RZ063 Galaxien und Kosmologie

Ein Blick hinter die Grenzen unseres Sonnensystems

Das Universum ist eine große Anlegenheit. Wie groß wurde auch den Astronomen erst vor gut 100 Jahren klar, als sie begannen, Sterne unterschiedlichen Galaxien zuzuordnen. Das Wissen um die Struktur des Universums hat seitdem rasant zugenommen, der Erkenntnisgewinn nahm aber besonders in den letzten zweiten Jahrzehnten richtig Fahrt auf. Noch gibt es viele Unbekannte, doch langsam nimmt das Verständnis des Wesens des Kosmos Formen an.

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Marcus Brüggen
Marcus Brüggen

Wir sprechen mit Marcus Brüggen von der Hamburger Sternwarte über neue Forschungsmethoden der Radioastronomie, dem Aufbau der Milchstraße und anderer Galaxien, über Galaxienhaufen, Dunkle Materie, Dunkle Energie und die Unendlichkeit des Universums.

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30 Gedanken zu „RZ063 Galaxien und Kosmologie

  1. Sehr schöne Folge – endlich mal wieder! 🙂

    Der Aspekt, dass der “Urknall” ja nciht punktuell sonder überall – im gesamten entstehenden Raum – gleichzeitig war, war mir bisher nicht so bewuss… faszinierend!

    • Deshalb gibt es jedoch ein Problem mit der Logik.
      Wenn etwas bereits ÜBERALL, dann nimmt es bereits jedwede Möglichkeit für eine Expansion, weil es bereits ÜBERALL ist.

  2. Ist natürlich blöd für mich als Wissenschaftler der Funkamateur ist. Auf der einen Seite will ich meinem Hobby (Amateurfunk) nachgehen. Auf der anderen Seite will ich Gleichgesinnten nicht bei ihrer Forschung/Leidenschaft behindern. Immerhin macht uns allen der ganze EM-Müll der so durch die Luft geht, zu schaffen.

  3. Das Universum ist unendlich groß?
    Nun doch? Das hinterlässt mich etwas ratlos…
    Ich dachte die Hintergrundstrahlung makiert ein Ende.

    • Ja, diesen Teil des äusserst spannenden Gesprächs habe ich auch nicht ganz begriffen, bzw. da wurde ich auch sehr überrascht.
      Ich habe von dem Thema nur rudimentäre Kenntnisse und würde einen Podcast äusserst begrüssen, der genau dieses Thema nochmals vertieft.
      Ich glaube da gibt es sehr viele verschiedene Theorien zu demselben Thema, die man mal erläutern könnte.
      Etwa in die gleiche Richtung geht für mich das Thema Urknall, der angeblich nicht von einem bestimmten Ort ausging, sondern überall gleichzeitig stattfand.

      • Die Hintergrundstrahlung markiert nur einen zeitlichen Anfang des Universums, aber kein Ende des Raums! Daran dass die Hintergrundstrahlung in jedem Punkt im Universum gleichverteilt zu sein scheint kann man erkennen, dass der Urknall an keinem bestimmten Ort im Universum stattgefunden haben kann, sondern überall gleichzeitig stattfand.
        Mir war allerdings auch nicht klar, dass das Universum wohl schon mit unendlich viel Platz begann zu existieren, wenn doch alles mit unvorstellbarer Dichte zusammengepresst war…

        • Wenn ich nochmal überlege, erreichte das Kosmische Ei den Kritischen Punkt und erzeugte das Urknall. Was dann bis heute geschah.. ist die Expansion des Ganzen wegen der (gesuchten) Dunklen Energie, die beim Big Bang noch keine Rolle spielte.

          Die Mächtigkeit der Unendlichkeit steigert sich mit zunehmender Dauer des Universums.
          Wie sich der Prozess in Ewigkeit fortsetzt ist eine Frage die nur gelöst werden könnte wenn die Zukunft der Expansion bekannt wäre.

