist und dann geht er eventuell weg. Er ist eventuell jahrelang weg, YR4. Wir versuchen zwar schon Anfang nächstes Jahr mit dem James-Webb-Teleskop wieder draufzuhalten, Aber konventionellen Beobachtungen wäre erst 2027, 2028 wieder zugänglich. Und das ist alles Zeit. Hoffentlich, und das ist ja die Grundidee, haben wir im Ernstfall Jahrzehnte Vorwarnzeit, sodass wir was machen können. Aber man braucht auch bei einem größeren Körper, wenn wir mal mehrere hundert Meter Durchmesser haben, das ist enorm viel Masse, das ist enorm viel kinetische Energie, die da gebunden ist und dementsprechend ein enorm hoher Aufwand, um diesen Impuls in eine andere Richtung zu lenken, den die haben. Der kinetische Impaktor ist gut, aber um einen großen Körper abzulenken, bräuchte man mehrere. Man bräuchte ein Gesamtkonzept mit kinetischen Impaktoren, man braucht viele Raketen, die dann auch wegen heliozentrischer Trajektöre nicht schnell wiederverwertbar sind in den meisten Fällen. Es sei denn, wir haben irgendwann mal ganz große, die da Nutzlasten hochschießen können. Also muss eben dann da weiter an dieser internationalen Koordination gearbeitet werden. Wir sind noch in dieser Übung der Space Mission Planning Advisory Group, um eben diese Strukturen zu fördern des weltweiten Zusammenarbeitens, weil niemand kann dann alleine das machen. Das ist illusionär. Da muss jeder seinen Teil machen. Und dann eben, wie schon erwähnt vorhin, insbesondere für tatsächlich kleinere bis mittlere Bedrohungen, andere Ablenkungsmöglichkeiten, wenn sich da Sachen ergeben, wo man mit einem kinetischen Impaktor eben nicht…. Effizient genug abwehren kann. Ich mag da nicht so sehr in Details gehen. Es gibt Limitationen. Zum einen kann man nur in eine Richtung ablenken. Theoretisch hat man beide Richtungen zur Verfügung. Man kann entweder so schnell machen, dass er vor der Erde vorbeirauscht oder abbremsen, dass er erst nach der Erde am kritischen Punkt ankommt. Der kinetische Impactor kann normalerweise nur bremsen. Aber ein Ionenstrahltriebwerk, das kann von jeder Richtung einwirken. Das hat einfach einen Freiheitsgrad mehr, mindestens. Und man verhindert auch, weil es ist ja enorm viel Energie auf einmal. In einem Bruchteil einer Sekunde wird da alles gegeben, was mitgebracht wird. Das sind große Mengen Energie. Und die können eben dazu führen, dass das Ziel sich zum Beispiel teilweise zerstört. Also jetzt, ich bemühe da manchmal gar an dieses Bild von der Hydra aus der grüchischen Mythologie. Es kann passieren, dass man denkt, man hat dem Drachen einen Kopf abgeschlagen und dann sind es plötzlich zwei getrennte Schwerpunkte, die dann bei den nächsten Einschlägen getrennt voneinander behandelt werden müssten, aber noch so nah sind, dass sie beim Erdeintritt wieder als Gesamtmasse fungieren würden. Beim Atmosphäreneintritt in die Erde ist das genau genommen. Und deswegen, Abwehrkonzepte müssen weiter verfeinert werden und die Reaktionszeit. Weil, um zu verhindern, dass man das falsche Mittel benutzt, sollte man idealerweise wissen, wo der Asteroid ist. Und jetzt stellen Sie sich vor, wir brauchen zurzeit vier Jahre, um eine Aufklärungsmission oder Abwehrmission zu bauen und irgendwo hinzukriegen, in einem guten Fall. Man bräuchte vier Jahre zur Aufklärung und dann reagiert man und dann braucht man vier Jahre zur Abwehr, das sind acht Jahre und dann ist es auch wieder so, dass das nicht wie von Hollywood skuriert so ist der kommt und dann wird der aus dem Weg geschlagen, sondern das ist immer noch ein Berg, in den so ein Fiat Cinquecento reinrast, der hat zwar einen Effekt, aber der Effekt ist sehr klein, das sind auch wieder diese Millimeter bis Zentimeter pro Sekunde in die gewünschte Richtung, und mit der Zeit kann sich das natürlich schön aufaddieren. Wenn man zehn Jahre vor einem Einschlag ablenkt, braucht man viel, viel weniger Veränderung und viel weniger Aufwand, als wenn man drei, vier Jahre vor einem Einschlag was abbaut.
Und da müssen wir halt jetzt schneller werden. Und Ramses ist zum Beispiel jetzt ein Schritt auf diesem Weg, Hera nochmal zu bauen und schneller zu bauen, um schnell wohin zu kommen. Wir haben nur drei Jahre. Bis wir loswollen. Aber die Konzepte, die wir verfolgen, gehen dahin, dass man irgendwann sowas wie standardisierte Mikrosatz oder Cubesatz hat, die man mit Micro-Launchern losschießt und die dann, wo man kaum Vorlaufzeit braucht, um die in den Weltraum zu bringen. Um diese Jahre der Entwicklung auf der Erde, dass man das auf ein Minimum zusammenschrumpft. Weil das ist alles gewonnene Zeit, die man später für Ablenkung hat, sollte man sie brauchen.
