RZ029 Herschel-Weltraumteleskop

Per Infrarotstrahlung einen Blick in die entferntesten Ecken des Universums blicken

Episode image for RZ029 Herschel-WeltraumteleskopDas Infrarot-Weltraumteleskop Herschel wurde gemeinsam mit dem Schwester-Satelliten Planck 2009 gestartet und erreichte zwei Monate später seinen Aufenthaltspunkt auf der Erd-Sonnen-Achse ca. 1,5 Millionen Kilometer von unserem Planeten entfernt. Von dort beobachtet Herschel den Weltraum im Infrarotteleskop mit dem größten Spiegel, der je von Menschen ins All gebracht wurde.

Im Gespräch mit Tim Pritlove erläutert Micha Schmidt, Spacecraft Operations Manager beim ESOC in Darmstadt, die Technik des Satelliten und schildert die besonderen technischen Anforderungen, die für dieses Projekt beachtet werden mussten.

Dauer: 1 Stunde 49 Minuten

Aufnahme: November 2011


Micha Schmidt
Spacecraft Operations Manager, ESOC, ESA

Im Gespräch mit Tim Pritlove erläutert Micha Schmidt, Spacecraft Operations Manager beim ESOC in Darmstadt, die Technik des Satelliten und schildert die besonderen technischen Anforderungen, die für dieses Projekt beachtet werden mussten.

Themen: Überblick zu Herschel; Persönlicher Hintergrund; Testsatellit der TU-Berlin; Vorgängerprojekt ISO; Anforderungen an ein Infrarot-Weltraumtelskop; Sonnenkollektoren und -schutzschild; Temperatur-Einflüsse von Erde und Sonne; Die Langrange-Punkte und die optimale Wahl der Umlaufbahn; Abstrahlungsprinzip zur Wärmeableitung; Vorteile einer erdumlaufsynchrone Umlaufbahn für tägliche Kommunikation; Gründe für die Doppelmission mit Planck; Technische Synergien von Herschel und Planck; Kommunikation mit der Bodenstation; Aufbau und Komponenten von Herschel; Präzision und Funktionsweise des Lageregelungssystems; On-Board-Data-Handling; Energieerzeugung und -verbrauch; Kühlung der Komponenten schon vor dem Start; Sicherung der Temperatur durch Einschluss in Kühltank; Start von Herschel und Planck; Wissenschaftliche Forschung mit Herschel; Erfolg des Projekts.

Links:

11 Gedanken zu “RZ029 Herschel-Weltraumteleskop

  1. Nachtrag/Corrigendum: das Sichtfeld des Sternsensors ist ~16,5 ° x 16,5 °, und nicht Bogenminuten. Wenn man etwas nicht genau weiβ, sollte man besser nichts sagen…….
    Entschuldigung an die Zuhörer.

  2. In dieser und auch schon vorausgegangenen Raumzeiten wird immer wieder am Rande die Computertechnik erwähnt. Vielleicht wäre es auch mal interessant, mal ein Interview mit einem Informatiker über die verwendete Computertechnik speziell in den Raumflugkörpern (eventuell auch am Boden) zu führen. Was für Hardware wird dort eingesetzt? Welche Betriebssysteme? Werden letztere speziell angepasst? Werden die Programme komplett selbst programmiert, oder wird auch Software ‘von der Stange’ benutzt? Das alles dürfte doch genug Gesprächsstoff für mehrere Stunden bieten.

    • Hallo.

      Das ist eine gute Idee. Vor wenigen Wochen sprach ich mit einigen Freunden. Und wir spekulierten wild, wie grobschlächtig oder im Gegensatz dazu filigran EDV-Systeme ausfallen dürften und würden – gerade, wenn es um den Einsatz (un)bemannter “Raumschiffe” geht, die tief in den Weltraum vordringen.