          Wenn man ei bisschen länger am Begriff der Unendlichkeit feilt, stößt man auf den filosofischen Begriff des Nichts.

          Außengrenzen interessieren Kosmologen. Astrophysiker kennen Grenzen im Urknall und im verschwinden der Raumzeit in Schwarzen Löchern.

          All diese Theorien füllen die Rezeptbücher der Sterneköche und ihre Töpfe mit Licht. Ich hoffe für Sie, haben noch weitere Hobbies.

          *Geschwindigkeit ist keine Hexerei.

          ** Zwischen dem Minimum und dem Maximum der Qualität verging nur ein Minimum der Quantität.

          Oder auf Englisch: “There was a young lady of Wight who travelled much faster than light. She departed one day, in a relative way, and arrived on the previous night.”

          Zitate:

          “Der Kern der Überraschung ist die Absicherung der Schnelligkeit mit Geheimhaltung.”

          “Das Unbedeutende ist so bedeutend wie irgend etwas anderes.”

  4. Ein guter Podcast in gewohnter Pritlove-Qualität.
    Gerade der letzte Abschnitt über Galaxien die aus unserem Ereignisshorizont verschwinden, fand ich einen sehr guten Denkanstoss. Auch der Gesprächpartner war sehr angenehm.
    Hoffentlich geht es bald weiter :-)!

  5. Sind die Voids nicht dadurch entstanden, dass die ersten Sterne – die, die nur aus Wasserstoff und etwas Helium bestanden – als Supernovae explodierten und im bis dahin homogenen Wasserstoffdunst die “leeren” Blasen hinterließen und natürlich schwerere Elemente? Ich finde den Begriff ‘Käse’ nicht gut; ‘Schaum’ fände ich besser, um diese Struktur zu beschreiben. Das kann dann auch jeder in der Badewanne nachvollziehen ;-).

    Dass zwischen 0 und 2 doppelt so unendlich viele reelle Zahlen liegen, wie zwischen 0 und 1, muss ich leider berichtigen. So funktionieren die verschiedenen Unendlichkeiten nicht. Mann bemüht stattdessen den Begriff der Mächtigkeit. Und dabei geht es dann darum, ob Elemente verschiedener Zahlenmengen auflistbar oder nicht auflistbar sind (die beiden an Unis gelehrten schlechteren Begriffe sind: abzählbar und überabzählbar). Man kann auf Unendlichkeiten nicht sinnvoll Operationen (+, -, *, /), wie bei Zahlen anwenden. (sehr schön bei: “Infinity is bigger than you think – Numberphile“)

    Sehr hörenswerte Folge, sehr guter Gast und sehr guter Tim – vielen Dank dafür.

  6. Der Experte hat leider mehrmals „Drehmoment“ statt „Drehimpuls“ gesagt. Das passiert leider viel zu oft, weil es im englischen ja „angular momentum“ heißt. Drehmoment ist aber was anderes (englisch Torque).

    Und wer jetzt sagt, das sei egal, ordentliche Wissenschaft wird eh auf Englisch betrieben, der sollte sich mal Forschergeist Folge 7 anhören, wo erklärt wird, warum es gut ist, dass wir unsere Wissenschaft (auch noch) auf Deutsch machen können: http://forschergeist.de/podcast/fg007-die-deutsche-sprache-und-die-wissenschaften/

  7. Sehr ergiebiges Thema, sollte häufig diskutiert werden.

    Die Vorstellung das All sei mit dem Urknall überall entstanden und so groß dass uns nur das konstante Licht von Galaxien erreichen kann welche nicht weiter als das Alter des Universums in Lichtjahren als Strecke, entfernt sind, hat mir erstmals vollends eingeleuchtet. Damit ist die Frage nach dem räumlichen Ende der Ausdehnung für mich endlich vorübergehend vernünftig unbeantwortbar. Und, ich kann mich auf die vielen interessanten Aspekte der Materie konzentrieren die sonst noch im Podcast Erwähnung finden.

