RZ083 SpaceX

Über die Geschichte, Methodik und Philosophie des amerikanischen Raumfahrtunternehmens

Kaum ein Unternehmen hat die Raumfahrt in den letzten Jahren so umfangreich und nachhaltig umgekrempelt wie SpaceX. Das Projekt des ehemaligen PayPal-Gründers Elon Musk wurde 2002 gegründet und trat an, um mit einer von Grund auf neu entwickelten Rakete den Zugang zum All so günstig zu machen wie noch nie. 17 Jahre später lässt sich feststellen, dass SpaceX das Vorhaben gelungen ist. Die Falcon 9 Rakete hat nicht nur die Kosten erheblich gedrückt, sie hat auch der Raumfahrt durch die erstmalige Landung der ersten Stufe der Rakete wieder etwas von der Magie zurückgegeben, die die Raumfahrt in den 60er Jahren so geprägt hat. Auf Basis der selben Triebwerkstechnologie wurde mit der Falcon Heavy zudem die heute stärkste Rakete entwickelt und SpaceX ist jetzt dabei mit dem Starship-Projekt auch einen Transportweg zum Mars zu entwickeln.

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Hans Koenigsmann
Hans Koenigsmann

Wir sprechen mit Hans Koenigsmann, einem deutschen Raumfahrtingenieur, der recht früh (als vierter technischer Mitarbeiter) zu SpaceX gekommen ist und heute die Missionssicherheit der SpaceX-Starts übersieht. Hans Koenigsmann berichtet vom Beginn des Projekts und mit welchen Methoden und welcher Philosophie die Entwicklung der neuen Hard- und Software angegangen wurde, welche Rückschläge zu verarbeiten waren und wie damit umgegangen wurde. Wir gehen auf eine virtuelle Reise eines Falcon 9 Starts und der Landung der Booster der Rakete und blicken auf die künftigen Projekte des Unternehmens wie der geplanten Mars-Rakete Starship und die neuen Ambitionen SpaceX als Anbieter von Orbit-gestützter Internetinfrastruktur im Rahmen des Starlink-Projekts.

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32 Gedanken zu „RZ083 SpaceX

  1. Was für eine fantastische Folge! Toller Gesprächspartner, tolle Fragen, einfach top! Danke! Hat viel Einblick in die Herangehensweise von SpaceX gegeben.

    • Gerade noch ein zweites mal den Podcast gehört.

      Am beeindruckendsten und wichtigsten fande ich übrigens den Ansatz, “mit den schweren Sachen anzufangen”. Ist jetzt auch nicht sonderlich einfallsreich, aber SpaceX macht es halt auch.

      Die konventionellen Weltrauminstitute machen mit großen medialen Aufwand Langzeitstudien zu psychologischen Betrachtungen von Reisen zum Mars. Es wird sich über alles mögliche im Detail Gedanken gemacht, aber die Frage wie wir wirklich praktisch bis zum Mars kommen können und das auch im Ansatz mal umzusetzen, da traut sich am Ende dann doch keiner ran. Ist halt viel einfacher hier auf der Erde ein paar Menschen in eine Kiste zu stecken und diese ein paar Monate zu beobachten.

      SpaceX geht da genau den richtigen Weg: wir müssen erstmal gucken, dass wir die Hardware haben, um die Reise zu schaffen und lokal Resourcen zu nutzen, um die Rückreise zu gewährleisten. Und nicht mit Konzepten, sondern die bauen auch wirklich was und testen es aus.

      Ich hoffe, dass wir uns hier in Europa von diesem Ansatz etwas abschneiden können, denn das sehe ich im Moment als Problem in vielen Industrien, nicht nur in der Raumfahrt.