Der war 2004 ja super spektakulär, weil da hatte er 2,7 Prozent Einschlagswahrscheinlichkeit bei über 300 Metern Durchmesser. Was zu fett ist. Genau, ob das früher schon mal angesprochen wurde. Ein Zentimeter ist eine Sternschnuppe, ein Meter ist ein beeindruckender Feuerball. Zehn Meter plus sind wir dann im Bereich von Chelyabinsk, also da wird es schon interessant am Boden. 50 Meter, das geht dann richtig schnell hoch, 50 Meter ist schon Beringer Crater oder Tunguska-Event. Das heißt, über einer Stadt... Ist die dann nicht mehr da danach?
Genau, der war zuerst der große, gefährliche Asteroid für eine Weile. Allerdings konnte man relativ schnell den Einschlag ausschließen. Das waren dann noch weitere Fragen, weil klar war, 2029 wird ein naher Vorbeiflug passieren. Da gab es immer dann Ideen, dass der halt durch sogenannte Gravitational Keyholes fliegen könnte, also quasi in so eine Art Resonanz mit der Erde reingetrieben wird, wo es ihn dann quasi immer mehr auf die Erde zusteuert durch so kleine Ablenkungen und kleine Einflüsse. Und der hat tatsächlich auf der Risikoliste noch sein Dasein gefristet auf einer sehr hohen Platznummer, weil es klar war, dass es extrem unwahrscheinlich ist. Er war noch da bis 2021 durch eine konzentrierte Kampagne eben von diesem Asteroiden-Warnnetzwerk als Trainingskampagne, wurde dem da genau zu Leibe gerückt, weil da gab es schon einen schönen nahen Vorbeiflug und da wurde das Ganze auf wenige Kilometer, also am 13. April am Freitag, den 13. April 2029 um 21.47 Uhr, glaube ich. Ich kann mich jetzt bei den Minuten geerbt haben.
Genau, weit innerhalb der, oder nicht weit innerhalb, deutlich innerhalb der geostationären Distanz. Das ist nur, was war das, 31.000 Kilometer über der Oberfläche. Das heißt, da gibt es Satelliten, die ziehen außerhalb vom Apophis ihre Bahn, beziehungsweise er rauscht da unter denen drunter durch. Und, ähm, Da wurde dann immer klarer, nee, Moment, der fliegt dann durch unser Gravitationsfeld, der kriegt die Gezeitenkräfte zu spüren. Das ist quasi so ein bisschen Dart Light von den wissenschaftlichen Erkenntnissen her. Man kriegt ein bisschen was über die Struktur mit. Er fliegt auch durch den Strahlungsgürtel, das heißt, der Staub könnte da interessante Sachen veranstalten durch statische Aufladung.
Und es ist halt so gut vorhergesagt, dass man eben, man hat alles da. Also man hat was Interessantes, was vor der Haustür vorbei rollt. Es ist ein erdnahe Asteroid, also der ist zwar für die nächsten 100 Jahre gesichert, harmlos. Aber wenn Sie mich jetzt fragen, die nächsten 10.000 Jahre, da würde ich keine Aussage wagen, ob er einschlägt oder nicht. Es ist halt eine gute Möglichkeit, den näher kennenzulernen. Also auch richtig, dem auf Tuchfühlung zu gehen. Und letzten Endes dann an dem Punkt, an dem wir gesagt haben, oh, das ist aber jetzt wenig Zeit, haben wir gesagt, ja, aber Moment. Das wäre mal eine gute Idee, zu gucken, wie kriegen wir das denn hin, wenn wir müssen, wenn wir eine Zeit haben. Also das war auch so ein bisschen eine Herausforderung, die sich da gestellt hat an uns von dem Asteroiden, hey, kriegt das jetzt noch hin? Und ja, dem haben wir dann begegnet, wie gesagt, mit mehreren Missionsstudien, um zu gucken, was ist das beste Konzept.
Genau, das Osiris Apex kommt erst danach, kann zwar sehen, wie sieht er danach aus, aber dann muss man sehr extrapolieren, um rauszukriegen, was davor war. Wenn man ihn davor charakterisiert, dann hat man ein viel besseres Verständnis, was denn genau beim Erdvorbeiflug passiert. Gibt es da so eine Art Beben? Verteilt sich da Material um? Wie sieht es mit der internen Konfiguration aus? Und da braucht es schon einiges, um das genau zu wissen. Und deswegen von all den Konzepten leichtgewichtig, nur mal gucken, wie sieht das Spektrum und die Form aus der Nähe aus, das wäre das Minimalkonzept gewesen. Dann gab es Zwischenlösungen, aber letzten Endes kam man zu dem Schluss, hey, wir haben ja eine Mission, die einem Asteroiden wirklich alle Geheimnisse entlocken soll, nämlich Hera. Aber Hera selbst hat ein bisschen länger gedauert, aber hey, wir haben ja was daraus gelernt. Was ist, wenn wir das nochmal machen, das ganze System nochmal verschlanken, ein bisschen simplifizieren, ein bisschen optimieren. Wie weit kann man das Budget und die Zeit, die gebraucht wird, reduzieren? Das ist schon so ein bisschen Trainingseffekt auch. Und so kam dann die Idee zur Mission Ramses.