    Widersprüchlich finde ich die gedankliche Trennung von Raum und Materie, die eine Folge der Relativitätstheorie sein soll. Dass der Raum erheblich schneller ausdehnt als die Materie darin verschoben wird, finde ich unwahrscheinlich schwierig nachvollziehbar, wie die Dialektik von Schwarzen Löchern und Planwirtsgalaxien.

    Ich werde mir angewöhnen in Zukunft häufiger von Gigaparsec zu reden, das ändert zwar nichts, klingt aber weniger fiktional.

  8. Ich kann die Nutzung von Parsec trotzdem nicht verstehen.
    Ob wir nun die Zeit eines Erdjahres für 1 Lichtjahr in Beziehung setzen, oder den Durchmesser der Erdbahn – ist doch genau “geozentrisch” gedacht.
    Nur finde ich ein Lichtjahr leichter für die Allgemeinheit zu erklären, anstatt mit Winkeln hantieren zu müssen. 😉

  9. Hallo,

    bin neuerdings auch regelmässiger Konsument dieses Podcasts. Zum Glück gibt es noch viele Folgen im Archiv, die ich nachhören kann. Diese Folge hat mich begeistert. Tolle Denkansätze von Marcus Brüggen und hervorragend geführt von Tim Pritlove. Sehr schön und sorgfältig aufgebaut, sehr angenehm zu hören. Ganz grosse Klasse.

  10. Lieber Tim Pritlove!

    Auch ich bin sehr sehr froh, dass die Raumzeit nun wieder mit Leben gefüllt werden kann und gerade das Gespräch mit Samantha Christoforetti hat mir klar gemacht, wie lange ich hier schon folge!
    Für mich ist dieser PodCast, Ihr Werk, besonders deswegen so interessant, weil Sie mit Menschen reden, die ganz tief in Ihrem Fachgebiet drin sind und daher äußerst kompetent Information vermitteln können, die weit über Allgemeinbildung hinausgehen.
    Danke für Ihre Arbeit und bitte immer weiter so!

    Diese Folge war ebenfalls sehr interessant und mit einigen auch mir neuen Gedanken und Erkenntnissen gespickt. Ich habe aber manches Mal die Erläuterung für etwas überraschende Einwürfe des Herrn Brüggen vermisst. Da wäre manchmal das Nachhaken hin zum Detail wichtig gewesen.
    Doch finde ich auch gerade solche Folgen hin zu den Grenzen unserer Vorstellungskraft und unseres Erkenntnisstandes sehr inspirierend.
    Ich hoffe, auch solche kosmologischen Grundlagenthemen werden in Zukunft öfter behandelt.

    Dankbare Grüße

  11. Nachdem ich mir mit Freude bisher alle Folgen angehört haben ohne den Podcast zu loben, geht mein erster Kommentar leider in die andere Richtung. Das war die mit Abstand schwächste Folge bisher, was nicht am Thema aber am Gast lag. Habe selbst Luft-und Raumfahrttechnik studiert und bin daher in verschiedenen Vorlesungen mit dem Thema in Berührung gekommen. Zum Teil hatte der gute Mann leider nicht so viel Ahnung wie ich das bisher von den Gästen gewohnt war bzw. um es mal wohlwollender zu formulieren, seine Wortwahl hat nicht unbedingt zur Verständigung beigetragen Wie ich schon sah gab es schon Kommentare zum Thema das Universum ist/sei unendlich groß – das stimmt insofern als es kein Ende gibt, wie z.B. das Ende eines Zimmers, aber das Universum hat eine endliche Größe (die durch die beschleunigte Expansion ständig zunimmt), die letzte Zahl die ich hörte (vor 10 Jahren) war ein Durchmesser von 10^26 Metern. Das nächste mal bitte zum Thema Herrn Prof. Hans-Joachim Blohme von der FH Aachen einladen.

