RZ073 IceCube

Das Experiment am Südpol zur Messung kosmischer Neutrinostrahlung

Neben der Vermessung der Welt durch die Beobachtung von Licht- und anderer elektromagnetischer Strahlung fügte die jüngst geglückte Messung von Gravitationswellen eine neue astronomische Disziplin dem wissenschaftlichen Werkzeugkasten hinzu. Doch auch eine weiterer Ansatz könnte das zur Verfügung stehenden Instrumentarium künftig noch erweitern: schon zwei Jahre vorher gelang es dem IceCube-Experiment am Südpol erstmalig kosmische Neutrinostrahlung nachzuweisen und wie die Gravitationswellen könnte diese Methode einen ganz neuen Blick auf das Universum eröffnen, der mit klassischen Methoden nicht möglich ist bzw. diese in Kombination noch weiter verbessern.

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Marcel Usner
Marcel Usner

Ich spreche mit Marcel Usner, Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen  Elektronen-Synchroton in Zeuthen über das Wesen der Elementarteilchen im allgemeinen und der Neutrinos insbesondere und über seine Arbeit am IceCube-Experiment. Wir diskutieren die Vorläufer des Experiments und seinen Aufbau und auf welche Weise hier Messungen überhaupt vorgenommen werden und welche Ergebnisse bisher schon produziert werden konnten bzw. welche Erkenntnisse künftig noch gewonnen werden könnten.

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4 Gedanken zu „RZ073 IceCube

  1. Bei 1h12min fragte Tim, warum IceCubes erste Neutrino-Detektion deutlich weniger Medienaufmerksamkeit bekam als LIGOs erste Gravitationswellen-Detektion.

    Ganz einfach: IceCube war nicht der Beginn der Neutrino-Astronomie – diese Ehre gebührt den Detektoren Kamiokande, IMB und Baksan, die 1987 Neutrinos von der Supernova SN1987a detektierten.
    Mit IceCube können wir tiefer ins Universum blicken als je zuvor; wir können mehr (und andere Arten von) Quellen sehen, es ist also insofern ein besseres Neutrino-Teleskop – aber es ist nicht ganz das erste.

    * * *

    Vielen Dank für die sehr interessante Folge! Ich schreibe selbst gerade eine Doktorarbeit über Neutrino-Astronomie (an einem anderen Experiment) und kannte das meiste daher schon, aber es war ein sehr schöner Überblick über IceCube und ich glaube ich werde mir ein oder zwei Erklärungen für meine eigenen Outreach-Talks abschauen!

    • Ist es nicht auch so, dass im Wort „Gravitationswelle“ der Urknall suggestiv aufgehoben wird und direkten Zugriff auf das Interesse der Leserschaft weckt?! Was schert den Zuhörer ein masseloser Teilchenschauer ohne Wechselwirkung, wenn das Raunen schwarzer Löcher lebendig wird.

      Beim IceCube ist das Instrumentarium interessanter als die Beobachtung, zumindest für Leser ohne physikaltheoretische Vorbildung.

      Und später dann, höre ich mir Perle 73 in der Podcastkette auch mal an.

  2. Teilchenforschung: Da gibt es eine Vielzahl von Teilchen und man möchte sie alle und alle ihre Eigenschaften kennen und auch noch wissen woher sie kommen, was ihr Ursprung ist. Bei den seltenen IceCube Neutrinos die gleiche Fragestellung wie bei hochenergetischen Teilchen am Pierre-Auger-Observatorium. Die alte Frage nach dem Jenseits, wissenschaftlich fundiert.

  3. Vielen Dank für die Fortführung dieses erstklassigen Podcasts! Tolle Folge mit viel interessanten Hintergrundwissen auch und gerade über den Teilchenzoo.

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