RZ067 Neutronensterne

Ein Blick auf die Grenzen der Physik

Das Ende normaler Sterne ist oft unspektakulär: sie blähen sich zu einem Roten Riesen auf und am Schluß bleibt nur ein schwarzer Klumpen Materials zurück. Sehr große Sterne wiederum zerplatzen im Finale durch Ihrer eigener Masse in einer Supernova und verteilen ihre Bestandteile im umliegenden Raum und erzeugen nebenbei noch ein paar seltene, schwere Elemente, die nur unter diesen Bedingungen überhaupt entstehen können. Und am Schluß bleibt eine mysteriöse hochkompakte Restmasse, deren genauen Zustand man heute nur erahnen kann und die intensiv strahlt: ein Neutronenstern ist entstanden, der eine nahezu unvorstellbare Dichte aufweist und nicht selten ebenso unvorstellbar intensiv rotiert. Ihre Zusammensetzung und Struktur genau zu erforschen ist ein Ziel der Kernphysik.

Dauer:
Aufnahme:

Concettina Sfienti
Concettina Sfienti

Über Neutronensterne spreche ich mit der Kernphysikern und Professorin Concettina Sfienti, die am Institut für Kernphysik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz forscht und lehrt und sich intensiv mit dem Rätseln der Neutronensterne auseinandergesetzt hat. Sie erläutert uns, wie es zu Neutronensternen überhaupt kommt, mit welchen Methoden und Theorien man versucht, ihrem Rätsel auf die Spur zu kommen und wie man am Beispiel des Todessternes gute Vergleiche ziehen und Größenordnungen vermitteln kann.

Das Gespräch wurde nur wenige Tage vor der Bestätigung der erstmaligen Detektion von Gravitationswellen aufgenommen, die von der Kollision zweier Neutronensterne ausging. Die potentiellen Auswirkungen, die solch ein Ereignis hat, werden entsprechend ausführlich diskutiert.

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31 Gedanken zu „RZ067 Neutronensterne

  1. Dieser Podcast ist ein gutes Beispiel dafür warum man Stellen an Universitäten besser nach Fähigkeiten der Bewerber und nicht nach geschlechterpolitischen Gesichtspunkten vergeben sollte. Ich kann jeden nur abraten seine Zeit mit dieser Folge zu verschwenden. Das ist kein Vorwurf an Tim der mit gewohnt hoher Qualität durch die Folge moderiert aber die Frau Sfienti ist einfach unterqualifiziert(“1+1 = 2[…] und dann leuchtet das”). Wenn man trotzdem etwas über Neutronensterne/Pulsare erfahren will kann ich nur diese alte Alpha Centauri Folge(http://www.dailymotion.com/video/xbsbvb) empfehlen. Diese enthält in 14 Minuten mehr Informationen zum Thema als die 120 Minuten dieser Episode.

    • Oh, ein Sexist.
      Nur weil Frau Sfienti die Sache einfach hält, um dem Laien eine greifbare Vorstellung zu vermitteln, heißt das nicht, dass sie nicht trotzdem um die komplexeren Zusammenhänge weiß. Und wenn Tim das zu simpel gewesen wäre, hätte er die Details erfragen können. Aber er fand das offensichtlich ok so.

    • Ich freu mich riesig über die tolle Folge und hab sie gleich weiterempfohlen, wir warten immer auf neue News. Einer meiner Freunde, ein versierter Physiker und Mathematiker, findet auch Frau Sfientis Aussagen und Erklärungen absolut wissenschaftlich vereinbar :)). Danke an Tim Pritlove, danke an die Wissenschaftler für 67 atemberaubende Folgen! Bitte weiter so!

    • Sie hat die Themen einfach und verständlich dargestellt, ist doch vollkommen abwegig daraus zu schließen, dass sie inkompetent ist. Für den Podcast war das genau der richtige Ansatz.

  2. Ich kann Bernd nur zustimmen, unabhängig vom Geschlecht, was mir herzlich egal ist, aber von einer Wissenschaftlerin in diesem Fachgebiet erwarte ich, dass Sie nicht erzählt aus zwei Wasserstoff würde Deuterium werden, wenn offensichtlich Helium gemeint ist. (Ja ich weiß dass es nicht ganz so einfach ist und die Proton-Proton Reaktion etwas komplexer ist, aber Deuterium ist nunmal ganz weit daneben.)