Genau, das ist die NASA-Mission. Das war vorher Osiris Rex und hat den Asteroiden Bennu vermessen gehabt. Und die hat jetzt quasi nochmal ein zweites Einsatzziel bekommen, ist umbenannt worden in Osiris Apex und ist auf Kurs zum Apophis, kommt aber erst kurz nach dem Erdnarrn-Vorbeiflug an. Das heißt, lange Zeit war das eben okay, das ist auch jedenfalls da wieder besser als nicht nachzugucken, aber man hätte schon gerne was, was vorher auch da ist und den Part übernehmen wir jetzt.
Eventuell sogar mit dem gleichen Kamerasystem, weil wir arbeiten da auch sehr nah mit internationalen Partnern zusammen. Wie gesagt, die Japaner machen den Launcher, die Amerikaner wollen, wenn es geht, eine Kamera zur Verfügung stellen. Das wäre dann das gleiche System wie auf Osiris Apex. Ja, macht es gleiche, aber eben zu verschiedenen Zeitpunkten.
Genau, wie ist der Rotationsstand vorher und nachher, gibt es interne Konfigurationen und eben Ramses hat noch dieses extra, dass wieder dieses Radarexperiment gemacht wird, dass wieder die Lampe auf der einen Seite und die Kamera auf der anderen Seite sozusagen und dann wird der da wirklich wie mit einem Röntgenbild durchstrahlt.
Also die Mission Ramses ist jetzt auf der Ministerratskonferenz in Bremen, der ESA. Da musste das Geld zur Verfügung gestellt werden, um Ramses auch wirklich zu bauen. Das war bisher eine Absichtserklärung, aber das Geld musste noch quasi ins Konto eingezahlt werden. Und das ist jetzt passiert. Das Geld ist jetzt zur Verfügung gestellt worden.
Ja, es ging auch noch um die ESA insgesamt. Nee, es war natürlich für uns das wichtigste Event alle drei Jahre. Da kommen die Mitgliedstaaten zusammen, der ESA und legen eben ihre Finanzierungslevel fest. Die ESA hat da zwei Modi, wie Geld zur Verfügung gestellt wird. Zum einen das sogenannte Mandatory Program, da ist zum Beispiel das Wissenschaftsprogramm drin. Das ist so eine Art Mitgliedsbeitrag, der errechnet werden kann und wo dann zum Beispiel ein bisschen mehr gegeben werden kann, wenn man da Kapazitäten hat oder vielleicht auch mal ein bisschen zurückgenommen wird, wenn es halt wirtschaftlich in dem Land jetzt halt einfach mal leider nicht anders geht. Aber es gibt auch sogenannte optionale Programme. Und das ist wirklich, da steht es den Ländern frei, was zu zeichnen oder nicht, welche Höhe, für was. Da ist viel mehr Auswahlmöglichkeit. Es wird oft verglichen mit in ein Restaurant gehen und dann einfach eine Speisekarte bekommen und sich dann was auszuwählen aus der Speisekarte. Die Speisekarte ist quasi die Ideen, die ihnen vorgelegt werden und dann wird da gesagt, das und das und das wollen wir.
Sozusagen, ja genau, weil wir sind ein sogenanntes optionales Programm, das Space Safety Programm, der Nachfolger vom SSA Programm und wir wurden extrem gut gezeichnet. Also wir sind über dem, was wir angefragt haben, sind wir gelandet und das ist natürlich ein großer, großer Erfolg. Da freuen wir uns riesig. Wir haben natürlich auch mehr Herausforderungen. Also es ist nicht so, dass wir jetzt hier jeden Morgen mit Geld duschen oder sowas. Obwohl es ein sehr großer Erfolg ist, haben wir ja auch große Ambitionen, in denen große Geldmengen gebunden werden. Jetzt zum Beispiel der Ramses-Mission. Und wir haben aber auch noch einiges andere, was wir arbeiten. Und da müssen wir schon mit dem Geld doch sehr haushalten. Also bei aller Freude ist es nicht so, dass wir Onkel Dagobert jetzt an der Strippe haben.