      These 1: Computersysteme, die sehr raffiniert und filigran sind sowie mit Hilfe umfangreicher und komplexer Softwarelösungen ausgestattet sind, sind weitaus anfälliger für Störungen bzw. äußere Einflüsse und daher nicht geeignet für irgendwelche Flüge dieser art; Voyager 1 und 2 treten den Beweis über veraltete aber zuverlässige und nach wie vor funktionierende Systeme an.
      Gegenthese: Komplexe und filigrane EDV-Systeme benötigen weit weniger Platz, Energie und “Fernsteuerung”, sodass der im Vergleich zu (ver)alte(te)n Systemen damit freiwerden Platz durch besondere Abschirmungen und Back-Up-Systeme genutzt werden kann, wodurch dem Einsatz solcher Systeme aufgrund moderner Zuverlässigkeit nichts entgegensteht.

      Da ich selber nicht aus dem Bereich der IT komme, kann ich selbst nur wild spekulieren; jedenfalls finde ich beide Thesen attraktiv. Gleichwohl könnte “die Realität” hier vermutlich konkrete Antworten liefern. Also: In der Tat – eine spannende Frage, die in “Raumzeit” vielleicht diskutiert werden könnte?

      Best wishes!

  3. Lieber Tim,

    das Nebenthema “Testsatellit der TU-Berlin” TUBSAT-A, bei dem auch auf weitere Kleinsatelliten hingewiesen wurde, fand ich sehr interessant. Im Projekt OpenStreetMap wurde einmal utopisch gefeixt, “eigene” Satelliten zur Erderfassung zu haben. Der Hinweis auf die Kleinsatelliten lässt dieses Ziel weniger visionär erscheinen. Möglicherweise läßt sich auf diesem Wege durch die Zusammenarbeit von Geo- und Raumfahrt- orientierten Lehrstühlen freies Basismaterial wie z.B. Höheninformationen beschaffen.

    Es wäre schön, wenn dieses Thema in einer der nächsten Folgen ausgebaut werden könnte. Sollten sich ESA bzw DLR und somit die Raumzeit hier nicht zuständig sehen, wäre vielleicht eines Deiner anderen Podcast Formate geeignet, dieses zu tun – möglicherweise als Zusammenschnitt oder Folge mehrerer Interviews. Ich würde mich freuen.

    Die in den vorhergehenden Postings angesprochene Software war übrigens schon einmal Thema:
    http://www.raumzeit-podcast.de/2011/05/20/rz015-softwaretechnik/

    Grüße
    Jesper

    • Danke, Jesper, aber die Folge kenne ich schon. Wenn ich mich richtig erinnere, geht es dort hauptsächlich um die Organisationsstrukturen bei der Entwicklung von Spezial-Software, Lizenzmodelle und solche Sachen. Die eigentliche Computertechnik, Betriebssysteme usw. werden dort – meiner Erinnerung nach – auch nur am Rande erwähnt.

  4. Hallo,
    eine sehr interessante Folge. Wie schon im Podcast angesprochen, wäre es sehr interessant, nach der technischen Seite auch die wissenschaftliche Seite von Herschel/Planck in einem Podcast zu thematisieren.

    Ich bin über den wikipedia-Link zu den Lagrange-Punkten auf eine alpha-centauri-Folge gestoßen, die das Thema behandelt. Prof. Lesch spricht davon, dass die Lagrange-Punkte zum “Parken” von Satelliten ziemlich begehrt sind. Wer legt denn nun fest, wer und wie lange dort einen Platz belegen darf? Irgendwann wird es da ja voll sein.

    Und wohin “entsorgt” man solche Objekte wie Herschel, wenn sie ihren Dienst einstellen?

    Eine andere Anregung: so wie man es aus aktuellem Anlass schon mit ROSAT gemacht hat, wäre es mal interessant, andere historische Missionen der ESA /DLR näher zu beleuchten, so eine Art Raum-Zeit-Podcast-History.

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