Raumzeit
Der Podcast mit Tim Pritlove über Raumfahrt und andere kosmische Angelegenheiten
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RZ128 Mondforschung

Der Mond steht wieder im Zentrum der Forschung und die Raumfahrt plant die ersten Mondbasen

Nach Mondlandungen den Apollo-Missionen ist das Interesse der Menschheit am Erdtrabanten in den letzten Jahrzehnten einem Fokus auf den nahen Orbit und Fernmissionen gewichen doch jetzt steht der Mond wieder im Fokus. Vor allem die mögliche Nutzung des Monds als Zwischenstation für Ausflüge zum Mars oder anderen Zielen im All ist hier denkbar. Doch noch sind viele Fragen zum Mond unbeantwortet und es bedarf eines intensiven Aufbaus des Grundlagenwissens über den Himmelskörper um handfeste Erkenntnisse für weitere Missionen und potentielle Mondbasen zu gewinnen.

https://raumzeit-podcast.de/2026/06/02/rz128-mondforschung/
Veröffentlicht am: 2. Juni 2026
Dauer: 1:36:39


Kapitel

  1. Intro 00:00:00.000
  2. Begrüßung 00:00:34.138
  3. Persönlicher Hintergrund 00:04:11.677
  4. Kraterzählung 00:11:40.322
  5. Wasser auf dem Mond 00:22:43.869
  6. Neues Forschungsinteresse am Mond 00:29:58.394
  7. Aktuelle Missionen 00:37:03.419
  8. Mondentstehung 00:53:55.779
  9. Lunar Transient Phenomena 01:02:15.567
  10. Zukünftige Mondbasen 01:06:10.998
  11. Artemis Mission 01:16:20.729
  12. Chinese Lunar Exploration Program 01:24:55.952
  13. Europa und der Mond 01:27:47.909
  14. Ausklang 01:34:10.795

Transkript

Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Also Herr Neukölln war natürlich da einer derjenigen, der diese Methode verfeinert hat, weiterentwickelt hat. Die Anfänge gehen so bis in die 60er Jahre zurück. Aber ja, Herr Neukölln war da sehr, sehr maßgeblich in der Entwicklung von dieser Methode beteiligt. Und ich habe natürlich als kleiner Doktorand davon profitiert, von seinem Erfahrungsschatz. Und ich bin dann auch unterstützt worden von Professor Jaumann. Der mich dann eben auch auf der vulkanischen Seite sehr unterstützt hat. Also das war sehr gute Zusammenarbeit dort. Erst in Oberpfaffenhofen und dann nach der Wiedervereinigung sind wir alle umzogen nach Berlin, nach Adlershof. Sind dann auch ein Eigensinstitut worden. Also ich habe den Aufbau von diesem Institut damals tatsächlich miterleben dürfen. Es waren sehr, sehr spannende Zeiten und ich habe die Zeit da eigentlich sehr genossen. Aber 1997 bin ich dann letztendlich nach Amerika gegangen, war dann zehn Jahre in Amerika unterwegs, erst an der Brown University und dann in Connecticut an der Universität unterwegs. Ich war dann Professor da drüben und dann hat es ihm 2006 die Chance gegeben, hier nach Münster zu kommen. Ich habe mich beworben, bin ausgewählt worden und seit 2006 arbeite ich jetzt hier am Institut für Planetologie und habe so eine kleine Arbeitsgruppe mit 25, 30 Leuten momentan, vom Bachelorstudenten über Master, Doktorand, Postdoc, Techniker. Also alles, was man halt so braucht für so ein kleines Institut. Macht riesig Spaß hier.

Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Harald Hiesinger
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Genau, so schaut es aus. Ich habe so, was wir die lunare Chronologiefunktion nennen, Das ist so die Referenzkurve, die eben die Anzahl der Krater mit den radiometrischen Altern verheiratet. Und mit der Information kann ich die gesamte Oberfläche des Mondes datieren. Und wo es dann wirklich spannend wird, ist, ich kann diese Methode unter gewissen Annahmen eben auch auf die anderen Körper im Sonnensystem anwenden, speziell die inneren Planeten. Da muss ich eben dann andere Parameter berücksichtigen. die Anziehungskraft von dem Körper, die Größe vom Körper, die Einschlagsgeschwindigkeit, weil die natürlich einen Effekt hat auf die Größe des Gratens, der sich bildet. Aber mit diesen Annahmen kann ich eben die Methode dann dazu verwenden, Gebiete auf dem Mars zum datieren, Gebiete auf dem Merkur zum datieren. Und selbst auf der Venus, wo man nur 1000 Einschlagsgrade hat, wenn man da das Mondmodell anwendet, dann weiß man eben, dass sich, Oberfläche der Venus vor 300 bis 800 Millionen Jahren komplett erneuert hat. Das ist fantastisch. Das waren Erkenntnisse, die man gar nicht so unbedingt hat erwarten können. Wie passiert es, dass sich ein Planet innerhalb von relativ kurzer Zeit komplett erneuert? Das ist super. Oder wenn ich auf den Mars schaue und Olympus den großen Vulkan anschaue. Wie lange dauert Bis sich so ein großen Vulkan, der 22 Kilometer hoch ist, gebildet hat. Solche Dinge kann man untersuchen. Man kann untersuchen, wie hat sich die Zusammensetzung der Larven geändert. Wenn sich die über mehrere Milliarden Jahre an der Oberfläche ablagern, dann kann es durchaus sein, dass das nicht immer die gleiche Zusammensetzung ist, sondern sich systematische Änderungen ergeben. Also das sind so ein paar Dinge, die mich umtreiben und die auch schon in meiner Doktorarbeit so ein bisschen anklungen sind. Ich habe, wie gesagt, diese dunklen Flecken auf dem Mond mal systematisch untersucht und habe da auch nochmal so im Detail ein paar ganz neue Ansätze entwickelt. Und so sehen wir halt, dass der Mond über mindestens drei Milliarden Jahre vulkanisch aktiv war. Und das ist einfach wie der Blick ins Geschichtsbuch. Auf der Erde ist das nicht möglich. Erde ist eben sehr dynamisch, Plattentektonik, Atmosphäre, Leben, verwischt, alles was in der Frühphase vom Sonnensystem passiert ist, die Gesteine sind zum Großteil vernichtet, auf dem Mond sind sie mehr halten geblieben.

Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Harald Hiesinger
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Harald Hiesinger
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Harald Hiesinger
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Harald Hiesinger
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Also ich denke, der Mond ist halt ein wirklich sehr wichtiger Körper, Also wissenschaftlich gesehen, aber eben auch als Körper, wo man Technologien testen kann, wie du gerade gesagt hast, um zum Beispiel dann irgendwann bemannt Richtung Mars sich auf den Weg zu machen. Wenn man zum Mars fliegen will, glaube ich, kommt man um den Mond nicht drumherum. Also man kann sich auch durchaus vorstellen, dass es Sinn macht, zum Beispiel dieses Wasser auf dem Mond, wenn es in genügender Menge vorhanden ist, zu gewinnen, zu spalten. Habe ich Sauerstoff, habe ich Wasserstoff, ist eigentlich der ideale Raketentreibstoff. Und mit der geringen Anziehungskraft des Mondes kann ich natürlich viel größere Raketen leichter starten und viel mehr Material Richtung Mars schicken letztendlich. Also wenn man das direkt macht von der Erde aus, wird es sehr, sehr schwer. Also alles, was mit Technologieentwicklung zu tun hat, wie landet man auf dem Körper, wie koppelt man Raumschiffe, wie versorge ich Raumschiffe, wie kann ich Astronauten für mindestens ein halbes Jahr Richtung Mars am Leben erhalten. All solche Dinge müssen erst mal getestet werden. Und ich glaube, da ist der Mond ein sehr, sehr gutes Testbed, wie man es so schön auf Englisch sagt. Und ich bin ja jetzt Wissenschaftler, also ich habe enorm viele Fragen über den Mond. Als Doktorand dachte ich auch, wie du vorher gerade gesagt hast, war man ja mit zwölf Astronauten, weiß man doch alles. Also ich habe da am Anfang auch meine Probleme gehabt, um das meinen Freunden zum Beispiel immer zu erklären, warum man jetzt auch Geld dafür ausgeben muss. Aber heute ist es eigentlich genau das Gegenteil. Ich denke, man wird das Erde-Mond-System nicht verstehen können und damit auch unser ganzes Sonnensystem nicht verstehen können, wenn man nicht den Mond erforscht. Auf der Erde sehe ich nur die letzten, sagen wir mal, eineinhalb Milliarden Jahren des Sonnensystementwicklung. Alle anderen Gesteine sind vernichtet. Und der Mond füllt mir genau diese Lücke. Da kann ich die ersten drei, vier Milliarden Jahre des Sonnensystementwicklung letztendlich erforschen. Und das ist der Knackpunkt. Und das kann auf vielen Ebenen passieren. Das kann über die Einschlagsrate sein, was wir vorher diskutiert haben. Wie genau funktioniert das, wie hat es sich vulkanisch entwickelt. Das Wasser untersuchen, ich kann untersuchen, wie ist der innere Aufbau von diesem Mond, haben wir auch noch Fragen. Eine fundamental wichtige Frage ist, wie sie überhaupt entstanden, stimmt diese Hypothese mit diesem Giant Impact, wo ungefähr Mars großer Körper eben auf die sehr frühe Erde eingeschlagen ist, stimmt das überhaupt? Also das ist ja ein Konzept, das aus den Apollo-Daten letztendlich abgeleitet worden ist, Aber wo man heutzutage eben über die detaillierte Analyse von diesen Gesteinen eigentlich schon nochmal die Sache hinterfragen muss, weil Mond und Erde eben so ähnlich sind. Dass das mit dieser Einschlagshypothese nicht unbedingt hundertprozentig zusammenpasst. Also da muss man nochmal nachdenken, da muss man neu forschen. Und selbst für Astronomen ist der Mond hochspannend, weil er hat ja gebundene Rotation, das heißt, er zeigt uns immer eine Seite. Und ich könnte mir so gut vorstellen, ein Radioteleskop auf der Mondabgewandenseite, um ins Universum in Anführungszeichen zu lauschen, ist natürlich fantastisch, weil auf der Mondrückseite bin ich von unserem ganzen Handy geschnattert, bin ich abgeschottet, da habe ich im Radiowellenlängenbereich sehr, sehr ruhige Verhältnisse und ich kann dementsprechend viel, viel besser ins Weltall lauschen, als ich das von hier aus der Erde aus machen könnte oder von einem Raumschiff machen könnte, das um die Erde kreist. Also da bin ich immer noch in dieser Radioblase der Erde drin.

Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Genau. Ich bin an dem beteiligt, also ich war schon bei dem Entwurf von dieser Kamera, also ich bin an den Kameras beteiligt, an dem Entwurf der Kameras beteiligt und ja, wir fliegen eben seit 2009 um den Mond. Wir haben zwei große Teleskopkameras dabei, so 70 Zentimeter Brennweite, 27 Zentimeter Durchmesser und wir fliegen ungefähr 50 Kilometer so im Schnitt, ja mal ein bisschen niedriger, mal ein bisschen höher, aber so im Schnitt um die 50 Kilometer über der Mondoberfläche. Wir schauen senkrecht nach unten und wir kriegen eine Bildauflösung von ungefähr einem halben Meter auf einem halben Meter. Ja, das ist fantastisch. Es sind, ich glaube, mittlerweile, ich weiß jetzt die Zahl nicht genau, 13 oder 16. Petabyte an Daten, die wir vom Mond haben. Also mit weitem, weitem, weitem Abstand produziert LRO mehr Daten als alle anderen Missionen zusammen. Und das erlaubt uns natürlich völlig neue Einblicke in den Mond. Wir sehen eben die kleinsten Krater, buchstäblicher. Wir sehen Strukturen, die man vielleicht in den Elterndaten erahnen hat, können sie immer jetzt sehen mit hoher Präzision. Und eine sehr, sehr gute Auflösung und das ist natürlich fantastisch. Wir haben natürlich nicht nur die Kameras an Bord, sondern wir haben Laseraltimeter, das leider nicht mehr funktioniert, aber viele andere Instrumente, zum Beispiel die Weiner, das die Temperatur auf dem Mond eben vermisst, hochpräzise vermisst. Das sind wichtige Daten, um zum Beispiel diese Gebiete von permanent im Schatten liegenden Kraterböden zum Finden und dann auch diese minus 250 Grad erst mal zu messen. Es sind mit die kältesten Temperaturen im ganzen Sonnensystem, die man auf dem Mond eben bestimmt hat und gemessen hat. Also das ist natürlich... Einfach toll. Wir haben natürlich jede Menge Missionen mittlerweile, die von China betrieben worden sind. Changi ist da das Stichwort. Wir sind ja jetzt bei Changi 7, die nächstes Jahr, glaube ich, oder noch dieses Jahr, ich weiß jetzt gar nicht so genau, noch starten sollen.

Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Südkorea es fliegt diesen kplo also fantastische kamera an bord die hochsensitiv ist, Die erlaubt es mir tatsächlich, in diese permanent im Schatten liegenden Gebiete zu schauen, um eben dort zu sehen, ob das Wasser als direkt an der Oberfläche liegt. Dann wäre es eben hell, sage ich mal. Oder ob es eben unter einer Staubschicht zum Beispiel bedeckt ist. Ich kann mir die Strukturen in diesen Kratern anschauen, weil wenn viel Eis im Boden ist, ja dann könnte man sich auch vorstellen dass zum beispiel steile krater ränder anfangen zu rutschen und es also so hangrutsch ähnliche strukturen gibt die über das eis mobilisiert werden also solche dinge kann ich gletscher im prinzip ja jetzt naiv gesagt ja so rock glasher wird man es vielleicht als erst noch so als analog bezeichnen können ja also ja das das sind eben. Ein genereller Wandel, der sich in den letzten 10, 15 Jahren vollzogen hat, dass auch relativ kleine Nationen mit einem überschaubaren Budget zum Mond fliegen können und dort tolle Wissenschaft betreiben können. Und das ist natürlich auch von einem philosophischen Standpunkt her wichtig, weil den Mond kann ich von der Erde aus, gut, wenn nicht gerade Neumond ist, eigentlich immer sehen. Und das macht was mit dem Menschen. Das ist völlig anders, wenn ich den Mond eben sehen kann und ich weiß, geht mir ja auch so, jetzt in dem Moment kreist mein Raumschiff da oben rum oder es ist gelandet und es fährt gerade von dem Krater zu dem Krater. Das macht was mit Menschen. Also wenn ich einen kleinen Planeten habe, den ich vielleicht nur als Lichtpunkt sehe, da tue ich mir einfach schwerer, mir das vorzustellen, wie da ein Rover auf der Oberfläche fliegt.

Tim Pritlove
0:47:45
Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Das wirklich Spannende ist ja, auch aufgrund der Apollo-Proben gehen wir davon aus, dass es auf dem Mond einen sogenannten Magma-Ozean gegeben hat. Der war vielleicht 400-500 Kilometer mächtig. Manche Leute sagen auch, dass der komplette Mond aufgeschmolzen war. Ja. Wenn dieser Magma-Ozean zu kristallisieren beginnt, dann kristallisieren erst mal Minerale, die viel Magnesium und Eisen enthalten. Das sind dichte Materialien, die sinken in diesem Magma-Ozean nach unten und bilden am Boden von diesem Ozean so Kumulate. Dann habe ich aber immer noch die Schmelze oben drauf und wenn die dann immer weiter abkühlt, immer weiter abkühlt und dann so 80, 90 Prozent abkühlt ist, dann bildet sich letztendlich eine Kruste, die aus Aluminium- und Calciumreichen Gesteinen besteht. Und die schwemmt dann via Korken auf dieser Restschmelze auf. Und das sind genau diese hellen Gebiete, die man heute noch auf dem Mond beobachten kann. Also wir schauen uns wirklich die primäre Kruste an in diesen hellen Gebieten, die sich aus diesem Magma-Ozean rauskristallisiert hat. Und das ist natürlich fantastisch, weil diese Premiere-Kruste kann ich eigentlich fast nur auf dem Mond in der Form studieren. Merkur wird schon schwieriger, weil der eben auch sehr vulkanisch aktiv war, da ist viel zerstört worden. Venus, haben wir vorher gesagt, hat die komplette Oberfläche erneuert. Auf dem Mars habe ich Wasser, habe auch Vulkanismus. Also da ist auch viel von dieser Primärenkruste eigentlich überprägt oder vernichtet worden. Und darum ist der Mond eben auch in der Beziehung wichtig, dass man dieses Konzept des Magma-Ozeans, was passiert da genau, dass man das auf dem Mond eben rausarbeiten kann, weil wir eben davon ausgehen können, dass auch die anderen Planeten irgendwann solchen Magma-Ozean besessen haben.