    Raumzeit ist mein Lieblingpodcast und ich bin bisher noch nie enttäuscht worden, doch jetzt war es leider so weit.

  3. Hallo 🙂
    Ich freue mich riesig das es weiterging. Und das Timing war ja mal einmalig. Mir persönlich war der Erzählstrang deiner Gesprächspartnerin leider manchmal etwas konfus und es ging leider nicht recht in die Tiefe. Schade. Sie hat es sicher gut gemeint, aber man könnte manchmal den Eindruck gewinnen dass sie nur oberflächliches Wissen hat. Was freilich ja nun nicht der Fall sein dürfte.
    Nix für Ungut.
    Lustig übrigens auch dein Sprechtest „hallo, hallo“ am Ende der Folge :-))
    Florian

  4. Das war eine interessante Sendung.
    Sie zeigt doch auch wieder, wie spezialisiert die Forscher sind, und dass dort Fragen geklärt werden, die nur einen kleinen Teil des schon speziellen Gebiets umfassen.

    Ich hätte mir noch ein paar mehr Infos über die Neutronensterne gewünscht, wie die Radio und Magnetfelder, was da für Kräfte frei werden, dass wir die Dinger quer durchs Universum “hören” usw.
    Da wäre noch was drin gewesen, aber wie gesagt, hier gab es einen Einblick in ein Forscherleben, und das ist eben spezialisiert.

    Schön, dass sich Frau Sfienti die Zeit genommen hat und ihre deutlich zu spürende Begeisterung ausgedrückt hat.

  5. Zu Tims Frage bezüglich des näheren Aussehens der Neutronensterne, möchte ich gegen das Kurzsichtigkeitsproblem formulieren, wie eine mit Zucker glasierte Christbaumkugel.

  6. Tja, schade. Ein paar Tage später und ein etwas kompetenterer Gesprächspartner und das Thema wäre perfekt gewesen. Es kann nicht immer gelingen – in einer ansonsten meist spannenden Reihe.

  7. Playlist auf YouTube gefunden, ab Minute 57:55 nur ein paar Sekunden. Der Track heißt “Ninmu” und mittendrin der bekannte “Introsound”, wie ein stilistischer Dimensionsbrecher. Ich nehme daher an die Loop wurde eingefügt und stammt nicht von Angela, dem musikalischen Antrieb von Knights of Sidonia. Die Künstlerin hat keinen Track Ninmu im mir zugänglichen Repertoire. Auf der KNIGHTS OF SIDONIA THE ANIMATION ORIGINAL SOUNDTRACK CD ist Ninmu Track No. 24. – Doch die Frage bleibt, wer hat die Intro Loop gestylt?

  8. Schade! Neutronensterne gehören zu meinen absoluten Lieblingsthemen der Astronomie, daher hatte ich auf spannende Fakten gehofft. Leider hätte Tim dieses Gesprächs lieber mit einer Astronomin als einer Kernphysikerin führen sollen. Auch wenn Frau Sfienti sicher eine Expertin in ihrem Bereich ist, so gelingt es ihr m.E nicht, die Faszination des Themas angemessen zu vermitteln, dabei stellt Tim ihr ja genau die richtigen Fragen („was würde man sehen, wenn wir uns einem Neutronenstern nähern?“). Ich hatte auf eine Beschreibung gehofft, dass Neutronensterne das Licht so stark beugen, dass man in der Frontalansicht sogar einen Teil ihrer Rückseite sieht (stimmt echt!) – oder ähnlich Faszinierendes. Leider brach Frau Sfienti das Gedankenexperiment schnell ab („man kann nicht nah genug ran“). Schade, in dieser Folge hätte man so viel Spannendes erfahren können! Ein gelungens Beispiel dafür war zb die Raumzeit-Folge zu Cassini&Huygens, hört mal rein, wenn ihr Zeit habt!

  9. Schade das es sowenig Spaghetti gab mit lecker Soße und Phantasie.

    Eine große bitte kurz vor x mas.

    Lieber Tim, bitte mach endlich ein raumzeitlichen, begrenzten cast über unsere Erde !!!!

    Warum weshalb wie kann es überhaupt sein, .. das wir hier sein dürfen..ist der Mond unser Schutzschild .. wie hoch sind die Wahrscheinlichkeiten für sowas wie unser grüner Planet, sind wir befruchtet worden.. wie kam das ganze Wasser auf den Planet und warum können wir überhaupt ohne Limitierung unfassbares denken.