Nee, aber man merkt natürlich schon, dass jetzt ... Die ESA und Raumfahrt an sich, glaube ich, ein bisschen ernster genommen wird, als das so in den letzten Jahrzehnten an manchen Stellen so zu spüren war. Das hat natürlich viele Gründe, so die geopolitische Lage. Aber ich denke, dass auch generell die Bedeutung von Raumfahrt so in den letzten zehn Jahren mit so Projekten wie Starlink und so weiter, also auf einmal so ganz neue Capabilities dazugekommen sind, natürlich auch ganz andere Probleme, auch gerade jetzt für Situational Awareness, also die ganzen Satelliten da draußen und die Probleme, die das macht. Und jetzt in zunehmendem Maß natürlich auch alte Systeme, die ausfallen und vielleicht eben noch keine Reserven haben, um ordentlich abgestürzt zu werden etc. Ich denke, es setzt sich langsam ein bisschen die Erkenntnis durch, dass es vielleicht mal ganz gut wäre, sich darum zu kümmern, weil wenn man es nicht macht…, Droht ja im Prinzip die ganze Raumfahrt an sich zu scheitern. Also wenn man dann irgendwann wirklich nur noch Weltraummüll da draußen hat, mal jetzt von den Asteroiden mal ganz abgesehen und einfach überhaupt nichts mehr starten kann oder bewahre, wenn jetzt eine größere Kollision stattfindet, die da so eine Kettenreaktion im Orbit auslöst. Das wäre ja auf so vielen Ebenen katastrophal, da möchte man gar nicht drüber nachdenken. Aber kommen wir zurück zu Ramses. Also ihr habt jetzt diese Mittel. Was wollt ihr jetzt genau machen? Was ist schon gemacht worden? Was wird jetzt in dieser Mission alles umgesetzt werden?
Also es ist schon studiert worden eben, wie man es umlegt. Alle Vorbereitungsmaßnahmen sind schon gemacht. Es wurde schon zusammengesammelt, was hat man an Spareparts sozusagen, die man da beitragen könnte. Es wurde mit internationalen Partnern geredet, was können die beitragen, wie muss man die Interfaces dann gestalten. Und jetzt wurde halt der Löwenanteil des Geldes dann zur Verfügung gestellt, um das Bauen zu machen. Das fängt jetzt wirklich an. Wir haben sogar gestern auch dann schon mit unserem Programmbord, das ist so ein Aufsichtsgremium, das uns dann leitet, lenkt und uns das Mandat dann erteilt, das Geld auch einzusetzen und wofür. Die haben uns gestern auch da schon das Mandat dafür gegeben.
Das ist dann auch wieder so ein, ich würde mal sagen, so ein mittelgroßer bis eher auf der kleineren Seite Satellit, wenn man so von klassischen Satelliten ausgeht. Ist wie gesagt sehr, sehr stark an HERA orientiert, wird also auf jeden Fall ein Doppelkamera-System haben, Spektralkamera im idealen Fall.
Also auf jeden Fall auch wieder dieses Konzept, was bei HERA ist, die Navigation und die operative beziehungsweise wissenschaftliche Datenaufnahme mit demselben Instrument zu machen, um alles schön schlank und funktional optimiert zu halten. Es ist auch wieder diese beiden Cube-Sats mit an Bord, Also zwei kleine Aktenkoffer, von denen einer auch wieder einen Radarempfänger hat. Beim anderen wird das Payload noch nicht 100% ausgeknobelt. Da ist noch alles ein bisschen, noch nicht alles, aber da wird noch an Details gefeilt tatsächlich. Auch an Payloads of Opportunity. Das soll jetzt auch möglichst schnell geregelt werden. Und die Idee ist dann, das alles jetzt in dem sportlichen Zeitrahmen bis 2028 startfähig zu kriegen und dann im April, Mai 2028 wirklich zu starten. Das soll dann quasi nur einmal rumgehen und soll dann schon im Frühjahr 2029, ein bis zwei Monate vor dem 13. April eben, ankommen und dann eben halt den Asteroiden begleiten mit niedrigen Relativgeschwindigkeiten. Das sind immer so diese kleinen hyperbelförmigen Vorbeiflüge, dass man auch wenn was schief geht, niemals mit dem Objekt kollidiert und da soll er dann genau unter die Lupe genommen werden und charakterisiert werden, wie er denn genau aussieht, wie ist die innere Struktur, was ist die spektrale Zusammensetzung aus der Nähe beobachtet. Und dann kommt eben dieser spannende Moment, wenn der nah an der Erde vorbeifliegt, da wird dann hoffentlich in den höchstmöglichen, äh Modus geschaltet Bilder zu produzieren also wir hoffen da auf so eine Art kleinen Film ähm, Wo dann eben live geguckt wird, was passiert mit dem Ding, wenn er da an der Erde vorbeifliegt.
Also im Prinzip ist das so ein bisschen Rosetta Light. Also so wie man dem Kometen einst hinterher geflogen ist und dann mehr oder weniger stationär um den Kometen herum die genauere Analyse vorgenommen hat. Ähnliches soll jetzt mit diesem Asteroiden bloß eben sehr viel näher an der Erde getan werden. Womit soll gelauncht werden? Steht das schon fest, mit welcher Rakete das Ding losgehen soll?
Wir haben sehr, sehr gute Signale und sehr gute Zusagen und Absichtserklärungen aus Japan, dass man da ernsthaft daran arbeitet, das auf eine sogenannte H3-Rakete zu setzen und zusammen mit einer japanischen Mission, die dann eventuell auch schon einen nahen Vorbeiflug in schnellen Amaprofis macht, mit Destiny Plus zu launchen. Formell eingetragen wird es im April nächsten Jahres. Da müssen wir natürlich einfach die Prozeduren in Japan dann respektieren, so wie sie sind. Aber wie gesagt, die klare Absicht ist da und wenn da nichts dazwischen kommt, wird es auch so passieren.