Tim Pritlove
0:57:22
Harald Hiesinger
0:57:28

Nein, auch da ist man sich nicht einig tatsächlich. Also es gibt ein paar wenige Stellen, wo man auf diesen dunklen Gebieten sehr, sehr eigenartige Strukturen sehen. Die werden in der Literatur als Irregular Murray Patches bezeichnet. Das sind also Vertiefungen mit, es schaut so aus wie wenn kleine Lavablasen da auf der Oberfläche wären und wenn ich dort die Krater zähle, dann komme ich auf relativ junge Alter zwischen 30 und 100 Millionen Jahren. Das sind Alter, die sehr, sehr schwer zum Erklären sind, so junge Alter, weil der Mond eben ein relativ kleiner Körper ist und damit schnell abkühlt. Das heißt, die äußere rigide Schicht, was wir die Lithosphäre nennen, wächst sehr, sehr mächtig an. Wir gehen also heute davon aus, dass diese Lithosphäre ungefähr 1000 Kilometer dick ist. Und durch diese äußere rigide Schicht an Vulkanismus bis an die Oberfläche zu bringen, in so kleinräumigen Strukturen, ist extrem schwierig und sehr, sehr unwahrscheinlich. Also da denke ich mal, was ich auch vorher gesagt habe, kannst durchaus sein, dass diese Altersbestimmung mit Kraterhäufigkeiten vielleicht an ihre Grenzen kommt. Andere Leute sagen, nee, das sind alte Gebiete. Da muss ich sagen, die Morphologie, die ich dort sehe von diesen kleinen Lavablasen, die ist extrem scharf und scharfe Morphologie deutet im Regelfall auf den Mond auf ein junges Alter hin, weil die Mondoberfläche konstant bombardiert wird mit Mikrometeoriten und mit kleinen Meteoriten auch und dementsprechend werden solche scharfen Kanten einfach abgewettert Die werden immer flacher und irgendwann sehe ich sie auch nicht mehr. Aber in diesen Mal-Patches sehe ich eben sehr, sehr scharf begrenzte Morphologie. Und darum denke ich mal, sollten diese Patches schon relativ jung sein. Aber mit 30 bis 100 Millionen im Jahr kann ich mir auch nicht vorstellen. Also wahrscheinlich liegt die Antwort da oder die Wahrheit irgendwo dazwischen. Aber das ist etwas, was wir nicht genau wissen, wo wir seit 2015 das erste Paper darüber rauskommen, wo wir seitdem eben…, Heißt diskutieren.

Tim Pritlove
1:00:10
Harald Hiesinger
1:00:26
Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
1:01:56
Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
1:04:33
Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
1:05:50
Tim Pritlove
1:05:50

Ja, aber ist er nicht irgendwo auch richtig eingeschlagen in ein Haus? War das das? Oder verwechsel ich das gerade? Also Celia Binz war das halt in Russland, wo man ganz viele Aufnahmen von hatte, weil der relativ groß war und dann gab es auch diese Druckwelle und Verletze und so weiter. Da ist schon richtig was los, ja. Ja, jetzt müssen wir noch mal den anderen Elefanten im Raum, also die Diskussion über Mondbasen. Also wir hatten ja schon angesprochen, dass es interessant ist, den Mond einfach als Zwischenbahnhof zu benutzen, um andere Missionen zu starten. Erstmal kann man dort halt mit kleineren Missionen, Transportmissionen erstmal Material hinbringen oder vielleicht eben auch eine andere Rakete hinbringen, die man dann eben mit deutlich weniger Energieaufwand starten kann. Das wissen wir ja auch. Ich meine, die Astronauten sind ja nicht nur auf dem Mond gelandet, sondern sind ja auch wieder zurückgekehrt. Das heißt, das konnten sie mit relativ wenig Aufwand machen, während man ja riesige Raketen braucht, um überhaupt eine Mission überhaupt erstmal von der Erde wegzubekommen. Ganz klar, weil der Mond natürlich viel kleiner ist und deutlich weniger Gravitation hat. Eigentlich habe ich die Befürchtung, dass da deutlich mehr Staub aufgewirbelt wird, wenn man das macht, was ja auch nochmal ein Problem sein könnte. Überhaupt dieser ganze Gedanke, dass der Mond eigentlich so als perfektes Spiegelbild von Millionen Jahren von Geschichte und Entwicklung und Universum in dem Moment, wo dann halt nicht nur ein paar Röber fahren, sondern halt richtig Alarm gemacht wird und quasi industriell genutzt wird, natürlich sein Bild dann auch für immer ändern wird. Sicherlich auch ein Aspekt, der gemacht wird. Aber mal davon abgesehen, von der Mond-Umweltbewegung. Wie realistisch ist es denn überhaupt, so eine Mondbasis zu bauen? Was ist da angedacht? Wie würde man denn sowas überhaupt bewerkstelligen? Wissen wir überhaupt schon genug, um so etwas durchführen zu können?