      Martin

      • Ich denke, dass diese Art von Schwarz/Weiß Denken der Raumfahrt insgesamt schadet. Die einen machen es richtig, die anderen falsch.
        Ich würde eher sagen, es sind ganz unterschiedliche Herangehensweisen, aufgrund anderer Mentalität, Historie, Finanzierung, etc. Spätestens, und das sprach Herr Koenigsmann auch an (Hilfe von außen), wenn es konkret wird und man Menschen auf die Reise schickt, wird man über die geleistete Forschungsarbeit von Menschen in Kapseln und den Details sehr viel profitieren können. Insofern, ich bin pro SpaceX, ESA, NASA, JAXA und co. und hoffe, dass sich deren Erkenntnisse irgendwann vereinigen und wir etwas wirklich fantastisches Erleben.

  2. Wow! Auf dieses Thema habe ich schon lange gewartet (auch wenn alle Themen von Raumzeit wirklich klasse sind!).
    Als ich dann reingehört habe und “Hans Koenigsmann” gehört habe, hab ich fast einen Sprung gemacht. Ein Raumzeit-Gespräch mit einem der führenden Leute von SpaceX, das ist wirklich der Hammer – danke dafür!

  3. Der Podcast über Space X hat mich sehr fasziniert, danke für solche tollen Beiträge und weiter so!
    Die fachlichen Inputs sind eine Bereicherung für alle, die sich für diese Themen interessieren.

    • Der Schiffsjunge im Krähennest hat einen guten Überblick, übersieht aber schon mal was. Die Mannschaft beaufsichtigt ihn dabei und der Kapitän überwacht alle, bis zur Meuterei. – Das Raumzeitalter hat die historischen Bedeutungen des Sehens inzwischen digitalisiert, selbstverständlich auch die altehrwürdige Briefmarke.

  4. Was für eine Folge, extrem stark Tim. Mann aber, wenn du diesen Dude schon am Start hast, also wirklich, ich hab hier noch etwa 200 Fragen…die offen geblieben sind und das bei der Länge…

    war ich zu euphorisch, zu gespannt, wo habt ihr euch getroffen, wie war die Location, mann Tim 3 Minuten Einleitung, damit wir dabei sein können, wo du gerade warst…

    und jetzt würden meine Fragen kommen…wirklich vielen Dank für diesen wunderbaren Podcast…und dies geht an beide… !!!!!!

  5. Was hat es mit den Deutschen Satelliten auf sich hat die der Elon Kenner in den Weltraum schicken will, aber nicht kann oder darf oder was sonst und warum? Vom Pritlove auch nur mit drückend schwer kommentiert. Was steckt denn da alles hinter? Also das komplette Begehren und seine unkommentierten Erfüllungsschwierigkeiten, bitte.

  6. Habe diese interessante Folge noch nicht fertig gehört, vor allem noch nicht bis zu StarLink. Dadurch war ich vorhin von der Kette der heute hier sichtbaren Sattelliten äußerst beunruhigt, dachte schon an KampfJets oder Drohnen. Dass es sich um das StarLink-Projekt handelt, fand ich erst nach einiger Internetrecherche. Morgen gegen 17:06 Uhr werden die wieder über Leipzig zu sehen sein.

    • Dann aber mit `ner Tüte Popcorn °°°°

      In “Stellarium” sind die Dinger noch nicht sichtbar. Iridium Flares schon eher.

      Wildgänse durch ein Teleskop vor dem Mond wirken beruhigend. Sind aber schwieriger zu launchen 😉

  7. Das Argument, dass Starlink kein Problem für die Astronomie sein soll, weil zu jedem Zeitpunkt von jedem Punkt der Erdoberfläche aus nur eine kleine Zahl von Satelliten zu sehen sein werden, finde ich äußerst schwach. In der Astronomie macht man ja nicht (oder jedenfalls nicht nur) kurze Schnappschüsse; man möchte gerade auch Objekte untersuchen, die so lichtschwach sind, dass man lange belichten muss. Relevant ist also nicht die Maximalanzahl an Satelliten die gleichzeitig sichtbar sind, sondern die Wahrscheinlichkeit, dass während einer längeren Belichtungszeit ein Satellit oder mehrere durchs Bild fliegen.