Genau, das ist eine Insel. Und wahrscheinlich im Süden nehme ich mal an, damit man schön nah am Äquator dran ist. Ist ja immer ganz hilfreich. Okay. Ja, ich meine, die Japaner haben ja sehr viel Erfahrung mit Asteroidenmissionen, Hayabusa und so weiter. Also das ist ja so ein Thema von denen. Jede Space Agency hat ja so ein bisschen so ihre Schwerpunkte und ihre besonderen Fähigkeiten. Die Japaner in dem Segment sind schon immer ganz gut unterwegs gewesen. Von daher ist es wenig überraschend, dass sie da mit dabei sind. So, das heißt, das Ding geht dann hoch und muss sich quasi auf eine Umlaufbahn um die Erde bringen, die dann mehr oder weniger synchron ist. Das heißt, wenn dann, also synchron mit dem Asteroiden meine ich, also wenn der dann sozusagen reinkommt, dann will man mehr oder weniger direkt dahinter einscheren. Also der fährt so über die Autobahn und man muss im richtigen Moment auf die Autobahn drauf fahren, um dann quasi direkt dahinter zu sein.
Genau, die Umlaufbahn ist um die Sonne. Tatsächlich haben wir nämlich so angefangen mit einer erdgebundenen Bahn. Da wollten wir eine hoch elliptische Bahn machen und dann quasi am Perizentrum der hoch elliptischen Bahn, wo er am schnellsten ist, der Satellit, sollte er dann einen schnellen Vorbeiflug am Apophis haben. Das war unser erstes Konzept. Und da haben wir eine Bahn genommen, die gerade noch so an die Erde gebunden ist und hätten dann aber immer noch eine relativ hohe Relativgeschwindigkeit von über einem Kilometer pro Sekunde, ich glaube sogar 1,8, wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe. Das war unsere erste Studie zu dem Thema, aber dann hat ein erfahrener Missionsanalyst, der Michael Kahn, der vielen auch von seinem Blockenbegriff ist, Oder auch von Raumzeit natürlich, auf jeden Fall, der darf da nicht fehlen. Der hat dann aber in der Studie auch gemeint, hey, ab dann, wenn man quasi noch gerade so gebunden ist, dann heliozentrisch zu launchen, ist dann auch nicht mehr so ein großer Unterschied in den Kosten und was man an Energie braucht. Und tatsächlich wurde dann demonstriert, nee, man kann auf eine heliozentrische Bahn zu sehr, sehr ähnlichen Kosten wie dieser schnelle Vorbeiflug. Und dann haben wir uns sehr schnell auf Studien eingeschossen, die eben ein Rendezvous machen und keinen schnellen Vorbeiflug, weil man da halt richtig viel mehr bekommt.
Genau genommen nach einer Erstcharakterisierung, weil diese kleinen CubeSats, da muss man wissen, was man tut und wo man hin will und einen Plan haben und da benutzt man natürlich, dass das große Mutterschiff erstmal in Ruhe alles charakterisiert, aber die Idee ist schon, dass das deutlich vor dem Erdvorbeiflug ist und dass am erdnächsten Punkt die beiden dann im Einsatz sein können.
Wie groß war jetzt der Churyumov-Gerasimenko im Vergleich, also der Komet, den sich Rosetta angeschaut hat? Faktor 10 war der größer. Okay, das heißt wir haben es jetzt mit einem sehr kleinen Objekt zu tun, was dann dementsprechend auch kaum Gravitation hat. Das heißt, Ramses schert jetzt sozusagen ein, fliegt dann in was für einem Abstand zu dem Asteroiden?
Der Abstand variiert genauso. Was man typischerweise macht bei diesen Rendezvous, also beim Co-Orbitalfliegen, ist, man versucht natürlich nicht perfekt, Co-Orbitalfliegen zu fliegen, weil ansonsten würde man irgendwann einfach unweigerlich aufeinander zudriften. Man versucht es natürlich immer sicher und redundant zu machen. Das wurde bei Rosetta so gemacht. Das ist bei Hera im Plan. Das wird bei Ramses auch sehr ähnlich umgesetzt werden. Da hat man Erfahrung. Man hat eben langsame Relativgeschwindigkeiten, wirklich nur Meter pro Sekunde. Aber Bahnen, die sich dann in diesem Low Gravity, in diesem Niedriggravitationsregime, die sich dann quasi hyperbolisch verhalten. Das heißt, man geht zum kleinen Schubs und driftet dann vorbei. Das kann auch Tage dauern. Dann gibt man noch einen Schubs und driftet in eine andere Richtung. Und geht dann halt ein Muster, wo man alle Längen gerade sozusagen abgescannt hat. und durch die Rotation dann die Breitengrade kriegt. Und bleibt auch länger, dass man eben die Pole auch irgendwann ...
Das sollten idealerweise nur wenige hundert Meter sein. Es hängt da ein bisschen davon ab, wie die Staubumgebung ist und alles. Das wird am Anfang auch weiter sein und man kriegt dann immer näher ran, wie bei Rosetta eben auch. Aber das ist ein Asteroid, das ist kein aktiver Körper wie der Churyumov-Gerasimenko. Da hatten sie immer wieder dazu genötigt, dann wieder Abstand zu nehmen.
