RZ079 Kosmische Chemie

Die Bedeutung chemischer Prozesse bei der Entstehung von Sternensystemen und dem Leben

Die Astronomie scheint ein Spielfeld für Physiker zu sein, doch Chemie spielt im Kosmos auf allen Ebenen einen Rolle: Von der Entstehung protoplanetarer Scheiben, der Zusammenballung junger Planeten, über die Herausbildung planetarer Schalen bis zur Entstehung der Bausteine des Lebens: Kosmische Chemie ist unerlässlich, um das Universum zu verstehen.

Astrochemiker ergründen das All auf verschiedenen Wegen: Spektrale Analysen erlauben schon lange, chemische Elemente auf fernen Sternen, in Gaswolken oder auf Planeten zu bestimmen. Gesteine von Meteoriten oder vom Mond erlaubten Laborexperimente. Zunehmend reisen auch verkleinerte Massenspektrometer ins Sonnensystem. Bei kleinen Körpern wie Kometen und Asteroiden geht es dabei um die Suche nach unserem Ursprung: Woher kamen Wasser und Bausteine des Lebens auf die Erde?

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Kathrin Altwegg
Kathrin Altwegg

Wir sprechen mit Kathrin Altwegg, Astrophysikerin und emeritierte Direktorin des Center for Space and Habitability am Physikalischen Instutut der Universität Bern. Kathrin Altwegg entwickelte die Software für das Massenspektrometer an Bord der Sonde Giotto, die dem Halleyschen Komenten auf den Leib rückte und war als Principal Investigator des Instruments Rosina im Rahmen der Mission Rosetta zum Kometen Tschurjumow-Gerassimenko hauptverantwortlich für die chemische Untersuchung des Kometen.

Wir sprechen über die zunehmende Bedeutung der Chemie bei der Erforschung des Universums, ihrer Rolle bei der Entstehung des Sonnensystems und was wir als Leben ansehen und dieses an anderen Orten im All zu entdecken gedenken.

17 Gedanken zu „RZ079 Kosmische Chemie

  1. Mein Sprachlabor sagt es gäbe Materie die schon zwei Sternenzyklen als Supernova erlebt hat. Dabei entstehen Elemente noch höherer Ordnung. Weil, das Ausgangsmaterial der zweiten Supernova ist das der ersten Supernova (identisch der chemischen Zusammensetzung der irdischen Elemente). – Die Fortsetzung bietet der Fantasie viel Spielraum, oder?

  2. Die Folge war unfassbar gut. Ich weiß nicht genau warum, aber irgendwie habe ich in der Folge extrem viel neues und interessantes gelernt. Vielleicht habe ich mich auch dank des Dialekts eher auf die Sprache fokussiert und somit aufmerksamer als sonst zugehört

  3. Zur Beobachtung von Molekülwolken wurde vergessen SOFIA (RZ016) zu erwähnen. Es ist momentan das einzige Observatorium, das im mittel- und ferninfraroten Spektralbereich beobachten kann. Herschel und Spitzer ist vor geraumer Zeit das Kühlmittel ausgegangen und auch das James Webb Space Telescope wird die Lücke zwischen Radio- und Nahinfrarotastronomie nicht schließen können.

  4. Wenn ich zusammenfassen darf. Außer der Frage nach der Grenze des Ganzen, zugegeben eine ziemlich morbide Frage und deswegen auch gerne für zu kompliziert hinten an gestellt und der Frage nach dem Wesen Schwarzen Löcher und dunkler Materie, dominieren zwei weitere Fragen die Astronomie. Wie und wo ist Leben entstanden?
    Einen langen Rüssel in den Stinkeklumpen bohren um den Anfang zu rekonstruieren gilt als unwahrscheinlich schwierig, also bleibt erfolgsversprechender Weise nur die Spektralanalyse mit dem JWT, wegen des wahrscheinlichen Beweises für außerirdisches Leben. Daraus folgt möglicherweise eine Klassifizierung der galaktischen Evolutionsgenese anhand von außeratmosphärischen Gasabdrücken. Welche Gase zu finden wären denn ein echter Grund zur Freude? Ich meine wegen ein paar Fleischfressern auf Exoplaneten bricht doch keine Revolution aus, oder? Gesucht wird wie so häufig das Überraschungsmoment der größten Unwahrscheinlichkeit.

  5. Also wieder eine echt tolle, informative Sendung! Gratuliere.
    Und lustig wars auch wie der sympatische deutsche Bürger sich schwertut mit dem “Odrr”, oder? 😀
    Weiter so!
    BG
    Dietmar

    • Die scheinbar von ständigen Selbstzweifeln geplagte Wissenschaftlerin raubt mir den Hirnschmalz mit ihrer Standartnachfrage. Eine schlechte Angewohnheit, das notorische in Fragestellen der eigenen an sich druckfähigen Aussagen am Ende des Satzes. Woher der pragmatische Skeptizismus? Vermutlich ein Gender bedingtes Eingeständnis, der bekanntlich beschränkten Denkfähigkeit von Milchmädchen aus dem 20. Jahrhundert geschuldet, traditionelle Sprachfolklore. Zu oft beim Großvater in der Höhenstrahlung gesessen und sich belehren lassen. Früh krümmt sich was ein Häkchen werden will. Aber die große Forke stammt noch aus dem Bauernkriegsgedenken. Schwerter zu Pflugscharen. Sorry es täte mir leid wenn ich aus Ihrer Kränkung meine gemacht hätte.

      • Wow, ein ganzer Absatz, schön hingeklöppelt, der jedoch nur deine Unkenntnis offenlegt.
        Das “Odrr” am Ende des Satzes ist nicht als Frage gemeint, vielmehr unterstreicht das Oder am Satzende im schweizerdeutschen Sprachgebrauch das gerade gesagte, genau wie das “gell” im süddeutschen- oder das “ne” im norddeutschen Raum.

  6. Odrr, das versteht sich hier nicht als Ausrufezeichen. Das gilt für ihre Heimat. Im Deutschen Sprachraum haben wir eine andere Sprachfolklore. Das Schweizerdeutsch in seiner Urform ist nicht geeignet wissenschaftliche Erkenntnisse dem Hochdeutschen Ohr näherzubringen. Es sei denn alpine Sprachwissenschaften. Aber Sie wollten ja gar nicht in die Wissenschaftsdebatte einsteigen, sondern auf dem Trittbrett der Integration den Oberlehrer outen.

  7. Außerordentlich gute und sehr informative Episode, vielen Dank. Hatte dank des Schwyzerdütsch der äußerst sympathischen Frau Altwegg auch einen ganz besonderen Charme. Bei der Stelle mit der stinkenden Postkarte musste ich herzlich lachen.

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