    Nach neuesten Erkenntnissen oder Hochrechnungen, gibt es 100 Milliarden Sterne.

    Übrigens ist Gravitation ambivalent.

    Jeder Körper hat Gravitation.. aber es ist die gleiche Kraft, die zum Beispiel unseren Mond davon abhält, gerade aus zu fliegen ( was er gerne möchte.. so wie alle anderen Körper auch )

    Also die gleichmäßige Beschleunigung ist die gleiche Kraft wie die jeweilige Gravitation.

    Oder das was einen Körper davon abhält gerade auszufliegen, entspricht exakt der Kraft die ihn auf der Bahn hält. Es ist quasi das gleiche und wechselseitig.

    Eine Zahl eins kann man unendlich durch 2 teilen. Sicherlich kann man etwas bis in die Unendlichkeit multiplizieren. Somit kann sich das Universum nur „ ausdehnen „

    Und deshalb kommt man auch auf so eine Zahl wie 100 Milliarden Sonnen.

    Stell dir mal vor wieviel Planeten es dieser Ansicht zu Folge haben muss.

    Also ich bin recht zuversichtlich, mein Platz in der Gesellschaft zu finden, und Gefängnis ist nicht der richtige Ort dafür .

    Interessant ist auch, das schwarze Löcher eine Vorraussetzung sind, für jede Galaxy .

    Ohne s.l keine Galaxy .

    Nach bisherigen Erkenntnissen, können Feststoff Planeten maximal die 8 fache Größe von der Erde haben, weil sonst die Gravitation groß genug ist um jedes Wasserstoff Atom aus dem All anzuziehen und dann wird es ein Gasplanet…

    Ein schwarzes Loch hingegen .. ist meiner Meinung nach keine Ansammlung von Materie und unendlich vieler Gravitation sondern eine einbandstrasse und Licht entweicht nur auf der anderen seite. Eher eine Düse ein Strom der nur in eine Richtung fließt wie ein sog .. ein Abfluss Rohr.

    Man sagt ein s l entsteht nur ab einer kritischen Größe einer Sonne.

    Das ist wohl war. Aber es ist nicht verdichtete Materie meiner Auffassung nach sondern ein Tunnel, ein aufgerissenes Loch zu einer Nachbar … Universum.

    • Nach dem Standartmodel (ART) sind Schwarze Löcher keine Höhleneingänge. Nur fictional landet man im Paralleluniversum, in dem natürlich wieder das Standartmodel gilt. Ja klar, sonst wären Schwarze Löcher untereinander nicht kompatibel und die Tunnel würden einstürzen oder sonstwie, unpassierbar sein. Im Nachbaruniversum wäre sogar alles genauso wie in unserem Universum, also gleiche Physik bedingt gleiche Chemie bedingt gleiche Biologie. Alles wie gehabt. Wenn es das Multiversum gibt, dann sind die Schwarzen Löcher dicht. Sie können wachsen, unter noch unbestimmten Bedingungen auch Energie wieder abgeben, aber nur im kritikwürdigen Schelmenroman den Beweis für die Hirnrissigkeit der Allgemeinen Relativitätstheorie liefern.

  10. Ich kann die Folge nicht runterladen. Weder hier, auf dieser Seite, noch in
    I-tunes.
    Woran könnte Das denn liegen? Gerade diese Folge möchte ich unbedingt haben, da Neutronensterne für mich, eines der faszinierendsten Phänomene überhaupt sind!
    Bitte helft mir! Das wäre echt toll!!!

  11. Danke für die schnelle Antwort!

    Na ich drücke auf den Download-Button und einen Moment später erscheint eine Fehlermeldung, der Download sei nicht möglich.
    Im I-tunes habe ich seit einiger Zeit das gleiche Problem, aber seltsamerweise nur bei den neusten Raumzeit-Podcasts ab der Albert Einstein-Folge.

    • Mit “eine Fehlermeldung” kann ich nicht viel anfangen. Welche Fehlermeldung? Von welchem Programm auf welchem Betriebssystem wird diese ausgegeben, wenn genau was getan wird?

      Bitte etwas mehr Details, sonst kann ich da keine Hilfestellung geben.

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