Ja, also am Anfang, die erste Überraschung bei Rosetta, das ist jetzt ein kleiner Exkurs halt, Was ein bisschen unterschätzt wurde, wie hell die Partikel sind, die ausgeworfen sind. Und das hat dann eben, es muss ja teilautonom gehen. Man kann ja nicht mit einem Joystick die Mission fliegen, wo man mehrere Lichtminuten Versatz hat, bis es ankommt. Das wäre ein Rezept für Katastrophe. Das muss teilautonom gehen mit einem Navigationscomputer und der hat dann halt gesagt, ja was ist denn hier los? Also ich sehe ständig, ich sehe Sterne im wahrsten Sinne, wo keine sind. Und da hat er sich natürlich furchtbar aufgeregt und dann wurde hier bei uns beim Flight Control Team gesagt, nee. Wir müssen da ein bisschen mehr Abstand haben, dass wir mehr Sternenfeld haben, dass diese Partikel nicht so direkt alle vorbeifliegen. Wir brauchen ein bisschen Sicherheitsabstand. Das war toll.
Nee, da gibt es vielleicht ein bisschen Staub, das wäre auch schön interessant, und Destiny Plus könnte dann am richtigen Moment auch hoffentlich ein bisschen was davon mitnehmen, da weiß ich, dass Staubdetektoren an Bord sind, sein werden, zu dem Zeitpunkt dann. Nee, das ist auf jeden Fall, man kann deutlich näher ran. Also wenige hundert Meter ist die Zielvorstellung.
Und das wird dann sehr, sehr spektakulär. Weil was sich dann ergibt, ist, glaube ich, ein Bild. Das wird nicht Astronomy Picture of the Day. Ich glaube, das geht eher Richtung Astronomy Picture of the Century, wenn man dann einen Asteroiden in all seiner Pracht sieht und der Hintergrund von dem Bild ist die Erde, nicht der Weltraum. Das sollte, glaube ich, dann allen klar machen, was da passiert.
Okay, also jetzt, wir sind ja immer noch am Anfang. Also wir haben jetzt einmal den Weg um die Erde gemacht, dann scheren wir hinter diesem Asteroiden ein, tasten uns langsam ran, so auf 100 Meter Abstand, sagen wir mal. Und dann eben durch diese kleinen Boosts hüpft man immer wieder sozusagen auf eine andere Relativposition, aber behält im Wesentlichen dieselbe Geschwindigkeit bei.
Ja, man driftet immer relativ, dass man nicht gravitationsmäßig gebunden ist. Also sollte es zu einem Safe Mode kommen, und das ist die Idee dahinter, hinter diesen Trajektorien, hinter diesen Mustern, die man fliegt, sollte aus irgendwelchen Gründen eine Abschaltung kommen, würde man gefahrlos langsam driften, hat Zeit, alles wieder in Ordnung zu kriegen und kommt wieder zurück.
Genau, man will jetzt noch nicht kollidieren. Genau, man will nicht kollidieren. Man hat ja die richtige Bahn sozusagen, jetzt nicht auch noch, den dann nicht noch auf die Erde schubsen. Ähm, Okay, aber jetzt ist erstmal Abtastung angesagt, das heißt man gewinnt jetzt erstmal sehr klare Bilder, vielleicht auch was für die Wand. Sehr hochauflösend nehme ich mal an, also auf 100 Meter Distanz, also was kriegt man da so für eine Pixelauflösung vermutlich hin?
Das Hauptinstrument, also was die Hauptarbeit macht, ist eine monochromatische Kamera, aber natürlich soll da auch ein hyperspektrales Instrument oder ein multispektrales Instrument sein, das eben in vielen Wellenlängenbereichen abtastet. Auch ein Infrarot-Instrument ist angeplant. Und dann eben, last but not least, dass man eben mit einem Radar da leuchtet und das gestreute Radarsignal auf der anderen Seite empfängt und dann so ein bisschen einen Einblick bekommt, was da im Inneren los ist.
Okay, aber dann kommen jetzt die CubeSats zum Einsatz. Genau, das sind dann die CubeSats. Das heißt, wenn man diese erste Abtastung vorgenommen hat und jetzt hat man schon mal so ein schönes 3D-Modell von dem Teil, dann würde man sagen, okay, alles klar, jetzt klinken wir hier unsere Freunde mit aus. Das ist ja dann ein etwas intensiverer Modus. Und wohin bewegen sich jetzt diese beiden? Also arbeiten die beiden dann nur miteinander oder sind die beides dann sozusagen Anstrahlobjekte für das Hauptsystem?
Gebaut werden sie noch, genau, ja. Aber das ist ein Cube-Sats, also das geht dann schnell. Das ist ja die Idee, deswegen war unser ursprüngliches Konzept komplett CubeSat basiert. Das wäre dann richtig großer gewesen. Aber die Idee ist schon, irgendwann mal dahin zu kommen, dass man ein Konzept hat, einen Bauplan, und die schnell zusammenschraubt auf irgendeinen Microlauncher. Wenn die Dinger mal irgendwann sinnvoll werden sollen, müssen sie ja mit einer gewissen Frequenz gebaut werden. Und das ist die Idee, dann irgendwas zu haben, was kaum Bauzeit hat, schnell auf was draufgepackt werden kann und losgeschickt werden kann im Bedarfsfall.