  8. Wenn Du es schaffst einen Langzeitschnappschuss von einem Starlink Satelliten abzulichten wirst Du im “Astrotreff” für dein Foto großen Applaus bekommen.

    • Naja er spricht glaub von Hochsensiblen Teleskopen, nicht von den Dingern, die man Zuhause hat. Und da habe ich auch schon Stimmen gehört, die nicht so begeistert von der Aktion sind. Hoffentlich stört sich hier schnelles Internet und Weltraumforschung nicht. Und sonst wird man auch dafür eine Lösung finden denke ich.

  9. Was für ein toller Gesprächspartner, locker, geht auch auf die Probleme ein, ohne sie es aus Marketingründen schönzureden, halt ein Ingenieur wie er sein sollte. Besten Dank. Eine Unstimmigkeiten, haben das automatische Andocken der Kapseln an die ISS nicht die Russen als erstes gemacht ?

  10. Hallo Tim,
    ich setze grad im Zug und höre LNP. Der Raumzeit-Plug ist absolut berechtigt. Die SpaceX-Raumzeit-Folge ist echt genial. Es ist ja eh immer ein Bisschen wie Weihnachten wenn es eine neue Raumzeit-Folge gibt. Aber die letzte ist ein besonderes Schmankerl. Ich bin begeistert.
    Vielen Dank & weiter so.
    Spende ist zu Weihnachten raus.

    Gruss,
    Joachim 🙂

  11. Wenn das Starlink Satellitennetz aufgebaut ist, sind vor allem in den Sommermonaten (in der regel von Mitte Mai bis Mitte August) von mittleren Breiten aus (ca. 50° Nord) mehrere 100 Satelliten am Nachthimmel gleichzeitig sichtbar. Und SpaceX ist nur eine Firma, die in den nächsten Jahren Megakonstellationen im LEO betreiben werden, was die Kollisionswahrscheinlichkeit signifikant erhöht. In ein paar tagen startet z.B. OneWeb von Baikonur aus die ersten 34 Satelliten ihrer Megakonstellation.

    Wieviel Starlink-Satelliten am heimischen in Zukunft zu sehen sein werden, kann diese Simulation beantworten: http://howmanystarlinkswillfillyoursky.com/

  12. Geniale Folge . Space X ist wie man sich die Amerikaner so vorstellt .
    Habe schon mal einen Space Shuttle Start live erlebt und wenn es die derzeitige Situation mit dem Corona wieder zulässt will ich unbedingt einen
    Space X Start mit Landung sehn . Danke Tim LgRalph

  13. Hey Tim, echt das Beste was ich seid langen auf diesem Kanal gehört habe. Vielen Dank, auch an deinen sympatischen Gesprächspartner.

  14. Starlink ist schon beeindruckend. Nicht nur das kommende Kommunikationsnetzwerk. Auch die Erscheinung am Himmel. Ziemlich hell in den frühen Abendstunden.

    Aber wie er auf Gegenargumente reagiert, ist schon ziemlich arm und enttäuschend. Da sieht man, wenn man mit eigenem Geschäftsinteresse mit drin hängt, verlassen die Argumente schnell die sachliche und neutrale Ebene. Das waren dann eher talking points der PR Abteilung.
    Natürlich kann diese große Zahl an Satelliten nicht gut für die Astrofotografie sein. Gerade für Weitwinkelaufnahmen. Ist ja jetzt schon problematisch mit den vielen Satelliten. Längere Belichtungszeiten sind viel zu riskant. Wenn man dann bedenkt, wie viele Satelliten noch dazu kommen sollen… Aber vielleicht kriegen wir dafür eine beeindruckende light show.

    Offensichtlich hat er keine Ahnung von der beobachtenden Astronomie und und kein Interesse daran.

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