    • Zustimme ihrer Beobachtung das der Professor keine akademische Sprache, sondern persönliche Mundart (aufgewachsen in Bremen?) vorträgt. Was in diesem öffentlichen Rahmen doch sehr begrüßenswert ist. Der expandierenden Erkenntnis tut das keinen Abbruch, im Gegenteil, es verdeutlicht die allgemein gültige Anschauung und kommt der Mathematik nicht in die Quere. Über das grenzenlose Universum zu spekulieren ist legitim, doch keinesfalls Gewissheit. Die Lösung dessen vermutlich jenseits aller derzeitigen geometrischen Hypothesen. Deshalb habe ich eigentlich immer Vergnügen im verbalen Umgang mit der grenzenlosen Ungewissheit, ganz egal wer referiert. Röntgen Trümper war allerdings nur kontinuierliche Information aus einem Schwarzen Loch, sehr beschwerlich.

  12. Oh mein Gott. Diese Kommentare. Und ich dachte ich sei far out. Ich warte übrigens immernoch auf die Beantowrtung meiner Frage, bezüglich des letzten Podcasts. Nur bitte kein Parsec vs. Lichtjahr bla. Nimm 10 hoch 20 perfekte Urmeter unter perfekten Bedingungen. Ach, und natürlich instantan beschleunigt und relevant bezüglich der Lichtgeschwindigkeit. Das hatte ich (wie so vieles anderes) als selbstverständlich vorrausgesetzt. Kein Scherz, ich warte auf eine geistige Herausforderung, indem das gechallenged wird, (also meine Annahme, dass das mit Einstein nicht widerspruchsfrei zu lösen ist) oder noch besser meine Frage beantwortet wird. Ich lerne gerne dazu

  13. Nach neuesten Erkenntnissen oder Hochrechnungen, gibt es 100 Milliarden Sterne.

    Übrigens ist Gravitation ambivalent.

    Jeder Körper hat Gravitation.. aber es ist die gleiche Kraft, die zum Beispiel unseren Mond davon abhält, gerade aus zu fliegen ( was er gerne möchte.. so wie alle anderen Körper auch )

    Also die gleichmäßige Beschleunigung ist die gleiche Kraft wie die jeweilige Gravitation.

    Oder das was einen Körper davon abhält gerade auszufliegen, entspricht exakt der Kraft die ihn auf der Bahn hält. Es ist quasi das gleiche und wechselseitig.

    Eine Zahl eins kann man unendlich durch 2 teilen. Sicherlich kann man etwas bis in die Unendlichkeit multiplizieren. Somit kann sich das Universum nur „ ausdehnen „

    Und deshalb kommt man auch auf so eine Zahl wie 100 Milliarden Sonnen.

    Stell dir mal vor wieviel Planeten es dieser Ansicht zu Folge haben muss.

    Also ich bin recht zuversichtlich, mein Platz in der Gesellschaft zu finden, und Gefängnis ist nicht der richtige Ort dafür .

    Interessant ist auch, das schwarze Löcher eine Vorraussetzung sind, für jede Galaxy .

    Ohne s.l keine Galaxy .

    Nach bisherigen Erkenntnissen, können Feststoff Planeten maximal die 8 fache Größe von der Erde haben, weil sonst die Gravitation groß genug ist um jedes Wasserstoff Atom aus dem All anzuziehen und dann wird es ein Gasplanet…

    Ein schwarzes Loch hingegen .. ist meiner Meinung nach keine Ansammlung von Materie und unendlich vieler Gravitation sondern eine einbandstrasse und Licht entweicht nur auf der anderen seite. Eher eine Düse ein Strom der nur in eine Richtung fließt wie ein sog .. ein Abfluss Rohr.

    Man sagt ein s l entsteht nur ab einer kritischen Größe einer Sonne.

    Das ist wohl war. Aber es ist nicht verdichtete Materie meiner Auffassung nach sondern ein Tunnel, ein aufgerissenes Loch zu einer Nachbar … Universum.

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