Und der, der landen soll, wird dann auch, das Konzept wird sehr ähnlich sein wie bei Hera. Juventus ist da der Radarspezialist und auch mit Gravimetern und sowas. Das soll halt im Endeffekt die Komposition genau vermessen, also was Struktur angeht. Und Milani bei Hera ist der eben mit dem Multispektralgerät, das dann nochmal komplementär und ergänzend zu Hera messen soll. Und sowas ähnliches wird dann auch bei Ramses sein. Dass eben der, dass eben erstmal einer so ein bisschen alles anguckt und sich dann zur Ruhe setzt, während der andere dann die Radarsachen entgegennimmt.
Also wie gesagt, es soll idealerweise zwei Monate vorher ankommen, um Zeit zu haben zum Untersuchen. Dann natürlich im entscheidenden Moment hochpräsent sein und eingeschaltet bleiben und keine Probleme haben. Das ist immer so der spannende Teil. Und dann soll sich dann Orisiris Apex dazu gesellen. Destiny Plus soll zwischendrin mal kurz vorbeirauschen, wenn es klappt. Und es gibt noch andere Bestrebungen, dahin zu gehen. Also China plant auch, da kurz vorbeizugucken mit einer schnellen Vorbeiflugmission, eben um auch da mit zu trainieren an dem Ganzen und mit teilzuhaben. Und das muss dann koordiniert werden. Da gibt es dann auch Samepage hat dann auch so eine Art, Taskforce eingerichtet, so eine Apophis-Arbeitsgruppe, das ist ein temporärer Teil von Samepage, wo eben jeder, der da hinfliegen will, dazu kommt und sagt, hier, wir wollen mitmachen, wir haben das und das vor, dass eben nicht am Schluss wieder dann da irgendwelche Verkehrskollisionen um den Asteroid Also Samepage nochmal.
Space Mission Planning Advisory Group, also SMPAG oder Samepage ist sozusagen, wie man es hier so normalerweise ausspricht, genau, die das dann alles koordiniert also ja richtig was los sozusagen, also richtig so eine kleine Astro-Party die da stattfindet, nur 30 Kilometer, entfernt 30.000 30.000 Kilometer entfernt aber das ist ja quasi nichts, Und Ramses ist dann sozusagen der erste Begleiter, die anderen schauen mal kurz vorbei, Apex kommt dann später erst dazu, weil die ein anderes Anflugkonzept haben oder weil das sozusagen Absicht ist, erst später dazu zu kommen. Ich meine, Ramses wird ja dann auch weiterhin, also Ramses begleitet ja sozusagen sowieso den vollständigen Vorbeiflug dann sozusagen mit.
Auf jeden Fall sollen beide Missionen zur gleichen Zeitdaten aufnehmen. Das ist ganz wichtig, weil dadurch bekommt man einen großen Luxus. Osiris Apex ist noch mal mächtiger von der Instrumentierung her. Es hat noch mal größere Instrumente. Das ist die größere Raumsonde, die hat ja Benno genau vermessen. Und die Idee ist, dass man dann eben zur gleichen Zeit, im gleichen Zustand, unter den gleichen Bedingungen Daten aufnimmt und dann kann man die Kreuz kalibrieren, die Daten der beiden Sonden und dann sind die wirklich einszeits übertragbar. Und das ermöglicht dann quasi, es erleichtert es dann quasi mit den Osiris-APEX-Daten, mehr Rückschlüsse auf das Vorher zu ziehen. Also Ramses macht Osiris-APEX besser, Apex macht Ramses besser und das Ganze ist dann mehr als die Summe seiner Teile, was den Datenschatz angeht. Plus diese beiden Konzepte zu haben, ist auch Redundanz, sollte jetzt dann... Ich hoffe nicht natürlich. Sollte irgendwas schief gehen mit Ramses, wäre immer noch Osiris Apex auf dem Weg oder sollte Osiris Apex nicht mehr in Betrieb sein aus irgendwelchen Gründen, gäbe es trotzdem noch Ramses und man würde es nicht verpassen.
Aber um jetzt auch weiterhin mit Apophis mitzufliegen, bräuchte man im Prinzip fortlaufend weitere Korrektur der Bahn. Also dieses Spielchen müsste eigentlich die ganze Zeit so weitergetrieben werden. Gebe ich jetzt mal davon aus, da ist dann nicht so viel Sprit vorhanden, dass man das ewig vorantreiben kann oder geht das Ding noch einmal um die Sonne und bis ins All, bis man ihn nicht mehr hört?
Also etwas unter zwei astronomische Einheiten muss es machen, aber aufgrund der Bahn geht es ja gar nicht weiter weg. Deswegen ist es wirklich eine simplifizierte und geschrumpfte Version von Hera in mehrerlei Hinsicht, weil Hera muss ja weiter raus auch. Weiter von der Sonne weg, weiter von der Erde weg letzten Endes. Also Hera ist schon das größere System.