Harald Hiesinger
1:08:00
Tim Pritlove
1:08:47
Harald Hiesinger
1:09:06
Tim Pritlove
1:09:27
Harald Hiesinger
1:09:28

Die gibt es tatsächlich, zum Beispiel am Rand von so einem Shackleton-Krat am Südpol. Also das wäre eine gute... Stelle für eine Mondbasis, einfach weil ich damit mein Energieproblem gelöst habe. Überall anders, wie du sagst, sitze ich 14 Tage im Schatten und muss dementsprechend eben entweder große Batterien laden, während ich in der Sonne bin, oder ich brauche irgendwelche, Radiosotop-Batterien. Und die Heizkosten. Das macht es natürlich schon schwieriger. Pole sind natürlich eine gute. Möglichkeit, vor allem, weil ich eben dann in unmittelbarer Nähe auch von Wasservorkommen bin und wenn wir sichergestellt haben, dass dieses Wasser auch zugänglich ist, dass ich es auch nutzen kann, dann schlage ich natürlich schon mal zwei Fliegen mit einer Klappe, nämlich mein Energieproblem und ein Versorgungsproblem von meinen Astronauten. Und alles, was ich eben nicht von der Erde mitschleppen muss, macht meine Missionen besser. Ich mache immer so einen ganz vielleicht auch blödsinnigen Vergleich, aber bei der, Ja, im Besitznahme des nordamerikanischen Kontinents. Wir sind an der Ostküste mit ihrem Segelschiff angekommen, aber es wird nie jemand auf die Idee kommen, eine Mineralwasserkiste von der Ostküste bis zur Westküste zum Schleppen. So funktioniert Erkundung nicht. Das kann nicht funktionieren. Darum muss ich eben die Ressourcen, die ich vor Ort finde, nutzen. Erst dann wird ein Schuh aus dieser Mission. Und das muss uns gelingen. Sonst wird die Basis nichts werden. Ich kann die nicht permanent versorgen.

Tim Pritlove
1:11:17
Harald Hiesinger
1:11:21
Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
1:13:03
Tim Pritlove
1:13:18
Harald Hiesinger
1:13:31
Tim Pritlove
1:13:54
Harald Hiesinger
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Nee, eigentlich so waagerecht. Tatsächlich. Das sind einfach Röhren, die ein Dach haben und ab und zu bricht das Dach ein und dann kann ich auch unter den Überhang drunter blicken und weiß eben, dass diese Röhre nach so einem Zacken weiter geht. Und das wäre natürlich auch ein mögliches Habitat, klassische Höhle eigentlich, wie unsere Vorfahren die auch genutzt haben. Das Problem damit ist eben, dass ich dann 14 Tage im Schatten sitze. Ich müsste die Sonnenpaneele auch auf der Oberfläche natürlich anbringen. Und ich habe eben sehr steile, fast senkrechte Wände, die ich erstmal irgendwie überwinden muss, damit ich in diese Röhre reinkomme. Also das ist schwierig. Darum denke ich mal, wird es eher vielleicht Richtung Pol gehen. Aber ganz gleich, wo man landet und wo man seine Basis bauen wird, Man muss die Astronauten natürlich schützen vor starken Temperaturschwankungen, vor Sonnenwindpartikeln, also Protonen, die die Oberfläche bombardieren, vor kosmischer Strahlung, vor Schrauben. Meteoriten, die auf der Oberfläche einschlagen. Also sprich, ich brauche irgendeine Struktur, die die Astronauten dort erstmal schützt und da kann man natürlich jetzt über aufblasbare Strukturen nachdenken, die man da mit dieser Regolithschicht eben überdeckt. Oder was auch bei der ESA schon passiert ist, dass man zum Beispiel aus diesem simulierten Mondstaub in einem 3D-Drucker verwendet. Ziegelsteine, nenne ich es mal jetzt mal, platt zu drucken. Und bei der ESA in Estek gibt es einen richtig großen, fetten Block, den man eben über so einen 3D-Drucker bereits gedruckt hat. Und das hat sehr gut funktioniert.