Ja, okay, aber jetzt meiner Wahrnehmung, also nähert sich jetzt erstmal der Sonne noch eine Weile an, geht dann um die Sonne rum und das würde Ramses dann auch alles mitfliegen. Und auch wenn Ramses auf der Rückseite der Sonne ist, wenn wir definitiv keine Kommunikation mehr in halbwegs erträglicher Zeit schaffen, wäre es vorstellbar, dass man ihm sozusagen ein Programm mitgibt, dass er auch diesen Umflug sich immer noch im richtigen Abstand aufhält oder ist es dann schwierig, da die Balance zu halten?
Die Balance ist viel mehr beim Budget, denn der Betrieb kostet Geld. Die nominelle Mission endet, wenn die Datenrate dann runtergeht. Genau wie bei Hera ist auch. Die nominelle Mission endet dann quasi mit der Sonnenkonjunktion. Der Plan muss sein, dass dann alles leer gepumpt wird an Daten. Es gibt natürlich dann nochmal die Möglichkeit, wenn alles noch super funktioniert, nochmal zu fragen, hey, das und das könnte man noch machen. Da könnte man vielleicht, ganz zum Schluss muss natürlich dann irgendwann bei Ramses, weil das so eine erdähnliche Bahn ist. Es ist immer noch eine Erdbahn kreuzende Bahn, er wird zu einem Apollo, er wird noch nicht zu einem Amor. Die Bahn kreuzt noch die Bahn der Erde und dementsprechend müsste Ramses dann auch irgendwann auf eine sichere Trajektorie gebracht werden, wo man sicher ist, dass die Sonde nicht in 100 Jahren dann auf uns zukommt. Weil wenn eine Sonde sich der Erde sehr, sehr nah nähert, das erkennen unsere automatisierten Systeme. Da gab es letztes Jahr eine nette Geschichte zu.
Nö, kann ich ganz kurz erzählen. Also letztes Jahr war der Juice Vorbeiflug. Aber Juice hat auch große spiegelnde Solarpaneele. Juice ist die Jupiter-Mission. Genau. Und das hat einen sehr nahen Erdvorbeiflug. Und wenn jetzt die Sonne auf diese Paneele scheint, kommt dann eine Menge Licht zurück. Und da man aber nur einen Lichtpunkt sieht ... Wenn man noch nicht die a priori, die Linkage macht ständig, wo sind unsere Missionen? Und dann taucht da plötzlich ein Objekt auf mit einer gewissen Magnitude. Und das würde sich dann zu einem über 50 Meter großen Asteroiden schätzen lassen. Und man merkt plötzlich, das kommt uns sehr nah.
Ja, man müsste irgendeinen Kompromiss finden, wann Wann ist das Operationsbudget aufgebraucht? Wann kriegen wir da keine Geldmittel für die Mission weiterzumachen? Es muss an einem Punkt sein, wo noch genug Treibstoffreserven sind. Und da muss ein Entsorgungskonzept halt einfach. Oder beziehungsweise Entsorgungskonzept ist eigentlich, was man im erdgebundenen Bereich macht, eben um die Müllproblematik nicht noch weiter zu verschlimmern in Zukunft. Aber auch Sonden, die im erdnahen Raum fliegen, die müssen dann auch quasi garantieren, dass sie nicht direkt auf dem Planeten zu fliegen.
Nein, nein, nein. Das ist dann wesentlich viel, viel, viel weiter für die nächsten 100 Jahre. Nur die Bahn von Apophis bleibt eine sogenannte Erdbahn-kreuzende Bahn. Also das heißt, der Orbit vom Apophis, der ist zum Großteil dann außerhalb, momentan ist das eher innerhalb und das wird dann andersrum. Aber der Großteil ist zwar außerhalb, aber ein Bereich ist auch innerhalb der Erdbahn und das heißt rein durch…, Bei Entwicklung der Bahn und pure Statistik kann es irgendwann mal sein, dass die Bahn von Apophis, die Bahn von der Erde kreuzt, wo beide zufälligerweise gerade an dem Ort sind. Das meinte ich damit, auf die nächsten 100 Jahre wird das nicht passieren. Die Abstände sind dann sehr, sehr groß. Aber auf 10.000 Jahre, wer weiß, ob sich dann wieder eine Kollisionswahrscheinlichkeit ergibt.
Reicht mir erstmal. Super, ja, dann hoffe ich, dass es weiter interessant bleibt. Vielen Dank für das Gespräch, für die Ausführungen hier zur, Planetenverteidigung und den weiteren potenziellen wissenschaftlichen Einblicken in Asteroiden, weil da kann ja auch rein wissenschaftlich eine ganze Menge bei rauskommen, weil jenseits von dem Verteidigungsszenario spannend, was die Steinbrocken da draußen noch für Geheimnisse. Preishalten. Alright. Vielen Dank. Vielen Dank auch fürs Zuhören. Das war's bei Raumzeit. Bald geht's wieder weiter. Ich sage tschüss. Bis bald.