Tim Pritlove
1:15:55
Harald Hiesinger
1:15:56
Tim Pritlove
1:16:08
Harald Hiesinger
1:16:44
Tim Pritlove
1:17:00
Harald Hiesinger
1:17:12

Da gibt mir natürlich das Herz auf, ist ja klar. Ich meine, wir haben vier Leute, die da Richtung Mond fliegen, was man seit 50 oder 60 Jahren nicht gemacht hat. Das ist einfach nochmal was anderes, wenn man mit Menschen so weit weg fliegt, als wenn man mit einem Roboter entlangt. Zum Mond fliegt. Also zumindest für mich. Ich kann jetzt nur meine persönliche Sichtweise geben. Man fiebert natürlich mit, funktioniert das alles. Ich mache ja auch so Astronautentraining für die ESA, also geologisches Astronautentraining. Ich kenne viele von den Astronauten und ich weiß, wie gut diese Leute sind, wie gewissenhaft sich die vorbereiten. Also man schließt ja dann auch durchaus Freundschaften mit Astronauten und wenn es dann irgendwann so weit ist, dass ein europäischer Astronaut Richtung Mond unterwegs sein wird, dann weiß ich jetzt schon, dass ich nicht ruhig schlafen werde, während der da oben ist. Ja, das ist einfach so. Selbstverständlich. Andererseits wieder muss ich sagen, ist es einfach nochmal, viel, viel faszinierender, wenn man sagen kann, man hat diesen Körper mit Menschen erkundet, als wenn ich sagen kann, okay, wir haben einen Roboter erkundet. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich, nur mich in der bemannten Raumfahrt sehe und die robotische Raumfahrt am liebsten gar nicht machen wird. Nee, ganz im Gegenteil. Ich denke, es ist wichtig, rauszufinden, was will ich. Ich muss meine Frage, meine wissenschaftliche Frage genau definieren. Und je nachdem, wie ich diese Frage definiert habe, werde ich mein Werkzeug aussuchen. Und das Werkzeug kann in einem Fall der Astronaut sein oder es kann in einem anderen Fall ein Roboter sein. Diese permanent im Schatten liegenden Gebiete würde ich nie an Astronauten hinschicken wollen, weil das zu 99 Prozent der Todesurteil ist, möchte ich behaupten. Da würde ich eher robotische Exploration machen und das ist dann auch gut so. Andererseits wieder hat halt so ein Astronaut, der gut trainiert ist, ganz andere Fähigkeiten, also Intuition, Gesteine zum Erkennen und Interpretationen zu machen, die dann eben auf die Erde funkt.

Tim Pritlove
1:19:40
Harald Hiesinger
1:19:51
Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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Genau. Was wir natürlich, wo unser Interesse natürlich ist, ist, dass wir dieses Geld haben, das immer über die Mitgliedstaaten an die ESA fliegt, dass wir das natürlich auch in Europa ausgeben. Und darum gehen solche Verhandlungen immer dahin, zum Beispiel eben Verträge zum Schließen, dass wir in Europa dieses European Service Modul bauen müssen. Dort europäische Steuergeld in europäische Firmen stecken, in europäische Arbeitskräfte stecken, Arbeitsplätze sichern im Hochtechnologie-Bereich. Und dieses Produkt, das fertige Produkt, wo ich auch meine eigenen Technologien, meine eigenen Fähigkeiten entwickelt habe, dass ich dieses fertige Produkt dann der NASA zur Verfügung stelle und im Gegenzug dafür eben dann ein europäischer Astronaut dann hoffentlich mit zum Mond fliegen darf. Also das ist so der Sinn der Sache. Und. Ich hoffe, dass das eben gelingen wird. Es ist jetzt auf der letzten Ministerratskonferenz nochmal, gerade von deutscher Seite, sehr viel Geld in die Hand genommen worden und da kann man der Bundesregierung einfach auch mal nur mal applaudieren. Man kann auch mal sagen, die machen auch mal was richtig, weil Raumfahrt, glaube ich, ist schon eine zukunftsorientierte Sparte. Da wird Hochtechnologie entwickelt, da werden Fähigkeiten entwickelt, die ich auch anders einsetzen kann. Und das ist schlichtweg eine Investition in die Zukunft. Und wenn man als Land konkurrenzfähig bleiben will und attraktiv bleiben will, dann muss ich glaube ich schon in diesem Sektor zeigen, was ich kann. Und da sind wir glaube ich ganz gut aufgestellt.

Tim Pritlove
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Harald Hiesinger
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